kwerfeldein
18. November 2011 Lesezeit: ~1 Minute

Konzertfotografen, die ihre Fotos kostenlos anbieten

Vor Kurzem kommentierte Salesch bei uns unter dem Artikel über Konzertfotografie mit folgenden Worten:

„Konzertfotografen, die ihre Fotos umsonst anbieten, sollte man sofort die Kamera wegnehmen! Den sie nehmen Fotografen, die davon leben wollen/müssen die Lebensgrundlage weg.“
Gemeint ist „umsonst“ im Sinne von „kostenlos“.

Nun ist es so, dass ich hier und jetzt sofort dazu Stellung beziehen und sagen könnte, wie ich diese Situation einschätze. Und gleich vorweg: Auch ich habe eine Meinung dazu.

Doch erstens bin ich beruflich kein Konzertfotograf, zweitens ist das Thema nicht so einfach, wie es scheint und drittens habe ich mich dazu entschieden, meine Meinung für mich zu behalten.

Ich möchte diesen Kommentar heute offen in den Raum stellen und Euch darum bitten, Eure Meinung dazu zu schreiben.

Stimmt Ihr Salesch zu? Wo würdet Ihr ihm wiedersprechen? Was ist Eure Wahrnehmung der Sache?

Ich bin gespannt.

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76 Kommentare

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Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Wie bei vielen Dingen kann man auch dieses Thema nicht pauschalisieren! Auch ich stelle meine Konzertfotos den Bands umsonst zur Verfügung. Diese haben jedoch ein Wasserzeichen und dürfen von den Bands nicht kommerziell genutzt werden.
    Allerdings sind es auch haupsächlich kleine Bands. Und ich freu mich schon über die dadurch resultierende Eigenwerbung.
    Lg
    Kevin

  2. Ich kann verstehen, dass ein Berufsfotograf nicht darüber erfreut ist, wenn Amateure, die oftmals ebenso gute Bilder abliefern, die selben Dienste umsonst anbieten.
    Ich würde die Meinung auch teilen, wenn es um „Schwarzarbeit“ geht, der „Amateur“ deutlich weniger verlangt, das aber nicht versteuert, keine Kammer-Beiträge zahlt, etc. Dann wird einfach nicht mit gleichen Karten gespielt.

    Grundsätzlich sehe ich es aber so, dass der Berufsfotograf einfach einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Amateuren bieten muss, sonst hat er keine Berechtigung. Nur weil er davon leben möchte, das ist für mich kein Argument. Ich denke, wenn er überzeugend ist, dann wird er sich auch gegen die Umsonstfotografen durchsetzen. Anders wäre es nicht zu erklären, dass nicht jeder Gimp anstatt CS5 oder OpenOffice statt MS verwendet.

    Grüße
    Simon

    • Ich denke nicht, dass man es verbieten sollte. Es gibt einige Bereiche in denen kommerzielle Anbieter sich gegen kostenlose Anbieter behaupten müssen. (siehe Software)

      Das Problem ist doch immer das selbe, die Leute wollen es möglichst billig haben und naja billiger als kostenlos gibts wohl kaum. Also muss sich der Berufsfotograf etwas einfallen lassen, dass die Leute bereit sind für die Bilder zu bezahlen. Z.b. exklusive Aufnahmen direkt von der Bühne aus, Backstage Aufnahmen, etc

      Wie Simon schon sagte, nur weil einer davon Leben möchte müssen nicht andere auf Ihr Hobby verzichten. Der Amateur hat sich ja nicht ausgesucht, dass Salesch mit Konzertfotografie Geld verdienen will ;)

      Gruß,
      Gerrit

      • Aufnahmen aus dem Backstage-Bereich und von der Bühne sind nicht möglich. Einen Veranstalter der Fotos aus dem Backstage-Bereich generell zu lässt (zum Veröffentlichen) wird bald Mühe haben noch Bands zu finden.

    • da würd ich mich mal weitestgehend anschließen…
      (auch wenn ich insbesondere das OpenOffice-Beispiel wehement zurückweisen möchte ^^)

      …und man kann es ja auch mal von der anderen Warte betrachten: Gerade für kleine Bands beispielsweise, die sich (noch) keinen ‚Profi‘ leisten können oder garnicht den Anspruch haben professionell zu sein oder zu werden (folglich auch keine Profi-Fotos brauchen) sind solche Fotos vll. die einzige Lösung.

      So helfen Hobby-Fotografen Hobby-Musikern und für die Berufsfotografen bleiben die Berufsmusiker.

      passt doch!?

      • Genau so sehe ich das auch!
        Ich fotografiere auch kostenlos für Bands,allerdings nur Konzertfotos. Bandportraits nicht. Somit sehe ich es für mich eher als Ergänzung. Und die Musiker für die ich arbeite, sind keine weltbekannten Stars. Es sind die kleinen Bands, die sich gerade so über Wasser halten, die gerade so ihre Leidenschaft finanzieren können. Genau ich ich mit meiner Fotografie. Für diese Musiker käme ein Konzertfotograf, welcher viel Kohle nimmt, nie in Frage. Außerdem liebe ich die intime Nähe als Fotograf, welche ich während einem Konzert und Backstage habe. Ich erlebe diese Musik durch den Sucher somit noch viel intensiver.

  3. Guten Morgen. Zunächst mal ist der Begriff „umsonst“ ein wenig irreführend, denn man muss sehen, dass es andere Motivationen für das Fotografieren bei Konzerten geben kann, als dafür bezahlt zu werden. Außerdem ist es nicht die Aufgabe eines Fotografen, sich über die Lebensgrundlage anderer Menschen Gedanken zu machen. Vielleicht sollten sich eher die „Profis“ überlegen, ob sie den richtigen Job machen, wenn sie jeden „Amateur“ als gefährliche Konkurrenz betrachten.

    lg

  4. Man muss schon durch gute Arbeit überzeugen. Dann muss man auch keine Angst vor Amateuren haben.

    Es wird immer Leute geben die Billig gut vorziehen, dass ist im professionellen und kommerziellen Bereich aber nicht die Regel.
    Sollte der Photograph aber qualitativ nicht mithalten können, macht er definitiv etwas falsch.

    Der Profi sollte seine Vorteile ausspielen, ich stimme Simon daher voll zu!

  5. Zwei Punkte fallen uns dazu ein: zum einen ist fragwürdig, ob sich jeder Veranstalter (sei es nun Hochzeit, ein Konzert, was auch immer) einen professionellen Fotografen leisten würde. Denn nach Saleschs Auffassung wäre es ja nicht weniger verwerflich, sich weit unter Marktpreis zu verkaufen. Also: günstiger als grob geschätzt 500 Euro pro Event darf kein Fotograf tätig werden. Die Alternative wäre dann wohl, auf den Fotografen zu verzichten. Das ist um Auftritts kleiner Bands oder schön gestaltete Hochzeiten von eben nicht so betuchten Leuten wohl schade.

    Zweiter Punkt: darf man dann überhaupt im Leben noch was kostenfrei machen? Wie steht es um Anhalter an der Straßen? Nehm ich sie mit, schade ich den Taxifahrern oder der Bahn. Wikipedia – schadet dem Brockhaus-Verlag. Solarzellen auf dem eigenen Dach – schaden der Atomindustrie. Ehrenamtliche Arbeit überhaupt – schadet den Hauptamtlichen….

  6. ich sehe das ähnlich wie simon. die nächste forderung wäre dann auch, dass derjenige der bilder günstiger anbietet als ein anderer die kamera abgeben muss. und letztendlich jeder andere fotograf.

