06. Januar 2021 Lesezeit: ~4 Minuten
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kurz erklärt: Was kommt nach Instagram?
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kurz erklärt: Was kommt nach Instagram?

Normalerweise wählen wir unsere Recherchethemen selbst aus. Dieses neue Format ist insofern eine große Herausforderung, denn hierbei gebt Ihr uns die Themen vor. Ihr stellt uns Fragen und wir beantworten jede Woche eine davon. So gut wir können.

Und wie beginnen wir das Format ohne erste Frage? Die Lösung kam völlig zufällig über Instagram. Ohne Zusammenhang schrieb uns jemand einfach nur diese Frage: Was kommt nach Instagram? Liebe anonyme Person: Bitte entschuldige, dass wir nicht direkt zurück geschrieben haben. Aber hier kommt jetzt die Antwort:

Was kommt nach Instagram?

Die Frage impliziert, dass es Instagram irgendwann nicht mehr geben wird. Lasst uns also erst einmal über das Ende von Instagram sprechen, bevor wir uns fragen, was danach kommt. Denn über das Ende zu philosophieren, ist zugegeben auch wesentlich einfacher. Zehn Jahre hat die Social-Media-Plattform nun schon auf dem Buckel. Eine Milliarde Menschen nutzen sie, 21 Millionen davon in Deutschland.

Und auf ihrem erfolgreichen Weg hat sie bisher gefühlt alles, was ihr gefährlich werden konnte, einfach geschluckt. Snapchats Funktionsweise wurde als „Stories“ erfolgreich eingegliedert, als sich der Konkurrent nicht aufkaufen lassen wollte, und TikTok inspirierte zu den relativ neuen „Reels“. Also wer oder was könnte Instagram dann ernsthaft gefährlich werden?

Falls Ihr Euch unsicher seid, ob Instagram wirklich jemals enden wird: Ja, ganz sicher. Randall Munroe hat in seinem Buch „What if?“ bereits 2014 über das Ende der großen Schwester Facebook geschrieben und auf sehr humorvolle Weise berechnet, wann es mehr Accounts toter als lebender Menschen geben wird. Und auch er ist sich sicher: Die sozialen Medien von heute werden nicht ewig bestehen.

Das Internet ist schnelllebig und wir alle haben schon die Enden großer Plattformen miterlebt. Plattformen, von denen wir in ihrer Blütezeit nie gedacht hätten, dass wir sie irgendwann nicht mehr besuchen würden. Oder wann habt Ihr Euch zuletzt auf Myspace, im StudiVZ oder bei ICQ angemeldet?

Also können wir die erste Teilfrage schon beantworten: Ja, Instagram wird es irgendwann nicht mehr geben. Beziehungsweise wird es irgendwann nicht mehr relevant genug sein, um genügend Menschen an sich zu binden. Und dann können andere Plattformen in den Vordergrund rücken. Das führt uns zur eigentlichen Frage: Was kommt denn nun nach Instagram? Was ist das nächste große Ding?

Soziale Medien sind ein relativ neues Phänomen und deshalb ist es auch so schwer vorherzusagen, wie sie sich entwickeln werden. Am ehesten in die Zukunft schauen kann man aktuell vielleicht mit einem Blick nach China. Dort heißt es nicht mehr nur Social Media sondern Social Shopping. Xiaohongshu – auch bekannt als RED – ist eine solche, relativ neue, aufstrebende Social-Shopping-Plattformen mit 85 Millionen aktiven Mitgliedern.

Dort können chinesische Verbraucher*innen Produkte aus Übersee kaufen und bewerten sowie auch selbst Fotos und Videos von den Produkten posten. Also das, was auf Instagram von sogenannten Influencer*innen bereits seit einiger Zeit praktiziert wird, nur viel offensichtlicher und vielleicht auch ehrlicher. Eine Werbeplattform, die sich nicht verstellt.

Aber ob solche Plattformen irgendwann Instagram ablösen? Wie gern würden wir in die Zukunft sehen können. Viele versuchen sich an einer Vorhersage, um rechtzeitig beim nächsten großen Ding mitzumischen. Um erfolgreich oder vor allem reich zu werden. Und ganz ehrlich: Wenn wir es wüssten, würden wir wohl jetzt ein Start-up gründen statt Podcasts aufzunehmen.

Nächste Frage, bitte!

