08. März 2019

#instakwer #53

Zum Weltfrauentag zeige ich heute im instakwer ausschließlich Bilder unserer Leserinnen. Eigentlich sollte das Geschlecht keine Rolle spielen, wenn es um die Fotografie geht. Die Bilder sollten zählen. Eigentlich. Als Herausgeberin eines Fotomagazins fällt mir jedoch immer wieder auf, dass Frauen in der Fotografie benachteiligt werden. Die Gründe habe ich ausführlich in diesem Artikel beschrieben.

Wahrscheinlich hättet Ihr nicht gemerkt, dass dieses Mal alle Bilder von Frauen stammen, wenn ich es nicht geschrieben hätte. Hier ist für mich auch der Knackpunkt, denn die meisten Magazine, Podcasts, Ausstellungshäuser, Verlage und so weiter bemerken ebenfalls nicht, wenn sie mehrheitlich Männern eine Präsentationsfläche bieten. Wichtig ist, sie darauf aufmerksam zu machen und selbstkritisch zu bleiben: Wie wähle ich selbst aus und wieso?

Zwei Gesichter

© @chronic_creative_weirdo; ebenso Titelbild

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27 Kommentare

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  1. ich mach mal den Ersten. Mir geht – nicht erst seit diesem Artikel – das Gejammere um die Benachteiligung von Frauen (nicht nur in der Fotografie) unglaublich auf den Geist. Unbestritten sind die (Arbeits)ergebnisse von Frauen – ebenfalls nicht nur in der Fotografie – mindestens so gut wie die von Männern. Der Punkt ist, sie verkaufen sich schlechter, „trommeln“ weniger und leiser. Sie vertreten ihre Arbeit zurückhaltender und weniger selbstbewusst. Das trifft natürlich nicht auf alle zu, aber, meiner Erfahrung nach, doch auf einen erheblichen Teil. Nun wird ja oft argumentiert, dass man für das gleiche Ergebnis auch die gleiche Gegenleistung (also Geld, Aufmerksamkeit, usw….) erhalten sollte. Diese Vorstellung halte ich für grenzwertig naiv. Ein gutes Arbeitsergebnis ist zweifellos nötig, aber mindestens genauso wichtig ist es, das Ergebnis und sich gut verkaufen zu können. Wer sich und sein Ergebnis nicht gut verkaufen kann, bekommt weniger, und das völlig zu Recht, finde ich. Ihm / Ihr fehlt eine wichtige (wenn nicht die wichtigste) Kompetenz. Nun liegt es an jedem Einzelnen sich diese Kompetenz anzueignen. Wer das nicht will oder kann, muss dann eben mit dem evtl. schlechteren Abschneiden leben. Niemand kann erwarten, dass andere auf die eigenen Defizite Rücksicht nehmen. Ich drücke es mal plakativer aus. Es ist nicht die Aufgabe der „Starken“ den „Schwachen“ zu helfen, sondern die Aufgabe der „Schwachen“ so lange und so viel zu üben, dass sie irgendwann zu den „Starken“ gehören. Das gelingt nicht jeder und jedem….das macht aber nichts, es muss nicht jeder überall mitspielen.

    • Kritik ist immer wichtig, eine (Be-) Wertung hingegen hilft selten. Ich denke, um diesem Thema gerecht zu werden, reicht die Betrachtung der Gegenwart längst nicht. Rollenklischees und -verständnisse resultieren ja aus kulturhistorischen Entwicklungen, die seit eh und je existieren. Was mit „der wichtigsten Kompetenz“ gemeint ist, erklärt sich mir auch nicht. Laut trommeln können und Ellenbogenmentalitäten sind für mich Ablenkungsversuche eigener Schwächen und keine Attribute von Kompetenzen. Vielleicht bekommt die Sache ja mal eine andere Färbung, wenn man nicht davon ausgeht, Frauen würden benachteiligt und unterbezahlt, sondern Männer bevorteilt und überbezahlt! Seht die Dinge mal geschlechtslos und frei von Machtansprüchen, und jeder beginnt im eigenen Viereck. Dann wäre viel erreicht.
      LG, Dirk

