20. April 2020 Lesezeit: ~4 Minuten

52 Wochen – Thema 16: Gemälde nachstellen

Ich weiß, ich schreibe es sehr oft, aber auch diese Herausforderung hat es in sich! In dieser Woche sollt Ihr Euch von berühmten Gemälden inspirieren lassen und sie fotografisch nachstellen. Wie nah Ihr Euch dabei ans Original haltet, ist ganz Euch überlassen. Bevor Ihr gleich loslegt, gibt es hier natürlich noch einige Tipps und Ideen für Euch.

Wenn Ihr Fotografie studiert oder gelernt habt, ist die Idee sicher nicht ganz neu für Euch. Häufig bekommt man im Laufe der Ausbildung einmal diese Aufgabe gestellt. Mir kam die Idee in den Sinn, das Thema in unsere Herausforderungen einzubinden, als ich den unglaublich großartigen und humorvollen Instagramaccount @covidclassics entdeckte. Dort stellen vier Menschen, die durch den Lockdown aktuell viel Zeit zu Hause verbringen müssen, berühmte Gemälde nach. Ganz egal ob Vermeer, Magritte oder Dürer – die Fotos sind richtig gut und kommen sogar ohne nachträgliche Bearbeitung aus!

Ihr könnt Euer Ergebnis also dieses Mal nicht nur mit #kwerfeldein52 sondern auch zusätzlich mit #covidclassics taggen, wenn Ihr möchtet.

Eine Frau in Gold auf einem Sessel

© Inge Prader

Inspiration

Klimt nachzustellen ist durch die Farben, die surrealen Elemente und die Posen der Modelle unsagbar schwer. Aber die Fotografin Inge Prader hat mit ihrer Klimt-Interpretation absolute Perfektion erreicht. Natürlich hatte sie für das Projekt viel Hilfe und saß nicht zuhause mit nur einer Packung Klopapier fest. Aber schaut Euch die Aufnahmen unbedingt an!

Michal Zahornackys Portraits erinnern an surreale Ölgemälde. Die verzerrten Gesichter könnten von Picasso stammen, sind aber tatsächlich Fotografien. Wie genau sie entstanden sind, verrät der Fotograf leider nicht, aber vielleicht habt ihr ja Ideen. Auf jeden Fall spielt Wasser eine große Rolle!

© Michal Zahornacky

Richard Tuschmann hat sich vom amerikanischen Maler Edward Hopper inspirieren lassen. Das malerische Element in seinen Bildern entsteht durch die Nutzung von Dioramen in Puppenhausgröße. Im Hintergrund sind tatsächlich Puppenhausmöbel zu entdecken. Die Modelle sind aber echt und wurden nachträglich in die Szenen eingefügt.

In Helen Sobiralskis Bildern geht es nicht um das Kopieren historischer Gemälde oder ihrer Ästhetik, sondern viel mehr um das Aufgreifen und Uminterpretieren einzelner Sinnbilder und das Verbinden visueller Epochen.

Leidende Menschen auf einem Floß

Das Floß der Medusa © Jamari Lior

Natürlich gibt es noch viele weitere Fotograf*innen, die Gemälde nachstellen. In diesem Artikel haben wir fünf davon gesammelt vorgestellt, die sehr unterschiedlich an das Thema herangehen. Sicher findet Ihr auch hier jede Menge Inspiration für Euer eigenes Werk.

Und? Habt Ihr schon ein Bild im Kopf, das Ihr fotografisch umsetzen wollt? Wenn nicht, besucht doch einmal die großen Museen. Viele bieten aktuell virtuelle Touren durch ihre Räume an. Oder schaut mal in die App von Google Arts & Culture. Dort gibt es auch eine lustige Funktion, die anhand eines Portraits Gemälde heraussucht, die einem ähnlich sehen.

Mechaniker

© Freddy Fabris

Ablauf

Ihr habt eine Woche Zeit, um ein Bild zum Thema zu erstellen. Verlinkt Euer Foto in den Kommentaren, nutzt den Hashtag #kwerfeldein52 in den sozialen Medien oder schickt uns Euer Foto bis zum Dienstag, den 28. April 2020 per E-Mail. Schreibt gern auch dazu, welches Gemälde Euch inspiriert hat, denn so umfassend bewandert in der Welt der Kunst, dass wir sie alle kennen würden, sind wir leider nicht.

