Ausblick

Schön, dass Du den Weg zur Ansicht der Ausblick-Fotos gefunden hast! Unsere Redaktion sucht jeden Tag ein Foto aus, das jeweils auf der Startseite und in einem eigenen Artikel präsentiert wird. Wenn Du auch ein Foto einreichen möchtest, kannst Du das über die dazugehörige Flickr-Gruppe tun. Dort findest Du beim Beitreten auch alle notwendigen Informationen und Vorgaben. Viel Erfolg!

1. Januar 2015

Foto: Jennifer Wettig


Straße mit Menschen und Feuerwerk.

Fotolinks des Tages

1. Zweiundfünfzig mal 2014

Die amerikanische Huffington Post macht es uns leicht, 2014 noch einmal vorüberziehen zu lassen. Die Redakteurin des Ressorts für Kunst und Kultur, Katherine Brooks sammelte 52 Aufnahmen, die in chronologischer Reihenfolge Ereignisse in aller Welt erfassen. So ist von der Neujahrs-Feier 2013/14 in Frankfurt über die Gay Pride Parade in Stockholm bis hin zu den Protesten in Washington alles dabei. Was im Nachhinein tatsächlich schade ist, bemerkt man leider nur, wenn man genau hinsieht: Keine einzige Fotografin, kein einziger Fotograf wurde genannt. → ansehen

2. Vom Leiden in Gaza City

Wir machen heute eine Ausnahme und verlinken ein Fotoessay aus dem August des letzten Jahres, welches jedoch dieser Tage im Netz erneut besprochen wurde. Es handelt sich dabei um die Erlebnisse einer LA-Times Fotojournalistin, die nach heftigem Bombardement von Gaza City die Zustände der Bewohner erlebte und fotografierte. Es sind bewegende Bilder und Worte, die uns schonungslos die Abgründe des Krieges vor Augen halten. → ansehen

3. Gefährliche Aufnahmen

Selten schafft ein Fotograf in kurzer Zeit so viel zu bewegen, wie Kevin McElvaney. Der in Norddeutschland Geborene lernte vor vier Jahren die Fotografie kennen und dokumentierte in der Zwischenzeit Arbeiter des Computer-Friedhofes Agbogbloshie, Palästinenser im Westjordanland und nun die Tagelöhner am Kawah Ijen, einem Schwefelvulkan in Indonesien. Die Süddeutsche veröffentlichte gestern exklusive Aufnahmen von einem Ort, an den sich nur wenige Menschen trauen, wenn sie nicht durch ihre Armut dazu gezwungen werden. → ansehen

+ Katja Kemnitz berichtete im Mai des letzten Jahres über die oben genannte und Serie McAlvaneys: Agbogbloshie.

31. Dezember 2014

Foto: Michaela Knizova


Eine Frau sitzt in einer düsteren Höhle.

Fotolinks des Tages

1. Fashion mit einer 0.3-Megapixel Kamera

Lara Jade hat es geschafft, sie ist eine angesagte Fashion-Fotografin, deren Bilder einige Magazincover zieren. In Hong Kong stellte sie sich nun nach dem Motto „Der Fotograf macht die Bilder, nicht die Kamera“ einer besonderen Herausforderung. Sie fotografierte drei Outfits eines Designers mit einer 0.3-Megapixel Kamera für Kinder. DigitalRev TV verfolgte sie bei der Aufgabe und hat ein Video zusammengestellt. Die fertigen Aufnahmen werden wohl nie in einem Magazin landen, aber das Video zeigt, wie sich Lara in der fremden Stadt, mit Zeitdruck und stark eingeschränkter Technik schlägt. Mit einer einfachen Kompakten hätte wohl kaum einer einen Unterschied zu anderen Fashion-Fotos gesehen. → ansehen

+ Wer sehen möchte, was Lara mit einer DSLR macht, sollte einen Blick auf ihre Homepage werfen.

