27. November 2019 Lesezeit: ~15 Minuten

Red Bull Illume 2019 – Die Gewinner

Warum ich die Gewinnerbilder des Wettbewerbs Red Bull Illume immer wieder gern auf kwerfeldein zeige, ist einfach erklärt. Er vereint zwei unglaubliche Leistungen: Zum einen die fotografische und zum anderen die sportliche. Diese Kombination macht den Wettbewerb so besonders.

Jeder Fotograf hat zu seinem Bild eine kurze Entstehungsgeschichte geschrieben. Zudem habe ich Euch unter den Bildern die Exif-Daten vermerkt, was ich sonst standardmäßig nicht tue, denn normalerweise spielt es keine Rolle. Doch viele dieser Aufnahmen sind so akkurat geplant und benötigen ein hohes technisches Wissen, dass ein Blick auf die verwendete Technik und die getroffenen Einstellungen durchaus interessant ist. Aber verliert beim Blick darauf nicht die unglaublichen Ergebnisse aus den Augen!

Gesamtsieger

Surfer in einer Welle Unterwasser

© Ben Thouard Canon EOS-1DX II + Canon 14 mm, ISO 400, f/7.1, 1/1250 s

Ich habe mich in den letzten Jahren Unterwasseraufnahmen gewidmet, um nach neuen Perspektiven und einer neuen Methode zu suchen, Wellen und Surfen zu fotografieren. Unterwasser zu fotografieren, ist eine ganz neue Welt und ich liebe es! Tahiti hat eines der klarsten Gewässer der Welt, daher war es für mich einfach, dort die Möglichkeiten zu erkunden.

Dieses Foto wurde während einer Freesurf-Session kurz vor der WSL Men’s Championship Tour in Teahupo’o aufgenommen. Zu sehen ist Ace Buchan, der durch die Welle aus dem Tunnel tritt – eine Technik, um einer Welle, die sich gerade schließt, zu entkommen. Zum Glück war ich genau darunter, ganz außer Atem wartete ich mit meinem Unterwassergehäuse auf den Moment und konnte die gesamte Sequenz festhalten. Diese Aufnahme ist vom Beginn der Sequenz und die kraftvollste, durch das Wasser um sein Gesicht und seinen Körper.

Best of Instagram

Mountainbiker auf Beton von oben

© Baptiste Fauchille
DJI Mavic Pro, ISO 100, f/2.2, 1/3700 s

Wir waren ein Team, das sich auf den Weg zur allerersten Reise der neuen BMX-Bekleidungsmarke machte: „Unicorn, we are legends“. Wir reisten mitten im Sommer fünf Tage lang durch verschiedene Orte in verschiedenen Städten. Es war eine Reise mit Freunden und gleichzeitig mit einem geschäftlichen Auftrag.

Dieses Foto wurde an der BMX-Bowl in Fillinges gemacht. Ich erinnere mich, dass es so wahnsinnig heiß war wie selten in den Alpen. Als ich vor Ort ankam, war mein erster Gedanke, ein Video aus der Vogelperspektive mit der Drohne zu machen: Der Plan war es, dass der Fahrer eine Schleife fährt. Dann fiel mir auf, wie sauber diese Bowl war: keine Tags, kein Staub. Ich konnte den Fahrer und seinen Schatten gut hervortreten lassen. Für die Aufnahme habe ich Alex Bibollet gebeten, das zu tun, was er am besten kann und den Moment verewigt!

Creative

Radfahrer mit Rad als Eisstatue

© Denis Klero
Nikon D810 + 24–70 mm f/2.8, ISO 80, f/10, 1/125 s

Die Trendberichte des letzten Jahres haben gezeigt, dass die Social-Media-Community, sobald der erste Schnee fällt, vor Aufregung platzt und sofort Videos und Fotos mit den ersten Schneeflocken des Jahres teilt. Ich wollte den Trend nicht verpassen und fing an, an einem Konzept zu arbeiten, um den Wechsel der Jahreszeiten zu zeigen.

Um die Aufmerksamkeit der Social-Media-Welt auf sich zu ziehen, musste es etwas sein, das die Menschen anhält. Aus diesem Grund entwickelte ich das Konzept für eine Serie von drei Hauptbildern mit einigen unterstützenden Detailaufnahmen, die visuell stark und der Welt von Red Bull eigen sein mussten. Dieses Bild mit Pavel ist eines davon.