      • Hallo Dirk, klar, über das Thema kann man Bücher schreiben…:-). Ob man es gut findet oder nicht, ich denke wirklich, dass laut trommeln und Ellenbogenmentalität (mit) die wichtigsten „Kompetenzen“ sind, um zu bekommen was man will. Dass das auch Ablenkungsversuche in dem von dir beschriebenen Sinne sein können, wird niemand bestreiten. Das ist aber völlig in Ordnung, weil es zwingt ja niemand den „Abgelenkten“ das Spiel mitzuspielen. Wenn er es tut, passt es ja, weil dann bekommen beide Parteien anscheinend das was sie wollen. Hm, bevorteilt und überbezahlt? Derjenige der bezahlt, scheint ja der Meinung zu sein, dass das Ergebnis zur Bezahlung passt, sonst würde er´s nicht rausrücken. Wieviel eine Arbeit wert ist, entscheidet alleine derjenige der es bezahlt und sonst niemand. Klar weiß ich, dass es auch andere Ansätze gibt. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich die nie durchsetzen werden…:-).

    • lieber michael, das ist nietzsche für arme. man muss also brüllen lernen und die leisen töne verlernen. nun ja. Du teilst die welt in starke und schwache. das ist richtig aus der sicht des alles umfassenden kapitalismus. das ist die sicht des verkäufers, des dienstleisters. aber aus der perspektive von kunst ist das wahrscheinlich unsinn. sieh mir nach, dass ich so deutlich schreibe. doch genau das deutlich ist ja Dein argument.

      wenn jemand mich leise in gegenden führt, wo ich noch nie war und dann zeigt und sagt: sieh mal… dann ist das eine bereicherung. keine verarmung. wenn jemand nicht so ist und sich die welt macht wie ich, dann ist das eine bereicherung für mich.

      und sicher wäre es fein, wenn wir in einer welt lebten, wo das narrativ von polarität von benachteiligten und benachteiligerngar nichts mehr erzählen würde. aber mir scheint, jedenfalls was mein männlich geprägtes mindset anbelangt, der weg wirklich noch lang. und das „gejammere“ bereichert mich übrigens auch. sehr.

      • Die „America-First“-Denkensweise machts für jeden einfach, der Veränderungen fürchtet. Weltfrauentag fotografisch interpretiert, finde ich in einem Fotoblog sehr authentisch. Sowas birgt im Grund genommen nicht nur die Gelegenheit, über ein Thema nachzudenken, was sonst vielleicht eher nicht so präsent ist. Wirklich schön an sowas ist die Chance, über sich selbst im Bezug dazu nachzudenken. So zumindest verstehe ich sowas. Als Fotograf „sieht“ man die Welt doch im Abgleich mit sich selbst. Bilder, Themen, Fragen…das löst doch bestenfalls was aus!

      • Hallo Daniel, ich teile gerne aus und überspitze auch, deshalb hab ich überhaupt kein Problem damit, dass du mir so deutlich antwortest – ich kann auch gut einstecken…:-). Kunst ist in meinen Augen auch nur ein Geschäftsmodell (das muss nicht in Geld gemessen werden, Anerkennung, Schulterklopfen sind in dem Sinne auch eine Währung….), eine andere Intention konnte mir bis jetzt noch kein Künstler glaubhaft machen. Das ist aber nur meine Sicht und ich behaupte nicht, dass die richtig sein muss. Andere Sichtweisen empfinde ich auch als Bereicherung, das Problem fängt für mich dort an, wo erwartet wird, dass ich die andere Sichtweise teile. Und Jammern geht mal überhaupt nicht…;-). Die Erwartung, dass sich die Zustände an meine Wünsche anpassen, ist in meinen Augen völlig weltfremd und die Erwartung, dass andere die Zustände dahingehend beeinflussen, auch.

    • Vorausgesetzt man akzeptiert (wie Du ganz offensichtlich), dass unsere Arbeits- und hier auch Kunstwelt den Regeln männlichen Konkurrenzdenkens zu folgen hat und Ellenbogen gepaart mit lautem Geschrei das Mittel der Wahl für Erfolg ist, dann könnte man Deinem Gedanken vielleicht folgen. Aber: Hast Du jemals über den männlichen Tellerrand hinaus geschaut? Hattest Du nie die Idee, man könne ganz anderen, nämlich weiblichen Werten zur Grundlage eines Zusammenlebens folgen? Sorry – was Du da schreibst, ist purer Chauvinismus.