2. Ein Stern, der keiner ist

Es passiert selten, doch heute featuren wir ein einziges Foto. Dabei handelt es sich um keine gewöhnliche Aufnahme einer Muschel, die die Fotografin Melanie Huff gefunden hatte. Gegen die Sonne gehalten fielen ihr die besonderen Strukturen der Muschel auf und so entschied sie sich, zu Hause das Objekt zusätzlich mit einer Lampe von hinten zu erhellen. Entstanden ist ein Bild, das beinahe perfekt zu vergangenen Weihnachtszeit passt. → ansehen

3. Fotojournalistischer Rückblick der Agentur VII

Auch die Fotoagentur VII hat 2014 Revue passieren lassen und gibt Einblick in die bedeutendsten Aufnahmen der Fotografen. Darunter befinden sich der nicht unbekannte Marcus Bleasdale, welcher Konflikte zwischen Christen und Muslimen in Zentralafrika dokumentierte, Fotojournalist Ed Kashi, der die tragische Trockenheit in Kaliformieren aufnahm, oder Maciek Nabrdalik, der die Partyszene in Warschau festhielt. Tipp: Nehmt Euch ein bisschen Zeit und zappt nicht über die Bilder drüber – die Erklärungen zu den Fotos geben ihnen meist erst ihren Sinn. → ansehen

30. Dezember 2014

Foto: Sabekr


Bäume im Nebel und zwei Vögel.

Fotolinks des Tages

1. Chaos Computer Club und der Fingerabdruck

Auf der Jahresfeier des Chaos Computer Clubs im Hamburg demonstrierte Jan Krissler, wie einfach es ist, den Fingerabdruck einer Person zu „faken“. Die Person war niemand geringeres als Ursula von der Leyen. Was das mit Fotografie zu tun hat? Möglich gemacht wurde der Hack unter anderem durch Fotos von der Hand der Verteidigungsministerin, die bei einer Pressekonferenz aufgenommen wurden. Krissler meinte, dass Politiker wahrscheinlich „nach dieser Vorstellung Handschuhe in der Öffentlichkeit tragen werden.“ Popular Science berichtet. → ansehen

+ Weiterführende Beobachtungen zum Hack sind bei Discovery News zu finden.

2. Jahresrückblick eines Magnum Fotografen

Für das folgende Interview und die begleitenden Bilder muss man sich Zeit nehmen: Der Magnum Fotograf Moises Saman steht dort Frage und Antwort zu schwierigen Themen, die viele Fotografen, die in Krisengebieten arbeiten beschäftigen. Saman geht unter anderem darauf ein, wie er einen Flugzeugabsturz im Irak überlebte, ob die Fotografie Veränderung unserer Gesellschaft bewirken kann und was er tut, um erlebtes Leid zu verarbeiten. → ansehen

3. Die Väter unserer Kinder

Zun Lee verbrachte seine Kindheit ohne Vater. Diese schmerzhafte Erfahrung verarbeitete er, in dem er Kinder mit ihren Vätern über lange Zeit begleitete und fotografierte. Auf Vimeo gibt es nun ein tiefgehendes und eindrückliches Video, das Lee sowohl bei der Arbeit, als auch über das Konzept sprechend zeigt. → ansehen

+ Für alle, die sich Lees Fotos nochmal in aller Ruhe ansehen wollen: Eine große Auswahl seiner Schwarzweiss-Aufnahmen hat das Emaho Magazine am Start.

29. Dezember 2014

Foto: Jonas Albrecht


© Jonas Albrecht

Fotolinks des Tages

1. Umetikettierte Nikon-Kameras aufgetaucht

Heise Foto berichtet, dass falsche Ware von Nikon im Netz aufgetaucht ist. Falsch in der Hinsicht, dass als D800E getarnte DSLRs im Umlauf sind, die tatsächlich das billigere Model D800 sind. Das Ärgerliche an der Sache ist, dass bei einem Hereinfall auf den Trick auch jegliche Garantie auf das Produkt entfällt. Ob dies zutrifft, kann überprüft werden und Heise Foto hat eine Anleitung dazu parat. → ansehen

2. Foto- und Video-Apps 2014

Da die Best-Of-Listen dieses Jahr merkbar von Fotobüchern dominiert wurden, bieten wir heute eine Alternative: 23 innovative Apps auf The Next Web. Auf fünf Bereiche (Shooting, Editing, Video, Viewers, Desktop) verteilt findet sich so manche Perle, die vielleicht im Trubel des Jahres unterging. Einziger Wermutstropfen: Android- und Windowsprogramme gibt es nahezu keine. → ansehen

+ Damit Android-Nutzer nicht leer ausgehen, verweisen wir auf diesen Artikel für Nutzer des grünen Männchens.
+ Und noch eine Liste mit Foto-Apps für Android (und iOS) gibt es auf Reviewed.