Emerging

Radfahrer über rauchendem Boden mit Spiegellung

© Jb Liautard
Canon EOS-1D X II + EF 16–35 mm f/2.8 L II USM, ISO 640, f/5.6, 1/80 s

Zwei Dinge, die ich liebe zu fotografieren, sind Silhouetten und Reflexionen, also wollte ich beides für eine lange Zeit in einem einzigen Bild verwenden. Nach vielen Zeichnungen wusste ich, was ich wollte, aber ich brauchte sechs Monate, um die perfekten Bedingungen und die passende Idee zu bekommen.

Jeremys Trail ist ein Kunstwerk und dieser Sprung ist definitiv ein Highlight. Ich wusste, ich wollte das Bild von der Seite aufnehmen und dieses Spiegelbild bekommen, aber es war zu dieser Jahreszeit wirklich trocken und natürlich gab es kein Wasser.

Als ich eine Schubkarre bei den Sprüngen herumstehen sah, hatte ich die Idee, sie mit Wasser zu füllen, um einen Spiegel zu schaffen. Da wir an diesem Tag keinen Wasserschlauch hatten, musste ich mit Wasserkanistern zu einem kleinen Graben an der Straße fahren. Nachdem ich am Nachmittag viel Zeit damit verbracht hatte, die Schubkarre zu reparieren und das Wasser zu reinigen, war mein Spiegel endlich bereit für die abendlichen Aufnahmen.

Wir hatten das Glück, dass uns ein paar Freunde in dieser Nacht mit dem Feuer halfen und den Rauch nach Bedarf regulierten. Der schwierigste Teil lag bei Jeremy, der den Trail fast blind fahren musste. Nachts zu fahren ist wirklich beängstigend und ich kann den Athleten nicht dafür genug danken, wenn sie unter solchen Bedingungen arbeiten. Nach ein paar Versuchen erhielten wir dieses Foto, so wie ich es mir von Anfang an vorgestellt hatte. Es war ein großartiges Gefühl, endlich das Bild auf der Rückseite meiner Kamera zu sehen, das ich schon monatelang in meinem Kopf hatte.

Innovation

Radfahrer fährt durch eine Pfütze

© Laurence Crossman-Emms
Canon 5D III + Canon 16–35 mm f/2.8 L II, ISO 200, f/4.5, 1/2000 s

Blaenau Ffestiniog wurde einmal als der feuchteste Ort in Wales beschrieben und das ist keine Übertreibung. Selbst, wenn die Sonne scheint, sind die Pfützen zahlreich. Ich habe mich immer von ihnen angezogen gefühlt, wenn sie von einem Fahrrad in voller Geschwindigkeit durchfahren wurden.

Die Reifen von Katy Winton trennten dieses schlammige Meer perfekt. Die Kombination aus dynamischer Aktion und den seidenartigen Vorhängen ließ mich jedes Mal entschlossener werden. Es gibt immer Herausforderungen, wenn man Fahrräder und Wasser aus nächster Nähe fotografiert: Nicht überfahren und nicht nass werden.

Das Konzept hatte ich immer im Hinterkopf, aber es war schwierig, den perfekten Ort zu finden und es an das Wetter und die ausreichende Tiefe der Pfütze anzupassen. Dieser atemlose Tag in Antur Stiniog mit Katy erwies sich als ideal. Man weiß nie, wie Wasser reagiert, wenn man mit Gewalt darauf trifft. Manchmal übertreffen dann aber die Ergebnisse die Erwartungen. Dies war eine dieser Situationen.

Lifestyle

Bergsteiger*innen ruhen sich auf einem Vorspung aus

© Alexander Wick
Sony A7r II + Sony 24–70 mm f/2.8 gm, ISO 100, f/5.6, 1/640 s

Zusammen mit meinen Jungs Phil und Chris habe ich eine Klettertour an der Westküste der USA gemacht. Natürlich war der Yosemite-Nationalpark ein Muss, deshalb haben wir unsere sehr bescheidenen europäischen Fähigkeiten im Rissklettern an der Salathé-Wand am El Capitan sofort unter Beweis gestellt. Ein Aufstieg, von dem ich schon lange geträumt hatte.

Die Erstbesteigung war seinerzeit ein Meisterwerk und der Zeit weit voraus. Der Kletterer und Fotograf Tom Frost gehörte damals zu einem dreiköpfigen Team. Sein Foto von selbigem Aufstieg ist einfach atemberaubend. Das Foto von Royal Robbins, der ein Nickerchen auf dem Felsen El Cap Spire macht, ist eins meiner Favoriten.