  2. Hi Katja, mir gefällt deine Auswahl wie immer! Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich finde es aber schade, dass dir auf die vermeintliche Benachteiligung nichts besseres einfällt als im Gegenzug einfach andere zu benachteiligen. Ich persönlich hätte als Fotografin bisher noch nie das Gefühl, einen Nachteil zu haben, weil ich ein bestimmtes Geschlecht habe. „Gute“ und „schlechte“ Fotos bleiben für mich eine Sache von Talent und personlichem Geschmack. Schönes Wochenende dir!

      • Richtig, denn wenn man das so krass sehen will, wird immer jemand benachteiligt. Wenn du Landschaftsfotografien zeigst, benachteiligst du ja automatisch Hochzeits-, Street-, Sport- und Wildlifefotografen.

  3. Hallo Zusammen,
    für manche Bereiche und Gruppierungen ist es nötig , wirklich mal aufzuräumen mit Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Für existenziellen Bereiche ein MUSS.

    Aber ich sehe es – als Frau und Photograph – so: Ich muss mich um mich selbst und mein Vorwärtskommen kümmern. Selbst Prioritäten setzten und einen Fokus zu haben bedeutet eben auch nicht alles auf einmal haben zu können in allen Bereichen. Ich merke es an mir, gerne lasse ich mich ablenken, gerne verschiebe ich meine Prioritäten gelegentlich um etwas anderes besser zu machen als das, was ich eigentlich vorwärtsbringen wollte… Ich nenne es: Das Leben. Um mal nicht auf Job und Familie einzugehen will ich mal das Beispiel von nur 2 Leidenschaften oder Hobbys nennen. Irgendwann will man in einem Bereich sehr gut sein, das kann oft nur zu Lasten des anderen Bereich gehen. Man hat eben doch nur die „48 Stunden“ am Tag.
    Wie ich gerade beim Schreiben merke, sehe ich vor meinem Inneren Auge niemals nur Frauen sondern ebenso Männer, die sich ebenso von den Anforderungen des Lebens ablenken lassen und offen für viele Themen sind, und somit ihre Fokussierung verlassen. Oder eben darin ihren Charme entwickeln und sich wohlfühlen und somit unvergleichlich sind – und eben nicht messbar…..
    Um mal einen Mann / Frau Unterschied als Blitzgedanken festzuhalten, bevor er wieder schwindet, Männer regeln, fordern, entscheiden, besprechen, planen, überlegen Dinge emotionsloser – mein Eindruck – und dieser Unterschied verschafft ihnen den „Vorteil“.
    Nichts wirkt auf mich abturnender und auch ungerecht – und zwar Männern gegenüber, wenn plötzlich wie neulich im Radio gehört, politische Listen aufgefüllt werden müssen mit abwechselnd Männer und Frauen ganz egal ob qualifiziert einfach nur durch Quote hineingerutscht. Das widerspricht meinem Verstand. Ich möchte nicht irgendwann geführt/ regiert/Unterhalten werden von einer gerechten prozentualen Auswahl an Männer und Frauen, denen nur per Geschlecht diese Verantwortung oder Fähigkeit zugestanden wird. Ebenso will ich nicht nur weil ich eine Frau bin in eine solche Rolle kommen.

    Wir Frauen sind stark in unserer Gesellschaft! Wir sollten vielleicht noch etwas mehr Lernen und Üben. Manche Forderung nach Gleichberechtigung ist mir in letzter Zeit direkt ein wenig peinlich, Frauenprogramme auch. – Sorry – Ich bin nicht gegen Frauen – ich bin FÜR Frauen – ich bin eine Frau. Katja, ich habe Deinen Artikel sehr wohl gelesen. Und die Zahlen sind so – unbestritten. Und dass vieles nicht gerecht, ausgewogen, ausgeglichen ist, ist für mich normal. Es kommt aber auch manchmal auf die Perspektive an. Hier die Betrachtung über das Geschlecht, da eine Betrachtung über das Alter, nimm einfach irgend einen Faktor und mach darüber eine Betrachtung und die Ergebnisse haben immer etwas tendenzielles.

    Vielleicht sollten wir nicht immer zu Männergruppen rüberschauen sondern selbst etwas auf die Beine stellen. Wir sollten uns nicht immer messen, sondern selbst eine Latte legen. Solidarisch sein, bewusst selbstbewusst – das sind Erwartungen an uns – nicht an die Andern.