3. Das Jahr des Bulent Kilic

Wie im letzten Ausblick erwähnt, wurde Bulent Kilic zum Wire-Fotografen 2014 ernannt. Der in der Türkei lebende Fotojournalist wurde heute überraschenderweise ein erneut geehrt, denn auch The Guardian hat ihn als Fotografen des Jahres hervorgehoben und 16 seiner bewegenden Aufnahmen präsentiert. Kilic war vor allem bei den Protesten in der Ukraine und der Türkei vor Ort und hat repräsentative Momente festgehalten, die in Magazinen und Zeitungen um die Welt gingen. → ansehen

+ Wer sich nun fragt, was dran ist an dem Fotografen, der für AFP unterwegs ist, kann ihm auf Twitter folgen, dies scheint das Netzwerk seiner Wahl zu sein.

23. Dezember 2014

Foto: Bernd


Ein grüner Wald

Fotolinks des Tages

1. Bulent Kilic zum bestes Wire-Fotografen 2014 ernannt

Was ist ein Wire-Fotograf? Der Begriff, der auch das Wort Telefotografie mit einschließt, beschreibt eine Bildübermittlung per Telegraf, was häufig bei Nachrichten-Agenturen wie der Associated Press genutzt wurde. Somit kann das Wort Wire-Fotograf auch als Nachrichten-Fotograf oder schlicht Fotojournalist übersetzt werden. Das TIME-Magazine hat den aus der Türkei stammenden Bulent Kilic für seine herausragende Arbeit in der Ukraine, beim Grabenunglück in Soma und bei den Konflikten um die Stadt Kobane ausgezeichnet. 22 seiner Aufnahmen werden nun im Telegraph vorgestellt (Achtung: darunter sind auch Bilder, die tote Menschen zeigen). → ansehen

2. Bizarre Verformungen

Was passiert, wenn die Natur über lange Zeit unter härtesten Bedingungen Wind, Schnee und Eis ausgesetzt ist? Der Slowene und „Storm Chaser“ Marko Korosec fand am Berg Javornik (Ost-Slowenien) eine sehr ungewöhnliche Transformation von Bäumen und einen Turm. Der Anblick dieser surreal anmutenden Eis-Schnee-Verformungen erinnert eher an so manchen Science-Fiction-Film, als an „echte“ Natur, wobei aufmerksamen Betrachtern schnell auffallen wird, dass Korosec durch den Einsatz eines Weitwinkel-Objektives die extreme Wirkung offensichtlich verstärkt hat. → ansehen

3. Fotografische Aufnahmen im Kontext des Folter-Berichtes

Dass Fotos nicht nur künstlerische, sondern auch politische Wirkung haben können, lässt sich im aktuellen Fall der ca. 2100 Aufnahmen von US-Gefängnissen in Afghanistan und im Irak mitverfolgen. Zum wiederholten Male hat die Obama-Regierung die Veröffentlichung dieser Aufnahmen, die unter anderem Folter-Szenen dokumentieren, blockiert, weil eine Veröffentlichung neue Gewalt gegen amerikanisches Personal provozieren und auch die Terror-Gruppe ISIS zu neuen Taten bewegen könnte. Der 6400-Seiten-Bericht über Folterungen von Gefängnis-Insassen wurde also (stark auf 500 Seiten gekürzt) zugelassen, die Fotos jedoch nicht. Und das wirft derzeit berechtigterweise viele Fragen auf. Newsweek berichtet. → ansehen

22. Dezember 2014

Foto: Florian Fahlenbock


Weg, der in einen nebligen Wald führt.

Fotolinks des Tages

1. Food-Fotografie vom Feinsten

Yannic Schon und Susann Probst von Kraut-Kopf haben ein leckeres, veganes 3-Gänge-Silvestermenü gezaubert, das pro Gang aus maximal fünf Zutaten besteht. Und weil die Beiden auch Fotografen sind, haben sie die Kostbarkeiten in bester Manier fotografiert, sodass einem schon beim Ansehen das Wasser im Mund zusammenläuft. Fotografisch ebenfalls relevant: Die Zusammensetzung der Zutaten ist farblich aufeinander abgestimmt, sodass nur die Farben schwarz, weiß und gold vorkommen. → ansehen

2. 15% der Negative von Vivian Maier verkauft

Trotz des juristischen Konfliktes um die Urheberrechte der Fotos von Vivan Maier hat ein Galerist namens Stephen Bulger 17,500 Negative, die bisher im Besitz von Jeffrey Goldstein waren, aufgekauft. Einen kurzen Überblick über die bisherigen Geschehnisse und die Gründe für den Verkauf gibt nun dieses Interview mit Bulger, der sich den kritischen Fragen des Magazins stellen muss. Wird dieses Thema jemals ein Ende haben? → ansehen

3. Schwanger und träumend: Eine Foto-Serie

Als die russische Fotografin Jana Romanova bemerkte, dass in ihrem Freundeskreis viele Paare schwanger wurden, hatte sie eine Idee. Sie fragte nach, ob sie die Glücklichen beim Schlafen in ihrem Bett fotografieren dürfe. Und insgesamt 40 sagten zu. So entstand über einen Zeitraum von zwei Jahren eine stille Serie über das Warten auf den Nachwuchs, die auf ähnliche Weise intim ist, wie die Geburt eines Kindes selbst. → ansehen

21. Dezember 2014

Foto: anton fayle


Zwei Kinder hüpfen auf einem Bett.

