Mehrfachbelichtung einer Wildblumenwiese
02. August 2019

#instakwer #64

Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen. Nachmittags waren wir Kinder ständig draußen unterwegs: Im Garten, auf den Feldern und im Wald haben wir gespielt, Hütten und Höhlen gebaut, stundenlang auf den Fahrrädern die Gegend erkundet oder an heißen Sommertagen einfach nur zum Soundtrack der Heuschrecken im hohen Gras liegend in den Himmel gestarrt, während die Zeit verstrich.

Als ich älter wurde, die Schultage länger, die Hausaufgaben mehr und auch die digitale Welt ein Ding wurde – ich erinnere mich daran, wie ich die ersten Blogs las und mich in Chats herumtrieb – war ich immer weniger im Grünen unterwegs. Nach der Schulzeit zog ich zum Studieren und Arbeiten in eine Großstadt.

Jetzt lebe ich wieder dörflich und bin der Sehnsucht gefolgt, nicht nur von einer Großstadtwohnung im ersten Stock endlich in ein Haus zu ziehen, sondern dahinter auch in einen Garten stolpern zu können. Es ist allerdings gar nicht so einfach, aus dem urbanen Leben wieder ein naturverbundenes zu machen, wenn die beruflichen Pflichten einen gewohnheitsmäßig an die Tastatur binden.

Heißen und erst recht extrem heißen Sommern kann ich zwar nichts abgewinnen, allerdings zwingen mich die Tage und Wochen, die auch meinen Garten ausdörren, dann doch dazu, immer wieder eimerweise das Regenwasser aus den Regentonnen an die bedürftigsten Gewächse im Garten zu verteilen. Am Ende habe ich Kratzer von den wilden Rosenbüschen, bin verschwitzt und schmutzig.

Und auch inspiriert, noch viel mehr Zeit im Garten zu verbringen. Die Obstbäume und die Thujahecke zu stutzen. Die Tulpen auszugraben und zu verschenken. Den hässlich gerade verlaufenden Betonweg auszuheben. Eine Wildblumenwiese anzulegen. Einen neuen Zaun mit Durchlässen für die Igel zu ziehen. – Schlägt Dein Herz auch fürs wilde Grün?

Ihr möchtet selbst ein Bild einreichen? Dann nutzt auf Instagram den Hashtag #instakwer und vielleicht seid Ihr schon beim nächsten Mal mit dabei.

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