04. April 2020

52 Wochen – Ergebnisse: Freelensing

Beim Thema Freelensing habe ich zuerst viel Zweifel aus Euren Rückmeldungen herausgehört. Das Objektiv abnehmen und nur an die Kamera halten? Unscharfe Bilder riskieren? Aber am Ende konnte die Technik viele von Euch doch überzeugen und das zeigen auch die Ergebnisse. Ihr habt die Herausforderung angenommen und teilweise sogar ganze Strecken damit fotografiert!

Ich möchte an dieser Stelle auch einmal erwähnen, wie schön es ist, Eure Blogbeiträge und Bilder in den sozialen Medien zu sehen und in den Kommentaren andere bekannte Namen zu sehen, die am Projekt beteiligt sind. Es entsteht durch die 52-Wochen-Herausforderung eine großartige Community, die sich gegenseitig unterstützt. Und die sich Experimenten stellt und die Fotografie mit viel Freude betreibt. Tausend Dank dafür!

umgefallene Salztasse

© Walter Griese

Meine Samsung-NX-Kameras lassen ein Auslösen ohne Objektiv eigentlich nicht zu. Eine entsprechende Option im Kameramenü gibt es nicht. Mittels eines Objektivadapters konnte ich die Kameraelektronik dennoch „austricksen“. Diverse Versuche mit unterschiedlichen Objektiven zeigten, dass ich am besten mit einem Vollformatzoom aus ehemaligen Analogzeiten klarkam. Hier mein Beitrag. Die Experimentiererei mit verschiedenen Objektiven einschließlich Diaprojektorobjektiv mit und ohne Stativ hat Spaß gemacht.

Mit einer Achsmanschette aus dem Autozubehör geht das wunderbar. Vorn ein altes Objektiv vom Diaprojektor eingesteckt (passte genau) und kameraseitig mit Pattex einen Umkehrring mit passendem Kameraanschluss angeklebt. Hält sicher, ist staubdicht und lässt sich wunderbar variabel einsetzen.

Bei einem Spaziergang fiel mir diese zarte Mooslandschaft im Gegenlicht auf, ein winziger Wald auf einem alten Baumstumpf. Allerdings hatte ich keinerlei makrotaugliches Equipment dabei, nur die EOS RP mit einem 50-mm-Normalobjektiv. Die einzige Möglichkeit war, es abzunehmen und verkehrt herum – also mit der Frontlinse nach hinten – mit der Hand ans Kameragehäuse zu halten. So wurde auf die Schnelle ein Makroobjektiv daraus. Und weil das Objektiv keinen Blendenring hat, war ich auf Offenblende f/1.8 festgelegt, was in diesem Fall ein perfektes Ergebnis brachte.

Tulpe

© Micaela Lucas

Wimpel

© Claudia Rempel

Wie gefallen Euch die Bilder und welche sind Eure Favoriten? Vielleicht nutzt Ihr die Technik ja jetzt öfter, wir sind gespannt und wären nicht traurig, einen kleinen Trend angestoßen zu haben, denn die entstandenen Fotos sind alle großartig.

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15 Kommentare

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  1. Mein Favorit ist das von Senjas.
    An zweiter Stelle stünde eigentlich von Florian Meier. Hat allerdings in meinen Augen einen handwerklichen Fehler: Auf der Schärfenebene liegende Objekte dürften eigentlich nicht in den Unschärfebereich fallen. Wie z.B. der Baum. Ich hätte das Gartentor ins linke Drittel des Bildes gesetzt udn den Baum weggeschnitten.

  2. Guten Morgen,

    für mich sind Aufnahmen in dieser Technik völliges Neuland gewesen, und ich bin nach einer echt verzweifelten Stunde erst an die Stelle gekommen, Fotos so hinzubekommen, dass ich diese überhaupt als solche akzeptieren, geschweige denn, veröffentlichen wollte. Dass es dennoch dazu kam, hängt u.a. damit zusammen, an diesem höchst inspirierenden Projekt teilzunehmen, egal, wie die Vorgaben lauten. Ausgerechnet beim Freelensingauch auch hier noch in die Veröffentlichung gelangt zu sein, finde ich diesmal besonders motivierend. Und es stimmt, mir fällt auch auf, wie das Projekt zunehmend Brücken schlägt. Eine wirklich ganz tolle Sache, für die ich mich bedanke!
    Meine Favoriten diesmal sind die Ergebnisse von Herbert Holzmann und von *unterwegs_im_sauerland.

  3. Ich habe mir doch ziemlich „einen abgebrochen“ mit dieser Technik, hatte aber den Ehrgeiz, es hinzubekommen. Gleichzeitig war mir klar: das ist nicht meine Methode! Jetzt sehe ich hier die verschiedensten tollen Bilder und denke, vielleicht muss ich es doch noch mal anwenden.
    Mir gefallen die ersten beiden Bilder sehr gut und die Makroaufnahme durchs gedrehte Objektiv.
    Schönes gesundes Wochenende
    Claudia

  4. Kompliment an alle, das sind ja tolle Ergebnisse.

    @Herbert Holzmann ist auch mein Favorit.

    @Monika Keller-Romit meine Nummer zwei.