Fotolinks des Tages

1. Video-Portrait über Andre D. Wagner

Auf Leica Rumors haben wir ein schönes Video-Portrait über den New Yorker Fotografen Andre D. Wagner gefunden. Der Street-Fotograf arbeitet nicht nur mit analogen Medien, er entwickelt seine Filme auch selbst und macht anschließend in der Dunkelkammer aus den vielversprechendsten Bildern Drucke. → ansehen

+ Wer neugierig auf die Arbeiten von Wagner geworden ist, dem empfehlen wir unbedingt einen Blick auf seine Homepage.

2. Eric Kim über die Herausforderungen als Street-Fotograf

Wir bleiben bei Street-Fotografie. Der Fotograf Eric Kim erzählt in diesem Artikel, wie er mit schwierigen Situationen umgeht und wie er mit den Menschen kommuniziert. Zudem gibt er Tipps, wie man selbstbewusster beim Fotografieren wird und macht Mut. Denn in seinem bisherigen Schaffen hat er mehr Autounfälle auf der Straße erlebt als schwierige Situationen mit den Fotografierten. → ansehen

3. Nachrichtenbilder des Jahres

The Boston Globe zeigt das ganze Jahr über großformatige Nachrichtenfotos verschiedener Fotografen zu den wichtigen aktuellen Themen. Zum Ende des Jahres präsentiert das Magazin nun die beeindruckendsten Aufnahmen in mehreren Teilen. Nach jedem Foto folgt eine kurze Erklärung des Bildes. Achtung: Es werden dabei auch Gewalt und Tod gezeigt. → ansehen

+ Hier geht es zu Teil 2 und Teil 3.

20. Dezember 2014

Foto: Johannes Carolus


Mann schwimmt im Wasser. Perspektive von oben.

Fotolinks des Tages

1. Krypto-Fotografie im Aufkommen

Das Wort „Datenverschlüsselung“ ist heutzutage in aller Munde und die Sicherheit der eigenen Privatsphäre ist im Kontext der globalen Überwachung sehr gefragt. So drängt sich die Frage auf, ob Verschlüsselung nicht auch im Bereich der Fototechnik möglich ist. Einem Hacker mit dem Namen „Hickok“ ist es nun gelungen, einen Prototyp zu bauen, indem er Linux-basierte Firmware auf eine Samsung NX3000 spielte, die ein solches Unterfangen zulässt. Damit können nur Menschen, die das eingerichtete Passwort kennen, aufgenommene Fotos einsehen. Gerade im Bereich des investigativen Fotojournalismus kann eine auf diese Weise modifizierte Kamera verhindern, dass Behörden Fotos überprüfen können. Laut Hickok kann die Kamera gestohlen werden, Diebe gehen dabei jedoch leer aus. Ob die frei zum Download stehende Software auch auf anderen Kameras aus der Samsung-Reihe läuft, ist zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt. Dies dürfte nur eine Frage von (sehr) kurzer Zeit sein. → ansehen

+ Hackaday klärt die Frage, ob Fotos ohne Passwort kopiert werden können.

2. Rennomierte Foto-Editoren und Fotografen nennen wichtige Fotobände 2014

Fotobücher waren wohl noch nie so beliebt, wie 2014. Es ist also nicht verwunderlich, dass Best-Of-Listen auch dieses Jahr von Fotobuch-Listen dominiert werden. Die „Vogue Italia“-Fotoabteilung bat Fotografen, Editoren und Künstler, zwischen drei und fünf Fotobücher auszuwählen, die 2014 essentiell waren. Bei den Personen handelt es sich um anerkannte Persönlichkeiten wie den Magnum-Fotografen Peter Van Agtmael, TIME-Foto-Chefredakteur Mikko Takkunen, World-Press-Award-Juror David Campbell und viele andere. Somit erfreut sich diese Liste großer Relevanz und wird manchen Geldbeutel um ein paar Euro erleichtern. Was bei näherer Betrachtung etwas sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass Joel Meyerowitz nur zwei Bücher nennt, und prompt sein eigenes Buch empfiehlt. → ansehen