  7. Puuuh was ein Thema, wenn ich meine Meinung dazu zum besten gebe dann gibt es bestimmt Geschrei. Nur soviel dazu…um was für Konzertfotos geht es denn wenn die band jedem „Knipser“ die Fotos abnimmt und damit dem „Profi“ sein Revier streitig macht. Ich denke es geht hier um Randerscheinungen und ob bei einer „kleinen“ band oder Solisten ein Profi mit seinen Preisen punkten kann lasse ich mal im raum stehen. Der Neid unter den sog. Fotografen wird immer größer und das ist unschön. Und wie bitte haben die vermeintlichen Profis denn selber einmal angefangen??? Das ist die frage, die sie sich selbst stellen sollten …

    Eine erfolgreiche Band hat ein Management und die entscheiden, welcher Fotograf welche Fotos machen darf und wo und wie und nicht die Band. Ich bin selber teilweise in dem Bereich tätig
    ( http://www.docmaowi.de/bulent-ceylan-in-hildesheim/ )und kann nur sagen ich habe nichts gegen Profis und nichts gegen Amateure jeder wie er möchte ich sollte halt besser sein dann brauche ich mich auch nicht ärgern über die „kostenlosen“ die nur ein bisschen das Ego gestreichelt haben wollen. Ich kann es verstehen und habe nichts dagegen.

    und nu hab ich mir doch die Klappe verbrannt … egal ;)

  8. Diese Aussage ist haltlos, wie ich finde. Es hat doch jeder dieselben Chancen und das muss so sein! Sollte der Brockhaus nun Wikipedia verklagen, weil andere Menschen das Gut „Wissen“ unverschämterweise einfach kostenlos in Text- und Bildform online zur Verfügung stellen? Und mal ganz im Ernst: Wenn man mit der Fotografie sein Geld verdient oder verdienen möchte, dann muss man sich eben deutlich abheben von denen, die es kostenlos machen. Das ist für mich eine ganz klare Sache. Schwarzarbeit geht im Übrigen gar nicht.

    Viele Grüße

    Simon

  9. Konkurrenz belebt das Geschäft…
    Prinzipiell denke ich dass es hier genauso ein Wettbewerb ist wie überall sonst auch. Und da ist es auch egal ob ein Mitbewerber das selbe oder ein ähnliches Produkt zu Dumpingpreisen oder gratis anbietet. Der Kollege mit dem teureren Produkt (im konkreten Beispiel Fotos) muss gegenüber dem potentiellen Abnehmer möglichst klar die Qualitätsunterschiede deutlich machen können.
    Die es eigentlich ja geben muss oder müsste – denn womit sonst wäre die Berechtigung dafür Geld zu verlangen gegeben?!
    Ich selber bin weit entfernt davon prof. Fotos zu machen, und würde zB allein schon aus diesem Grund kein Geld dafür verlangen

    Grüße

  10. Ich finde diese Diskussion etwas müßig, gebe aber trotzdem mal meinen Senf dazu.

    Zuallererst finde ich es ausschlaggebend WO und WEN man fotografiert… Ich lichte fast ausschliesslich kleine bis mittelgroße Hardcore-Shows ab, ein Genre in dem der DIY-Charakter (do it yourself) nach wie vor von vielen hochgehalten und gelebt wird. Konzertgruppen organisieren in ihrer Freizeit auf unkommerzieller Basis Konzerte, Bands touren für Essen, Pennplatz und eine gute Zeit auf der Straße, Fanzine-Macher schreiben, layouten und vertreiben ihre Hefte neben ihren täglichen Jobs. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit meine Fotos kostenlos zur Verfügung zu stellen, so lange damit bei der Weiterverwertung kein Gewinn erzielt wird.

    Auf Großveranstaltungen verhält sich das natürlich anders, wobei hier auch klarzustellen ist, dass eine Akkreditierung für kommerziell lohneswerte Veranstaltungen ohne eine berufliche Tätigkeit als Konzertfotograf nicht sehr realistisch ist. Soll heißen: Wer damit sein Geld verdient wird die Bilder nicht kostenlos weitergeben und wer damit nicht sein Geld verdient wird eine Rihanna und Co. in der Regel nicht vor die Linse bekommen. (Handykameras und Kompaktknipsen mal ausgenommen…^^)

    Klar kann man sich auch mal über ein Fanzine oder Online-Magazin eine Akkreditierung für größere Bands im Rock- und Metal-Bereich erschnorren aber ob dort wirklich das große Geld durch den Fotograben fließt bleibt zu bezweifeln… Durch berufliche Tätigkeit in einer Bildagentur kenne ich mich mit Bildhonoraren im Entertainment-Ressort einigermaßen aus, Fotografen die sich nur mit Konzertfotografie über Wasser halten könnten sind mir da nicht bekannt.

    Solche Kommentare wie den von Salesch halte ich von daher für stark verallgemeinert bis reichlich unreflektiert.

  11. Dieser Konflikt besteht doch in allen Teilen des Lebens, bei denen hauptsächlich geistige Leistungen erbracht werden. Bei mir sind das Beratung, Planung und Expertise. Man hat mit einem Heer von kostenlosen und mehr oder weniger kompetenten Ratgebern zu kämpfen. Davor kann einen niemand schützen. If you can’t stand the heat, get out of the kitchen. Oder produziere etwas, dann kannst Du Dich darüber beschweren, dass man alles noch billiger produzieren kann.

  12. In welcher Branche gibt es das Thema nicht? Ich bin Steuerberater und jeder zweite denkt: „Ich mache meine Erklärungen alleine“. Naja bitte, ich muss damit nicht leben. Seit gut, sei fleißig und sei ehrlich, dann verdient man auch sein Geld. @Salesch: Bitte hört endlich auf zu jammern!!!!

  13. es bleibt nur eine frage der zeit bis die anderen „geschützten“ berufsbezeichnungen wegfallen dann wirds wirklich lustig.

    zum aktuellen thema : 99% der menschen können sekt nicht von champagner unterscheiden, wenn man also wirklich besser ist bleipt das killer argument BILLIG, was eine ganze generation beschreibt.

    nicht umsonst lassen 99% aller kwerfeldein leser ihre klamotten in billiglohnländern schneidern. auch wenn es alternativen gibt wer bezahlt das wirklich ? ….und redet nicht nur drüber.

  14. „Nur weil er davon leben möchte, das ist für mich kein Argument“
    Ich finde dieses Statement von Simon fasst es wirklich wunderbar zusammen. Ich arbeite auch in einem Gewerbe, wo man sich mit sowas rumschlagen muss. Ich habe aber noch NIE daran gedacht, deshalb zu weinen. Wenn Leistungsmäßig kein unterschied auszumachen ist, und deshalb zur Kostenlosvariante gegriffen wird, sollte man umsatteln…

  15. Wer seine Bilder umsonst/kostenlos anbietet, ist nicht lange am Markt und somit keine Bedrohung für einen Profi.
    Die Diskussion ist so alt, wie die Fotografie – zumindest als Kodak damals den Rollfilm auf den Markt gebracht hat und es dem „otto-normalbürger“ nun ermöglichte, Fotografien zu erstellen.
    Wer darüber jammert, dass andere ihre Bilder kostenlos abgeben, liefern einfach nicht die Qualität, die benötigt wird, um andere davon zu überzeugen, Geld für Bilder auszugeben.

  16. Moin!
    Mit der Konzertfotografie ist es doch nicht anderes wie in allen anderen fotografischen Bereichen.
    Beispiel Hochzeitsfotos: Wenn ich als Brautpaar kostenlose Bilder haben will, drücke ich dem Mann der Trauzeugin eine Kamera in die Hand. Aber was hat das Paar davon: Nur wenig, denn die Bilder werden wahrscheinlich mies.
    Wer Qualität haben will und das auch kontinuierlich sowie reproduktiv(!) zahlt auch gerne (viel) dafür. So ist es bei der Konzertfotografie, in der Hochzeitsfotografie und beim Maurer auch.
    Eine Foto- oder Musik-Agentur wäre schlecht beraten, sich nur auf kostenlose Fotografen zu verlassen.
    Hinzu kommt: Eine geschenkte Ware kann man nicht bemängeln und hat auch keinerlei Garantien.

    Ich denke, eine kostenlose Variante ist dennoch eine gute Möglichkeit, Fuß zu fassen, aber auf Dauer kein Weg. Ich bin mir sicher, dass jeder große Konzertfotograf auf diese oder ähnliche Weise seinen Einstieg ins Business gefunden hat.

    Gruß Christian

  17. Die Aussage von Salesch sehe ich auch als zu pauschal an. Bei den richtig großen Konzerten, an denen Berufsfotografen dabei sind, kann man das evtl. auch verstehen.

    Ich persönlich besuche nur noch kleine Konzerte von weniger bekannten Bands. Da mache ich auch mal Fotos, die ich kostengünstig an die Bands gebe. Wenn ich die Bandmitgleider sogar persönlich kenne (und ich kenne etliche Musiker, die zu meinem Freundeskreis gehören), dann bekommen sie die Fotos auch kostenlos. Diese Bilder bekommt aber auch nur die Band! Weder Presse oder sonst eine Agentur.

    Aber hier nehme ich niemanden die Arbeit weg, weil erstens kein Berufsfotograf zu solchen Konzerten geht und zweitens die Presse sich für solche Konzerte meisens nicht interssiert. Zumal das in der Regel Amateur-Bands sind, die kein Geld für teure Fotografen haben.

