04. November 2018 Lesezeit: ~4 Minuten

browserfruits 44.2018

Und auf einmal ist es November. Wo ist das Jahr hin? Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber die Zeit fliegt. Während ich noch rätsle und versuche, in den letzten zwei Monate die Zeit etwas anzuhalten, genießt bitte die 44. browserfruits für dieses Jahr. Guten Appetit!

 

Linktipps

• Großartige Bilder von Menschen am Strand zeigt Collosal. Moises Levy überzeugt mit verschiedenen Ebenen und ungewöhnlichen Perspektiven. → ansehen

• Es gibt Fotograf*innen, die ein fragwürdiges Geschäftsmodell für sich entdeckt haben: Sie versehen ihre Bilder mit einer kostenlosen Creative-Commons-Lizenz und versenden teure Abmahnungen, wenn die Werke anschließend verwendet werden, die Nennung der Urheber*in aber nicht korrekt ausgeführt wurde. → ansehen

• Diese Bilder von Bruno Barbey führen uns ins Polen der 80er Jahre. → ansehen

• Ein Bild, das in Erinnerung bleibt: Dieses Foto von Mustafa Hassona von Protesten in Gaza erinnert an das berühmte Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix. → ansehen

• Polaroids sind langweilig? Absolut nicht, wie diese Gewinnerbilder der Polaroid Week zeigen. → ansehen

• Die Repräsentationen älterer Transgender sind in unserer Kultur fast nicht vorhanden und die, die existieren, sind oft eindimensional. Über fünf Jahre lang reisten die Fotografin Jess T. Dugan und die Sozialarbeiterin Vanessa Fabbre durch die Vereinigten Staaten, führten Interviews und portraitierten die Menschen. → ansehen

• Wusstet Ihr, dass es bei einem Vulkanausbruch blitzt? Das sieht unglaublich aus, wie dieses Bild von Francisco Negroni zeigt. → ansehen

• Mit seinen eindringlichen Bildern von Holocaust-Überlebenden möchte der Mannheimer Fotograf Luigi Toscano den Opfern auch nach langer Zeit ein Gesicht geben und so für eine aufrichtige Erinnerungskultur kämpfen. → ansehen

• Das größte Kollodium-Nassplattenfoto der Welt stammt von Ian Ruhter und wiegt ca. 90 kg. → ansehen

 

Buchempfehlungen

„Civilization: Wie wir heute leben“ : Über 140 Fotokünstler*innen zeigen ihre Blickwinkel auf die Welt, in der wir heute leben. Zu jedem Tag und zu jeder Stunde breitet sich die menschliche Zivilisation weiter aus, entwickelt und verändert sich. In 485 atemberaubenden Fotografien wird die Art und Weise unseres heutigen Lebens und Zusammenlebens offenbar: das Zusammenleben in der Stadt, Menschen- und Warenströme, Freizeit und Vergnügen, Werbung, Konflikte oder technischer Fortschritt. Das Buch ist im Verlag Knesebeck erschienen und kostet 55 €.

„Balkon“ : Dass der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk nicht nur Romane schreibt, wissen viele seiner Leser*innen, aber bei Weitem nicht alle. Bereits als Jugendlicher und junger Mann fotografierte er – fast manisch und mit großer Liebe und genauem Blick für seine Heimatstadt Istanbul. Pamuk fotografiert wieder. Vom Balkon aus. Wieder fast manisch. 8.500 Farbfotografien entstanden dabei in den Wintermonaten 2016/17. Der Bildband ist im Verlag Steidl erschienen und kostet 34 €.