    Gerne mache ich mit bei einer Bewegung mit Photographinnen aber auf keinen Fall dann, wenn es nur um das Geschlechtergedöngs geht, sondern es sollte sich um Überzeugungen, Leitlinien, Gedanken, Ideen, Pläne um die Photographie handeln die eine Aussenwirkung haben und dann möchte ich mich auf das Engagement einer jeden Mit-Photographin verlassen können, weil wir dahinter stehen, begeistert, leidenschaftlich, mutig sind und nicht weil wir Frauen sind.

    Groß denken – einfach tun. Ich bin dabei!
    LG Doro
    PS zu Deiner Auswahl an Bildern. Na klar hast Du heute Bilder von Frauen – ist ja Weltfrauentag – ein Fest – das muss man feiern…. :-)

    • Hallo Doro, finde ich wirklich gut, deine Sichtweise. Kommt aber – nur mein Eindruck – wohl nicht sooo häufig vor. Vielleicht noch eine kurze Anmerkung – auch nur mein absolut subjektiver Eindruck: ich glaube, dass das Konkurrenzdenken unter Frauen viel größer ist, als unter Männern…:-). Ich komme aus dem Profisportbereich und die Beobachtungen, die ich dort machen durfte, haben mich zu dem Schluss gebracht. Zugegeben, das ist nur ein kleiner und sehr spezieller Bereich, aber vielleicht trifft das auch insgesamt zu? Wie die Mädels über andere Mädels herziehen, das ist für den Beobachter zwar sehr unterhaltsam, aber evtl. auch aufschlussreich. Sowas findet man unter Männern eher nicht, jedenfalls nicht in der ausgeprägten Form…:-)

      • Hallo Michael,
        Lach – Konkurrenzdenken unter Männer – da könnte ich jetzt auch in die Vorurteilsschublade greifen und Klischees bedienen. Tu ich aber nicht.
        Ebenso kann ich Deine anderen Wahrnehmungen nicht teilen. Es ist wohl immer eine Frage des eigenen Blicks und was man wahrnehmen möchte. Klischees sind lästig, witzig, geben Halt. Schau einfach mal einmal mehr hin und Du wirst noch anderes entdecken. Es ist nie zu spät – Lach

    • Superbeitrag, danke Doro ! Er hebt sich wohltuend vom gängigen Gejammere ab. Und stellt euch vor: Auch wir Männer werden – von anderen Männern – überholt und somit benachteiligt. Richtig: Die Leistung und der Output macht den Unterschied, egal von wem. Alles Gute Doro, so wirst Du weit kommen.

  4. Hallo, Katja,
    schade, dass hier überwiegend Männer kommentieren, wie leider in vielen Fotoforen. Dabei wäre es mir ein echtes Anliegen, auch die weibliche Seite der Fotografie zu entdecken. Denn die ist durchaus in vielen Bereichen anders. Denn Frauen und Männer sind unterschiedlich und das ist auch gut so. Denn es bereichert.
    Für mich ist Gleichberechtigung etwas anderes als Gleichmacherei, wie es zum Teil in ideologisierten Debatten geht.
    Mit einem anderen Blog diskutiere ich schon lange um die weibliche Fotografie und ich versuche auch in meinem Blog, diese Seite gleichberechtigt zu berücksichtigen.
    Auf meinem Blog verweise ich gleichberechtigt auf andere Fotografen, ob weiblich oder männlich, ebenso in meinen Blogempfehlungen versuche ich einen gleichen Anteil.
    Ganz im Gegenteil, wenn ich z.B. Photoscala sehe, nervt mich die ausschließlich männliche Ausrichtung in der Folge, dass es dort so gut wie gar nicht um das Bild an sich geht sondern vielmehr um Technikgehabe, über dass sich einige definieren.
    Mir ist eine lebendige Mischung wichtig und so würde ich mir auch Fotografinnen wünschen, die Lust haben, sich einzubringen und damit meine eigene Sichtweise bereichern.
    Dazu gehört auch ehrlicherweise kwerfeldein.
    Lieber Gruß
    Kai