Deshalb wollte ich den alten Meistern Anerkennung zollen, sobald wir dort angekommen sind würden. Als wir hinter einer anderen Gruppe auf dem El Cap Spire stecken blieben, nutzte ich den Moment und machte dieses Foto, als die Jungs und unser neuer Freund Luke tatsächlich ein Nickerchen machten.

Nicht mit alten Hanfseilen und Leinentaschen wie 1961, sondern mit modernem Nylon und Dyneema. Kein unbekanntes Terrain, sondern eine bekannte und etablierte Route. Sich inmitten eines Granitmeeres ausruhen: wahrscheinlich fast so erstaunlich wie damals.

Masterpiece

Radfahrer spingt auf einer Allee

© Lorenz Holder
Phase One + Schneider Kreuznach LS240, ISO 400, f/5.6, 1/800 s

Das erste Mal sah ich diesen Ort, als ich Game of Thrones schaute. Die reine Magie, die diese Straße in mir auslöste, überwältigte mich. Erst dachte ich natürlich, es wäre etwas mit CGI Gemachtes, doch nach ein bisschen Recherche fand ich heraus, dass dieser Ort tatsächlich so in Nordirland existiert. Ein Jahr später stand ich dann dort mit Senad Grosic und versuchte, einen Bunny Hop Tailwhip mit der Kamera aufzunehmen.

Früh am Morgen, als die ersten Sonnenstrahlen auf die Straße schienen, schafften wir eine echt coole Aufnahme, doch irgendwie wusste ich, dass dieser Ort mehr Potenzial hatte. So entschieden wir, noch ein paar Tage länger zu bleiben und auf Regen oder Nebel in der Luft zu warten, um mit einem Blitz von hinten einen weißen Hintergrund zu schaffen, der Senad hervorheben und den Fokus mehr auf seine Aktion legen würde.

Der Regen kam an unserem letzten Tag. Ich erinnere mich noch immer an die Gänsehaut, die ich hatte, als ich das Bild, das auf meinem Kamerabildschirm auftauchte, sah. In diesem Moment fühlte ich dieselbe Magie, die ich auch verspürt hatte, als ich zum ersten Mal Game of Thrones schaute.

Playground

Skateboarder springt in einer surrealen Szenerie

© Lorenz Holder
Canon 5D IV + Canon 70–200 mm f/2.8 L USM, ISO 2.500, f/8, 1/800 s

Das Ouse Valley Viaduct ist eine ziemlich coole alte Eisenbahnbrücke im Süden Englands. Wenn man sich von der Seite nähert, kann man das Geheimnis, das diese Brücke zu bieten hat, nicht wirklich erkennen, aber wenn man unter einen der Bögen geht, kann man seinen Augen kaum trauen. Man findet sich an einem Ort wieder, der leicht im Film Inception sein könnte. Die Bögen erzeugen einen sehr surrealen visuellen Effekt – wenn man ein Bild aufnimmt, versteht man nicht, ob man auf etwas herabblickt oder ist zumindest sehr verwirrt über das, was man sieht. Diese Tatsache hat mich umgehauen, aber auch, dass dies ein ziemlich guter Ort zum Skateboarden war.

Als ich Vladic ein Bild des Viadukts zeigte, war er Feuer und Flamme, es auszuprobieren. Um ehrlich zu sein, es war sehr schwer zu fahren und Vladics Aussage, die mir in Erinnerung blieb, lautet: „Das ist so knifflig, wenn mein sich Gehirn im Übergang runterbewegt, bewegt sich mein Körper schon wieder hoch – es wird schwierig, hier etwas hinzubekommen.“ Ein paar Stunden später, als sein Gehirn und sein Körper zusammenkamen, landete er diesen Kickflip, während die Sonne genau im richtigen Winkel stand.

Raw

Mountainbiker unter einer Sonnenfinsternis

© Noah Wetzel
Canon EOS 5D III + Canon EF 16–35 mm f/4 L IS USM, ISO 1.600, f/4, 2.5 s

Nach wochenlangen Vorbereitungen und kreativen Überlegungen belud ich meinen Subaru und fuhr im August 2017 Richtung Norden nach Wyoming, um die totale Sonnenfinsternis zu erleben. Einige Tage vor dem Ereignis traf ich die Sportler Chris Brule, Evan Grott und Blake Sommer. Das Bildziel war, mit der kameraeigenen Doppelbelichtungsfunktion die Sonnenfinsternis einzufangen und Mountainbiking zur Geltung zu bringen – ein sehr komplexer Vorgang.

