25. Juni 2018 Lesezeit: ~7 Minuten

Canon Smartes Drucken: Pixma iX6850 (Anzeige)

Ich durfte den Canon Pixma iX6850 testen und war sehr neugierig. Bis jetzt hatte ich meine Fotos immer drucken lassen, mal im Fachgeschäft und mal bei einer Onlinedruckerei. Die Möglichkeit, zuhause drucken zu können, noch dazu im Format A3+, lockte mich doch sehr. Gleichzeitig war ich jedoch unsicher, ob man damit dieselbe Druckqualität erreichen könnte. Insbesondere bei einem Anschaffungspreis von unter 200 €.

Canon kennt Ihr natürlich alle aus der Fototechnik, aber die Firma ist nicht nur Spitzenreiter bei (D)SLR-Kameras, sondern darüber hinaus auch im Druckmanagement. Die Unternehmensphilosophie von Canon lautet „Kyosei“, was so viel bedeutet wie „zusammen leben und arbeiten für das Allgemeinwohl“. Es geht dabei um ein harmonisches, zukunftsorientiertes Zusammenleben und -arbeiten aller Menschen, unabhängig von Kultur, Religion, Sprache oder Herkunft. Und was bringt viele Menschen besser zusammen als die Fotografie?

Warum selbst drucken?

Es gibt viele Gründe, selbst zu drucken. Einige liegen auf der Hand, wie etwa die Kostenersparnis oder die Bequemlichkeit, einfach sofort selbst drucken zu können, statt lange auf die bestellten Drucke warten zu müssen. Man spart also mindestens die ein bis zwei Tage, die sonst für die Postzustellung nötig sind.

Was mich jedoch besonders reizt, sind die Möglichkeiten, verschiedene Papiere zu nutzen und zu experimentieren. Wie dasselbe Foto auf verschiedenen Papieren wirkt, ist eine großartige Erfahrung und die Papierauswahl ist bei Onlinedruckereien meistens leider wirklich sehr begrenzt.

Für meinen Test habe Original Canon-Papiere genutzt, aber auch Fine-Art-Papiere von Hahnemühle. Mit dabei war auch ein Reispapier mit einer sehr glatten Rückseite, das der Drucker wohl deshalb leider nicht richtig einziehen konnte. Das erste Blatt hatte er zum Glück nur leicht an der Ecke genickt, das zweite jedoch komplett gefressen. Wahrscheinlich muss man solche speziellen Papiere für den Druck auf einem gewöhnlichen Blatt Papier befestigen. Für Tipps in dieser Richtung bin ich dankbar!

print

Print auf Rice Paper

Canon Pixma iX6850 vs. Onlinedruckerei

Zum Vergleich, ob der Druck zuhause mit den Ergebnissen des Onlinedrucks mithalten kann, habe ich ein Farb- und ein Schwarzweißfoto auf Hahnemühle PhotoRag® selbst gedruckt sowie drucken lassen. Um es vorwegzunehmen: Für mich war das Ergebnis absolut zufriedenstellend. Die Unterschiede waren nur minimal.

V ier Prints

Drucke auf Hahnemühle PhotoRag® – links: Canon Pixma; rechts: Onlinedruckerei

Die bestellten Fotos scheinen noch einmal leicht nachbearbeitet worden zu sein, obwohl ich diese Option nicht ausgewählt hatte. Der Kontrast ist etwas höher, was im genauen Vergleich zu den selbstgedruckten Bildern gerade im Gesicht die Details nicht mehr so schön zeigt. Hier gefallen mir die selbst gedruckten Fotos tatsächlich besser, sie sind nicht flau, aber auch nicht zu kontrastreich – eben genau so, wie ich sie wollte. Mit der Detailgenauigkeit des Druckers bin ich sehr zufrieden und sehe abgesehen vom Kontrast keinen Unterschied zum Onlinedruck.

Die Farben im selbstgedruckten Bild haben einen ganz leichten Grünstich. Hier stimmt das Ergebnis des Onlinedrucks eher mit meinem Bild überein. Das Problem lässt sich jedoch leicht über Farbprofile lösen. Dafür muss man sich etwas ins Thema Farbmanagement einlesen, was sich für Fotograf*innen ohnehin lohnt.

Druck mit dem Canon Pixma

Onlinedruck

Installation und Preis

Die Installation des Druckers war ein Kinderspiel. Nach nur 10 Minuten hatte ich ihn nicht nur ausgepackt, sondern auch schon eingerichtet. Den Treiber habe ich von der Canon-Webseite geladen und installiert. Es gibt ihn für alle erdenklichen Systeme. Ob Eures dabei ist, erfahrt Ihr hier.