3. Woher kommt der Weihnachtsschmuck?

Mittlerweile wird wohl ein Großteil unserer Wohnungen mit Weihnachtsschmuck verziert sein. Doch wenn man gerade einen roten Stiefel in der Hand hält, könnte die Frage auftauchen, wo der denn eigentlich herkommt. The Guardian hat recherchiert und ist dem Weihnachtsschmuck auf die Schliche gekommen. 60 % des global genutzten Schmucks wird in einem Ort in China hergestellt, der 600 Firmen beherbergt und in dem hauptsächlich Migranten für 250 bis 380 € pro Monat 12 Stunden am Tag arbeiten. Unter welchen Umständen die Arbeiter produzieren, was wir uns in der Adventszeit an Türen, Fenster und Bäume hängen, und warum wohl mehr Chinesen den Weihnachtsmann als Jesus kennen, darüber informiert dieser ausführliche Artikel, der mit ein paar sehr deutlichen Aufnahmen einen Blick hinter die Kulissen des Weihnachtsfestes zulässt. → ansehen

+ Die chinesische Nachrichtenseite Sina News zeigt viele der vor Ort gemachten Fotos in höherer Auflösung.

19. Dezember 2014

Foto: sinnen


Eine Frau mit Christbaumkugeln auf dem Kopf.

Fotolinks des Tages

1. Dezentrale Fluchtlicht-Impressionen

Was macht eigentlich Flutlicht? „Klar, es beleuchtet ein Fußballstadion.“ Falsch. Es beleuchtet noch viel mehr, nämlich anliegende Nachbarschaften. Christoph Buckstegen hat sich diesem Phänomen angenommen und eine ungewohnte Sicht auf Fußball-Städte dokumentiert. Gerade weil Buckstegen keine erkennbare Bildbearbeitung betreibt, wirkt das surreale Licht umso glaubwürdiger und überzieht die Stadtlandschaften mit einer Art Magie. → ansehen

+ Für Neugierige liegt im Spielmacher-Verlag das zugehörige Fotobuch* bereit, das auch unter dem Christbaumlicht eine gute Figur macht.

2. New York City U-Bahn, 1966

Wer bei Fotos von der New Yorker U-Bahn sofort an Bruce Davidson und seine Blitz-Portraits von Passanten denken muss, kann nun seinen Horizont um Aufnahmen von Danny Lyon erweitern. Dieser war einige Jahre früher dran und das sieht man nicht nur am Kleidungsstil der abgebildeten Menschen, sondern auch an der Tatsache, dass die U-Bahnen noch nicht vollständig „zugetagt“ waren. Da Lyon keinen Blitz benutzte, wirken die Aufnahmen um einiges natürlicher als bei Davidson und bekommen dadurch einen unverwechselbaren Charme. → ansehen

3. Flickr lenkt ein

Vor einem Monat traf Flickr eine Entscheidung, die auf sehr viel Widerstand in der Community stoß und international für Aufregung sorgte: Nutzer sollten Bilder als Prints bestellen können, die unter CC-Lizens standen und nicht direkt zum Verkauf angeboten wurden. Nachdem der Aufschrei nicht abriss, gab Flickr nun bekannt, dass zwar weiterhin Fotos bestellt werden können, nicht mehr aber Fotos, die CC-lizensiert sind. Verkäufe werden rückwirkend vergütet. Es zeigt sich also, dass Flickr (Yahoo) durchaus auf seine Nutzer hört und gegebenenfalls einlenkt. → ansehen

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.

18. Dezember 2014

Foto: Andreas Fusser


Fassade der neuen Messe in Basel.

Fotolinks des Tages

1. Opfer sexueller Übergriffe beim Militär

Als die Fotojournalistin Mary F. Calvert davon las, dass es 2012 beim amerikanischen Militär 26.000 sexuelle Übergriffe gab und nur eins von sieben Opfern diesen Umstand überhaupt meldet, war Calvert von den Zahlen berührt. Sie entschied sich, mit Opfern der Übergriffe ein Foto-Projekt zu machen. Calvert ging zu Anhörungen und lernte darüber Frauen kennen, die unter anderem deshalb, weil sie darüber sprachen, ihren Arbeitsplatz verloren. Frauen, die auch im Nachhinein sehr darunter litten, medikamentenabhängig und depressiv wurden. Unfassbar ist, dass die Webseite der Fotografin an mindestens zwei Air Force One Stützpunkten geblockt ist. → ansehen

