07. Mai 2020 Lesezeit: ~3 Minuten

Photosphäre 10.20

Ich mag die große Vielfalt der Fotoblogwelt. Ich finde in ihr verschiedenste Themen aus Sicht von Profis, aber auch von Menschen, die mit ihrer Fotografie noch ganz am Anfang stehen. Und gerade das macht es so spannend. Ich fühle mich zurückversetzt zu meinen eigenen Anfängen und kann Dinge aus neuen Perspektiven betrachten. Ich habe das Gefühl, jeder Blog verrät auch ein wenig über die Person dahinter.

Leider gibt es aber auch immer wieder Blogs, die eine einzige Werbeveranstaltung sind oder scheinbar nur als Bildablage dienen. Ich hoffe, es ist auch in Eurem Interesse, dass ich ab jetzt nach und nach solche Blogs aussortiere. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich die Photosphäre kuratieren sollte, aber wenn ich bei der Auswahl von guten Blogartikeln die Lust verliere auf Grund von einigen wenigen Blogs, dann ist das nicht zielführend. Und wahrscheinlich geht es nicht nur mir so.

Linktipps aus der Photosphäre

• Jonas Hafner spickt wieder seine Gedanken zu aktuellen Nachrichten mit großartigen Portraits. → ansehen

• Ein letztes Samenkorn an einer Pusteblume – was hinter diesem Bild steckt, beschreibt Jens in einem längeren, emotionalen Text. → ansehen

• Der Terra Zoo ist eine Reptilienauffangstation in Nordrhein-Westfalen. Thomas hat dort die Tiere fotografiert und macht auf die schwierige Situation des Zoos aktuell aufmerksam. → ansehen

• Pixolum hat passend zu unserer aktuellen Wochenherausforderung einen ausführlichen Artikel zum Thema Kontraste in Bildern veröffentlicht. → ansehen

• Felix Wesch zeigt vier schöne Aufnahmen vom Sonnenaufgang im Nebel. → ansehen

• Esther schreibt sich Zweifel von der Seele und motiviert sich mit einem schönen Text selbst, weiterzufotografieren, auch auf die Gefahr hin, dabei Fehler zu machen. → ansehen

• Niklas gibt Tipps, wie man Polarlichter am besten fotografiert und worauf man bei der Nachbearbeitung achten muss. → ansehen

• Ihr liebäugelt mit einer Technika von Linhof? Dirk Fietz gibt Tipps für den Gebrauchtkauf. → ansehen

• Joy Dana zeigt tolle Portraits von Modell Shawn, den sie nur durch Zufall vor die Kamera bekommen hat. → ansehen

• O-Young Kwon berichtet mit Worten und Bildern von der Situation Geflüchteter in Thessaloniki, Griechenland. → ansehen

• Wanheda nimmt uns mit auf einen sonntäglichen Fahrradausflug durch die Uckermark. → ansehen

Umfrage

In der letzten Umfrage hatte ich gefragt, ob Ihr Eure Drucke online verkauft. Überrascht haben mich die wenigen Ja-Stimmen sehr. Nur 7 % von Euch haben angegeben, dass sie ihre Fotos online verkaufen. Aber 33 % würden es gern tun! Das führt mich natürlich zur Frage: Was hindert Euch bisher daran? Da diese Frage schlecht mit einer einfachen Umfrage zu beantworten ist, schreibt gern in die Kommentare, warum Ihr bisher noch zögert.

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14 Kommentare

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  1. Oh, ich kann die Mühe verstehen, sich durch die Anzeigenfriedhöfe zu wühlen, in denen es nur darum geht, auf die Klicks zu locken. Das finde ich auch inhaltlich sehr bedenklich. Eigentlich gehört zu den grundsätzlichen journalistischen Grundsätzen, Werbung und Artikel nicht zu koppeln. Aber genau das passiert in vielen Blogs und so zielt der Inhalt nicht auf eine kompetente Einschätzung, sondern auf den Erfolg der Werbung.

    Sich durch die Suchmaschinen zu wühlen, ist mittlerweile mühsam. Ich arbeite immer noch an einer Suchmaschine für gute. relevante Artikel:
    z.B. https://mare.photo/nord-ostsee/
    Aber ich würde mir auch Menschen finden, die da mitmachen. Alleine ist das nicht zu schaffen.
    Ich finde, mit einer guten Vernetzung könnten alle profitieren. Selbstverständlich ist an anderer Stelle auch kwerfeldein genannt:-)

    Fotos online zu vermarkten geht heute leider nur über die Masse. Zum anderen gibt es Fotografen, die allein vom Fotografieren leben und denen sollte man ihre Einnahmen auch lassen. Bei mir gehen Bilder über direkte Anfragen, da habe ich mehr von.

