14. November 2018

Waldsterben

Bei einer Waldbegehung durch den Harzer Nationalpark kamen in mir Gedanken an den Fotografen Ansel Adams auf. Ich dachte an seine Aufnahmen der westamerikanischen unberührten und unerforschten Landschaft. Wie frei er sich mit diesem Anblick der Natur doch gefühlt haben muss. Dem Jetzt zugewandt sieht mein Auge einen kranken Wald, immer mehr Bäume dem Sterben nah. Durch einen kleinen Schädling, den Borkenkäfer, verursacht.

Es ist wie ein apokalyptisches Vorzeichen. Eine Botschaft aus dem Nirgendwo. Machtlos davor stehend, einer immer größer werdenden toten Landschaft entgegenzutreten, wo einst die grüne Vielfalt herrschte, wie auf vielen Gebieten dieser Erde. In diesem Moment bekam das Wort „Baum“ eine neue wichtigere Bedeutung für mich.

Kranke Bäume

Ausgetrocknetes Ufer

Kahle BäumeZweige

Kahle Bäume

Trockener Boden

Baumnadeln

Kranke Bäume

Kahle Bäume

Gefällte Bäume

Kranke Bäume

Es sind die Trockenheit und Hitze, die die Bäume in Niedersachsens Wäldern anfällig für den Befall durch Borkenkäfer gemacht haben. Die Käfer können bei unkontrollierter Ausbreitung Wälder großflächig zerstören.

Allein in diesem Jahr sind durch den massiven Borkenkäferbefall rund 600 bis 700 Hektar Fichten abgestorben – nur auf der Schierker Seite des Bergmassivs. Etwa ebenso viele kommen auf der Ilsenburger Seite hinzu. Das sind dann insgesamt rund 400.000 tote Käferbäume.

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4 Kommentare

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  1. Nicht „der Wald“ stirbt, sondern es ist fast ausschließlich die Fichte vom Borkenkäfer betroffen. Natürlich leiden auch die feuchtigkeitsliebenden Baumarten unter Hitze und Dürre, aber da wird sich erst im nächsten Frühjahr zeigen, welche Auswirkungen sich ergeben.
    Die Fichte ist früher in unseren Mittelgebirgen nicht in großem Umfang heimisch gewesen, sondern es wurden Fichten gepflanzt, weil man Eichen und Buchen abgeholzt hatte und Fichten schnell nachwachsen. Die dadurch entstandenen Monokulturen sind auch eine Voraussetzung dafür, dass sich der Borkenkäfer so stark vermehren konnte. Das Fichtensterben könnte somit auch eine Möglichkeit sein, wieder andere Baumarten zu pflanzen, um diese Monokultursituation nach und nach zu beheben. Das dauert naturgemäß lange, da Bäume halt nur langsam wachsen. Das ist insbesondere für die Waldbauern problematisch, da momentan die Holzpreise durch das hohe Holzangebot im Keller sind und die neu gepflanzten Bäume erst in 50 bis 100 Jahren wirtschaftlich genutzt werden können.
    Sollten Trockenheit und Hitze sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen, so wird es auch für die Neupflanzungen problematisch und dann kann es durchaus sein, dass es irgendwann keinen Wald mehr in Deutschland gibt.

    • Sehr richtig! Das war kein Wald, sondern ein Forst, eine künstlich angelegte Holzplantage. Man kann also über den finanziellen Schaden lamentieren, aber ökologisch ist das kein großer Verlust. Artenreich sind alte Eichenwälder, nur gibt es die kaum noch in Deutschland, auf Grund der Holzwirtschaft.

  2. Waldsterben, Insektensterben, die Ornitologen berichten auch von einer mehr oder weniger bedrohten Vogelwelt, die Meere werden leer gefischt und und und… .

    Wo will man da anfangen (wenn überhaupt) und wieder aufhören?!

    Meine Freundin spendet an den WWF, ich bin immer noch kein Mitglied der GDT, der Hainich ist jetzt Weltkulturerbe und plötzlich wird der Schutzgedanke vermarktet, immer mehr Menschen trampeln durch den Wald, wo vorher keine Seele zu sehen war.

    Auf Rügen soll jetzt für 5 Millionen eine Besucherplattform für den Königsstuhl errichtet werden (hab ich letzte Woche in einer Zeitschrift gelesen)???

    Menschen sterben beim Schutz des Hambacher Forst.
    Wir sind alle verrückt!!!
    Mensch weg, Natur gerettet, so einfach wäre das…
    Punkt!