Photosphäre
26. März 2020 Lesezeit: ~3 Minuten

Photosphäre 07.20

In der Blogosphäre geht es aktuell natürlich vor allem um ein Thema. Als kreativer Mensch zu Hause sitzen zu müssen, ist nicht leicht. Viele nutzen die Zeit und schreiben über die Situation oder suchen sich künstlerische Herausforderungen in der Wohnung. Die Linkliste ist dadurch auch eine Sammlung dessen geworden, was Fotograf*innen momentan bewegt.

Linktipps aus der Photosphäre

• Joy Dana hat in ihrem Blog eine neue Portraitstrecke mit Modell Raphaello veröffentlicht. → ansehen

• Bernd Grossek hat seine Heimatstadt Graz fotografisch entdeckt und berichtet, dass es gar nicht so einfach ist, Neues im Altbekannten zu sehen. → ansehen

• Jan-Hendrik Palic hat wie viele andere in Beelitz fotografiert. Er zeigt jedoch Bilder aus einem eher weniger bekannten Gebäude: Dem Waschhaus. → ansehen

• Auch Martin Spülbeck hat einen Lost Place erkundet. Er besuchte das alte Krefelder Stadtbad, das 1890 als prachtvolle Badeanstalt eröffnet wurde. → ansehen

• In seinem Reiseblog versetzt sich Thomas in den Mai 2021 und überlegt in einer fiktiven Geschichte, wie das Reisen sich nach Corona verändert haben könnte. → ansehen

• Jürgen sitzt auch Dank eines kaputten Kreuzbands zu Hause und spielt mit Lego und seiner Kamera, um die Zeit zu überbrücken. → ansehen

• Christian von Quimago sieht die aktuelle Krise auch als Chance und ruft dazu auf, innezuhalten. → ansehen

• Auch die Fotonanny lebt in Bayern mit Ausgangssperre. In ihrem Blog listet sie Ideen auf, was man jetzt mit Kamera auch zu Hause machen kann. → ansehen

• Kai Kutzki setzt sich mit den finanziellen Problemen für Kreative auseinander und listet in seinem Blog verschiedene Hilfen und Angebote für Fotograf*innen auf. → ansehen

• Gedanken zu Corona ganz ohne Fotos schreibt sich Steffen Böttcher von der Seele. → ansehen

• Auch Carsten Nichte nutzt seinen Blog für einen längeren Text, um die aktuelle Situation für sich besser einzuordnen: Der Corona-Effekt. → ansehen

• Werner konnte vor der Ausgangssperre noch mit der Kamera einen Rundgang durch sein Dorf machen. Begleitet werden die entstandenen Bilder mit Gedanken zur aktuellen Situation. → ansehen

Umfrage

In der letzten Umfrage wollte ich von Euch wissen, wie wichtig das Handy für Eure Fotografie ist. 5 % gaben an, ausschließlich mit dem Smartphone zu fotografieren. 23 % fotografieren nicht mit dem Handy. Ansonsten nutzen die Menschen das Smartphone sehr vielfältig – als Notkamera, als Auslöser oder Belichtungsmesser. Für die meisten ist es eine kleine Ergänzung in ihrer Fotografie.

Heute möchte ich keine Umfrage machen, sondern Euch einfach mal fragen, wie es Euch aktuell geht. Beeinflusst die Pandemie Euer Leben stark? Müsst Ihr Euch um Eure finanzielle Zukunft sorgen? Schreibt in die Kommentare, was Ihr in der aktuellen Ausnahmesituation so macht und was Euch dabei hilft, Euch besser zu fühlen.

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11 Kommentare

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  1. Gut, dann mach ich mal den Anfang: die Reisefreiheit ist eingeschränkt, das ist ärgerlich…..darüber hinaus trifft mich Corona (bis jetzt) kaum. Gesellschaftlichen Anlässen konnte ich noch nie was abgewinnen und habe Menschenaufläufe schon immer gemieden. Um die wirtschaftliche Zukunft mache ich mir keine Sorgen. Es kommt wie es kommt und ich werde das Beste daraus machen. Sorgenvoll in die Zukunft blicken war noch nie schlau und hilfreich und ist es jetzt auch nicht. Ich bin froh, dass ich selbständig bin und nicht den Entscheidungen eines Chefs ausgeliefert. Was ich nicht verstehe, ist, warum jetzt anscheinend viele nur noch daheim zum Fotoapparat greifen. Es hindert einen doch niemand daran rauszugehen und Fotos zu machen. Selbst Portraits ect. sind doch problemlos möglich, solange man Abstand hält. Obwohl ich im „strengen“ Bayern lebe, sehe ich Outdoorfotografen momentan eher häufiger und die Polizei lässt sie machen…..warum auch nicht?