  2. Wer kauft schon Fotos, die genau so aussehen, wie die, die man selber macht?

    Oder anders herum gefragt: Wieviele Kwerfeldein-Leser haben schon mal ein Foto von einem anderen Fotografen – egal ob Profi, Künstler oder Amateur – gekauft? Und wie viele kaufen regelmäßig Fotokunst? Vermutlich nicht sehr viele.

    • Hallo Stephan,

      dann bin ich wohl ein seltenes Exemplar.
      Wenn mir ein Bild richtig gut gefällt, dann kaufe ich es auch. Wobei ich aber auch auf den Preis achte, denn Kunst muß nicht unbedingt teuer sein. So konnte ich unter anderem schon Bilder von Ben Hammer, Ben Bernschneider, dem Stilpiraten Steffen Böttcher oder Stefanie Schneider erwerben.

      Und warum ich bis jetzt noch keine Bilder von mir zum Verkauf anbiete? Ein wenig Aufschieberitis, ein wenig fehlende Zeit und noch kein Shop-System gefunden, daß mich zu 100 % überzeugt hat.

      Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

  3. Hi,

    das wird schlicht daran liegen, dass die Chancen auf eine sinnvolle Bildmermarktung so gering sind, dass sich der Aufwand einfach nicht lohnt. Bilder werden nur gekauft, wenn sie einen „Wert“ haben – das Angebot braucht also einen Rahmen, der diesen Wert mit transportiert.

    https://artistinthebox.com zum Beispiel (siehe den entsprechenden Artikel hier im Magazin dazu) bietet so etwas: kuratiert, kreative Anbeiter mit einem „Künstler-Lebenslauf“ etc. Dann haben Verkäufe auch eine Chance, auch wenn es immer noch nicht leicht sein wird. Wenn man nur als einzelner seine schönsten Bilder anbietet, wird das nur dann gelingen, wenn man ohnehin schon einen „großen Namen-“ hat.

    Viele Grüße, Christian

  4. Also zum Kuratieren von Blogs kann ich nur sagen, wenn du da weiter so viel Meinungsfreiheit zuläßt wie bei den Kommentaren, dann finde ich das gut. Aber mir ist auch schon aufgefallen, daß einige Artikel in der photosphäre als „Test“ mit einem Test außer einem ersten Eindruck nichts zu tun haben und dann immer verweisen auf die Fotohäuser oder Firmen, von denen sie dies geliehen haben und dies dann verknüpfen mit Angeboten aller Art, die man dann kaufen kann. Das ist ja dann ein rein kommerzieller Blog ohne echte eigene Artikel und eigene Anstrengung. Hinzu kommen die, die reine Pressemitteilungen zu Aktionen wiedergeben. Blogs mit eigenem Content als Text und Foto sollten aber erhalten bleiben, auch reine Textartikel haben einen Wert. Ich finde zum Beispiel Werbung auf kwerfeldein ok und klicke auch darauf, habe mittlerweile sogar Objektive von Sigma, aber das mache ich, weil ich kwerfeldein mag in dieser Konstellation mit Offenheit und Unterstützung. Aber in der Photosphäre, die mit Fotografie auf anderen Blogs zu tun hat, sollte das Thema mehr im Mittelpunkt stehen und wenn es um Selbstvermarktung geht, dann dort nicht noch die Fremdvermarktung dominieren. Technik vom Smartphone bis zur Spiegellosen finde ich ok, weil sie die Grundlage von Fotos ist – aber wer Artikel, die nur rund um ein Produkt geschrieben werden, sollten wie schon hier erwähnt, entweder nach journalistischen Grundsätzen gekennzeichnet werden in der photosphäre oder kuratiert werden. Oder du machst zwei Rubriken für kommerzielle und nichtkommerzielle Blogs. Die kommerziellen Blogs verlinkst du, wenn sie kwerfeldein monetär unterstützen und die nicht kommerziellen sind die gute Grundlage für weltoffene Fotografie.

  5. Ich habe in der Vergangenheit gelegentlich und auch zuletzt schon ind er Zeit der Corona-Krise mehrfach Prints in 75×50 cm, 50×30 cm und 30×20 cm verkauft, aber wenn man den gesamten finanziellen Aufwand rechnet, verdient man daran nur Peanuts.

