Photosphäre
21. Mai 2020 Lesezeit: ~2 Minuten

Photosphäre 11.20

Im letzten Jahr um diese Zeit erschienen langsam die ersten Reiseberichte in den Fotoblogs. Amerika, Afrika, Asien – in alle Ecken der Welt nahmen uns die Fotograf*innen nach den Osterferien mit. Aber die Welt verändert sich notgedrungen. Die neuen Reiseberichte kommen aus den Orten, in denen wir leben. Eine Entwicklung, die sich auch in der Photosphäre stark abzeichnet.

Ich bin gespannt, wie sich das Reisen durch Corona in der Zukunft weiter verändern wird. Ob sich irgendwann alles wieder „normalisiert“ und wir erneut zu weit entfernten Zielen aufbrechen werden oder die Pandemie nachhaltig auch unsere Reisegewohnheiten verändert. Schreibt gern in die Kommentare, was Ihr darüber denkt und welche persönlichen Erfahrungen Ihr gemacht habt.

Linktipps aus der Photosphäre

• Sven Kietzke hat Modell Sophia am Strand portraitiert.→ ansehen

• Kai Kutzki hat die Polaroid OneStep Plus getestet. → ansehen

• Ihr sucht nach einer Kamera und braucht eine Beratung? Markus Thoma empfiehlt verschiedene Kameras der Marken Nikon, Sony und Fuji in drei Preiskategorien. → ansehen

• Damian Zimmermann berichtet über die Highlights der Biennale für aktuelle Fotografie. → ansehen

• Ein Interview mit Aktfotograf Sacha Leyendecker gibt es bei Thomas Berlin zu entdecken. → ansehen

• Bernd hat bei einem Spaziergang durch Graz die Stadt mit starken Licht- und Schattenkontrasten festgehalten. → ansehen

• Dirk Fietz hat Blätter und Blüten im Durchlicht fotografiert. → ansehen

• Wilfried Humann stellt seine liebsten fünf Podcasts im Blog vor. → ansehen

• Auf Reisen-Fotografie berichten Thomas und Melanie von Rückzahlungsproblemen für geplatzte Reisen mit der Lufthansa. → ansehen

• Pixolum zeigt 20 berühmte Fotos von Henri Cartier-Bresson bis Harold Edgerton mit kurzen Geschichten dazu. → ansehen

• Torsten Mühlbacher hat eine Rundwanderung am Achersee in Tirol unternommen und zeigt in seinem Blog die Strecke sowie die dort entstandenen Fotos. → ansehen

Ihr kennt Blogs, die noch in unserer Photosphäre fehlen? Dann macht ihre Autor*innen gern auf die Blogliste aufmerksam. Ich freue mich sehr über neue tolle Blogartikel und Fotos, die unsere Photosphäre ergänzen.

Ähnliche Artikel


4 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Liebe Katja.
    Ich hoffe, das Verhalten im Bewegen zu fernen Zielen verändert sich nachhaltig. Denn Reisen kann man das eigentlich gar nicht mehr nennen. Nun sind wir selbst viel im Norden unterwegs um davon zu berichten. Aber was wir immer wieder beobachten ist ein Abhetzen von einer zu nächsten Sehenswürdigkeit. Viele, viele Menschen nehmen den einzelnen Ort, scon gar nicht mehr die Menschen, die dort wohnen, wahr. Von den riesigen Bespaßungsschiffen werden die Massen dann in Bussen durch das Land gekarrt, bevölkern wie ein Schwarm die Eismeerkathedrale in Tromsø oder den Geiranger, um mit Selfistangen schnell noch Instagram und Facebook zu bedienen. Dann drängelt aber auch schon der Busfahrer, damit es weiter geht.
    Mit den Wohnmobilen sucht man den idealen kostenlosen Parkplatz zur Übernachtung. Egal, ob vor einer Kirche der Samen oder vor einer Schule oder einem kleinen Badeplatz.
    An den entlegendsten Orten stehen sie dann in ihren fettesten rollenden Wohnzimmern, bereiten hier heimiges Schnitzel am Vierplattenherd zu und schauen dabei maximal durch die Frontscheibe. Wenn nicht gerade die Vorhänge zugezogen und die Sat-Schüsseln ausgeklappt sind. Rausgehen? Maximal zum Mülleiner. Ist ja sonst zu kalt in der Arktis. Und bietet sich keine kostenlose Entsorgungsstation, lässt man die Fäkalien und Spülwasser in der freien Natur raus.
    Ist sicherlich nicht nur so, aber von uns genauso wie von vielen Einheimischen so sehr häufig wahrgenommen.
    Bleiben die Wanderer, Bahnfahrer und Bullifahrer (innen). Da sieht das anders aus.