    • Hallo Michael, schön zu lesen, dass die Situation Dich nicht so hart trifft. Hier in NRW ist es zum Glück auch nicht verboten spazieren zu gehen. So richtig den Kopf zum Fotografieren finde ich aber tatsächlich nicht und schränke mich dadurch selbst ein. Wahrscheinlich geht das nicht nur mir so. Und natürlich darf man nicht vergessen, wieviele Menschen es mit Vorerkrankungen gibt, die wirklich zu Hause am sichersten sind und nicht mit Kamera vor die Tür sollten. Hoffentlich ist es bald vorbei…

  2. Da ich von Zuhause arbeite und eine 15 Monate alte Tochter habe, hat sich für mich nicht viel verändert. Die Zeit ist genauso mit Aktivität ausstaffiert, wie vorher. Der einzige Unterschied ist, dass wir die direkten sozialen Kontakte eingestellt haben, das betrifft aber mehr meine Tochter und meine Freundin, ich habe mich auch vorher eher selten mit anderen getroffen.
    Viel Zeit, wie ich das derzeit von anderen höre/lese habe ich nicht, denn der ganze Alltag will organisiert sein, mit oder ohne Pandemie.
    Tatsächlich habe ich in letzter Zeit sogar mehr Bilder gemacht auf den Spaziergängen.

    • Wir leben auf Norderney. Die momentane Ruhe wirkt fremd, zumal die Sonne scheint: Normalerweise sind Menschen ( zumeist aus NRW) zuhauf auf den Straßen, an den Stränden, in den Dünen…. jetzt Fehlanzeige. Gestern lag sogar ein ausgewachsener Seehund direkt am Strand, wo sonst nur Menschen sind, Herrlich… unheimlich… und bei all der positiven Ruhe denkt man gleichzeitig an die Menschen, die gerade nicht ihren Lebensunterhalt verdienen können. So zerrissen wirkt gerade alles.

  3. Im Hauptberuf bin ich Lehrer und nun an den Schreibtisch gebunden. Bei uns klappt es sehr gut mit dem Aufgabenstellen, wir nutzen eine Kommunikationsplattform, die alle Möglichkeiten bietet.
    Sonst – muss ich gestehen – habe ich kaum Einschränkunge: Da ich eh ein Mensch bin, der schnell Heimweh bekommt, habe ich kaum Reisetätigkeit, ich wohne auf dem Land und fahre kaum in die Stadt. Meine Frau (sie muss arbeiten) und ich sind weitestgehend unabhängig von sozialen Beziehungen (obwohl uns diese wichtig sind), d. h., unser Leben ist nicht von sozialen Beziehungen abhängig.
    Ich kümmere mich jetzt eben ums Einkaufen, die Hunde, den Haushalt … wenn ich klagen wollen würde, dann wäre das ein Schlag in Gesicht all derer, die jetzt ganz andere existentielle Probleme haben …

    Viele Grüße
    Wilhelm

    • Hallo Wilhelm, schön, dass es Dir und deiner Frau gut geht. Darf ich fragen welche Plattform Ihr für die Schule nutzt? Meine jüngste Tochter bekommt Ihre Hausaufgaben über Anton, die Große über ein schuleigenes System. Ich war erstaunt, wie gut besonders diese Anton-App funktioniert und warum man bisher nie etwas davon gehört hat.

  4. Hi Katja, danke der Nachfrage ;-)

    Nach 2 Wochen starker Grippe und der Ungewissheit, ob mit oder ohne C, habe ich ein unmittelbares Gespür dafür bekommen, was sich ohne Grippe etc nach wie vor „weit weg“ anfühlt. Beruflich sieht zwar alles sehr ungewöhnlich aus, da ich im Personal einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeite, von denen für ungewisse Zeit keiner mehr zur Arbeit kommt. Alles bisschen schräg..
    Und ansonsten kann ich mich nicht beklagen. Bin oft draußen, gehe fotografieren, Sport treiben, mit meinem alten VW Bus in die Natur raus, oder sitze ganz einfach in der Sonne. Alles, was gerade besonders eingeschränkt ist, zählt ohne hin nicht zu dem, was meinen Alltag ausmacht, da wir recht ursprünglich zu leben versuchen.
    Fest die Daumen drücken möchte ich euch allen gesundheitlich, aber vor allem auch wirtschaftlich. Ich hoffe sehr, dass das niemanden gänzlich zerstört.

