10. Januar 2020

#instakwer #75

Bei der Auswahl für das #instakwer sind mir direkt drei Schwarzweißportraits aufgefallen. Ich habe lange überlegt, warum genau diese mich so ansprachen und es gibt einen einfachen Grund: Sie sind glaubhaft. Auf Instagram gibt es unglaublich viele Portraits, doch die meisten sind Posen. Die Menschen sind sich ganz offensichtlich der Kamera bewusst und präsentieren sich im besten Licht.

Die von mir ausgewählten Portraits sind sicher zum Teil auch gestellt und nicht „echt“. Aber darum geht es mir nicht. Sie wirken echt! Das macht einen unglaublichen Unterschied, der sie aus der Masse herausstechen lässt. Seht Ihr das auch?

Ihr möchtet selbst ein Bild einreichen? Dann nutzt auf Instagram den Hashtag #instakwer und vielleicht seid Ihr schon beim nächsten Mal mit dabei.

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9 Kommentare

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  1. Siehsde, schwarz weiß erscheint uns glaubhaft. Obwohl es doch erstmal künstlicher ist, weil eben viele wesentliche Informationen fehlen. Für die Glaubhaftigkeit (gibt es das Wort überhaupt?) gibt es sicher viele Gründe. Aber ein Grund ist, dass unsere Aufmerksamkeit geweckt ist, wenn sie irritiert wird, nicht automatisiert ist. Das wissen ja alle, die fotografieren und fast alle anderen irgendwie auch… Wenn wir also keine oder stark verfremdete Farben sehen, als wir sie normalerweise sehen. Wenn man sich, falls das ein lauteres Vorgehen ist, die Fotos oben in Farbe vorstellt, verlieren sie an Reiz, obwohl sie an Farbinformation gewinnen…

    Im Falle der beiden Bilder von Paulina oben muss man natürlich von gestellt reden (im wahrsten Sinne des Wortes), weil sie mit einer alten Bronica S2a gemacht wurden, die – bevor man mal ein Foto macht – eine Weile zur Vorbereitung braucht und dann noch schlimm lange Belichtungszeiten hat (man muss also stille stehen und sich hinstellen lassen vor der Kamera), wenn es ein bissl schattiger wird. Und am Ende hat man dann doch vergessen, den Schieber rauszunehmen und alles fängt von vorne an. Das hat aber den unglaublichen Vorteil, dass jedes „Modell“ irgendwann los lässt, einfach, weil es langweilig wird, in Pose zu verharren. Und so bekommt man statt einer Pose keinen Schnappschuss, sondern Konzentration und Entspannung… wenn man Glück hat.

    • Ich glaube, die Basis authentischer Portraits ist nicht das Nebenprodukt zeitintensiver Analogfotografie, sondern die Fähigkeit des Fotografen und bestenfalls des Models, eine vertraute und vertrauenswürdige Atmosphäre zu schaffen.

      • Lieber Rafael,

        aber ja. Du hast völlig recht. Ich wollte nicht, falls Du das so verstanden hattest, den Nimbus der analogen Fotografie befeuern. Ich mag das gar nicht, dieses Heilig- und Wahrhaftigsprechen einer Produktionsart. Für mich sind das verschiedene Werkzeuge, auch wenn ich inzwischen eine kleine Liebe zur analogen Fotografie habe. Die kommt aber ganz ohne missionarischen Eifer aus (hoffe ich).

        Ich wollte tatsächlich nur kurz die Produktionsbedingungen beschreiben, die natürlich auch Einfluss auf ein Foto haben. Die Atmosphäre ist ein weiterer Einfluss. Aber ich kenne auch Beispiele, wo man sich nicht kannte, nur drei Minuten Zeit hatte, in angespannter Atmosphäre fotografierte und was nicht alles. Und jedesmal können atemberaubende Fotos herauskommen. Insofern nehme ich mein euphorisches Zustimmen aus dem ersten Absatz wieder bissl zurück.

        Das Einzelportrait wird ja zu zweit gemacht und es ist auch eine Zweisamkeit des Betrachtens: Die Menschen, die ein Foto ansehen, tun – so verstehe ich Katja oben – ihres dazu (Wissen, Sehgewohnheiten, Emotionen etc.). Entscheidend (und das finde ich als Interpretationsansatz von Katja mir sehr nahe) ist nicht die Intention der Menschen vor und hinter dem Fotoapparat. Entscheidend ist dann doch, was gesehen wird. Und da kommt viel ins Spiel.

        Also ja, es ist oft so, dass es eine vertraute und vertrauenswürdige Atmosphäre braucht. Doch nicht immer. Und wenn man die Technik beschreibt, ist (wähnt) man sich irgendwie sicher. Wenn man das Zwischendrin zwischen zwei Menschen beschreibt, dann wird es oft hakelig. Schon darum, weil man immer nur einer von zweien ist und oft das Dazwischen gar nicht kapiert. Auch, wenn man sich das einbildet. Drum lasse ich das aus Scheu zumeist lieber… und zeige nur Bilder. Es wird ja auch, man merkt es deutlich, kompliziert, wenn man zur Sprache wechselt.

  2. Tolle Fotos, und auch wirklich spannende Kommentare, danke!
    Wie arbeiten denn Portraitsfotografen? Ist erst gemeint, weiß es nicht, bin keiner ;-)
    Bei meinen Fotos verfahre ich gerne mit voarb vergebenem Titel. Wenn z.B. eine Hütte im Tal steht, und dahinter sind Berge zu sehen, kann ich sagen „Hütte mit Bergen im Hintergrund“ Oder „Alpenpanora mit Hütte davor“. Das ergibt 2 verschiedene Fotos. Und bei Portraits? Ist da ein Gefühl das Thema? Oder die Parameter der Persönlichkeit? Diesbezügliche Vorarbeit fände ich mal spannend zu wissen.