2. Über die Gewinner des National Geographic Contests

Blick hinter die Kulissen: Was bewegt die Juroren des National Geographic Contests dazu, ein bestimmtes Bild abzulehnen und wie wird die finale Auswahl der fast 10.000 Fotos gemacht? In einem sehr spannenden und Einsicht gewährenden Video (ca. 5 Minuten) werden die letzten Entscheidungen des Teams transparent gemacht. Doch nicht nur das Video lohnt sich. Im Link findet sich zum Gewinnerbild ein Interview mit Brian Yen, der jede Menge Hintergrund-Informationen zur Bildentstehung preisgibt und erklärt, warum er keine anderen Bilder kommentiert und favorisiert. → ansehen

3. 3. Videoportrait über die junge Fotografin Flora Borsi

Die ungarische Fotografin Flora Borsi haben wir im Magazin bereits mit ihrer Fotoserie „des monstres“ vorgestellt. Die FAZ hat heute ein Video der Deutschen Welle über die junge Künstlerin geteilt. Diese macht bevorzugt Selbstportraits. Leider wird im Video kein Unterschied zwischen Selfies und Selbstportraits gemacht und es werden simple Handyschnappschüsse mit den Kunstwerken von Flora Borsi verglichen. Am Ende landet man bei der Frage, ob junge Menschen zu narzisstisch sind. Insgesamt aber dennoch sehenswert. → ansehen

17. Dezember 2014

Foto: Ladimannskipanni


Winterwunderland II © Ladimannskipanni

Fotolinks des Tages

1. 29 mal Zeitgeschehen

Meist werden Best-Of-Listen ja nach formalen Kategorien editiert, beispielsweise „die besten Sportfotos des Jahres“ oder die Auswahl bezieht sich nur auf Seiten-interne Publikationen. Das TIME-Magazin hat dieses ungeschriebene Gesetz durchbrochen, eine zeitgemäße Fotocommunity herausgesucht und dort nach den bedeutendsten Fotos 2014 geforscht: Instagram. Herausgekommen ist eine großartige Strecke von 29 Aufnahmen, die das Weltgeschehen dokumentierten und somit ganz ohne Nachrichten-Magazin wichtige Ereignisse bekundeten. Vom Euromaidan über eine eritreische Hochzeit in Haifa bis hin zur Dokumentation einer Mutter, die mit ihrem Sohn am Grab ihres erstgeborenen Kindes sitzt, zeigt diese Serie auf, dass Berichterstattung über wichtiges Zeitgeschehen nicht zwingend an eine DSLR gebunden ist. → ansehen

2. Drohnen-Fotografie teuer bestraft

„Warum nicht mal mit einer Drohne fotografieren?“ Diesen Gedanken tragen sicherlich viele Fotobegeisterte mit sich herum und überlegen sich, das doch einfach mal auszuprobieren. Doch hierbei ist Vorsicht geboten, denn so ein Abenteuer kann flugs teuer werden, wie es einem Luftbildfotografen am Dienstag ergangen ist. Besucher eines Festes hatten sich beschwert, da die Drohne recht tief über sie hinweg flog. 1.500 € Strafe musste der Fotograf entlohnen, eine Aufstiegsgenehmigung ist hingegen für 150 € zu haben. Und die Moral von der Geschicht’? Mit Drohnen spaßen lohnt sich nicht. → ansehen

3. Von der Liebe einer Mutter

Der in Norddeutschland geborene Fred Hüning war bisher einer der unbekannteren Namen im Fotografie-Internet, doch nun hat seine Serie „Drei“ auf Huffington-Post für Furore gesorgt. Nein, es handelt sich mitnichten um super dramatische Fotos von explodierenden Autos, sondern um tief gehende und hochemotionale Dokumente aus dem innersten des Familienlebens: Der Mutter-Liebe zu ihrem Kind. Weit entfernt von beschönigendem Kitsch greift Hüning ebenfalls die Ambivalenz eines Vaters auf, der sich manchmal aus dem innersten Kreis von Mutter und Kind ausgeschlossen fühlt und drückt dieses Gefühl in diesen einzigartigen Portraits aus. → ansehen

16. Dezember 2014

Foto: Jaques10000


Ein Radfahrer fährt durch einen nebeligen Wald.