    Herzlich, Dirk

  5. Moin.
    Ich bin sehr froh, dass wir im Norden keine Ausgangssperre haben. Aber ich beobachte auch, wie sich die Menschen verunsichert aus dem weg gehen, außer im Baumarkt. Meine Frau hat als Medizinerin schon einen Sonderausweis, um alle Sperrzonen passieren zu dürfen- einer solchen Situation sehen wir durchaus mit gewissem Grauen entgegen.
    Auf der anderen Seite fühlt sich der Alltag an wie früher ab Samstag mittag. Da fiel einfach der Hammer. Und ehrlicherweise muss ich sagen- das fühlt sich gar nicht so schlecht an.
    Schon lange finde ich unsere aufgeblähte Konsumgesellschaft unfassbar, prangere den Massentourismus an und den Globalisierungswahn, wenn Chinesen bei uns Andenken kaufen, die in ihrem Land produziert wurden. Wie sinnbefreit ist das?
    Ehrlicherweise muss ich sagen, nichts zu vermissen. Bei allem Leid und aller Sorge, ich genieße diese Zeit und ich hoffe, dass sie zu einem Aufbruch in die Nachhaltigkeit und in eine neue Bescheidenheit und Demut führt. Unsere Gesellschaft ist einfach zu satt. Und wer dick und satt ist, ist augenscheinlich auch anfälliger. Aber vielleicht merken wir gerade, was wir alles nicht brauchen. Das kann sehr befreiend sein. Vielleicht schaffen wir in der Not wieder viele kleine kreative Betriebe, kaufen wieder regional ein und produzieren nicht mehr Milliarden inhaltsleere Bilder.
    Ist jetzt alles in die Kladde gesprochen, aber ungefähr so gehts durch meine Gedanken.

  6. Ich sitze derzeit fest auf einer wunderbaren Karibikinsel, aber es gibt sicher schlimmere Schicksale. Allerdings habe ich hier kein Einkommen, muss also sehr, sehr sparsam leben und hoffen, dass der Zustand nicht länger als ein paar Monate andauert.

    Ich hatte Pläne, im April mit einem anderen Fotografen in Marokko Street Photograpjhy zu machen und danach wie jedes Jahr im Sommer in England zu arbeiten, das fällt jetzt aus.

    Seit 14 Jahren arbeite ich nur vier bis sechs Monate im Jahr, dann aber sehr intensiv. Den Rest des Jahres kann ich wirklich gestalten, wie ich es möchte.

    Bin also jahrelang sehr oft einfach morgens mit meist überfüllten Bussen oder Sammeltaxis irgendwohin gefahren und dort herumgelaufen und habe Street Photography betrieben. Die fahren momentan leider nicht mehr, ich bin also ein wenig festgenagelt in dem kleinen Ort, in dem wir leben.

    Ich habe auch kostenlos, manchmal abends oder samstags zusammen mit einer Lehrerin, Kindern aus finanziell schwächerem Umfeld ein wenig Nachhilfe gegeben im Lesen, Schreiben und Rechnen. Kinder gehen hier von 8 Uhr bis 16 Uhr auf die staatliche Schule, lernen aber dort nicht sehr viel. Viele Lehrer machen ziemlich stupiden Frontalunterricht, und man kann sich ausrechnen, wie wenig da bei der kurzen Aufmerksamkeitsspanne der Kleinen wirklich haften bleibt. Kinder etwas wohlhabenderer oder ambitionierterer Eltern, die nur vier bis fünf Stunden täglich auf eine Privatschule gehen, lernen in der kürzeren Zeit meist mehr.

    Dieses Unterrichten geht nun leider gar nicht mehr, wegen Kontakt- und Ausgehbeschränkungen.

    Alles in allem sehe ich aber in der derzeitigen Situation nicht nur das Negative, sondern auch fantastische Chancen. Vieles, was vor zwei Monaten noch unmöglich erschien, ist jetzt selbstverständlich, und umgekehrt. Das finde ich sehr spannend.