Am Morgen beluden wir uns mit Lichtstativen, starken Blitzen, zusätzlicher Kameraausrüstung und zwei Magnumflaschen Champagner, um anschließend feiern zu können. Nachdem wir das erste Bild während der zweiminütigen totalen Finsternis im Kasten hatten, konnten wir nichts weiter tun als die Mittagssonne abzuwarten, um in der Abenddämmerung dann die zweite Belichtung aufzunehmen.

Leider wusste ich nicht, dass ich vor vier Wochen zuvor beim Fliegenfischen die Blitzschuhverbindung meiner Kamera beschädigt hatte, sodass ich keine Blitze mehr auslösen konnte. Unsere einzige verbliebene Möglichkeit erforderte, dass Chris Brule in nahezu völliger Dunkelheit um 21 Uhr die richtige Stelle treffen würde, sodass ich die Kamera auf 2,5 s Belichtungszeit setzen, die Blitze manuell feuern und so Chris im Sprung einfrieren könnte.

Nur knapp dem völligen Scheitern entronnen, tranken wir Champagner in der Dunkelheit – mit Ehrfurcht vor der totalen Sonnenfinsternis und dankbar dafür, dass wir etwas Besonderes hatten einfangen können.

Wings

Paragleiter an einem Heißluftballon

© Philip Platzer
Nikon D4s + Nikon 16 mm Fisheye, ISO 320, f/6.3, 1/2000 s

Zusammen mit dem Red-Bull-Skydive-Team machte ich in 2016 dieses verrückte Projekt namens „Megaswing“. Nach der Aufgabenverteilung wusste ich schon, dass das wirklich knifflig werden würde: Zwei Heißluftballons, an einem ein langes Seil und der andere, um von dort aus mit der Schaukel abzuspringen, und natürlich noch der Skydiver mit seinem Fallschirm, der sich später entfalten können musste.

Nach den ersten paar Sprüngen wurde mir klar, dass ich nicht den perfekten Schuss bekommen würde, wenn ich einfach aus dem Inneren des Korbes schieße, aus dem der Skydiver herausspringt. Glücklicherweise hatte ich mein Einbeinstativ im Auto und ein paar Funkauslöser dabei. Meine Lösung, um den richtigen Winkel zu finden, bestand darin, die Kamera, die ich an meinem Einbeinstativ befestigt hatte, möglichst tief unter den Korb zu halten und darauf zu hoffen, den perfekten Bildausschnitt zu bekommen.

Zudem bat ich Marco Fürst, sich etwas in meine Richtung zu drehen, sodass ich nicht ur seine Rückseite aufnehmen würde – so erhielt ich auch diese spielerische Stimmung im Bild. Am Ende war es der letzte Versuch, der zu diesem tollen Ergebnis führte.

Moving Image

© Rupert Walker
GoPro 4 auf einer Drohne, ISO 400, f/5.6, 1/50 s, 25 fps

Diese Aufnahme zeigt Brandon Semenuk und Ryan Howard, die eine von Revel Co. speziell konzipierte und aufgebaute Slalomstrecke runterfahren. Die Idee war, erst Brandon Semenuk allein, dann Ryan Howard auftauchen und Brandon wieder verschwinden zu sehen und diesen fliegenden Wechsel mehrmals durchzuführen.

Besonders herausfordernd war, dass der FPV-Drohnenpilot Jonny Durst äußerste Präzision forderte und es während dieser Aufnahme sehr heftig regnete, was dazu führte, dass die Strecke fast nicht mehr befahrbar war. Wegen der Feuchtigkeit war die Strecke viel langsamer zu befahren als erwartet und die Sportler hatten Mühe, ihr Bestes zu geben.

Die Crew hatte alle Hände voll zu tun, mit Propanbrennern und Schaufeln die nassen Stellen zu trocknen und weiche Stellen auszugraben. Mit harter Arbeit von allen, einem soliden Plan und einer großartigen Koordination zwischen dem Drohnenpiloten und den Sportlern gelang es aber am Ende.

 

Vielleicht ist Euch auch aufgefallen, dass die Sportler*innen beim diesjährigen Wettbewerb vorrangig Radprofis sind. Das hat mich zumindest etwas irritiert, denn es gibt so viele spannende und fotogene Sportarten. Es scheint tatsächlich ein Zufall zu sein, denn im Buch zum Wettbewerb sieht man alle nominierten Aufnahmen, dort finden sich dann auch viele andere Sportarten wie Parkour, Tauchen, Kayakfahren, Slacken und Skifahren.