    Also mein Wunsch wäre, wenn wir wieder reisen und die Umgebung als Geschenk sehen und es entsprechend wertschätzen. Dann würde man die Reisenden auch wieder als Gäste wertschätzen und nicht als gestaltlose maximal zu melkende Kuh sehen.

    • Ich sah vor etwa einem Jahr in einem Fotomagazin in England den Bericht eines türkischen Fotografen, der drei Jahre lang (!!!) nomadische Bewohner der Mongolei „verfolgt“ hat. Diese Bilder waren so unglaublich schön, dass einem fast die Tränen kommen vor Rührung.

      Die Mongolei, vier- oder fünfmal so groß wie Deutschland, ist das am wenigsten besiedelte Land der Welt, nur 2 Einwohner pro Quadratkilometer im Durchschnitt, und von den drei Mio. Einwohnern lebt die Hälfte in der Hauptstadt Ulaanbaatar.

      In weiten Teilen des Landes lebt so gut wie niemand, und der türkische Fotograf reiste genau dort mit Nomaden umher. Die Fotos zeigen Büffelherden wie aus einem Buffalo-Bill-Western, langhaarige kleine Jungen, die die auf Pferden reiten und die wie „Indianer“ aussehen (nicht verwunderlich, die „Indianer“ kamen ja von dort nach Amerika), und ein Bild zeigte ein kleines Mädchen, das auf einem Hirsch reitend einen Fluss durchquert!

      Ich war total sprachlos! Traumhafte Bilder aus einer total anderen Welt!

      Aber der Fotograf war eben auch drei Jahre lang dort, im Winter bei eisigen minus 40 Grad, im Sommer bei staubigen plus 40 Grad „im Schatten“, wo jedoch kein Schatten ist.

      Vorgestern war ich mit meiner Frau zu Besuch bei einer Familie, deren acht Jahre alte Tochter mir zeigte, dass sie auf einer Kuh reiten kann. Sie stieg auf, und wie bei einem Rodeo hielt sie sich eine Weile oben, bis die Kuh sie abwarf. Was für eine Kindheit, ohne China-Plastikspielzeug, ohne Spielkonsolen, ohne Fernseher oder Computer, wie aus einer anderen Zeit! Verpassen tut sie nichts. Ich kenne die Familie seit fast zwei Jahren, und die jetzt 8jährige konnte schon vor gut einem Jahr flüssig lesen und zügig schreiben.

      Warum schreibe ich das? Weil die Art von „Naturerlebnis“, welches die Urlauber von den Kreuzfahrtschiffen bekommen, ein total perverses Erlebnis ist, Lichtjahre entfernt von echtem menschlichen Zusammenleben in echter, unverfälschter Natur.

      Das echte Leben findet man nicht per Kreuzfahrtschiff, und auch der VW-Bus oder RyanAir, EasyJet etc. sind nur die Carrier dorthin. Wenn wir nicht wochen-, monate- oder jahrelang irgendwo bleiben, sehen wir nichts, erleben wir nichts. Wie las ich vor einigen Monaten so schön treffend: „wenn du eine Kirche gesehen hast, hast du etwas gesehen, wenn du zehn Kirchen gesehen hast, hast du viel gesehen, wenn du hundert Kirchen gesehen hast, hast du gar nichts gesehen“.

      Ich vermute jedoch, dass der Lockdown nur wenige Menschen ins Reflektieren gebracht hat und somit in der Breite keine Veränderungen bewirken wird. Ohne dass es irgendeine Medizin oder Impfung gegen COVID-19 gibt, werden die Leute schon sehr bald wieder in Scharen nach „Malle“ und Island und Dubai und Havanna jetten, da bin ich mir ganz sicher.

      • Ja, genau so ist es. Wobei nicht jeder lange Zeit reisen kann. Aber jeder kann intensiv reisen.
        wir haben durch unsere Reise innige Kontakte bekommen. Und als wir im letzten Jahr wieder in den Norden fuhren, ein paar Flaschen Wein eingepackt. Zum Verschenken an herzliche Begegnungen. Und für ein kurzes Hallo bei einer Begegnung von vor sieben Jahren.
        Eine der schönsten Begegnungen war im letzten Sommer eine Einladung zu einem samischen Taufgottesdienst in Jakobselv an der russisch norwegischen Grenze.
        Eigentlich muss man nicht mehr als offen und interessiert dem anderen gegenüber verhalten.

  2. p.s.
    Zum Artikel von Markus Thoma: Ich halte von solchen Artikeln gar nichts, da in meinen Augen ein guter Artikel unabhängig sein soll. Hier geht es aber gezielt um einen Artikel zu verkaufen. Also fehlt hier jegliche sachliche Neutralität. Und von solchem ist das Netz leider voll.

    Ich habe vor wenigen Tagen einen neutralen Artikel zu diesem Thema verfasst, ohne Herstellerempfehlungen.
    https://mare.photo/reisefotografie/