18. März 2021

Mein liebes Jakutien

Ihr habt genug vom deutschen Winter und sehnt Euch nach warmen Tagen? Der Fotograf Alexey Vasilyev lebt in Jakutien, einer russischen Region, in der im Winter Temperaturen von -50 °C ganz normal sind. Wie sieht das Leben in einer so kalten Gegend aus?

Wenn es nicht tägliche Bedürfnisse gäbe, würden die Leute es vorziehen, die ganze Zeit zu Hause zu bleiben, heißen Tee zu trinken und auf den Frühling zu warten. Im Winter hört das Leben praktisch auf. Ein dichter Nebel bei starkem Frost verdeckt das Sonnenlicht für mehrere Wochen oder Monate.

Der Sommer ist hingegen nur kurz und heiß. Einen Monat lang steigen die Temperaturen auf bis zu 40 °C, bevor es langsam wieder kalt wird. Aber Alexey möchte seine Heimat trotz all der harten Gegebenheiten nicht verlassen. Seine Fotos macht er auch, um die Besonderheit Jakutiens der Welt zu zeigen. Für Urlaubsgäste sei der harte Alltag eine Marke, etwas Besonderes, das man erleben kann: „Ihr werdet diese Reise im Leben nie vergessen. Das verspreche ich!“

Menschen an einer Bushaltestelle im Schnee

Ein Mann schreibt an einem Tisch bei einer Lampe

Menschen im Winter

Ein Mann sitzt auf einem Sofa vor einer Tulpenwand

Mädchen in Ballettkostümen

Rohre im Schnee

Zwei Jungen posieren nebeneinander vor einem Haus

Ein Zelt im Schnee mit Eisskulpturen

Eine Person an einem beleuchteten Kiosk

Ein Junge im Schnee

Dämmerung Straßenszene

Eine Person steht vor einem verschneiten Mammut

Zur Fotografie fand Alexey durch Zufall. Auf Bored Panda berichtete er von seiner Alkoholsucht und wie er durch die Kamera einen Weg aus der Krankheit fand:

Ich habe viel getrunken. Als ich mit dem Trinken aufhörte, war es notwendig, die innere Leere mit etwas zu füllen. Früher verbrachte ich meine ganze Freizeit in einer Bar mit Bekannten. Als das alles Vergangenheit war, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Dann habe ich Instagram geöffnet und angefangen, zu fotografieren. Allmählich faszinierte mich dieser Beruf immer mehr.

Alexey studierte Dokumentarfotografie an der DocDocDoc School of Modern Photography in Saint Petersburg und arbeitet heute als Reportagefotograf. In verschiedenen Serien zeigt er die Besonderheiten Jakutiens. Schaut unbedingt auf seiner Webseite vorbei oder folgt ihm auf Instagram.

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8 Kommentare

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  1. Interessante Aufnahmen aus einer fremden, auf mich nicht sehr einladend wirkenden Welt. Als Urlaubsziel ist das definitiv nichts für mich. Aber von zu Hause vom bequemen Sofa aus betrachtet finde ich die Bilder gelungen.

  2. Ich habe einen Online-Sprachschüler in der Weite Sibiriens, irgendwo am Baikalsee, nicht weit von den Grenzen mit der Mongolei und China. Sein Name istt Vadim. Jedesmal, wenn wir telefonieren, berichtet er, dass sie -26 Grad oder -41 Grad haben, aber inzwischen hatten sie schon eimal nur -3 Grad.

    Er lernt bei mir seit langem Spanisch und Deutsch, spricht bereits außer Russisch auch Englisch. Er hat Familie, zwei Kinder, und sie wohnen zur Miete. Für ein Haus mit drei Zimmern zahlt er umgerechnet nur sechzig Dollar pro Monat.

    Er sagt, dass die Natur sehr intakt sei und das Essen sehr gut. Lkw aus China, sagt er, kommen oft, um Lebensmittel zu kaufen, weil die Qualität sehr viel besser sei als drüben in China.

    Ich habe auch eine Sprachschülerin namens Siyuan aus einer entlegenen Gegend im Nordwesten Chinas. Während ich die Menschen ais Shanghai oder Peking oft als übertrieben sachlich und irgendwie humorlos erlebe, lachen wir immer extrem viel. Ich habe selten einen so witzigen Menschen getroffen. Sie ist Medizinerin und arbeitet am C1-Sprachniveau, welches sie braucht, um in Deutschland zu arbeiten. Denn während Vadim sich in seiner Gegend in Russland sehr wohl fühlt und das Land nur für Urlaubsreisen verlässt, möchte Siyuan gern in Deutschland arbeiten.

    Es ist sehr interessant zu sehen, wie andere Menschen uns sehen, und auch immer wieder spannend zu sehen und hören, wie sie leben.

    Von Alexeys Fotos finde ich am erstaunlichsten das mit den Mädchen in der Ballettschule. Ein Stück europäische Normalität in der Eiswüste, so als seien sie in St Petersburg oder Moskau und nichtin Jakutien.

    • Vielen Dank, Jürgen, für deinen Bericht.
      Die Bilder finde ich sehr fesselnd. Zumindest bei mir geht direkt Kopfkino los, wenn ich sie betrachte. Ich dachte mir nur, es wär doch noch interessant, ein paar Eindrücke vom Fotografen in Worten erzählt zu bekommen.
      Da kamen deine zwei kleinen Geschichten genau richtig und machten den Beitrag rund. Dankeschön ;-)

  3. Hi,

    ich habe mich gerade durch die Instagram-Galerie geklickt: ein großartiger Fotograf mit sehr spannenden Aufnahmen!

    Die Welt ist wirklich groß und sehenswert – und die Fotografen liefern die Bilder davon!

    Viele Grüße, Christian

  4. Blogartikel dazu: Kleinigkeiten

  5. Blogartikel dazu: Diese Woche: Der Frühling bringt Neues | Spuelbeck.net