kwerfeldein
20. Januar 2019 Lesezeit: ~5 Minuten

Alle Augenblicke

  • Jeder kann knipsen. Auch ein Automat. Aber nicht jeder kann beobachten. Photographieren ist nur insofern Kunst, als sich seiner die Kunst des Beobachtens bedient. Beobachten ist ein elementar dichterischer Vorgang. Auch die Wirklichkeit muss geformt werden, will man sie zum Sprechen bringen.Friedrich Dürrenmatt Kraichgau – Blick auf Bauerbach Was will ...
  • “Wir sind geboren, um frei zu seinWir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein”Ton Steine Scherben So vieles gesehen, so vieles erlebt. Ein bunter Reigen großer und kleiner Ereignisse: hier und da in bittersüßem Schwarz-Weiß. Ein Trip auf endlosen Straßen, der dann und wann auch in dunklen Sackgassen enden ...
  • Ein schmaler Weg voller Pfützen. Der Wind bläst bisweilen stürmisch und peitscht den Regen, der in Massen aus dunklen Wolken fällt. Die Tropfen in meinem Gesicht sind kalt.. Gerade noch schien die Sonne und nur einen Moment später droht “die Welt unterzugehen”. Was für Szenen am Himmel! “Ein viel ...
  • “alles was ich machen kann ist, ich selbst zu sein, wer immer das sein mag.”Bob Dylan Wie bin ich zu ihm oder besser: wie ist er zu mir gekommen? Dieser Bob Dylan, dessen Stimme bisweilen so klingt als käme sie “über die Mauern einer Tuberkulose-Anstalt”. Ich sehe mich noch als ...
  • Ich habe dir heute ein paar Blumen nicht gepflückt, um Dir ihr Leben zu schenken Christian Morgenstern 99 Momente des Glücks – Nummer 58 So richtig will der Frühling nicht. Aber wundert`s? Wäre ich er, auch ich würde zögern und zaudern: Hier gibt es nicht viel zu sehen: Ständiges Hin ...
  • Wer fast nichts braucht, hat allesJanosch Tübingen. Kennt ja jeder. Wer noch nicht da war, hat aber wenigstens davon gehört. In der Tagesschau oder so. Was Hölderlin nicht geschafft hat, schaffen ein Virus und Boris Palmer. Auf anderem Niveau versteht sich. Mit Poesie und Lyrik hat das allerdings wenig nichts ...
  • „Materielles, das vor allem identitätspolierend ist, wollte ich nicht mehr. Stattdessen habe ich mich auf das Wesentliche konzentriert: morgens aufstehen und ein Menschenfreund sein.“ Maurice Morell im BRANDEINS 2019 Es sagt sich so leicht. Doch so einfach ist es dann wohl nicht: Ein Freund von Menschen zu sein. Manchmal machen ...
  • Photographieren und Leben, das hängt eng zusammen, ist kaum voneinander zu trennen. Was sich beim einen verändert hat, wirft ein Licht auf das andere. Wim Wenders, “Sofortbilder” Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, einen Teil meiner Fotos regelmäßig ins Leben zu bringen: (M)Einen Blick zurück auf das Jahr, der ...
  • Ein Jahr schon. Das ist mal `ne Nummer. Hätte es mir jemand gesagt, ich hätte ihn ausgelacht. Worte, die vor einem Jahr niemand kannte, sind nun alltäglicher Sprachgebrauch: Inzidenzen, Lockdown, R-Wert, Infektionsrate. Waren wir “früher” alle Fußball-Bundestrainer (wen interessiert heute schon noch diese Kickerelite?) , haben wir den Wandel ...
  • Der Ort spielt eine Rolle wenn man wartet. Er wird zur Bühne, auf der sich alles um einen herum aufreiht und präsentiert. Alles will gesehen werden. Alles drängt ins Licht. Längst Gewohntes und alt Eingesessenes bekommt eine neue Perspektive, eine zweite Chance. Totes wird lebendig. Stumme Dialoge: Bist du ...
  • Neulich las ich irgendwo, dass wir uns inzwischen im Zeitalter des “Wortes” befinden, nachdem wir ein Jahrzehnt und länger im Zeitalter des “Bildes” lebten. Das gesprochene Wort hat dem Artikel zu Folge, das Bild in seiner Bedeutung abgelöst. Aha. Der Autor des Artikels machte seine Aussage vor allem an der ...
  • 99 Momente des Glücks – Nummer 53 Ein kalter Abend im Januar: Draußen pfeift der Wind. Bis vor wenigen Minuten hat es geschneit und tatsächlich bildet der Schnee seit langem mal wieder einen weißen Teppich. Ich habe die letzten Zeilen aus “Homeland Elegien” von Ayad Akhtar gelesen. Der Roman lässt ...
  • Selbstportrait Der Januar und ich, nun ja, wir sind keine großen Freunde. Waren wir nie und werden wir vermutlich niemals sein. Er kommt einfach so lang daher. Pfff, wer braucht schon zu Beginn eines Jahres 31 Tage? 31 Tage, die sich dann so dunkel, matschig und trüb anfühlen? Und im ...
  • Fotografie bietet uns die Versicherung, dass wir nicht vergessen werdenAnnie Leibovitz, im Vorwort zu “Life in Photographs” von Linda McCartney 1991 Als 2017 alles anders wurde (siehe alle Beiträge dieses Blogs mit dem Suchbegriff “Dinge”) und dieses Anderswerden im November 2017 einen Ort bekam, blieben die Mengen an analogen Erinnerungen ...
  • Wir Menschen, wir lieben Zeitlosigkeit. “Zwischen den Jahren” ist so eine Zeit: Es gibt keine Wochentage, keinen Wochenbeginn und auch kein -ende. Wir fühlen und wühlen uns in die Zeit hinein: zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr. Dann wollen wir nicht an Daten, Termine und Uhrzeiten denken. Und niemand soll ...
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