    Gruß Matthias

  18. Nach dieser Argumentation müsste man auch Hochzeitsgästen verbieten, Kameras mitzubringen (Konkurrenz zu Hochzeitsfotografen) oder Leuten verbieten, Fotos unter einer CC-Lizenz bei Flickr hochzuladen (Konkurrenz zu Stockfotografen).

    Sprich: Sie ist Quatsch…

  19. Ich sehs genauso wie Simon oben schon gut ausgeführt hat. Man kann nicht Pauschalisieren bzw. verbieten nur weil jemand anders davon leben will/kann/muss.

    Wenn ich es rein werblich sehen will muß ich als Berufsfotograf mich einfach mehr raus stellen und dem Kunden zeigen was ich ihm besonderes bieten kann außer einem niedrigen Preis bzw. kostenlos.

    Aus Sicht des kostenlos Fotograf ist so ein Shooting weit mehr als ein kostenloses Shooting denn er braucht – wenn er mehr in dem Bereich machen will – auch einen Namen bzw. Referenzen die er vorzeigen kann. Und tole Wiesen oder Blumenfotos her zu zeigen wenn man im Bereich der Konzertfotografie was machen will ist nunmal kontraproduktiv.

  20. Wer Konzerte nur als Hobby fotografiert und die Bilder dann verschenkt was solls? Im Prinzip schenkt er seinen „Kunden“ bares Geld, denn die Ausrüstung, Zeit, Know-How hat er ja teuer bezahlt. Es sind eben nicht „nur“ ein paar Bilder und für viele solcher Fotografen ist es ja auch eine Ego Sache „Hey, die verwenden meine Bilder!“

    Sollte jemand aber meine, damit einen Einstieg zu finden, kann ich nur sagen viel Spass!! Man hat bei diesem Kunden nämlich den Status Amateur der nix kostet. Sobald man Geld möchte ist die Geschichte zu Ende weil der nächste Amateur macht es ja wieder umsonst und so weiter.

    Die Kunden die kein Geld ausgeben möchten, wollen „irgendwas“ und das bekommen sie eben von „irgendwem“.

    • Wenn ich mich von einem einzigen Kunden abhängig mache um mit kostenloser Arbeit einen Einstieg ins Genre zu finden, muss ich natürlich mit meinem Scheitern rechnen. „Was nix kostet is nix wert“ Das glauben wirklich viele. Den Einstieg suche ich aber nicht über den Kunden, sondern über das Referenzmaterial, dass ich mit ihm erarbeite. Ich brauche ja erst mal vorzeigbare Arbeiten um irgendwo finanzielle Ansprüche anmelden zu können. Man kauft auch eine Nikon D3s nicht mit eingebauter Kundenkartei. Andererseits glaube ich auch nicht, dass „Amateure“ die gut genug sind um bezahlt zu werden aus Prinzip aufs Geld verzichten, jedenfalls nicht grundsätzlich.

  21. Ich finde es interessant, dass fast alle hier sagen „Der Profi muss halt bessere Bilder abliefern.“ Aber was ist denn, wenn das sozusagen gar nicht mehr geht? Es gibt genug Amateur-Fotografen, die Bilder auf professionellem Niveau machen, so dass nicht nur viele keinen Unterschied sehen, sondern es faktisch keinen mehr gibt.
    Und wie soll sich jetzt da ein Profi gegen „wehren“?

    • Gar nicht. Er sollte dann einfach einsehen, dass es seiner Arbeit in diesem speziellen Fall nicht mehr bedarf. Wenn Amateure Bilder auf professionellem Niveau machen, dann spricht das für die Amateure und gegen die Profis. So einfach ist das.

  22. Eigentlich alles gesagt. Und wie viele hier richtig anmerken: in anderen Berufen ist es doch ähnlich. Gute Arbeit setzt sich durch, es sei denn, sie wird durch Dritte geregelt/gegängelt/beschnitten. Aber das dürfte in der Konzertfotografie eher nicht üblich sein. Schon eher, dass bei größeren Bands sowieso das Management entscheidet, wer wieviel und von welcher Position aus fotografiert.
    Fazit: lasst den jungen Nachwuchs eine (kostenlose) Chance; wir hatten sie doch auch.

  23. Also vorweg: Ich bin einer dieser Gratis-Konzertfotografen. Freunde von mir organisieren die Konzerte, ich fotografiere sie und stelle Ihnen die Fotos zur Verfügung unter einer CC-Lizenz.
    „Professionell“ bezieht sich im folgenden auf den Terminus eines Fotografen, der die Fotografie als Beruf ausübt und nicht auf eine Qualitätsstufe.

    Punkt 1:
    Das Verbot ist nicht möglich. Sind die Fotos legal aufgenommen und verbreitet worden (Zustimmung des Veranstalters bzw Inhaber des Hausrechts und der Band) kann jeder tun und lassen was er will. Punkt.
    Niemand kann es mir verbieten meine eigenen Werke (was auch Fotos ja nach UrhG sind) kostenlos jemand anderem zur Verfügung zu stellen (in Österreich UrhG §§14-18 sowie Lizenzierung unter §24).
    Eine Einführung des Verbots als neues Gesetz wäre ebenfalls nicht möglich, da es die verfassungsmäßig Kunstfreiheit stören würde.

    Punkt 2:
    Durch die Umstellung von Analog auf Digital kam auch ein Paradigmenwechsel: Viele Fotos machen kostet nichts. Während vor 10 Jahren ein Konzertfotograf auf die Einnahmen gewisserweise angewiesen war um zumindest kostenneutral arbeiten zu können (Filmkosten) ist er es heute nicht mehr. Weiters ist das Hobby „Fotografie“ ebenfalls in den letzten 5-8 wesentlich populärer geworden (siehe Verkaufszahlen von SLRs und Objektiven), was natürlich eine große Konkurrenz darstellt.
    Erfahren haben es beispielsweise auch Boulevard-Journalisten als eine große Boulevard-Zeitung ihre Leser aufrief mit Handy oder Kompaktknipse Promis im Alltag abzulichten. Der Obolus, der in dieser Aktion angeboten wurde, war verglichen mit den branchenüblichen Honoraren nur – ein Obolus.
    Wenn die technische Möglichkeiten limitiert sind (3 Songs – no flash) bleibt nicht mehr viel um Spreu von Weizen zu trennen. Nachdem wir jetzt sogar schon Prosumer-SLRs haben, die ISO-Werte recht rauschfrei erreichen von denen Filmfotografen träumen, können halt viele Leute mit jener (Mindest-)Ausrüstung Fotos machen, die von der breiten Masse als akzeptabel angesehen werden. Ebenso verhält es sich im Postprocessing. Kaum jemand aus dem Consumer-Bereich retuschierte oder korrigierte Filmaufnahmen mit analogen Techniken, mit der Bequemlichkeit und der Einfachheit der digitalen Bildbearbeitung ist es fast selbstverständlich, dass der ambitionierte Hobbyfotograf seine Bilder bearbeitet.
    Womit kann sich der Profi dann noch von der Masse abheben, wenn ihm seine Ausrüstung keinen Vorsprung mehr verschafft? Mit der künstlerisch-ästhetischen Qualität seiner Fotos.

    Punkt 3:
    Kostenlose Produkte gefährenden nicht zwangsweise kostenpflichtige Produkte. Der Veranstalter, für den ich fotografiere, würde sich keinen professionellen Konzertfotografen leisten. Ebenso kenne ich persönlich einige Bands, die bisher nur von Freunden fotografiert worden sind, aber denen ein professionelles Bandshooting einfach zu teuer wäre.
    Es ist vergleichbar mit der Rechnung der Musikindustrie, dass jeder illegale Download einer nicht verkauften Platte gleichkommt. Nicht für alles, was ich gratis haben kann, würde ich in umgekehrter Weise auch zahlen.

    Die Zeiten, in denen professionelle Fotografen sich allein durch ihre Ausrüstung vom Hobbykniper unterschieden haben sind vorbei. Sie sind nicht das einzige Berufsfeld, dem es so ergeht (siehe auch das Feld Grafik-Design-Druck). Wer nun seinen Vorteil einzig auf technische Parameter und nicht auf offensichtliche Qualität gesetzt hat, steht jetzt unter Druck.

  24. Ich sehe das Ganze aus einer anderen Perspektive. Natürlich _darf_ man Fotos kostenlos abgeben. Aber meiner Meinung nach sollte man sich immer kritisch die Frage stellen ob das sinnvoll ist.

