18. Oktober 2019 Lesezeit: ~4 Minuten

Lavazza Kalender 2020 – David LaChapelle (Anzeige)

Francesca Lavazza gehört zur vierten Generation des Familienunternehmens Lavazza. Sie steht auf der Bühne der Berlin Photo Week und fragt in die Runde, wie wir uns ein italienisches Werbefoto Anfang der 90er Jahre vorstellen. Im nächsten Atemzug beantwortet sie die Frage selbst: Eine klassische Familie, eine Hausfrau, viele Kinder. Ja, das waren in der Tat die Bilder, die ich als Antwort im Kopf hatte.

Lavazza ging jedoch einen anderen Weg. Das Kaffeeunternehmen brachte 1993 einen Kalender heraus und engagierte für die Aufnahmen Helmut Newton. Er inszenierte Frauen nicht brav und kinderhütend, sondern selbstbewusst und sexy in Cafés sitzend. Gewagt für die Zeit, aber wirkungsvoll.

Der Kalender gewann schnell Kultstatus und das Vertrauen der Fotograf*innen. Nachdem 1994 nochmals Helmut Newton die Fotos erstellte, konnte Lavazza für die darauffolgenden Nummern weitere Künstler*innen gewinnen: Ellen von Unwerth, Albert Watson, Elliott Erwitt, Erwin Olaf, Annie Leibovitz, Martin Schoeller, Steve McCurry, PLATON und Ami Vitale, um nur einige wenige zu nennen.

Dabei ging Lavazza bei der Themen- und Motivwahl immer mit der Zeit: Um die Jahrtausendwende herum stand nicht mehr die Erotik im Mittelpunkt, sondern der Kaffeekult selbst und die künstlerische Kreativität. 2015 setzte Steve McCurry einen weiteren wichtigen Fokus auf den Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Er portraitierte die sogenannten „Earth Defenders“ – alltägliche Held*innen, die sich für soziale Projekte in ihrer Region stark machen.

Auch der neue Kalender 2020 steht zeitgemäß wieder ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit unter dem Titel „Earth CelebrAction“. Der amerikanische Fotograf David LaChapelle erzählt in zwölf Motiven eine Bildergeschichte über die Schönheit der Erde. Das Fotoprojekt ist der Versuch, die Verbindung zwischen Mensch und Umwelt auf eine künstlerische Art darzustellen.

Frau auf Felsen mit einem Kleid, das nach Feuer aussieht

Mann vor einem Meer greift nach einem SternFrau fängt Kaffeebohnen

Die Arbeit am Lavazza-Kalender „Earth CelebrAction“ war für mich eine ideale Gelegenheit zu einer imaginären Reise durch ein idyllisches Paradies, in der Mensch und Natur harmonisch koexistieren. Ich bin dankbar für die völlige Ausdrucksfreiheit, die mir von einem Unternehmen ermöglicht wurde, das ich respektiere und das wiederum den Planeten respektiert.

Dass der Kalender ganz LaChapelles Werk ist, sieht man den Fotos ohne Probleme an: bunt, ästhetisch, surreal und malerisch schön. Hier und da auch etwas übertrieben mit einem Augenzwinkern versehen. LaChapelle erzählt eine symbolische Geschichte, die die klassischen Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde mit Menschen in Naturszenarien zusammenführt. Sein Ziel ist es, den Menschen die tiefe Beziehung, die sie mit ihrer Umwelt verbindet, bewusst zu machen und die wechselseitige Abhängigkeit aller Lebewesen zu verdeutlichen.

Mann mit Kaffeekranz trinkt Kaffee

Der Fotograf arbeitet zum dritten Mal für den Kalender mit Lavazza zusammen und nahm die diesjährigen Motive in seiner Wahlheimat Hawaii auf. Hierhin zog er sich 2006 zurück, als er sich von der Werbefotografie verabschiedete und plötzlich von der Bildfläche verschwand. Damals war er einer der bestbezahlten Fotografen der Welt. Doch er wollte ein anderes Leben ausprobieren, sich reflektieren.

Auf diese Weise fand LaChapelle selbst zurück zur Natur und zu sich. Eine Entwicklung, die die Firma Lavazza selbst durchlaufen ist. Wie wichtig Francesca Lavazza das Anliegen ist, wird bei ihrem Vortrag deutlich. Und am Ende verabschiedet sie sich nicht mit Werbesprüchen von der Bühne, sondern mit einem Appell an das Publikum: „Taking care of the future is an art.“

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4 Kommentare

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  1. Off topic: meine Nachbarin heißt Daisy Lachapelle, fast derselbe Name ;-)

    Die Bilder: großartig. Ich bin kein David Lachapelle Fan, aber seine Bilder sind sehr gut, ohne Zweifel.

    In Sachen Kaffee waren ja eben auch schon andere unterwegs, neben den genannten Fotografen auch der Brasilianer Salgado.

    Das Problem bei der gesamten Kaffeekultur ist leider, dass man hier wie sonst wohl nirgends sieht, wie die ehemals „Dritte Welt“ genannten Gegenden ausgebeutet werden. Der Kaffee wird dort lediglich angebaut und geerntet, aber nicht einmal geröstet, gemahlen oder verpackt, geschweige denn vermarktet und verkauft (in manchen Ländern für vier bis fünf Euro pro Tasse). Der gesamte Wertschöpfungsprozess wurde in Länder wie Holland, Belgien oder Deutschland verlegt, nur das Rohmaterial kommt noch aus Afrika, Lateinamerika oder Asien.

    In Deutschland oder England kann ich besseren Kaffee kaufen als in Haiti, wo er produziert wird – und dazu noch viel preisgünstiger.

    (Genau so ist das, nebenbei gesagt, auch mit Zucker, Reis, Mais, Mangos etc.)

    Irgendwie kommt da sowas wie „Kaffeescham“ auf, wenn ich mir morgens eine Tasse gönne. Ich bin nicht gläubig, aber mich erinnern solche Strukturen an das theologische Konzept der Erbsünde. Egal, wie man lebt, man ist in unserer heutigen Welt immer ein Sünder, kommt aus diesen Strukturen nicht heraus, leider.

  2. „Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Anzeige.“ Leider nicht wirklich weil dieser Kalender nur an ausgewählte Kunden verteilt wird :( Macht ein italienischen Reifenhersteller ja leider auch so… Dabei würde ich mir glaube ich beide im Abo holen.