Fotolinks des Tages

1. Vom Zaun um Europa

Der Zaun beschäftigt sich mit der Situation von Tausenden Flüchtlingen an den Grenzen Europas. Die Seite bedient sich zahlreicher (auch: fotografischer) Elemente, um visuell und auditiv zu veranschaulichen, wie es denen geht, die versuchen, aus ihrem Land zu flüchten und sich dort eine bessere Zukunft erhoffen. Unter anderem wird auch Tunesien und die Stadt Sfax vorgestellt, von der aus viele Mütter Ihre Söhne zum letzten Mal sehen – und im Extremfall auch nie wieder von ihnen hören. Der Zaun entstand in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Zeitung und fordert Besucher heraus, sich tatsächlich in der Tiefe mit der Sache zu beschäftigen, da es sich inhaltlich nicht um reine Klickstrecken handelt. Drüberscrollen ist nicht, und das ist auch gut so. → ansehen

2. UNICEF-Fotos des Jahres

UNICEF prämiert jedes Jahr Fotos und Fotoreportagen, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern weltweit auf herausragende Weise dokumentieren. Dieses Jahr gewannen die beiden deutschen Fotografen Insa Hagemann und Stefan Finger mit ihren Bildern, die von den Folgen des Sextourismus in den Philippinen und der Situation von Kindern ausländischer Väter erzählen. Ein Interview mit den beiden Fotografen hat Spiegel Online. Auch der zweite Platz geht an einen deutschen Fotografen. Christian Werner zeigt das Schicksal der Jesiden im Irak, die von der Islamistengruppe „Islamischer Staat“ verfolgt werden. Der südafrikanische Fotograf Brent Stirton gewinnt den dritten Platz mit seiner Reportage über die blinden Geschwister Anita und Sonia, die dank einer Operation wieder sehen können. → ansehen

3. Analysiert: Fotobücher-Listen

Das wird den Mathematikern Spaß machen: Jörg Colberg hat sich die im Netz sehr beliebte Foto-Buch-Linkliste von Photo-Eye vorgenommen (welche 177 verschiedene Bücher enthält), und anlässlich ihres Umfangs auf Ello ein paar Statistiken herausgearbeitet. Unter anderem konnte er feststellen, welcher Verlag die meisten Bücher in allen Listen hatte, wie viel Prozent ihr Buch im Eigenverlag publizierten und warum es äußerst schwer sein wird, mit einer Publikation überhaupt in eine dieser breitgefächerten Listen zu kommen. Also auch ein Tipp für Nicht-Mathematiker. → ansehen

15. Dezember 2014

Foto: Adi Dekel


Frau in weißem Kleid zwischen blauen Blättern.

Fotolinks des Tages

1. Wir müssen reden, und zwar über Geld

Wer verdient eigentlich daran, wenn ein Fotograf Bilder ausstellt? Man möchte sofort ausrufen „Ist doch klar! Der Fotograf!“ – doch das stimmt so nicht. Denn es gibt in diesem Kontext eine Gehaltskette mit vielen Menschen dazwischen, die an einer Ausstellung verdienen. Die Künstler selbst gehen dabei immer wieder leer aus. Joachim Schmid hat diesen Umstand beim Namen genannt und ermutigt Ausstellungsbesucher, auch mal nachzufragen, ob (oder wie) der präsentierte Fotograf denn bezahlt wird. → ansehen

2. Humans of… everywhere!

Mittlerweile hat das Projekt „Humans Of New York“ weite Kreise um den Globus gezogen. Überall tauchen Portraits von Menschen in ihrer Heimstadt auf, und alle haben etwas gemeinsam: Von der Stadt ist meist wenig zu sehen, doch die ausgesuchten Menschen fallen durch besondere Merkmale auf. Bored Panda hat sich die Mühe gemacht, alle möglichen „Humans Of…“ durchzusehen und ein paar besondere herauszustellen. Beim Betrachten der Serie fällt das schwankende fotografische Niveau natürlich auf, was dadurch wieder wettgemacht wird, dass ein Großteil der Menschen sehr intime Details preisgibt, die häufig von großer Weisheit und Lebenserfahrung zeugen. → ansehen

3. Aus der Not eine Tugend

Häufig entstehen gemeinnützige Initiativen dann, wenn einzelne Menschen betroffen sind und aus Ihrer Betroffenheit etwas Größeres machen. So geschah es auch 2003, als Thilde Jensen die Diagnose „Vielfache Chemikalienunverträglichkeit“ (MCS) bekam, die eine Art Allergie gegen alle möglichen Stoffe (Zigarettenrauch, Abgase, Parfüm usw.) in der Luft ist. Jensen machte aus der Not eine Tugend und fotografierte Menschen mit derselben Diagnose, auch, um mit der schlimmen Krankheit umzugehen, denn sie konnte irgendwann nicht mehr ohne Atemschutz-Maske leben. Ihre Geschichte und 13 bemerkenswerte Portraits von MCS-Erkrankten werden auf dem australischen Business Insider vorgestellt. → ansehen