    Klar, unter bestimmten Bedingungen kann es wirklich sinnvoll sein auch mal „umsonst“ zu arbeiten und gerade am Anfang wird man auch nicht weit kommen, wenn man sofort zu Kasse bittet. Aber gerade wenn man Konzerte fotografiert sollte man eines immer im Sinn haben:
    Konzerte sind Big Business!
    Mittlerweile macht die Musikindustrie mehr Kohle mit Tourneen als mit Plattenverkäufen. Das war bis vor wenigen Jahren noch anders rum und bis auf sehr wenige Ausnahmen (Benefizkonzerte z.B.) wird richtig Umsatz gemacht. Glaubt ihr nicht? Rechnet doch mal nach. Angenommen Band XYZ füllt eine Halle mit 5000 Menschen von denen jeder eine Karte für sagen wir 40 Euro gekauft hat. Das macht nach Adam Riese: 200.000 Euro Umsatz an einem Abend. Klar, Umsatz ist nicht gleich Gewinn, aber das Geld landet ja irgendwo und genau da ist der springende Punkt. An einem Konzertabend verdienen jede Menge Leute: Die Band, das Management, die Roadies, die Barleute, die Menschen an der Kasse, die Sanitäter, die Promoter und so weiter und so fort.
    Warum sollte ich also meine Arbeitskraft in den Dienst einer solchen Unternehmung stellen, ohne ein Stück vom Kuchen abzukriegen?

    Für bestimmte Konzerte und z.B. sehr kleine Studendenbands mag das nicht gelten. Aber meiner Meinung nach sind die Fälle selten. Selbst der Straßenmusikant verdient Geld und steht wegen des Geldes in der Fußgägnerzone.
    Wirkliches Non-profit ist in der Musik sehr sehr selten.

  25. Tja, dann muss er halt bessere Qualität abliefern als die kostenlosen Fotografen. Falls er das nicht schafft, hat er seinen Beruf verfehlt. Es lernt ja heute auch keiner mehr Schmied außer Leuten, die das wirklich beherrschen und damit Dinge schaffen, die die „Maschine“ (noch) nicht kann.

  26. Kurze Anekdote am Abend nach einer « Großveranstaltung » :
    – Hauke. Wir waren mit 25 Kollegen an ein und derselben Stelle.
    – Jo.
    – Warum sehen deine Bilder so verdammt anders aus ?

    Fragen, Kienzle ? Weitermachen.

    H

  27. Man kann das ganze auch mal umdrehen. Wie viele Profis gibt es, die schlechte Arbeiten abliefern? Soll man denen auch die Kamera abnehmen…

    Natürlich darf man auch hier nicht pauschalisieren! Aber es gibt immer zwei Seiten der Medaille und man sollte sich lieber auf seine eigene Kunst konzentrieren und daran arbeiten diese zu verbessern als sich über andere zu beschweren, auch wenns schwer fällt ( I know ;-) )

    just my 2 cents

  28. Die Frage ist aber ja auch wo „umsonst“ oder eben besser „kostenlos“ anfängt. Für einen Berufsfotografen mit Sicherheit erst da, wo ein Honorar für die Bilder bezahlt wird, denn zumeist ist das ja der Grund seines Kommens. Bei den hier genannten Amateuren kommt aber ja oft auch etwas ganz anders hinzu, nämlich, dass sie meist die Bands fotografieren, die sie sowieso gerne sehen würden. Und da fängt die Entlohnung dann eigentlich auch schon beim kostenlosen Einlass im Rahmen der Akkreditierung an. Und gerade am Anfang sind die meisten dann froh, wenn sie zusätzlich noch Anerkennung in Form von Lob, aber auch durch Anfragen nach weiteren Verwendungen bekommen. Mit der Zeit findet da sicher auch ein Denkprozess statt und man kann sich eher in die Denkweise des Berufsfotografen reinversetzen, zumal es sich ja um ein recht teures Hobby handelt. Vielen ist vermutlich aber auch garnicht bewusst, dass bzw wieviel Geld sich hiermit machen lassen würde, denn mit solchen Angaben halten sich Berufsfotografen (zum Teil verständlich) ja gerne zurück und der „Amateurfotograf“ weiss vielleicht auch garnicht wie er in eine Agentur etc reinkommt bzw hat auch garnicht die Zeit/Lust sich in Matreien wie „Bilderrechte“ etc einzuarbeiten. Letztere bestehen natürlich auch bei einer kostenlosen Weitergabe, aber das wird dann ja gerne „vernachlässigt“ ;)

  29. Wenn ein „Berufsfotograf“ dem Kunden im Vergleich zum kostenlosen oder billiger arbeitendem Amateur keinen Mehrwert anbieten kann, dann hat der „Profi“ ein grundlegendes Problem. Dann ist er nämlich dem Markt nicht mehr gewachsen und dann sollte er sein Geschäftsmodell überprüfen.

    Aber auch für Amateure gilt: sich dauerhaft unter Wert zu verkaufen schadet dem Wettbewerber genauso wie dem Billiganbieter selbst. Wenn dieser sich dann irgendwann entschließt semi-professionell oder professionell arbeiten zu wollen, dann hat er sich den eigenen Markt vermurkst.

    Für den oben zitierten Text von Salesch kann man eigentlich nur sagen: don’t feed the trolls. Fast alle Kommentare in diesem Thread sind deutlich ausgewogener und besonnener – so wie es sein sollte.

  30. Wirklich interessante Diskussion, ohne Frage. Aber diese Aussage kann ich so auch nicht stehen lassen, das muss man einfach differenzierter betrachten, ist es eine kleine Band, die einen Clubgig veranstaltet, ist es ein Topact in einer großen Halle. Und vor allem für WEN sind denn die kostenlos zur Verfügung gestellten Fotos? Ich fotografiere desöfteren für ein kleines Stadt-Rockmagazin, diese Magazine haben einfach nicht das Budget, sich teure Berufsfotografen zu leisten.

    Vor allem aber sollte man sich von einer Sache verabschieden: nur weil einer damit seinen Lebensunterhalt bestreitet macht er noch lange keine besseren Bilder! Viele, die sich selbst als „Berufsfotografen“ titulieren und sich bei großen Konzerten 3 Songs lang im Bühnengraben tummeln, haben keinerlei Gespür für die Musik, die Band oder das Livefeeling. Und entsprechend emotionslose Fotos kommen da dann auch dabei heraus…

  31. Ist es hier nicht wie in jedem anderen Business auch? Der Markt ändert sich und entweder passt sich der Unternehmer (hier Fotograf) an oder er wird aus dem Markt gedrängt. Wenn genügend Anbieter bereit sind, ein Produkt zu einem tieferen Preis (bis hin zu kostenlos) anzubieten, wird sich der Marktpreis ebenso nach unten bewegen. Das ist simples Angebot-Nachfrage-Gesetz. Im Extremfall wird dann niemand mehr bereit sein, etwas für ein Produkt zu bezahlen. Der Fotograf kann somit keinen Profit mehr mit seinen Fotos machen und muss sich entweder andersweitig betätigen oder seine (kostenlosen) Fotos mit Serviceleistungen aufwerten. Wer sich nicht anpasst, wird verdrängt. Übrigens gab es früher kostenpflichtige Webbrowser (Opera) – heute würde wohl niemand mehr daran denken, für Firefox und Co. zu bezahlen. Eben weil sie alle Leistungen bringen, die professionelle (im Sinne von kostenpflichtige) auch erbringen kann. Opera finanziert sich heute anders – hätten sie nur gejammert, würde es heute einen Browser weniger geben…

  32. Hm… Es gibt aber auch Zahl reiche Veranstalter, welche sich einen Dreck um das Urheberrecht kümmern.
    Du hat deine speicherkarte abzuliefern, bei den Jungs.
    Ich selber bin neu im Geschäft und mache konzertfotos. Kann sie zwar günstiger anbieten aber nicht umsonst.
    Weil ich denke das mir auch der gute Kontakt zu den Kollegen wichtig ist, die mit mir im Wettbewerb stehen.