Jeden Montag gibt es im Magazin ein neues Thema für Euch. Ihr könnt jederzeit mit einsteigen oder die Themen als Inspiration für Euch nutzen – wie und wann es Euch eben passt. Dabei soll es nicht um einen Wettbewerb gehen, sondern um eine Herausforderung für jede*n von Euch ganz persönlich. Als Hashtag hat sich #kwerfeldein52 ergeben, wenn Ihr Eure Werke online zeigen möchtet. Einen Einblick in die Ergebnisse des letzten Themas findet Ihr jeweils am Samstag im Magazin!

Das Titelbild stammt von Richard Tuschman.

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16 Kommentare

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    • Hi Georg,
      diese Frage habe ich mir auch gestellt…
      Es gibt tolle Portraits, Stillleben, Landschaften oder auch abstrakte Gemälde.
      Daher – finde ich – muss da nicht zwingend ein Mensch drauf sein.
      Ist vielleicht auch für so manchen schwierig in der derzeitigen Situation. ;-)
      Viel Spaß!
      Kenneth

      • Nein, es müssen keine Portraits sein. Es können gern auch abstrakte Werke, Stillleben oder Ähnliches nachgestellt werden. Wir hatten nur als Beispielbilder tatsächlich überwiegend Portraits gefunden. Passt die Aufgabe so für Euch an, wie es am besten in Eure Fotografie passt.

  1. Es ist immer wieder spannend festzustellen, zu welch` eigenen Umsetzungen mich die 52 Wochen Aktion von *kwerfeldein so motiviert bekommt. Um diesmal ein Gemälde nachzustellen, hätte ich mir ein Ohr abschneiden können, was ich aber nicht tat. ich habe nur zwei. Und als „Der arme Poet“ in einer eiskalten Dachkammer zu liegen, ist wegen nicht vorhandenem Protagonisten auch ausgefallen. Hier mein Ergebnis:
    https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=1920×400:format=jpg/path/sda4a5dcfa0fb98b4/image/i5af774b1be837559/version/1587839192/image.jpg

    Etwas Hintergrundinfo zum Foto findet sich im FOTO-Blog.
    https://www.dt-classics.de/2020/04/25/52-wochen-thema-16-gem%C3%A4lde-nachstellen/

  2. Jedes Mal wenn ich denke, schwieriger ist nicht mehr möglich, überbietet ihr euch mit dem Wochenthema selber. Kein Wunder war mein Bild – im dritten Anlauf wurde es eine Interpretation von Gustav Klimts Gemälde „Freya’s Tears“ – eine echte Steissgeburt. Mit dem Resultat bin ich aber sehr glücklich: https://sammelsurien.ch/projekt-52-woche-16-gemalde-nachstellen/

    Vielen Dank für die wöchentliche Herausforderung, kwerfeldein.

  3. Vor Jahren hab ich am Busbahnhof jemanden unbemerkt gezeichnet, der mit ‚betenden Händen‘ sein Smartphone hielt. Das und die Erinnerung an eine Devotionalie hat mir die Auswahl des ‚richtigen‘ Bildes leicht gemacht. Der Rest ist Gegenwart.

    Albrecht Dürer: Betende Hände
    Version 2020

    Ein Gemälde nachstellen. In meiner Kindheit hing neben dem Bett meiner Mutter immer ein Halbrelief der betenden Hände Albrecht Dürers. Besonders schön war es nicht und ich habe nie gefragt, ob es vielleicht ein Souvenir oder ein Geschenk war. Egal. Es hing dort und ist zu einem Bild geworden, das ich in diesem Kontext im Kopf jederzeit anrufen kann.

    https://www.instagram.com/p/B_evtVQoeq6/?igshid=1omoehk2kx16y

  4. Meine 3er Serie zu dieser Woche, Vanitasstillleben Bilder nach den meist holländischen Maler des 16. 17. Jahrhunderts.
    Darin wird die Darstellung lebloser Gegenstände durch Sinnbilder der Vergänglichkeit ergänzt.
    Ich habe dazu noch einen „modernen“ Gegenstand ins Bild gebracht der das Alt und Neu verbindet.
    Die Fotos habe ich mit dem Hipstamatic App auf dem Iphone gemacht die ohne grossse Bilbearbeitung schon diesen Farbefekt mit sich bringt.

    https://www.instagram.com/p/B_iTTeYjUr6/

    https://www.instagram.com/p/B_iTNVBDdTB/

    https://www.instagram.com/p/B_iSyRhjtVE/

    Liebe Grüsse