Auch unter den finalen Aufnahmen im Buch: Fotografinnen. Denn die prämierten Bilder stammen ausschließlich von Männern. Ich hoffe, dass sich im nächsten Wettbewerb auch wieder einige Fotografinnen* durchsetzen können. Einen Einblick in alle Nominierten gibt es auf der Webseite von Red Bull Illume.

Wie gefallen Euch die Gewinnerbilder?

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22 Kommentare

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  1. Im Grunde geht´s bei sowas halt auch um die Masse an „Likes“. Es ist eine Form von Bombastwerbung. Die überwiegend spektakulären Fotografien, auch die der Nominierten, erscheinen vom Aufwand her immens, und sind von der technischen Umsetzung sicherlich herausragend. Ich für meinen Teil muß allerdings immer wieder feststellen, dass mich sogenannte „Siegerfotos“ quer durch alle dieser Wettbewerbe nur sehr selten ansprechen und berühren. Und das offensichtliche Ziel dahinter vergällt mir auch die Anerkennung.

  2. Die Zeiten, in denen mich solche Fotos beeindruckten, sind lange vorbei.
    Einzig bleiben bei mir die Fragen beim Betrachten: Wie wurde das Bild gemacht ? Welche Manilpulationen stecken drin?
    Aber wirklich interessieren mich die genauen Antworten auch nicht: Ist nicht meine Welt der Fotografie…

  3. Natürlich sind die Fotos auf den ersten Blick beeindruckend. Red Bull steht allerdings nicht vor allem für gute Fotografie, sondern ist ein extrem zweifelhaftes Unternehmen. Wie FRITTENBUDE in „Die Dunkelheit darf niemals siegen“ schon sagt: „Red Bull – die AFD unter den EnergyDrinks“.
    Aber nicht nur politisch ist das ein Laden, mit dem ich nichts zu tun haben will… Weiß man ja aber auch. Und solch ein Fotowettbewerb ist nicht mehr als eine gut maskierte Werbeaktion.
    Ich fände es cool, wenn Kwerfeldein Haltung zeigen würde und auf unkritische Berichterstattung verzichten würde.

  4. Kunst hat überhaupt nichts mit politischer Korrektheit zu tun. Nicht mal mit gutem Geschmack. Ob die Fotos gut sind oder Kunst sind, ist noch einmal eine ganz andere Frage. Aber die Diskussion hier geht in die völlig falsche Richtung.

    • Ob etwas Kunst ist, kann per Definition nur der Schaffende sagen. Ein Werk aus seinem Kontext zu lösen und die politischen Absichten des Veröffentlichenden zu ignorieren ist brandgefährlich.

      • per deiner Definition, brandgefährlich sind solche Menschen, die Kunst nur dann als solche akzeptieren, wenn der oder die Schaffende in ihr Weltbild passt. Wir hatten in Deutschland schon zwei solcher Systeme, ein drittes Mal braucht es das nicht. Und wenn die Bilder mir noch so gut gefallen, werde ich mir nie ein Red Bull kaufen oder gar trinken.

      • @Elli
        „…per deiner Definition, brandgefährlich sind solche Menschen, die Kunst nur dann als solche akzeptieren, wenn der oder die Schaffende in ihr Weltbild passt…“

        Wenn das Weltbild des Schaffenden, aber auch des Verlegenden menschenverachtend ist und eine deutliche entsprechende Parteinähe hat wie RedBull, finde ich es mehr als unangebracht, deren Aktivitäten unkritisch weiterzureichen.

      • Er hat wohl mehr für Menschen konkret gespendet z.B. Wings for Life, als die, die ihn wegen vielleicht konservativer Anschauungen in die Naziecke stellen wollen und ihn als menschenverachtend beleidigen nur weil er vielleicht nicht in ihr extremes Weltbild passt. Menschen sehen inzwischen in anderen oft nur noch den Feind! Namste