  33. Ich sehe es so: In den ersten Jahren wird man zwangsläufig kostenlos arbeiten müssen, um an Referenzen zu kommen. Das fängt bei kleinen Konzerten und Festivals an. Sobald man seine Fotos veröffentlicht und die Qualität für jedermann sichtbar wird, kann man auch Geld verlangen. Vor allem, wenn es sich um größere Konzerte, Festivals oder bekannte Bands handelt. Außerdem verkaufe ich ja selten nur die Fotos, sondern meist auch die Nutzungsrechte. Diese (für Werbung, Veröffentlichung usw.) kostenlos anzubieten, erscheint mir sehr töricht und macht professionellen Fotografen wirklich das Geschäft kaputt. Leider geben sich viele Bands/Konzertveranstalter mit qualitativ mittelmäßigen Aufnahmen von Hobbyknipsern zufrieden und sind froh, wenn sie deren Aufnahmen füre (Werbe)Zwecke kostenlos nutzen können. An dieser Entwicklung hat aber auch dei „Geiz-ist-geil“ Mentalität in Deutschland einen enormen Anteil.

    • Genauso sehe ich das auch! Ähnliche Probleme gibt es ja beispielsweise in der Sportfotografie – so habe ich das zumindest vor längerer Zeit mal in einem Artikel gelesen. Zwar macht ein Profi-Sportfotograf i.d.R. die deutlich besseren Sportfotos z.B. in der Fußballbundesliga,
      aber es sind dann die Zeitungen die sich mit einem qualitativ um Welten schlechteren Bild zufrieden geben, wenn der Preis entsprechend günstiger ist. Und mal ehrlich: den meisten Lesern ist das anscheinen egal. Sonst würden die ja reagieren und die Zeitung mit den besseren Bildern kaufen!
      So schrumpft der Markt für Profifotographen natürlich schnell zusammen, und nur noch eine kleine Gruppe kann sich mit Qualitativ hochwertigen Bildern ihren Lebensunterhalt verdienen.
      Aber was soll ich sagen: ich bin aufgewachsen in einer alten Kohlestadt, die letzte Kohlemine des Aachener Reviers hatte im Vergleich zu vielen andere Zechen Deutschlands in den Neunziger Jahren immer noch eine „schwarze Null“ in der Bilanz als sie geschlossen wurde. Hier gab es die qualitativ hochwertigste Kohle auf dem deutschen Markt… die aber aufgrund ihres hohen Preises nicht mehr nachgefragt wurde. Und tschüß. 3000 Kumpel ohne Arbeit…
      Irgendwie scheint das ein Muster zu haben.

      Ich als aufstrebender Hobby-Fotograf freue mich aber, wenn ich aufstrebenden Musikbands meine Fotos zur Verfügung stellen kann. Kostenlos oder gegen ein Dankeschön – das kommt immer auf die beiden Partner an!

  34. Werden wir nicht alle professionelle Fotografen sein, wenn Handy-Apps hochwertige Raws fotografieren und wir uns freuen für ’n gezeigtes Foto die Bild-App ’n Monat umsonst benutzen zu dürfen?

  35. Habe 10 Jahre lang für Musikzeitschriften Konzerte von Phil Collins bis zu den Stones fotografiert, habe da nie einen Amateur im Fotografengraben getroffen.
    Wenn ein Künstler einmal ein gewisses Niveau hat, dann spielen Amateure keine große Rolle mehr. Nicht wegen der Qualität der Bilder, die kann evt. genauso gut wie die des „Profis“ sein, sondern wegen Zuverlässigkeit, Erfahrung und Verfügbarkeit, um nur einige Punkte zu nennen, denn was macht der Nichtprofi, wenn Du kurzfristig für deinen Kunden am nächtsten Vormittag zu einer Besprechung oder einem ergänzenden Termin (Interview etc.) kommen sollst und du hast gerade keine Zeit, weil Du in der Schule oder in der Arbeit bist?
    Wenn die Bands selber kein großes Geld haben, dann ist es doch ok, dass du bei Ihnen übst und dabei gute Bilder für wenig oder nichts zur Verfügung stellst, so kann man miteinander wachsen. Ab einem gewissen Niveau der Künstler spielen Amateure keine Rolle mehr oder meinst Du Lady Gaga gibt ihr nächstes Plattencover einem guten Amateur, weil der umsonst arbeitet, weiß wie seine Kamera funktioniert, aber ansonsten keine Ahnung vom business hat?

  36. Die Frage sollte man den Leute stellen, die die Fotos umsonst haben wollen.

    Es gibt heutzutage beispielsweise Eier aus Massen/Käfighaltung und Eier aus Freilandhaltung. Letztendlich entscheidet der Käufer, was er will, und bestimmt damit den Markt.
    Es ist eine Gewissensfrage. Bin ich fair und unterstütze etwas oder beute ich alles aus was geht … ?

  37. Ich gehöre zu denen, denen Salesch die Kamera wegnehmen möchte, sprich ich fotografiere Konzerte ohne dafür Geld oder andere Gegenleistungen zu verlangen, und zwar einfach deshalb, weil es mir Spaß macht. Dazu mehrere Dinge.

    1. Jemand schrieb oben, dass man dann ja gleich ehrenamtliche Arbeit verbieten könnte, schadet ja den Hauptamtlichen. Die Aussage ist übertrieben, ohne Ehrenamtliche würde es viele Einrichtungen nicht geben. Aber beim Thema Zivis wird das ja immer wieder diskutiert, dass dadurch normal bezahlte Arbeitsplätze verloren gehen. Zu dem Thema also bitte woanders diskutieren.

    2. Die persönliche Sache, auch schon mehrfach genannt. Was kann ich dafür, dass sich meine Hobbys mit seinem Beruf überschneiden? Ich programmiere auch und stelle Software als OpenSource zur Verfügung, da weinen bestimmt auch irgendwo ganz viele Berufsprogrammierer. Nicht.

    3. Die Art der fotografierten Events. Schön wär’s, wenn ich ihm einfach seine Arbeit wegnehmen könnte. Aber Tatsache ist doch, dass ich mit meiner Spiegelreflex meistens gar nicht reinkomme, und dass iPhones mittlerweile auch brauchbare Bilder machen können, ist wieder ein anderes Thema (bei dem das Bildrauschen ausreichen sollte, trotzdem die SLR vorzuziehen).

    Ich fotografiere vor allem Konzerte von Bands, die sich keinen Profifotografen leisten können, und solche, bei denen man offiziell fotografieren darf – dort wird vermutlich kein bezahlter Profifotograf gebucht sein. Und den Rest darf ich wie gesagt meistens eh nicht.

    4. Der Ort von dem aus fotografiert wird. Es wurden schon Bühne und Backstage angesprochen. So weit muss man gar nicht gehen. Die meisten Auftragsfotos werden vom Graben aus gemacht, sofern vorhanden, sonst VIP-Plätze, bis auf wenige Ausnahmen, die dann meist bei kleineren Events sind, wo vermutlich eh nicht so viel Geld zu holen ist. Da komme ich als nicht beauftragter Fotograf nicht rein, also fotografiere ich vom Publikum aus. Dadurch entstehen ganz andere Fotos, sowohl qualitativ als auch inhaltlich.

    Die Aussage betrifft sicher das ein oder andere diskutierte Thema, ist aber an sich absolut unhaltbar. Und ich persönlich sehe mich wegen der genannten Punkte auch gar nicht als Konkurrenz an.

  38. Meine „semi-professionellen“ Fotos gebe ich allen, die sie haben möchten, für „umsonst“. Dafür bekomme ich meist freien Eintritt und oft sogar gratis Speis und Trank. Allerdings verdiene ich mein Geld nicht mit Fotografie.

  39. Bei solchen Kommentaren möchte ich am liebsten immer sagen: Heul doch.

    1.) Ja, es gibt wohl tatsächlich Spinner, die ihre Werke kostenlos zur Verfügung stellen. Oft sehen die auch so aus. Aber ich mache einen riesen Unterschied zwischen denen, die ihre Bilder zur Ansicht kostenlos zur Verfügung stellen, ohne dass daraus irgendwelche Rechte für den „Beschenkten“ daraus erwirken und denen, die tatsächlich kostenlos Rechte zur Veröffentlichung geben. Das zweite ist absolut indiskutabel und jeder, der so ein Angebot einfordert oder annimmt, handelt unethisch.
    2.) Sollte mal jemand mich fragen, ob ich für ihn kostenlos arbeite, lache ich ihn dann auch mal aus, sollte er davon einen wirtschaftlichen Vorteil erwarten.
    3.) Diejenigen, die darüber heulen (ja, es ist nichts anderes als geheule), dass angeblich durch Menschen, die kostenlos arbeiten, ihr Geschäft kaputt gemacht wird, die müssen sich darüber Gedanken machen, warum sie ihren Beruf ausüben, und ob ihre Produkte es wert sind, gekauft zu werden. Denn wenn man durch sein Produkt nicht überzeugen kann, dann liegt der Schluss nahe, dass man auch nicht hinter seinem Produkt steht.