    Mich kostet die Herstellung eines 75×50 Prints inkl. Passepartout und Rahmen ca. 30 EUR. Wenn ich Abschreibung der technischen Ausstattung, Fahrt- und ggf. Hotelkosten im Zusammenhang mit den Aufnahmen mitrechne, komme ich auf 40 EUR. Verkaufen kann ich es dann nur für 50 EUR, maximal. Für Menschen, die gleich sechs, acht oder zehn Bilder kauften, habe ich noch Nachlässe gewährt.

    Es ist kein Business. Es macht mich einfach froh, Gleichgesinnte, Soulmates zu finden, die mich und meine Arbeit schätzen.

    Ab und zu hatte ich in D/A/CH und vor allem in UK Bilder in Zeitschriften (Fotomagazinen und Reisemagazinen), ganz- und doppelseitig und sogar auf dem Titel, und habe dafür 50 EUR oder in England 70 GBP erhalten – das erlaubt nicht, davon zu leben, aber das macht stolz.

    Vor drei Wochen schickte ich Bilder an Photocircle in der Hoffnung, auf dem Wege ein paar Bilder verkaufen zu können, die antworteten allerdings, dass ihnen meine Bilder nicht gut genug sind.

    • Jürgen, Du verkaufst zu günstig, so einen 70x50cm Print gerahmt mit Ppt. gebe ich nicht unter 350 ab. Leider wollen die Meisten online nur noch billige Leinwanddrucke. FineArtPapier macht einfach super Laune, auch die grossen Acryl/Dibond 60x120cm sind gefragt, ein erfolgreicher Fotofreund von mir hat komplett, positiv, auf grosse Formate im Highendpreissegment umgestellt. Weiterhin viel Spass, gute Arbeit ist immer zu schätzen.

      • Ja, klar, Winni, das ist viel zu billig.

        Es war zwar ein kleiner Tippfehler oben drin, mich kostet das Bild nicjht 30 EUR, sondern 20 EUR, aber das macht nur wenig Unterschied.

        Es sind nicht meine „Best of“, sondern Bilder, die ansonsten nur ein Festplattendasein fristen und auf die Weise irgendeinen Wert bekommen. Ab und zu biete ich welche an, kleine Serien, und wenn ich 100 bis 250 EUR bekomme und die Kosten für Equipment etc. nicht rechne, sondern nur Papier, Passepartout, Rahmen, dann bleiben mir 50 bis 150 EUR bei so einer Aktion.

        Lachhaft, könnte man meinen. Ein Bekannter hat eine Pentax 645Z und eine Canon 5DSR und viele teure Objektive, Unterwassergehäuse etc., und bietet Drucke (Landschaften) für rund 250 EUR an. Das klingt vernünftig, aber jemand, der mit ihm befreundet ist, verriet mir, dass er zu dem Preis praktisch nie etwas verkauft.

        Selber würde ich gern Streetfotos von einigen Kollegen kaufen und auch nicht mehr als 25 EUR bis 50 EUR zahlen wollen können. Limitierender Faktor ist aber ohnehin eher der Platz: wohin damit? So viele Wände habe ich nicht. Nicht einmal die eigenen Bilder finden Platz an meiner Wand. Vielleicht freue ich mich deshalb, sie gelegentlich irgendwo anders zu sehen, auch wenn ich damit nur Peanuts an Umsatz mache.

      • P.S.

        Drei meiner Bilder sah ich auf einem Foto aus einem Shop in Toronto. Da hängen sie als Riesenposter, das Ganze sieht irgendwie aus wie ein Flagshipstore von Victoria’s Secret. Sehr cool.

        Andere ebenfalls als Riesenposter in einem Architekturbüro in Ostdeutschland. Sie wollten Bilder, die Dynamik und Urbanität ausstrahlen.

        Diese Bilder wurden auch anständig bezahlt, aber sowas passiert eben nur alle Jubeljahre.

        Aber genau sowas macht mich happy und stolz: es geht nicht nur ums Geld, sondern ich will irgendein Echo sehen auf das, was ich da so intensiv als Hobby betreibe.

        Vielleicht geht es euch auch so.

  6. Zur Umfrage: Ich finde meine Bilder zwar gut, aber ich würde niemals auf die Idee kommen, dass sie so gut sind, als dass ich sie verkaufen müsste. Dazu ist meine Reichweite zu gering. Und aus „Mitleid“ soll dann auch niemand Bilder von mir kaufen müssen. Ich möchte Spaß an dem haben, was ich mache und muss damit letztendlich auch kein Geld verdienen. Sind sind meine Gründe.