02. März 2020 Lesezeit: ~3 Minuten

52 Wochen – Thema 9: Scanografie

Für unsere neue Herausforderung könnt Ihr die Kamera im Schrank lassen. Scanografie ist das Thema: Ein fotografisches Verfahren, bei dem ein Scanner zum Einsatz kommt.

Noch ein wenig verwirrt, was genau wir damit meinen und wie interessante Aufnahmen ohne Kamera entstehen sollen? Kein Problem. Im Folgenden erklären wir die Idee dahinter und zeigen einige spannende Beispiele, die zeigen, wie vielfältig man dabei vorgehen kann.

© Andrea Fleischer

Scanner betrachten wir selten als ein kreatives Medium. Im Normalfall nutzen wir diese Geräte eher im Arbeitsalltag und legen Dokumente, Fotos oder Negative darauf, um diese Sachen zu digitalisieren. Dabei kann man natürlich auch viele weitere (flache) Gegenstände scannen.

Denkt an Pflanzen und Blumen, Münzen, Schmuck oder Federn. Vielleicht seid Ihr auch schon neugierig gewesen und habt als Kind Eure Hand oder Euer Gesicht gescannt? Man kann auf der Auflagefläche von Scannern kleine Stillleben kreieren.

Vielleicht traut Ihr Euch auch, mit Bewegungen zu spielen? Ein Scanner tastet das Bild ja schrittweise ab und braucht dafür eine gewisse Zeit. Bewegt man währenddessen Gegenstände darauf, wird das Bild surreal. Denkt beim Experimentieren aber bitte daran, dass raue Objekte Euer Scannerglas zerkratzen könnten.

Der Vorteil eines gescannten Bildes ist die extrem hohe Auflösung, die keine normale Digitalkamera schafft. Zudem hat ein Scan eine starke, durchgehende Schärfeleistung von der Bildmitte bis an den Rand. So erreicht man eine völlig andere Bildwirkung als bei Fotoaufnahmen.

Blütenblätter und ein Mund

© Katja Kemnitz

Inspiration

Petra Schulz hat diese Art der Bilderstellung ScanArt genannt und in diesem Artikel näher erklärt. Sie berichtet darin auch, wie man den Hintergrund dunkel oder hell bekommt.

Das Projekt „Siloquies and Soliloquies on Death, Life and Other Interludes“ von Edgar Martins hatten wir auch bereits im Magazin vorgestellt. Es beschäftigt sich mit dem Thema Suizid und die Bilder entstanden mit Hilfe hochauflösender medizinischer Scanner.

Ablauf

Ich hoffe, ich konnte Euch neugierig machen auf diese Art von Bilderstellung. Packt Euren Scanner aus oder fragt Bekannte, ob sie Euch einen leihen, wenn Ihr selbst keinen zur Hand habt. Ich bin unglaublich gespannt, was bei dieser Herausforderung für Bilder entstehen.

Ihr habt wie immer eine Woche Zeit dafür. Schickt uns die Ergebnisse gern bis zum Dienstag, den 10. März per E-Mail an kk@kwerfeldein.de oder nutzt in den sozialen Medien den Hashtag #kwerfeldein52. Wir zeigen jeden Samstag eine Auswahl der Einreichungen zu den wöchentlichen Themen.

Das Titelbild stammt von Petra Schulz.

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17 Kommentare

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  1. Moin,
    na das nenne ich mal eine Herausforderung…

    Okay, das denke ich mir (fast) jede Woche. :-D

    Tatsächlich besitze ich einen Scanner, der allerdings schon so alt ist, dass er nur noch unter Windows XP läuft. Tatsächlich habe ich (extra für diesen Scanner) noch ein altes Notebook mit Windows XP und installierten Treibern im Keller liegen (letztens erst runter gebracht). Ich wollte den ganzen Kram entsorgen/verschenken, wenn ich ihn ein Jahr lang nicht einsetze… Das sieht mir also stark nach einer Fristverlängerung aus.
    Und wer weiß, vielleicht wird das mein neues Hobby.

    Die Bildidee ist mir beim Schreiben gekommen. ;-)

    Eine schöne Woche!
    Kenny

  2. Wieder ein schönes Thema und eine neue Erfahrung, vielen Dank für die Anregung !

    Als ich mit dem scannen beschäftigt war, habe ich mir viele Gedanken über meine Fotografie und Kreativität gemacht. Es geht einem vieles durch den Kopf, wenn man an so einer Arbeit sitzt: was sagt es über einen aus, welche Materialien könnte man noch verwenden und , ist es nicht zu schlicht und natürlich sitzt der Perfektionismus die ganze Zeit dabei.

    Hier ist das, was ich mit dem Scanner letztendlich hingekriegt habe: https://flic.kr/p/2iATrmJ

    Ich bin schon sehr gespannt, wie die anderen Scans aussehen,
    liebe Grüße

  3. Die Kamera im Schrank lassen konnte ich einfach nicht übers Herz bringen. Da ich sonst keine Selfies mache, musste für die Idee des Scanografie-Selfies sogar noch eine zweite Kamera herhalten. Mit ein bisschen Spielerei an den Einstellungen des Scanners war ich am Ende überrascht, dass diese Möglichkeit tatsächlich so einfach ist.

    http://sternchenbilder.de/52/09_Scanografie_Selfie.jpg
    https://www.instagram.com/p/B9cIBuzh-E3/?igshid=nphq6j3h0we9

  4. Ich fand das Thema schwerer als gedacht und bin über ein leichtfertiges Experiment nicht hinaus gekommen:

    https://www.instagram.com/p/B9cIrgvHbpV/?igshid=123kk221562gj

    Die neuen Ausdrucksmöglichkeiten hab ich nur gestreift, bin aber ziemlich sicher, dass ich das noch öfter nutzen werde. Ich wollte heute das ‚eigentliche‘ Bild machen, stattdessen hab ich mich den ganzen Tag mit dem Aufbauen von schwedischen Möbeln befasst. Meine Tochter will ein neues Zimmer und das soll sie auch bekommen…

  5. Ich persönlich hielt es vorher nicht unbedingt für „Fotografie“. Dennoch wollte ich mich der Herausforderung stellen und holte also meinen 19 Jahre alten Flachbettscanner aus dem Keller. Dazu ein Windows XP Notebook, um ihn ans Laufen zu bringen, da es keine aktuellen Treiber mehr dafür gibt.
    Und dann noch ein Griff in die „gesammelte Werke“ Strand-Kiste…
    Im Nachinein stellte ich dann doch fest, dass die Scanografie einige Gemeinsamkeiten mit der Fotografie aufweist.
    Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich mich mit meinem Scanner auseinandersetze… :-)

    https://www.instagram.com/p/B9hpy8Pq9XC/

    Viele Grüße
    Kenneth