      • @Elli – Du sympathisierst da mit einer Haltung, die so gar nicht meine ist. Und nein, ich habe kein „extremes Weltbild“. Ich finde nur, dass Demokratie eine gute Idee ist und es keinen Grund gibt, Menschen per Herkunft, Aussehen oder sonstwas in Schubladen zu stecken.
        Entweder weisst Du mangels Informationen gar nicht, über wen Du hier sprichst, oder hängst einem Weltbild an, das ich aus vielen Gründen nicht teilen kann und möchte.
        Falls (hoffentlich) ersteres der Grund sein sollte, google doch bitte seine Umgehensweise mit seinen Angestellten – auch bei ServusTV (gehört ihm auch und ist der Haussender der österreichischen Rechtsaußen-Fraktion), seine Zitate zum Umgang mit Flüchtlingen, seine Sympathie mit Trump, und und und…

      • @rafael Du bist von diesem RECHTS-LINKS Virus infiziert, von diesem Schubladendenken. Befreie Dich davon, in jedem Menschen steckt Gutes und Böses. Sieh das Gute und das Gute wird stärker. Ich hänge keinem Weltbild an, Du hast ein Weltbild, Du bist erstarrt. Befreie Dich davon! Betrachte einfach die Bilder, ich finde sie fantastisch. Vor allem das Bild mit der Sonnenfinsternis. Es ist so ein fantastisches Erlebnis. Du fühlst Dich so klein, Du wirst demütig, Du erkennst dass der Mensch NICHTS ist im Universum und das Du dankbar sein musst für jeden schönen Augenblick. Wenn Du Hass auf jemanden empfindest bist Du mit Dir nicht im REINEN. Du bist ein Gefangener, befreie Dich, das wünsch ich Dir von ganzem Herzen. Namaste!

      • Elli, Du schreibst von Demut und Dankbarkeit für den kleinen Moment, den wir hier das Leben erleben dürfen. Bis dahin bin ich ganz bei Dir.
        Du allerdings setzt Dir dazu pseudo-esoterische Scheuklappen auf. Und während Du Dich in Deiner Eso-Wohlfühl-Zone zufrieden räkelst, werden um Dich herum unfassbar üble Fehler wiederholt, die mich schaudern lassen. Es werden schon jetzt ganz konkret viele Menschenleben bedroht – nicht nur virtuell sondern ganz real. Wenn nicht eine Mehrheit imstande ist, wachen Auges und im besten Sinne kritisch zu beobachten, was da vor sich geht, wiederholen wir zwangsläufig unsere Geschichte.

      • Vielleicht hast du mich missverstanden (oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt), weil ich verstehe nicht so ganz, was ich geschrieben haben könnte um diese Reaktion auszulösen. Meine Antwort bezog sich auf das von Ulrich Reiff Geschriebene und sollte an sich nur zum Ausdruck bringen, dass die Fotos an sich ja nicht von Red Bull sind… Nicht mehr.

      • Ich möchte hier niemanden anmachen. Ich dachte auch, Dein Kommentar bezöge sich auf mich. Meine Meinung, dass man die Tätigkeiten und Haltung des Verlegers/Initiators nicht einfach von den Werken trennen sollte, ändert das allerdings nicht. Ich kann Riefenstahl-Fotos auch nicht einfach aus deren Kontext lösen.

  5. Ich habe diesen Artikel etwas sacken lassen. Und bin irgendwie hin und her gerissen, ob man Red Bull zeigen sollte oder nicht.
    Was mich aber freut, sind die Kommentare und das zeigt, dass es Menschen gibt, die hinter das Bild schauen.
    Vielleicht aber sollte man solche Bilder zukünftig neutral zeigen und so etwas wie eine Bildbesprechung daraus machen. Die Kommentare zeigen ja, das solches im Gegensatz zu mach anderen Foren hier möglich ist.
    Ansonsten zu Red Bull: Ich lehne persönlich auch solche Bilder ab. Denn den Machern von Red Bull ist das Wohl und die Sicherheit der dargestellten Motive egal. Es muss immer grenzwertig sein und diese Grenzwertigkeit war schon mehrfach tödlich. Und ein solch hohes Risiko ist kein Bild der Welt wert. Aber es spiegelt einmal mehr die Menschenverachtung, die der Inhaber von Red Bull an den Tag legt. Wenn er spendet, dann gehört das zum Werbeetat und zur Verbesserung der Steuerlast. Denn wie kann man den einen lieben udn den anderen hassen.
    Inhaltlich steht der Inhaber auch im krassen Gegensatz zum Gründer von Kwerfeldein, Martin Gommel. Seine Bilder sind meine persönlichen Lieblingsbilder, er macht sie mit erheblichen Aufwand und riskiert damit seine Gesundheit und vielleicht sogar sein Leben, denn er wird genau aus der rechten Ecke bedroht.