 

Ausstellungen

In memoriam. Clemens Kalischer
Zeit: 2. November – 22. Dezember 2018
Ort: Galerie argus fotokunst, Marienstr. 26, 10117 Berlin

Hashtags Unplugged – Von Lastern und Leitmotiven
Zeit: 1. November – 20. Dezember 2018
Ort: Freelens Galerie, Alter Steinweg 15, 20459 Hamburg

Frankreich 1935–1985
Zeit: 3. November – 21. Dezember 2018
Ort: in focus Galerie, Hauptstr. 114, 50996 Köln

Sigmar Polke und die 1970er Jahre
Zeit: 4. November 2018 – 10. März 2019
Ort: Museum für Gegenwartskunst Siegen, Unteres Schloss 1, 57072 Siegen

 

Drüben auf Instagram

@claudiagoedke – Die Foodfotografin Claudia Gödke aus Berlin macht auf Instagram viel Appetit.

 

Videos

Das Video ist nicht so professionell gedreht, aber es lohnt sich. Die Ergebnisse, die Jason Rinehart mit dieser simplen Lightpainting-Methode erzielt, sind großartig.

 

Farbe oder Schwarzweiß? Die Antwort darauf erleichtert Euch Mark Denney mit seinen Überlegungen vielleicht.

 

Das heutige Titelbild stammt von Gourav Ahir. Vielen Dank dafür!

Unterstütze kwerfeldein

Wenn Dir dieser Artikel oder das ganze Magazin gefällt, kannst Du die weitere Arbeit von kwerfeldein gern via Paypal, Überweisung oder Dauerauftrag mit dem, was es Dir wert ist, unterstützen. Vielen Dank!

kwerfeldein finanziert sich neben Werbeeinnahmen auch durch Provision von Verkäufen auf Amazon und freiwillige Beiträge der Leser*innen, um unabhängig zu bleiben.

Paypal


Überweisung

kwerfeldein
IBAN: DE0837050198 1933436766
BIC: COLSDE33XXX

Amazon

kwerfeldein @ Photocircle


6 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Wie dreist diese CC Abzocke.
    Aber schön zu lesen, das die Gerichte die Abzocke wohl „gerochen“ haben.
    Ich versteh es nicht.
    Das Risiko ist doch viel zu hoch auf den Prozesskosten sitzen zu bleiben?!
    Mal abgesehen davon, das man sich unbeliebt macht :)

    • Das habe ich auch gedacht.

      Das Bild aus dem Gaza ist ausdrucksstark. Aber wie im Artikel beschrieben wird der Konflikt auch medial geführt. Die Dramaturgie des Bildes kommt ja dann auch nicht von ungefähr: Ob bewusst – in der Postproduktion – oder unbewusst, das Foto wirkt, weil das Bild von delacroix bereits kanonisiert ist. Eine Diskussion über die anderen Ebenen und Konstruktion des Fotos bezüglich Männlichkeit, Heldentum, wer politisch aktiv ist, usw. sollte auch nachgedacht werden.

      • Was bedeutet für unsere MitMenschen in Gaza, oder Westbank Konflikt , (medial tötet nicht)?
        Ja, Männlichkeit, Heldentum…ganz schrecklich für Menschen die sich ihrer Not erwehren….oder .. mit Levy’s Worten

        We Should Be Saluting the Gaza Strip

        “Were it not for the Gaza Strip, the occupation would have been long forgotten. Were it not for the Gaza Strip, Israel would have erased the Palestinian problem from its agenda and continued on blithely with its crimes and annexations, with its routine, as if 4 million people were not living under its heel.”
        Gideon Levy

  2. Vielen Dank für die Information Frau Engelhardt. Wenn ich mir den geschichtlichen Hintergrund zum Werk von Delacroix anschaut, dann komme ich für mich zu dem Schluss, dass die Allegorie zum Werk eher eine ästhetische als eine inhaltliche ist. Denn im damaligen Frankreich erhob sich die Bevölkerung gegen die eigene Obrigkeit, weil diese diese eine repressiven Politik zu Gunsten des Adels verfolgte. Die allegorie wäre also treffender, wenn sich die Proteste gegen die Unterdrückungspolitik der Hamas im Gaza wenden würde.