01. Januar 2021 Lesezeit: ~6 Minuten

Die wichtigsten Fotos der Redaktion 2020

Gestern haben wir Euch gefragt, welches Bild 2020 für Euch das wichtigste war. Heute wollen wir einen kleinen Einblick in die Redaktion geben. Wir alle haben in unsere (für 2020 überwiegend eher schmalen) Archive geschaut und ein Foto ausgewählt. Natürlich verraten wir auch, warum wir uns für genau diese Bilder entschieden haben.

Zwei Einmachgläser, eins gefüllt mit Zitronen, das andere mit Glühbirnen

Monika Luśnia

Das Bild ist Teil des Projekts 7 Tage, das ich mit Nora Hase, Christopher Horne, Dennis Wilhelms, Lenny Lavrut und Marvin Ruppert durchgeführt habe. In einer Woche hatten wir Chantal Wolf zu Gast und sie schlug surrealistische Food-Fotografie als Thema vor.

Ich habe mich nie wirklich mit Food-Fotografie und vor allem nicht mit Surrealismus in der Food-Fotografie beschäftigt, aber es hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich hatte zuhause Zitronen, die ich einlegen wollte, und fing an, mit ihnen zu experimentieren. Und ich liebe das Ergebnis einfach: Die optimistischen Farben und die verrückte Idee dahinter.

Forschungslabor

Christian Ahrens

Dieses Foto habe ich im September 2020 in einer Forschungseinrichtung in Aachen fotografiert. Es war der erste Auftrag für einen Neukunden: eine international führende Organisation für anwendungsorientierte Forschung.

Ich habe das Foto deshalb ausgewählt, weil der Auftrag für mich auch ein Zeichen von Hoffnung und Aufbruch war: Mitten im vermeintlich stillstehenden Corona-Land Deutschland kommt ein Wunschkunde auf mich zu, fragt einen Job an und erteilt den Auftrag! Ein schönes Signal und so kann es in 2021 gern weitergehen!

zwei Personen sitzen in hohem Gras

Katja Kemnitz

Ich habe in diesem Jahr so wenig fotografiert wie noch nie. Auf Instagram habe ich nur elf Fotos veröffentlicht – das ist ein Rekordtief. Aber zumindest eine sehr schöne Session hatte ich: Zu Beginn des Jahres durfte ich eine befreundete Fotografin als Assistentin begleiten. Sie fotografierte die Band Mrs. Greenbird in der Wahner Heide. Die beiden waren so entspannt und am Ende konnte ich auch selbst zur Kamera greifen. Dabei entstand dieses Portrait, das dieses Jahr zu meinen Lieblingsbildern gehört. Und ich habe an dem Tag gleich noch tolle Musik für mich entdeckt.

Ein Mann und ein Hund sitzen auf einer Luftmatratze in einem Zimmer

Christopher Horne

Dieses Bild ist Teil meiner Diplomserie über Menschen und Milieus in Deutschland. Es entstand Anfang 2020, als die weltweite Pandemie noch eine Randnotiz der Tagesschau war. Es gehört zu meinen wichtigsten Fotos des Jahres, weil zu dieser Zeit meine Welt noch eine andere war. Außerdem markiert es als ein zentraler Bestandteil meiner Diplomarbeit meinen Schritt in die professionelle Fotografie und damit in einen neuen Lebensabschnitt.

Makro grüne Pflanzen

Aileen Wessely

Mein Lieblingsbild ist im Grunde ein Symbolbild für unseren Garten, der mir in diesem Jahr so wichtig war. Wahrscheinlich erging es vielen Menschen so, die einen Garten haben, bei mir hatte es allerdings gar nichts mit der Pandemie zu tun, sondern war Zufall.

Wir haben den Garten schon seit zwei, drei Jahren und ich bin teilweise noch hin- und hergerissen, wo ich ihn aktiv gestalten und wo verwildern lassen möchte. Das Jahr begann für mich jedenfalls damit, große Wiesen- und Unkrautflächen umzugraben, um Wildblumenwiesen anzulegen.