  5. Ich denke nicht, dass Frauen in der Fotografie benachteiligt werden. In vielen Bereichen zeigen sie sich gar nicht. Ich kenne aus Fotoclubs in England ein paar Landschafts-, Makro- und Wildlifefotografinnen, aber in der Regel handicappen sich Frauen selber, indem sie sich selbst auf bestimmte Genres festlegen, z.B. Portraits und Newborn-Fotografie. Hochzeitsfotografinnen gibt es, aber sehr oft zusammen mit einem Partner. Sportfotografinnen fast gar keine, vielleicht bekommen sie dort wirklich wenig Zugang und werden benachteiligt? Streetfotografinnen gibt es auch noch eher wenige, obwohl man in Internetgruppen wie „Progressive Street“ oder „Soul of Street“ zunehmend welche findet.

    Es liegt an euch Frauen selber, wirklich. Nicht jammern. Chancen sehen und nutzen.

    Tolle Fotoauswahl heute (mal wieder). Einen besonders weiblichen Zugang sehe ich nicht. Die Fotos könnten genauso gut von Männern gemacht sein. Das ist einerseits gut und andererseits auch schade.

    Es gab und gibt männliche Fotografen mit einem sehr eigenen, unverkennbaren Stil, sehr individueller Handschrift. Frauen könnten das sicher auch, aber mir scheint, viele trauen sich nicht. Mehr Mut, Mädels!

  6. Lieber Michael,
    Ihre Meinung sei Ihnen zugestanden. Doch dass Sie sie ausgerechnet an einem Beitrag, der am Weltfrauentag erscheint, festmachen, macht mich ein wenig stutzig. Natürlich wird an einem Kunstmarkt, der auch nach den Gesetzen des Kapitalismus funktioniert, die „Ware“ Fotografie nach Qualitätsmerkmalen bewertet. Und für jede Sammlerin, jeden Sammler, jeder Kuratorin, jedem Kurator ist es erst einmal unerheblich, ob hinter der Kamera Mann oder Frau war. Ein gutes Beispiel dafür liefert die gerade in Düsseldorf neu eröffnete Ausstellung mit Bildern von Kriegsfotografinnen. Schauen Sie sich diese Bilder an und Sie werden mir Recht geben, dass die Qualität der Bilder nur der Empathie der Aufnehmenden zu verdanken ist. Und Empathie empfinden Frauen wie Männer!
    Nicht zuletzt deswegen wundern mich Ihre Ausführungen, die mich – bitte entschuldigen Sie diese Anmerkung, aber sie muss gesagt werden – eher an einen Sozialdarwinismus als an kapitalistische Marktgesetze erinnern.
    Und das Frau Kemnitz hier und heute die Bilder von Frauen herausstellt, hatte ich erwartet und erhofft! Denn das ist wohl bei allen Unterschieden unstrittig: kwerfeldein bürstet sehr oft Themen gegen den Strich und entwickelte sich so zu einer der spannendsten und interessantesten Fotoseiten im deutschsprachigen Netz.
    Mit herzlichem Gruß
    Bernd Kockerols

    • ja, dem kann ich mich so anschließen.

      Und ja, ichhalte es generell geschlechtsübergreifend für die Pflicht, dass der Stärkere dem Schwächeren hilft. Alles andere ist schlicht asozial und emotional verwahrlost. Sei es im Straßenverkehr, sei es in der Fotografie.
      Ich denke zudem, es gibt nicht nur die beiden Geschlechter Männer und Frauen, sondern alleine in unserem Land gibt es 80 Mio Individien. Männer mit weiblichen Veranlagungen und umgekehrt, wenn man solche Veranlagungen überhaupt zuordnen kann.

      Wichtig ist der Respekt voreinander und die Fähigkeit, den anderen wahrzunehmen, sich in ihn hinein zu versetzen. Das geht uns in unserer Gesellschaft aber in allen Bereichen immer mehr abhanden.
      Wenn wir es schaffen, respektvoll miteinander umzugehen, den anderen zu sehen (übrigens der Kern der Fotografie – wie will ich sonst den Sinn und dei Botschaft meiner Bilder vermitteln), dann brauchen wir auch keinen Weltfrauentag mehr.