    Ich mag auch @senjas und die Farben von @muellergrafie, aber meine Nummer drei ist @Leo Ertl, denn ich finde, dass gerade dieses ziemlich Abstrakte, der fast vollständige Verlust von Details, den Reiz dieser Art der Fotografie ausmacht.

    Ich habe ein altes billiges „Lensbaby Muse Plastic Optic“, es hat ma 70 Euro gekostet. Es ist ein echt mieses Objektiv, man bekommt kein scharfes Foto hin, und es bereitet schon fast Seelenpein und körperliche Schmerzen, damit zu fotografieren, aber es zwingt mich zum Abstrahieren, darum gehe ich manchmal damit los.

    Nachdem man sich gewöhnt hat, kann man damit andersartige Bilder machen, mit viel „Mood“. Hier ist mein bestes davon:

    https://www.fotocommunity.de/photo/juergen-w2/38783732

  5. Hallo zusammen,

    eine schöne Sammlung toller Freelensing-Ergebnisse.

    Zu @polarisationsfilter habe ich eine Frage: Bei der Nutzung einer Achsmanschette wird das Objektiv doch einige cm von der Kamera distanziert. Sehe ich dann die Rundung des Objektiv-Bajonetts nicht? Wenn ich mit meinem Objektiv Abstand zur Kamera halte, dann sehe ich immer einen schwarzen Ring …
    Gibt es Tipps hinsichtlich Brennweite? Oder verwendetem Objektiv (z.B. Vollformat-Objektiv an MFT)?
    Freue mich über eine Rückmeldung und wünsche allen viel Spaß bei weiteren Umsetzungen dieses oder anderer Themen.
    Schöne Grüße Elke

    • Hallo Elke,
      ja, da bist du auf dem richtigen Weg. Der Umkehrring wird an der Kamera eigerastet und der flexible „Balgen“ überbrückt den Freiraum zwischen Objektiv und Kamera. Und das mit dem schwarzen Ring ist so wie du schreibst, wobei ältere Festbrennweiten aus mf Zeiten z.T. etwas großzügiger mit dem Bildkreis waren. En Vollformatobjektiv an MFT ergibt viel Flexibilität ohne schwarzen Rand. Natürlich wäre ein Mittelfomatobjektiv schön an einer Vollformatkamera (zu teuer für die Spielerei). FYI 90mm 2.5 vom Diaprojektor, also ohne Blende an NEX7 habe ich verwendet.
      Unter dem Link meines Bildes findest du auch als Bild 2 und 3 Fotos meiner DIY Bastelei, falls nicht schon gesehen.
      Danke für’s Interesse und viel Freude beim Fotografieren
      Gruss
      Martin

      • Hallo Martin,

        vielen Dank für Deine prompte Antwort und den Hinweis auf die weiteren Bilder. Hat mir sehr geholfen. Weiterhin viel Spaß – ich werde mir in Ruhe mal Dein Instagram-Account anschauen …

        Schöne Grüße und genieß die Sonne in den nächsten Tagen – aber immer schön Abstand halten.

        Elke
        (bei Instagram visu_lens und visu_part)

  6. das war ein Thema, zu dem ich gerade passend meine Bastelei fertig hatte und zu testen begann. Also der perfekte Zeipunkt. Dann natürlich ausprobieren wo die Schätfe liegt, wenn das Objektiv verschwenkt wird. Die Herausforderung war für mich dann die Schärfe so zu positionieren, daß sie einem Objekt folgt.
    Die Ergebnisse auf dieser Seite finde ich allesamt inspirierend und überzeugend. Der Weg zum Foto mit dem speziellen Freelensing Charakter hat viel Freude bereitet.

  7. Ich finde es spannend wie mit verschiedenen Techniken experimentiert wurde und der Beitrag von @polarisationsfilter ist mein Favorit, wundervoll, die Schärfenebene wandert genau das Geländer hoch.
    Wieder viel gelernt, danke für all die Beiträge!

  8. Mein Favorit ist polarisationsfilter. Mich überzeugt nicht nur das Ergebnis, auch die Hinweise zur technischen Umsetzung fand ich sehr interessant.

  9. Also meine Technik ist das nicht. Ich habe eh schon mit meiner Zitterhand ein Problem 1/100 zu halten. Habe ich viel probiert, unterschiedliche Motive getestet. Letztlich war ich von meinen Ergebnissen mehr als enttäuscht. Da ich mich aber für mich selbst bemühen will, jede Woche ein Foto zu machen, habe ich auch eins eingereicht. Mich überzeugt bis auf das Foto von Polarisationsfilter und das von Senjas – da sieht man, was gutes Handwerk mit Anspruch ist – keines der in dieser Woche gezeigten Fotos. Mich würde aber interessieren, nach welchen Kriterien ihr für die Zusammenschau auswählt. Nicht die genaue Begründung, da kann man immer interpretieren. Ist es der Einfallsreichtum? Die künstlerische Wirkung? Goldener Schnitt? Mir geht es auch nicht um den Wettbewerb oder so, sondern nur darum, wie die Redaktion und mit welchen Kopf-, Bauchfilter die Redaktion die Fotos sieht…

    Viele Grüße, Wilhelm