14. Dezember 2014

Foto: Breno Caetano


Breno Caetano

Fotolinks des Tages

1. Über die Inszenierung von Reichtum in der Fotografie

Die Ausstellung „Fette Beute – Reichtum zeigen“ bekommt zur Zeit wieder viel Aufmerksamkeit in den Medien, obwohl sie bereits seit Oktober im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg gezeigt wird. Warum so spät, wissen wir nicht. Warum aber überhaupt darüber gesprochen wird, ist wohl recht einfach zu erklären: Armut auf Bildern sind wir gewohnt, den Reichtum hingegen dokumentiert kaum jemand. Gezeigt werden Arbeiten verschiedener Fotografen, die das Thema auf vielfältige Weise angehen und zum Nachdenken anregen. → ansehen

2. 6,5 Millionen und 10 Cent

Nachdem diese Woche viel über die teuerste Fotografie von Peter Lik, die für 6,5 Millionen $ an einen Privatsammler ging, berichtet wurde, fanden wir nun diese äußerst amüsante Parodie des Fotografen Jeff Frost. In seiner fiktiven Pressemitteilung, die an die von Lik angelehnt ist, berichtet er vom Verkauf des Fotos „Standing in the Circle“ für 6,5 Millionen $ und 10 Cent. Wir gratulieren zur gelungenen Werbestrategie. → ansehen

3. „Destino“ – Auf gefährlicher Reise

LensCulture stellt nach und nach die Finalisten ihres Storytelling-Awards vor. Darunter sind viele großartige Reportage-Serien wie „Destino“ von Michelle Frankfurter. Sie zeigt die nicht ungefährliche Reise vieler zentralamerikanischer Migranten auf Güterzügen durch Mexiko in die USA. In Schwarzweiß-Aufnahmen zeigt Frankfurter Hoffnung und Verzweiflung der Menschen auf ihrem Weg in eine ungewisse Zukunft. → ansehen

13. Dezember 2014

Foto: Nicole Kral


Wald voller Schnee und Frost mit Waldweg

Fotolinks des Tages

1. Folter, Geheimdienste und die Bedeutung der Fotografie

Die umstrittenen Verhörmethoden der CIA betreffen auch fotografische Dokumente, welche die unter scharfer Kritik stehende Form des Umgangs mit Gefangenen belegt. Die Obama-Regierung möchte diese Bilder nicht preisgeben, da sie „eine Bedrohung für die amerikanischen Bürger“ darstelle. Im Interview mit Pete Brook kommt Professor David Levi Strauss zu Wort, der die Stellung von Fotos und Videos insbesondere unter politischen Gesichtspunkten in einem neu erschienenen Buch* untersucht hat. Strauss geht im folgenden Artikel auch auf die Zielsetzung der ISIS-Videos und die Nicht-Veröffentlichung von 2000 Folter-Aufnahmen aus Abu Ghuraib ein. → ansehen

2. Die Tochter in den Kinderkleidern der Mutter

Von ihrer 4-jährigen Tochter macht Heather Evans Smith konzeptuelle Portraits, die sich mit den Ängsten und Freuden des Kindes beschäftigen. Wie Mutter und Tochter zusammenarbeiten, warum es manchmal Wochen dauern kann, bis eine bestimmte Foto-Idee umgesetzt wird und wie das Ergebnis dieser vertrauten Kollaboration aussieht, das verrät eine Bildstrecke auf Feature Shoot. → ansehen

3. Vom König aller Kamerabastler

Im Keller des Gebäudes von „National Geographic“ fertigt Kenji Yamaguchi für Fotografen die (eigentlich) utopischsten Vorrichtungen, Instrumente und Apparaturen an. Eine seiner Spezialitäten sind Kamerafallen mit Blitz, die Nahaufnahmen von Raubtieren möglich machen. Kurz: Was Q für James Bond ist, ist Kenji für die Fotografen des Magazins. In einem leider sehr kurz ausgefallenen Artikel versteckt sich ein absolut sehenswertes Video, das einen Einblick in den abwechslungsreichen Alltag des Mechanikers gibt, der mal eben die Naheinstell-Grenze eines Objektives verschiebt. → ansehen

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.

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