18. Dezember 2019 Lesezeit: ~4 Minuten

Fotografische Crowdfunding-Projekte #2, 2019

Ich habe lange keine Kurzvorstellung von aktuellen Crowdfundingkampagnen mehr gemacht. Das liegt vor allem daran, dass ich spannenden Projekten mehr Raum in eigenen Artikel geben möchte und das Gefühl habe, dass Projekte in dieser gesammelten Form eher untergehen.

Jetzt in der Vorweihnachtszeit tauchen aber wieder so viele neue Kampagnen auf und die Zeit ist viel zu knapp. Zudem habe ich habe den Eindruck, dass wirklich viele gute Ideen gerade durch die kommenden Feiertage etwas untergegangen sind. Schreibt mir gern in die Kommentare, welche Art von Crowdfunding-Vorstellung Euch besser gefällt. Diese gesammelte Form oder lieber ein Artikel je Projekt?

New Queer Photography

In den letzten Jahren ist eine aktive, queere Fotografieszene entstanden, die sich mit Themen wie Drag, Gender, Queerness und Trans*-Erfahrungen in all ihrer zeitgenössischen Vielfalt auseinandersetzt. Im Buch werden 40 zeitgenössische fotografische Positionen vorgestellt, die die Themen auf unterschiedlichste Art beleuchten.

Selbstdarstellung, Reflexion, Lifestyle, aber auch Kritik und Probleme werden in den Serien aufgegriffen. Das Buch erscheint im Verlag Kettler und kostet im Crowdfunding 45 €. Bei erfolgreicher Kampagme wird es im Mai 2020 erscheinen und dann im Handel regulär 58 € kosten.

Arnis Balcus – Myself, Friends, Lovers and Others

Das Buchprojekt versammelt eine Fotoserie des lettischen Fotografen Arnis Balcus. Die meisten Bilder wurden zwischen 2000 und 2004 mit einer Olympus Mju II aufgenommen – oder wie es beworben wird – in einer Zeit vor Social Media. Der Fotograf selbst schreibt dazu:

Es ist einfach, banal, privat, eine Mischung aus realer und imaginärer Welt, in der ich gelebt habe, aber jetzt, fünfzehn Jahre später, schaue ich mir diese Bilder an und ich habe das Gefühl, es ist etwas Größeres als nur ein persönliches Tagebuch geworden.

Es ist eine Art Portrait einer ganzen Generation, wahrscheinlich dem letzten vor sozialen Netzwerken und überbewusster Selbstdarstellung, bei dem die Leute sich viel weniger bewusst waren, wie sie auf Bildern aussehen sollten. Es ist intim und aufschlussreich, aber nicht grotesk. Es ist auch sexy, aber ohne missbräuchliche Objektivierung.

Das Buch kostet 30 € und wird ab Februar erhältlich sein.

tasche

Onkel Otto – die wandelbare Kameratasche

Onkel Otto ist keine einfache Kameratasche, sondern eher eine Art platzsparender Kameraschutz, der in Verbindung mit Eurem Kameragurt zur tragbaren Tasche wird. Und wenn Ihr die Kamera nutzt, wandelt sich die Tasche in eine Polsterung Eures Gurts.

Die Tasche schützt nicht nur vor Stößen und Staub, sondern ist auch wasserressistent. Das System klingt so simpel wie parktisch. Die Tasche inkulusive Gurt kostet für Frühbucher*innen auf Kickstarter 79 €, später dann 99 €. Die Kampagne läuft nur noch heute wenige Stunden.

Mann mit Rucksack

Kamerarucksäcke von Compagnon

Die Firma Compagnon bringt drei neue Rucksäcke in verschiedenen Größen auf den Markt. Die Taschen wurden in Deutschland entwickelt und bestehen aus wasserdichtem X-Pac-Segel-Laminat. Sie haben Platz für Eure Technik, aber auch ein Laptopfach und ein Tagesfach für weiteres Gepäck.

Sie bieten jede Menge versteckte Funktionen und Stauraum für Kleinigkeiten wie SD-Karten und Ähnliches. Die Preise beginnen auf Kickstarter bei 119 €.

kamera

YASHICA absolute – [Novella]

Die Firma Yashica ist sicher den meisten ein Begriff. Die alten Point-and-Shoot-Modelle aus den 80er Jahren werden nach wie vor gern genutzt. Nun bringt die Firma die Klassiker neu heraus. Nachdem die erste Kampagne im Sommer auf Indiegogo mit der Neueinführung der MF-1 so erfolgreich lief, folgt nun die zweite auf Kickstarter.

Dieses Mal geht es um das Modell MF-2, es handelt sich dabei um eine automatische Kompaktkamera mit 35-mm-Objektiv und Blende f/3.8. Die Kamera kostet auf Kickstarter 78 €. Gleichzeitig kündigte die Firma im Mai eine dritte Kampagne für eine 35-mm-TLR-Kamera an.

 

Hat Euch eines der Projekte überzeugt? Schreibt doch in die Kommentare, wenn Ihr eins mitfinanziert.


6 Kommentare

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  1. Die Bücher sind sehr spannend.
    Bei Compagnon musste ich mal wieder über das Marketing grinsen „:… in Deutschland entwickelt…“ Will heißen, in China produziert.
    In der Tat versuchen wir unseren China-Konsum aus Gründen der Nachhaltigkeit, der erpresserischen Politik und Missachtung der Menschenrechte deutlich zu minimieren.

    • Das sehe ich auch so. Wir haben China (und auch Amazon, Google, Facebook, auch Airbnb und Uber etc.) groß gemacht und sollten uns vielleicht besser ein wenig von denen lösen.

      Es gibt einen riesigen Gebrauchtmarkt für Analogkameras. 645er Mittelformatkameras von Fujifilm kosten nur noch 300 Euro (Bronica RF oder Mamiya 7 oder Plaubel Makina allerdings immer noch deutlich mehr), alte SLRs kosten sogar nur zwischen 20 und 200 Euro. Da muss man eigentlich keine neu produzierten Kameras kaufen.

  2. Danke erstmal für die Artikelvorstellungen !
    Mittlerweile empfinde ich die Selektierung am Markt als äußerst schwierig. Ist bisschen schlimm auch schon schlimm genug? Und wo fängt´s an? Der Bogen kritischer Betrachtung reicht von AMAZON bis China. Man kann das überspitzt auch durchdeklinieren bis zur heimischen Fleischproduktion. Die Frage, „Brauche ich genau das Produkt tatsächlich?“, geht dabei meist in die 2.-3. Reihe. Denn sind einmal die Begehrlichkeiten geweckt, treten die Hintergründe der Herstellung doch allzu gerne noch weiter in den Hintergrund.
    Was mir tatsächlich richtig gut gefällt, ist das Buch von Arnis Balcus.