  40. Meiner Meinung nach ist das völlig okay.
    Jeder darf selbst den Preis für seine Arbeit festlegen und ich finde es zudem gut Kunst/Bildmaterial oder wie man es nennen mag den Menschen zugänglich zu machen, auch ohne Geld.
    Und nur weil jemand seine Bilder „verschenkt“ heißt es doch nicht, dass die anderen Fotografen nichts mehr verdienen? Wer gute Arbeit liefert wird es auch so schaffen, Geld damit zu verdienen.

  41. Wenn ein Amateur seine Fotos kostenlos weggibt, ist das schon ok. Allerdings wird er so auch nicht als Profi anerkannt. Nicht ok. ist, wenn Jemand ein sicheres Einkommen hat und er nebenbei Fotos zu Dumpingpreisen verkauft, weil er nicht auf eine angemessene Honorierung angewiesen ist. Leider ist das aber zum Teil der Fall. Als Profifotograf muß man diese Realität anerkennen und sich ein anderes Feld suchen. In Köln sagt man (übersetzt): „Was nichts kostet, ist auch nichts“. Kunden, die nichts für Fotos zahlen wollen, können den Wert von Fotos nicht einschätzen. Andersherum: Erfolgreiche „große“ Firmen wissen, weshalb sie „teure“ Profis beauftragen. Den Status einer Firma erkennt man am schnellsten anhand der Qualität der Fotografie, mit der sie für ihre PR und Werbung arbeitet. Profis arbeiten nur mit Profis. Eine kleine Band, die auf kostenlose Fotos angewiesen ist, wird keinen Profi beauftragen, es sei denn, sie möchte als Profiband erkannt werden. So gesehen ist ein Amateurfotograf auch keine Konkurrenz für den Profi. Ich habe anfangs, noch mit Film, auch sehr gerne Bühnenfotografie gemacht. Vor allem Tanztheater. Aber selbst beim ersten Einsatz, freie Arbeit ohne Auftrag, habe ich kein Bild kostenlos weggegeben. Wenn man als Profi anerkannt werden möchte, sollte man möglichst niemals Fotos, bzw. Nutzungsrechte, verschenken. Den Fehler habe ich einmal gemacht. Ich habe einen Messestand fotografiert für den Messedesigner, der mich auch bezahlt hat. Die Firma an diesem Stand wollte dann einige Fotos auch für sich nutzen, allerdings kostenlos, mit dem Versprechen: „Wir melden uns dann beim nächsten Auftrag“. Da kam natürlich nie was. Den Fehler mache ich nicht mehr. Auf Kunden, die nichts oder schlecht bezahlen wollen, sollte man verzichten. „Unterscheide dich durch Individualität oder stirb mit dem Preis“. Wer als Fotograf heutzutage nur über den (geringsten) Preis Aufträge bekommen möchte, hat keine Chance, zu überleben. Es macht also wenig Sinn, sich über Amateure zu ärgern. Meine Meinung.

  42. Ich bin ganz Salesch’s Meinung. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und jede kommerziell verwertbare Fotografie darin einschließen. Heute meint ja jeder, fotografieren zu können. Und die digitale Fotografie macht es ja auch jedem leicht bei Hochzeiten, jede Art von Events, Produkt-, Portrait- und sonstiger Fotografie ein paar nette Schnappschüsse aufnehmen zu können. Kost‘ ja nix. Dass Fotografen/Fotografinnen, die ihr Handwerk gelernt haben, dabei die Grätsche machen und sich nach einem neuen Job umschauen können interessiert dabei niemanden. Es ist eben wie überall: Das eigene Ego steht über allem.
    Henry

  43. Ich hinterlass mal auch mein Senf dazu.

    Für lau bekommt man bei mir, nur die Bilder worauf ich Lust habe.
    Mir ist frei erlaubt, Wie ich es mache, Wann ich es tu und in welcher Quantität und Qualität, Hauptsache in A3 Druckbar.

    Man sollte sich generell erst im Vorfeld erkundigen,
    Wem man seine Bilder anbietet.

    Wer dann demnach, Dumm genug ist sich ausbeuten zulassen,
    der hat halt kein Gespür vom Geld eintreiben.

    Aber wenn man einer Zeitschrift o.ä. die Bilder zu Verfügung stellt.
    Die dann auch noch kostenlos zu haben ist, und nur durch Werbung die Kohle für die Druckerei und Co auftreibt. Ab da, sollte jeder die Fresse halten.

    Jammern tuen doch alle!

    Aber das dann als seine Existenz bedroht zu fühlen, ist schlicht weg, erbärmlich.
    Das ist wie Bäcker backt nur eine Sorte Brot!
    Seine Überlebenschancen stehen somit bei Null,
    da Penny die bessere Preis/Leistung im Sortiment anbietet.

    Doch an Konsequente Lösungswege suchen, sind ’se alle zu FAUL!

    Wo steckt da die Kreativität?
    Wenn natürlich jeder Berufsfotograf sein Wissen aus seinem Schul-Kompendium anwendet, dem hab ich dann nichts mehr nachzureichen, da dieses Wissen schon Uralt ist. Da braucht man doch nur in einem Buchladen oder so rein zu schnuppern.

    Ein Profi ist dazu verpflichtet seinem Anbieter aufzuklären weshalb er für seine Bilder bezahlen musst.
    Und wenn dies scheitert, dann muss er halt eben sein Abnehmer von der Liste streichen und dies nicht an andere Schieben. Der Mensch ist nun mal GEIZIG.

    Und wenn alles scheitert, dann frag ich mich, wie er überhaupt überleben konnte.

    Journalistmus hatte seine Blütezeit gehabt, die Früchte sind abgefallen und jetzt fängt der Winter an. Nörgeln gehört dazu, dito.

    Das einzige was mich stört sind die Hoffnungslosen Fotokamera Besitzer die eine akkreditierung bekommen, obwohl sie noch nicht mal richtig fotografieren können. Und dann sich beklagen wenn ich mal im Weg stehe und dann mir einen auf dreschen, dass wir sonst alle von der Bühne fliegen. ETC. Ich mag’s nicht gestört zu werden, bei meiner Motiv suche.

  44. Aus Prinzip darüber, dass er anscheinend der deutschen Sprache nicht mächtig ist, oder das „den“ ist ein Tippfehler, würde ich ja widersprechen ;) … aber das Prinzip kenne ich aus meiner Branche auch. Mit Design´s ist es ähnlich … heikles Thema und ich würde sagen, man kann das nicht verallgemeinern. Aus wirtschaftlicher Sicht hat er wohl recht… oder sagen wir eher aus kapitalistischer? Aus philosophischer liegt er ganz daneben, denn es ist wohl eher eine Freiheit, was man mit gewissen Dingen tut. Und moralisch prallen dann aber 2 Universen aufeinander.

  45. So, nach den ganzen Kommentaren weiß man nun, dass min. 90% keine prof. Konzertfotografen sind, geschweige denn, überhaupt nur ansatzweise von der Fotografie leben. Warum halten die sich dann eigentlich nicht geschlossen?
    Die selben Möchtegern-Experten hier, stellen in div. Foren permanent Fragen wie… „was kann ich für die Fotos oder den Auftrag nehmen“ ?

    Ich finde es auch sehr lustig, dass hier Herr Stefan G. schreibt und sich dann hier in einem Interview zum Thema Sportfotografie darüber wundert, dass er für ein Foto genau so viel oder weniger bekommt, wie vor 20 Jahren. Die Welt ist eben nicht so einfach, wie die schwarz/weiß Erklärungen im Kindergarten. Natürlich wirkt es sich aus, wenn jemand für seine Arbeit keine Bezahlung verlangt („umsonst“ und „kostenlos“ gibt es beides nicht. Irgendeiner muß immer für irgendwas aufkommen) !
    Denn das Hauptproblem ist, dass die „Profis“ nicht bei den Preisen bleiben, die sie verlangen müssten, sondern sich dem Preisdruck hingeben.
    Journalistisch brauch man sich doch nicht vormachen… mit dem J. geht es seit Jahren abwärts und der Markt ist tot.
    Ich kenne nur wenig Leute, die gerade im Bereich der Konzertfotografie zehn Jahre und länger konstant dabei sind.

