kwerfeldein
20. Januar 2019 Lesezeit: ~5 Minuten

Alle Augenblicke

  • Der Ort spielt eine Rolle wenn man wartet. Er wird zur Bühne, auf der sich alles um einen herum aufreiht und präsentiert. Alles will gesehen werden. Alles drängt ins Licht. Längst Gewohntes und alt Eingesessenes bekommt eine neue Perspektive, eine zweite Chance. Totes wird lebendig. Stumme Dialoge: Bist du ...
  • Neulich las ich irgendwo, dass wir uns inzwischen im Zeitalter des “Wortes” befinden, nachdem wir ein Jahrzehnt und länger im Zeitalter des “Bildes” lebten. Das gesprochene Wort hat dem Artikel zu Folge, das Bild in seiner Bedeutung abgelöst. Aha. Der Autor des Artikels machte seine Aussage vor allem an der ...
  • 99 Momente des Glücks – Nummer 53 Ein kalter Abend im Januar: Draußen pfeift der Wind. Bis vor wenigen Minuten hat es geschneit und tatsächlich bildet der Schnee seit langem mal wieder einen weißen Teppich. Ich habe die letzten Zeilen aus “Homeland Elegien” von Ayad Akhtar gelesen. Der Roman lässt ...
  • Selbstportrait Der Januar und ich, nun ja, wir sind keine großen Freunde. Waren wir nie und werden wir vermutlich niemals sein. Er kommt einfach so lang daher. Pfff, wer braucht schon zu Beginn eines Jahres 31 Tage? 31 Tage, die sich dann so dunkel, matschig und trüb anfühlen? Und im ...
  • Fotografie bietet uns die Versicherung, dass wir nicht vergessen werdenAnnie Leibovitz, im Vorwort zu “Life in Photographs” von Linda McCartney 1991 Als 2017 alles anders wurde (siehe alle Beiträge dieses Blogs mit dem Suchbegriff “Dinge”) und dieses Anderswerden im November 2017 einen Ort bekam, blieben die Mengen an analogen Erinnerungen ...
  • Wir Menschen, wir lieben Zeitlosigkeit. “Zwischen den Jahren” ist so eine Zeit: Es gibt keine Wochentage, keinen Wochenbeginn und auch kein -ende. Wir fühlen und wühlen uns in die Zeit hinein: zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr. Dann wollen wir nicht an Daten, Termine und Uhrzeiten denken. Und niemand soll ...
  • Leute, wir machen keine Fotos: Wir kreieren Content.  – Aha! Instagram ist eine Werbebox vollgestopft mit bunten Bildchen (Content bitte!). Facebook eine stinkende Tüte voller bitterer Galle. Dieses Jahr hat tatsächlich 365 Tage – wenigstens das ist konstant. Seit Monaten jeden Morgen die aktuellen Zahlen. Aber ja: Wir lieben ...
  • Nun, ich lese gerade ein Buch. Eigentlich lese ich immer gerade ein Buch. Doch dieses ist ein Besonderes: “Homeland Elegien” von Ayad Akhtar. Speyer im Teillockdown Darin stieß ich auf folgende Sätze: … Ich kümmerte mich nicht um die Chronologie und legte großen Wert auf Details. Je lebendiger ein Fragment, ...
  • Magst du mir noch was erzählen, bevor du zu Ende gehst…. liebes, von so vielen ungeliebtes, 2020? Oder hältst du besser den Rand? Andererseits: du musst auch nichts sagen. Du hinterlässt auch so ein Mehr als genug an Spuren. Für mich war dieses Jahr – das weiß ich schon gut ...
  • Im November eines Jahres ist der Hund wieder öfters hier, legt sich bräsig, nach kühler Herbstfeuchte riechend, mitten in den Weg und hat jede Menge Bilder im Gepäck. Und dann schaue ich sie mir an, diese Bilder. Minuten- ja, manchmal stundenlang. Und diese Bilder wecken dann wieder andere Bilder in ...
  • Die einzige Drohung, die einem Deutschen Angst einjagt, ist die des sinkenden Umsatzes Heinrich Böll Dieser Böll fällt mir ein, wenn ich mir das sich so träge dahin schleppende 2020 vor Augen führe. Und nun der November: Willkommen Déjà-Vu. Vier Wochen Einkehr. Die bange Frage: Was dann? Ein Freund ...
  • Ich liebe Bücher…. … sie haben das, was uns (mir) im digitalen, durchstrukturierten (und pandemischen) Alltag überall fehlt: Ecken, Kanten, Inhalte und so vieles mehr. Was zwischen zwei Buchdeckeln gepresst ist, hat im besten Fall das Zeug dazu, ein Leben zu verändern…. und öffnet uns die große Welt im ...
  • Brief an Wolfgang Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke Aus “Ansichten eines Clown” von Heinrich Böll Ich gebe es ja zu: Die Idee zu diesem virtuellen Brief ist nach ein paar Gläsern guten Weins entstanden. Also eine weinselige Idee. Sie ergab sich so: Ich saß am Tisch, las ...
  • Weißt du, was Sehen ist? Vermehren. Sehen ist Durchdringen und Vermehren. Oder auch Erfinden. Um dir zu gleichen, musst du dich erfinden, immer wieder, mit jedem Blick. Was erfunden wird, ist verwirklicht.“ Aus “Deutschstunde” von Siegfried Lenz ( Lenz lässt den Maler Max Nansen diese Worte sprechen) Geht man ...
  • Dann also Brandenburg. Ein Wochenende im frühen Herbst, der im Grunde ein später Sommer ist: Es ist heiß. Einmal mit dem Auto quer durch die Republik: Die Gedanken bei der eigenen Geschichte: gerade warst du doch noch klein, und nur einen Moment später hast du mit langen schwarzen Haaren ...
  • 1 2 3


    Die Kommentare dieses Artikels sind geschlossen. ~ Die Redaktion