      • „Ich denke zudem, es gibt nicht nur die beiden Geschlechter Männer und Frauen, sondern alleine in unserem Land gibt es 80 Mio Individien. Männer mit weiblichen Veranlagungen und umgekehrt, wenn man solche Veranlagungen überhaupt zuordnen kann.“

        Das waren genau meine Gedanken, danke :-)
        Mir hat nur die Motivation gefehlt, das in Worte zu fassen. Diese strikte Aufteilung in männlich und weiblich nervt mich ungemein. Und das daraus zu oft resultierende wir gegen die. Wo es doch tatsächlich um so viele so unterschiedliche Individuen geht.

        Der Rest passt auch.

    • Hallo Bernd, es stimmt, Sozialdarwinismus dürfte die richtige Bezeichnung sein….den gab es immer und den wird es immer geben, weil er letztendlich auf naturwissenschaftlichen Grundsätzen beruht. Man kann gerne glauben und hoffen, dass dem mit Moral und Ethik beizukommen ist….nur denke ich, dass diese Hoffnung vergebens sein wird, weil den Naturgesetzen Moral und Ethik völlig egal ist. Aber ich schweife ab….das alles hat mit Fotografie nicht wirklich was zu tun…:-).
      Der Aussage zu kwerdfeldein stimme ich zu, sonst wäre ich nicht hier.
      Das ich hier gerade zum „Weltfrauentag“ schreibe, ist nicht dem Tag geschuldet sondern dem Thema. Ich kann solchen „Gedenktagen“ grundsätzlich nichts abgewinnen. Ich halte sie für überflüssig, aber wer mag kann an jedem Tag soviel gedenken wie er will.

      • Sozialdarwinismus beruht auf naturwissenschaftlichen Grundsätzen?

        Natur-WISSENSCHAFTLICHEN Grundsätzen?

        Auf welchen denn?

  7. Meinung haben, oder Urteil fällen, das ist nicht dasselbe. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man aus seiner selbst entwickelten Position heraus die eigene Überzeugung lebt und diskussionsbereit seinen Standpunkt vertritt, oder ob man versucht, sich aus einer Ecke heraus zu beschweren, in die man sich zum Teil selbst hat stellen lassen. Das ist übrigens in vielen Bereichen, die Männern zugesprochen werden, ganz genauso. Da komme ich mir auch nicht gerade selten ziemlich falsch vor. „Die Frauenbewegung“, der“moderne Mann“, es ist wie „der Frieden“. Es ist immer die Entscheidung des/der Einzelnen in Verantwortung jener Kreise gegenüber, in denen man sich bewegt.

    • Hallo Jürgen, mal gaaanz stark vereinfacht: stark frisst schwach

      Um das bis ins letzte Detail auszudiskutieren, ist hier wohl nicht die richtige Plattform…;-)

      • Das ist zu simpel, und WISSENSCHAFTLICH gesehen vollkommener Unfug, Michael.

        Gerade auch im Tierreich gewinnt nicht immer der Starke, sonst wären alle Haie und Tiger. Selbst Löwen arbeiten im Team, und ohne Löwinnen wäre das Rudel nichts wert.

        Auch im menschlichen Zusammenleben gewinnt nicht immer der Starke, da braucht man sich nur Firmenchefs und Politprominenz anzusehen, das ist es oft der Durchschnitt, der sich irgendwie „nach oben“ mogelt.

        In der Fotografie braucht man Sozialdarwinismus am wenigsten, da kann man doch mit kreativen Ideen punkten.

        Du hast trotzdem ein tolles Portfolio, finde ich, auch wenn ich deine Weltanschauung nicht teile.

  8. Als damals die SPD die Quotierung einführte dachte man nun wird der Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes umgesetzt. Die CDU brachte Merkel statt der Quote als eine für alle und die Grünen brachten die Doppelspitze. An der Uni wurden Kitas und Karriere eingeführt und im öffentlichen Dienst gibt es absolute Gleichstellung. Als die Frauen Karriere gemacht hatten kam Hartz 4 für Nichtbeamte mit Bedarfsgemeinschaft als Entmündigung und Altersarmut per Gesetz. Das war vor mehr als 25 Jahren, Hartz vor über 10J, jetzt entdecken die jungen Frauen das Thema obwohl es ihnen hier noch nie so gut ging zB 3 Rentenjahre pro Kind wo sie so gestellt werden als ob sie pro Monat über 3000 Euro pro Monat verdient hätten… Und gegen Altersarmut durch die agenda2010 gingen und gehen die alle nicht auf die Straße…