    Was Auftragsarbeiten angeht: An alle „Superschlauen“ die meinen, für ein warmes Bier und freien Eintritt oder für zwei, drei Euro und Namensnennung wird das was mit der Karriere: VERGESST ES !
    Die „Lohnspirale“ dreht sich nur nach unten und sonst in keine Richtung !
    Es int. keine Sau, wie der Fotograf heisst und darüber wird es auch kaum Aufträge in diese Branchen geben. Die gibt es nur mit persönlichen Kontakten und der Weg dahin, ist lange und weder als Hobbyfotografie noch als nebenberuflicher Fotograf in annehmbarer Zeit zu packen.

  46. Danach zu schreien, dass mein Job per Gesetz gesichert wird – das ist schon hart. Seit Ewigkeiten sterben Berufe aus und neue Berufe entstehen.

    Aus meinem eigenen Job kenne ich nur, dass wir z.B. für Messen grunsätzlich auch einen eigenen Fotografen beauftragen – obwohl sicherlich genug Mitarbeiter da sind, die nebenher ein paar Schnappschüsse für die Unterlagen machen könnten. Davon hat man eine berechenbare, garantierte Leistung, die neben den anderen Kosten für so eine Standgestaltung auch wirklich eher klein sind.

    Sich bei einem Konzert darauf zu verlassen, dass die „Crowd“ schon eindrucksvolle Bilder macht, ist ein Glücksspiel. Das kann auch schonmal Totalausfall bedeuten, wenn halt mal rein zufällig niemand Lust hatte, sich auf das Bildermachen zu konzentrieren statt das Konzert zu genießen.

  47. Warum sollen sich nur Personen die von der Konzerfotographie leben dazu äußern dürfen Jens?
    Immerhin geht es ja um den Konflikt zwischen denjenigen die dies als Hobby betreiben und denen die versuchen damit ihr Leben zu finanzieren. Eine der Gruppen aus der Diskussion auszuschließen ist demnach nicht wirklich möglich.

    So jetzt mein Outing: Ich bin weder Berufsfotograph noch fotografiere ich auf Konzerten.

    Ich versteh nicht so ganz warum die gesamte Thematik auf den Bereich der Konzertfotografie eingegrenzt wird (das kann natürlich an meinem Hintergrund liegen…) aber würde nach der von Salesch präsentierten Logik nicht auch Hobby-Fotografen den Landschaftsfotografen und Tierftotografen ihren Lebensunterhalt streitig machen wenn sie irgendwas in unsere Umwelt fotografieren? Naja in den Städten wären es dann die Architekturfotografen…

    Kurzum:
    Wenn ich etwas als Hobby betreibe habe ich in der Regel nicht die Zeit ein bestimmtes Projekt zu bearbeiten die ein Berufsfotograf hat.
    Und diejenigen Berufsfotografieeinsteiger die ihre Bilder umsonst weggeben werden entweder schnell merken das ihnen das nichts bringt (siehe Jens Kommentar z.B.) oder sie werden schlicht niemals davon leben können. Dadurch bräuchten sie einen neuen (anderen) Job und wären keine Berufsfotografen mehr. Oder nicht?

    Daher seh zumindest ich das ganze sehr entspannt. Wenn sich aber weiterhin in der Diskussion herrausstellt das die Hobby-Konzertfotografen den Berufsftotografen die Lebensgrundlage rauben müsste ich ja meine Kamera verschenken. Dann würde ich jedoch unter Umständen die Lebensgrundlage der Fotohändler in Gefahre bringen…Verdammt…

    Den letzten Absatz bitte mit der nötigen Portion Sarkasmus lesen.

    Grüße
    T

  48. Guten Morgen. Vielen Dank für Eure Rückmeldungen und Meinungen. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich die Positionen zum „kostenlosen Angebot“ von Konzertfotos sind und es ist äußerst lehrreich, den Leuten zuzuhören, die schon länger in der Szene sind. Aus allen Kommentaren ein Fazit zu ziehen ist, logischerweise, nicht möglich, aber darum ging es auch nicht. Trotzdem möchte ich ein paar Meinungen/Kommentare kurz reflektieren.

    So fand ich den Kommentar von Johannes aufschlussreich, der argumentativ vor allem auf Erfahrung und Kenntnisstand im Business eingeht – ein weiterer Kommentar von Ctphotodesign tangiert das aus einer anderen Perspektive. Viele haben darüber gesprochen, dass sich der Wettbewerb geändert hat und sich Qualität weiterhin durchsetzen wird, mit der oft genannten Konklusion, dass sich der geneigte Berufsfotograf da eben anpassen muss oder es schwer haben wird.

    Sportfotograf Stefan (den wir hier schon einmal interviewt haben) brachte das ganz gut auf den Punkt mit: „Wer darüber jammert, dass andere ihre Bilder kostenlos abgeben, liefern einfach nicht die Qualität, die benötigt wird, um andere davon zu überzeugen, Geld für Bilder auszugeben.“

    Das man niemandem (aus welchem Grund auch immer) die Kamera wegnehmen kann, versteht sich von selbst, das gilt für Berufsfotografen wie Einsteiger. Hier und da wurde auch genannt, dass der Profi keine Legitimation für gute Bilder ist, jedoch wurde ebenso offengelegt, dass nur der sich durchsetzen kann, der sich über lange Zeit mit Qualität einen Stand erarbeitet, der es ihm erlaubt, Geld dafür zu verlangen.

    Ich selbst finde Eure Kommentare eine gute Referenz dafür, wie verschieden hier die Blickwinkel auf ein und dieselbe Sache sind. Meine Meinung hierzu deckt sich mit der Vielzahl derer, die ich genannt habe, wobei ich selbst nur für die Hochzeitsfotografie sprechen kann, bei der es ähnliche Positionen & Differenzen zur Thematik Konkurrenz/Preisdumping/Qualität gibt.

    Dass Veränderung manchmal hart, unbequem und der Konkurrenzkampf hoch ist, kann ich verstehen – und das Internet hat hier die Wahrnehmung universeller gestaltet, als noch vor zwanzig Jahren. Den Kopf in den Sand zu stecken scheint mir jedoch der destruktivste Ansatz von allen zu sein.

  49. Es wurden schon so viele Argumente genannt.

    Meine Erfahrung ist, dass eine Amateur (ich) dem Profi vielleicht es nicht mehr so leicht macht, aber ein Amateur (ich) hinsichtlich Zuverlässigkeit, Routine und Professionalität nicht das Wasser reichen kann.

    Ich mag gar nicht überall und immer. Ich will mir die Motive aussuchen. Es meine Zeit, meine Energie und mein Geld das ich investiere: Da entscheide ich, ob ich überhaupt das fotografieren will und da entscheide ich, ob ich meine Bilder verkaufe (nein) oder herschenke (ja). Da freue ich, mich auch wiederum, wenn die Bilder begeistern.

    Überall wo es professionell zu geht, da hat ein Amateur (ich) gar keine Chance, da dürfen nur Profis arbeiten. Und wenn der pro bono arbeitet, dann soll er es tun. Wenn ich pro bono arbiete, dann ist es meine Sache.

    Ich durfte zwei Mal bei einer größeren Tanzaufführung und einmal bei einem Musical fotografieren. Und ich habe bis dato keinen Berufsfotografen verträngt. Sie haben ganz andere Bilder gemacht als ich: Verkäuflichere, mehr für die Masse geeignet. Meine waren, wie mir gesagt wurde, stimmungsvoller und energiegeladener, aber auch nicht so massentauglich. Es war jedes Mal ein angenehmes Nebeneinander. Auch habe ich trotz meiner Porträtbilder noch kein Bewerbungsfoto ersetzt…

    Auch arbeiten Anwälte und Agenturen pro bono… Wenn ein Veranstalter sein Hausrecht wahrnimmt und keine Fotografierenden neben seinen zu lässt, dann ist das ganz seine Sache und okay.

    Wenn aber allgemein gegen kostenfreie Leistung wettert, finde ich es traurig, da man gleich auch jegliche ehrenamtliche Arbeit, Hilfsbereitschaft und bedingenslose Teilnahme verbieten könnte und durch kostenpflichtige Dienstleistungen zwangsersetzen müsste. Der nächste Schritt ist ein Mindestpreis für eine Dienstleistung vorzuschreiben, damit keine günstigen Angebote den „freien“ Markt verderben. Und so weiter.