Später nahm ich an der Gruppe einer Illustratorin teil, die uns mit monatlichen Themen und täglichen Zeichenaufgaben versorgte, sodass ich viel im Garten zeichnete und Referenzfotos für spätere Studien aufnahm.

Und dann hatte ich vor nun über einem Jahr den ersten Walnusslikör angesetzt, der fabelhaft wurde. So kam es, dass ich mich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein durch Obst, Blüten und Nüsse unseres Gartens arbeitete und alles zu vielen Litern Likör, Sirup und Marmelade verarbeitete.

Ich mag konkret an diesem Bild aber auch die Kombination der Grün- und in den Schatten Rot- und Violetttöne. Sowie die seltsame Unschärfe, die durch digitale Mehrfachbelichtung von mehreren Aufnahmen entstand. Und wenn mir jemand sagen kann, ob das wirklich Waldmeister ist, kann ich in ein paar Monaten an dieser Stelle ernten, um Waldmeisterlikör anzusetzen.

Felswand

Sebastian H. Schroeder

Das Bild zeigt zwei Freunde, mit denen ich im August gemeinsam den Totenkirchl erfolgreich bestiegen habe. Der Berg liegt im Wilden Kaiser, östlich von Kufstein in Tirol. Mit 2.190 Metern Höhe ist er kein Berg, der allein durch seine Größe beeindruckt. Vielmehr ist es die Kombination aus einmaliger Umgebung des Kaisergebirges, des senkrechten Fels mit vielen Routenvarianten und der fantastischen Stripsenjochhütte am Bergfuß, die in den Stein gemeißelt scheint.

Wir hatten uns früh am Morgen auf den Weg gemacht, um die ersten auf der Route zu sein. Verkehr am Berg ist ebenso unnötig wie auf der Straße, manchmal aber deutlich gefährlicher. Steinschlag, fallendes Material oder einfach langsamere Kletterer können über Erfolg oder Abbruch einer anspruchsvollen Klettertour entscheiden.

Das Bild ist von einem sicheren Stand aus aufgenommen, am Ende der dritten Seillänge. Gerade hatte ich die Schlüsselstelle passiert, eine gut 25 Meter lange Traverse, die einzig durch Normalhaken gesichert ist. Das sind Haken, die einem mehr oder weniger spitzen Stück Metall ähneln und im letzten Jahrhundert mit einem Hammer in den Fels gerammt wurden, ehe die Technologie moderner Sicherungsgeräte erfunden war.

Im Moment der Aufnahme wusste mein Körper nicht, wie Adrenalin und Erleichterung zusammenpassen sollten. Allein aus diesem Grund ist es mein Bild des Jahres. Da ist es mir völlig egal, dass ich die Aufnahme „nur“ mit dem iPhone gemacht habe. Denn wie heißt es so schön: Ein Bild ist besser als kein Bild.

Detailaufnahme eines Körpers

Nora Hase

Das Bild ist Teil einer Serie und im ersten Lockdown ebenfalls für das Fotoprojekt 7 Tage entstanden. Ich war es leid, immer nur Fotos lebloser Gegenstände zu machen, also habe ich mich selbst fotografiert. Und wenn, dann richtig. Nämlich nackig.

Wir hoffen, Euch hat unsere Auswahl inspiriert. Bald zeigen wir einige Eurer wichtigsten Fotos von 2020. Noch bis zum 10. Januar könnt Ihr an der Aktion teilnehmen. Wir freuen uns auf Eure Geschichten und Bilder!

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4 Kommentare

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      • Liebe Aileen ! Es sieht aus wie Waldmeister. Dieser duftet allerdings erst typisch wenn er angetrocknet ist . Pflücke etwas davon und erwärme es im Backofen auf 100 Grad . Wenn du dann den Duft nicht riechen kannst ist es KEIN Waldmeister!
        Liebe Grüße von Andrea Epstein-Prins