Jetzt seid Ihr dran. Welcher Frage sollen wir uns als nächstes annehmen? Schreibt Eure Fragen als Kommentar unter diesen Artikel oder schreibt uns eine E-Mail. Wir wählen jede Woche eine Frage aus, zu der wir recherchieren. Die Antwort könnt Ihr dann am nächsten Mittwoch auf kwerfeldein finden.

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13 Kommentare

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  1. Auch wenn der Schlusssatz nicht von der Hand zu weisen ist: Ein bisschen mehr hatte ich mir unter dieser großen Überschrift dann doch erwartet.

    Welche neuen bildgestützten Kommunikationswege gibt es für Fotografen? Laufen die Chatplattformen von Threema über WhatsApp und Signal bis Telegram nicht längst als Nachfolger von Instagram?

    Da hätte man manches genauer beleuchten können!

    Trotzdem liebe Grüße:

    Bleibt gesund! Stefan

    • Ja, mit der ersten Frage haben wir es uns nicht einfach gemacht. Das Thema ist unglaublich vielschichtig und man könnte darüber auch eine Stunde philosopieren. Mit diesem neuen Format haben wir uns aber vorgenommen (auch komplizierte) Fragen möglichst kurz zu beantworten. Aber du hast recht, die Antwort auf unsere erste Folge, ist sehr vage.

  2. Nach Xiaohongshu, Taobao und Tiktok kommt, dass wir auch in Europa beginnen, nicht nur amerikanische Feste wie Halloween, Black Friday und Cyber Monday zu feiern, sondern auch das Frühlingsfest, das Qingming-Fest, das Drachenboot-Fest und das Mondfest.

    Was das ist, kann man googeln … oder in der chinesischen Suchmaschine Baidu nachlesen.

    Die Kinder bringen wir dann mit dem Aiways U5 oder dem Nio ES8 zur Schule statt mit dem BMW X3 oder VW Tiguan, und Objektive kaufen wir von 7artisans … ich hab schon eins … oder von Meike statt von Tamron und Tokina.

    Kwerfeldein wird dann sicher umbenannt in Yuèyě ;-)

  3. Instagram spiegelt unsere Zeit wider. Wir wollen unterhalten werden und nehmen dadurch eine Flut an Bildern und Werbung in Kauf, die wir uns unter anderen Umständen nicht anschauen würden. Wenn ich mir Reels anschaue, denke ich nachher: aha! Und scrolle weiter. Einen Wert hat das alles nicht, außer, dass ich die Zeit zwischen Station A und B mit Instagram überbrücken kann. Ich könnte auch was lesen in der Zeit, doch wer will sich heute noch anstrengen? Schade ist es für die vielen ambitionierten Fotograf*innen, die ihre Bilder auf Instagram posten. Natürlich werden sie angeschaut, doch nur für zwei Sekunden. Dann schnell ein Like und weiter. Es warten ja noch ein paar hundert darauf, auch geliked zu werden.

  4. Schön wäre, wenn Instagram durch etwas abgelöst würde, dass zumindest in den Kommentaren mehr Inhalt u. Niveau zum Standard erhöbe.
    Ich mag sehr, dass ich viele gute Fotos, Fotografen und Models entdecke, doch geht mir dieses oberflächliche Kommentieren komplett auf den Senkel. Kaum mehr als irgendwelche überflüssigen Emojies und Lobhudeleien. Niemals wirkliche Auseinandersetzung und wenn kritisiert wird, dann ausschliesslich positiv.

  5. Xiaohongshu ist ja eigentlich der Name der „Mao-Bibel“ … das kleine rote Buch „Worte des Vorsitzenden Mao Tse Tung“.

    Chinesischer Humor offenbar, eine kapitalistische EInkaufsplattform so zu nennen.

    • Danke für die spannende Frage! Da das Thema sehr komplex ist und wir einen tollen Interviewpartner in Aussicht haben, der uns bei der Beantwortung sicher helfen kann, wird die Antwort auf die Frage nicht direkt nächste Woche kommen, aber wir sind dran.

  6. das passt ja gut zu dem vorhergehenden Artikel Slow Photography !!
    mehr Kontrast geht kaum.
    BTW: ich benutze diese ganzen „sozialen“ Medien nicht. Sich über Datenschutz bei der Corona App beklagen und dann mit diesen Medien beliebig transparent zu sein, finde ich sehr seltsam.
    VG Dierk

  7. Blogartikel dazu: Umleitung: Ganz wenig Politik und viel Kultur. Von der ausgelaugten CDU über die Fotografie zu den Gespenstern der Vergangenheit und mehr … | zoom