    Es ist klar, dass die leichte Verfügbarkeit von Kameras das Leben eines Fotografen nicht leichter gemacht haben. Sie müssen sich mehr anstrengen und abheben: Durch Verfügbarkeit (ich arbeite 40+ und habe nicht immer Zeit und Lust) und Qualität und Rotine (wer 40+ Stunden sich mit Fotografie und Bilder auseinandersetzt, sollte besser sein als ich, der maximal 4-6 Stunden in der Woche Zeit hat, wenn nicht, dann kann ich auch nichts dafür).

    Ich als Programmierer darf mich auch anstrengen: All die bösen Inder… All die bösen OpenSource-Entwickler… ;) Ich habe super nette Inder-Kollegen (auch Romänen, Brasillianer, Chinesen…)! Ich habe OpenSource für unsere kostenpflichtigen Produkte eingesetzt! Ich habe selbst schon OpenSource-Programme entwickelt und gefördert. Aber es stimmt: Es reicht nicht mehr zu sagen, dass man einen PC anschalten kann, um einen Job in der IT-Welt zu bekommen.

    Es wird auch nicht mehr reichen, einen Auslöser zu bedienen, um Geld durch Knipsen zu verdienen (wobei ich mir da nicht ganz sicher bin ;) ), man muss mehr können.

    Durch die Industralisierung hat sich auch viel geändert: Jobs sind ausgestorben und haben sich sehr verringert, andere Jobs wurden geschaffen. Dennoch habe ich den Eindruck, dass die Mehrheit profitiert hat.

    Just my two cents…

    Grüße

  50. „Sportfotograf Stefan (den wir hier schon einmal interviewt haben) brachte das ganz gut auf den Punkt mit: “Wer darüber jammert, dass…“

    Genau, der hat es auf den Punkt gebracht, dass er sich das je nach Lage schön labert!

    „Ein Bild in der Bild Hamburg bringt so 30€ für mich – und die zahlen noch gut. Und das bedeutet: genauso viel wie vor 25 Jahren.“

    So, und das ist eine Entwicklung, weil es das Internet gibt ?
    Totaler Blödsinn !
    Diese Entwicklung kam deshalb zustande, weil „Möchtegernprofis“ zu allen Bedienungen und zu jedem Preis Ihre Fotos abgeben und das auch können, weil sie das nebenbei machen, mal in den Bereich reinschnuppern wollen oder weil sie eben einen anderen Hauptjob machen. Und genau zu dieses Gruppe gehört Stefan. Wie der dazu kommt, überhaupt so großkotzige Statements abzugeben, ist mir ein Rätsel.

    • …. huiiiii !

      Ärgert sich da jemand über die Horden von Microstockbeschickern, die ihre Nutzungsrechte für die berühmten 99 ct im total buy out verscherbeln und damit die Preise auf dem Bildermarkt völlig versaut haben ?

      Dann kann ich nur sagen : Bei Dir läuft irgendwas ganz gewaltig schief.

      H

  51. Eigentlich schade dass es solche Diskussionen überhaupt geben muss. Letztendlich ist es doch so dass wir in einer Gesellschaftsform Leben die ein inspirierendes miteinander erschwert (Und ich bin sicher dass ein Miteinander von Profis und Amateuren für beide Seiten sehr interessant sein kann). Es geht immer nur um Abgrenzung, Neid, Erfolgsdruck oder die Angst ob man kommenden Monat noch seine Miete zahlen kann. Es geht um Wettbewerb anstatt zu sagen „wir lieben es zu fotografieren“. Gebt jedem die Chance und Unterstützung seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

  52. Man kann niemandem seine Freiheiten verbieten, aber die, die ihre Fotos gratis anbieten, sollen auch die zukünftige Konsequenzen ihrer Handlung verinnerlichen. Man kann sehr lange darüber diskutieren und Ausnahmen suchen, aber darum geht es ja nicht, zumindest nicht nur.
    Vor 2 Monaten wurde das Problem im Standard auch thematisiert. Angesprochen war, und meiner Meinung nach da liegt der Wundepunkt:
    1. das Thema des Fortschritts, von dem die Masse profitiert. Die Kameras werden billiger und besser. „Meine Tochter macht heute mit ihrem Mobiltelefon Fotografien, die vor zehn Jahren wochenlange Arbeit bedeutet hätten“.
    2. Die Erscheinung der „Gratismentalität“: „Gratis bei Nennung des
    Fotografen.“ Nach dem Motto: „Es kostet eh nichts.“ Die unverschämten Wünsche kämen auch von Verlagen, die es sich eigentlich leisten könnten, für ein Foto zu zahlen.
    In dieser Zeit ist der Markt zu einem Massenmarkt geworden. Es steht außer Frage, dass sich dieser Beruf im Wandel befindet, und das Umdenken notwendig ist.
    Facit: „Goldene Zeit der Pressefotografie ist definitiv vorbei“.

  53. wie war das?
    „gib mir die weisheit zwischen den Dingen, die zu ändern sind und denen die es nicht sind zu unterscheiden.“
    ich finde die Frage überflüssig.
    ich finde die Antworten überflüssig.
    weil das hier keinen Diskurs anstösst der etwas verändert sondern nur „Verhältnisse“ zementieren soll. Aber das greinen über „die da“ führt in die Sackgasse.
    ich empfehle als sinnvollere Freizeitbeschäftigung: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_feinen_Unterschiede

  54. Was ist denn das besondere am KONZERT-Fotografen? Gälte das Argument nicht für jeden Fotografen, der ein Bild von egal was kostenlos anbietet? Und wer einem Rollstuhlfahrer aus Gefälligkeit über die Strasse hilft, macht der nicht auch den Sozialdienst oder die Gemeindeschwester arbeitslos? Ich denke mal, bei Fotografen wird immer noch die Professionalität entscheiden und wer ein besonders teures Equipment hat nebst guter Ausbildung und Berufserfahrung, der wird allemal auch dann noch einen Erlös erzielen, wenn ein minder gut ausgestatteter und weniger erfahrener neben ihm kostenlos anbietet, oder?

  55. Eher zufällig in dem Thread gelandet wollte ich meinen Senf auch noch loswerden. Freie Nachrichtenfotografie für eine große Agentur macht 80% meiner Arbeit aus und da gehört neben viel Politik eben auch Konzert-, Yellow- und Sportfotografie dazu.

    Ich hab bei keinem der Bereiche Probleme, dass Leute fotografieren und ihre Bilder kostenlos anbieten, da sich die Stärke des Berufsfotografen nicht nur in einem sicheren Ergebnis zeigt (Von jedem Termin zumindest 2-3 gute Bilder zu liefern) sondern auch noch in schnellem Schneiden, Beschriften und Verschicken (Weitere Bildbearbeitung ist in dem Bereich eh nicht erlaubt). Rund 15 Minuten nach Ende des dritten Lieds sind die Bilder bei der Agentur raus und auf dem Weg zum Kunden. Natürlich kann jeder Amateur mal ein besseres Bild bei einem Termin machen, aber der Amateur kann nicht garantieren dass aus jeder Situation was Gutes und Druckbares herauskommt. Von daher mache ich mir keine Sorgen.

    Was mir Sorgen bereitet und mich unheimlich ärgert: Das bei allen drei oben genannten Bereichen zuviele Amateure unterwegs sind, die nicht wissen wie man sich im „Arbeitsbereich“ verhält. Wann man auf seinem Platz bleibt, ob man im Bild steht wann der Fotografenpulk vor oder zurück geht. Da gibt es viele ungeschriebene und eingespielte Regeln, die man einfach nur kennt, wenn man das Tag für Tag macht.

  56. „Bei bestimmten Gruppen in diesem Land hat sich die Vorstellung
    entwickelt, wenn ein Mann oder eine Firma für eine Reihe von Jahren Gewinn aus einem Geschäftsbetrieb gezogen habe, hätten die Regierungen und die Gerichte die Pflicht, einen solchen Gewinn für
    die Zukunft zu garantieren, auch wenn sich die Umstände und das
    öffentliche Interesse ändern. Diese merkwürdige Doktrin wird
    weder vom geschriebenen noch vom überlieferten  Recht gestützt.
    Weder Einzelpersonen noch Gesellschaften steht das Recht zu, vor
    Gericht zu gehen und zu verlangen, dass die Uhr der Geschichte zu
    ihrem privaten Nutzen angehalten oder zurückgestellt werde,“
    Robert A. Heinlein, 1939

  57. Blogartikel dazu: Bewerbungsfotos kostenlos