Die Original-Patronen kosten im Multipack über den Canon-Shop 55 €. Das klingt im Vergleich zu den Kosten des Druckers von 194 € erst einmal viel, aber die Kartuschen fassen je 7 ml und reichen laut Canon für etwa 300 Farbdrucke und die XXL-Schwarztinte erlaubt sogar das Drucken von bis zu 1.000 Seiten (A4).

Es ist auch möglich, die einzelnen Farben nachzukaufen, sodass man immer nur die Patrone wechseln kann, die auch wirklich verbraucht ist. So spart man Geld und vermeidet Abfall. Die Patronen kosten einzeln 13,99 €. Ich musste sie während meines Tests nicht tauschen und sie waren bereits eingelegt und vor mir genutzt worden.

Support und Kundenservice

Im Laufe des Tests hatte ich auch die Möglichkeit, den Kundenservice zu testen, denn plötzlich waren meine Bilder sehr grün. Ein kurzer Düsentest zeigte, dass kein Magenta mehr gedruckt wurde, was leider auch eine Düsenreinigung nicht beheben konnte. Der Kundenservice war gut erreichbar (keine Warteschleife!), freundlich und hilfsbereit. Er ist mit mir mehrere Möglichkeiten durchgegangen und beschloss am Ende, ich solle den Drucker zur Reparatur einschicken. Wenige Minuten später hatte ich ein Rücksendelabel im Posteingang.

Da ich ein Testexemplar der Pressestelle hatte, bekam ich am Ende einen neuen Drucker und musste nicht auf eine Reparatur warten. Der Kundenservice wusste das jedoch nicht und hat mich hervorragend beraten. Woran das Problem letztendlich lag, wurde mir leider nicht mitgeteilt.

Abschließende Gedanken

Der Drucker wird bei Canon in der Kategorie „Home- und kleine Bürodrucker“ geführt und nicht bei den Fotodruckern, obwohl er natürlich auch als Fotodrucker eine gute Qualität bringt. Aber eventuell ist dies der Grund, warum er gerade mit dem speziellen Kunstpapier Probleme hatte. Er druckt sehr schnell, was gerade für die typischen Büroalltagsdinge wie Etiketten oder Rechnungen wirklich super ist. Außerdem noch wichtig zu erwähnen ist seine Kompaktheit. Für einen A3-Drucker ist er wirklich schön klein und passt wohl auf die meisten Schreibtische. Gerade für kleine Büros ist er also ideal.

Der Canon Pixma iX6850 eignet sich für Fotograf*innen mit kleinem Budget, die dennoch gern ihre Fotos selbst ausdrucken möchten. Sucht Ihr einen kostengünstigen A3-Drucker mit guter Qualität für den Fotodruck und den Büroalltag, dann werdet Ihr mit ihm glücklich sein. Die komplette Auswahl an Canon-Druckern findet Ihr hier.

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7 Kommentare

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  1. Da ich auf der Suche nach einem neuen Drucker bin hat mich dieser Artikel neugierig gemacht. Mein Canon Pro 9000 Mark 2 ist leider eingetrocknet, da ich wohl zu wenig drucke und das Teil öfters nicht benutzt wird. Als Bürodrucker ist er zu schade und die Tinten zu teuer …
    Bei diesem Test bleiben einige wichtige Aspekte meines Erachtens unberücksichtigt: Welche Tinten verwendet der Drucker. Alterungsbeständig sind nur Pigment-Tinten und wenn man den Link zur Produktseite anklickt, stellt sich heraus, nur in der schwarzen Tintenpatrone ist tatsächlich Pigment-Tinte. Daraus folgere ich: die Fotos werden mit der Zeit ausbleichen, was wiederum die Eignung als „Fotodrucker“ in Frage stellt, denn diese drucken ausschließlich mit pigmentierten Tinten um lange Haltbarkeit zu gewährleisten.
    Ein weiterer leidiger Aspekt wird hier auch nicht vertieft, obwohl die Preisgestaltung darauf hindeutet. Das altbekannte Prinzip einen günstigen Drucker anzubieten und dafür die Tinte teuer zu verkaufen.
    Fazit: Als Fotodrucker eher nur bedingt geeignet – um gelegentlich Fotos auszudrucken sicher ja. Aber das Problem wird die Haltbarkeit als Wandschmuck sein, da ist ein Print vom Dienstleister wahrscheinlich die bessere Alternative.

  2. Schöner Test!
    Ich nutze persönlich einen Canon Pixma Pro-10S Drucker seit 2 Jahren. Ebenso A3+ Format, 10 Farben (9 + Chroma Optimizer), Pigment-Tinten. Der Drucker kostet aktuell ca. 610 Euro und ein kompletter Satz Tinten ca. 95 Euro.
    Ich bin mit dem Teil sehr zufrieden, zumal ich bisher ausschließlich auf Canon FineArt und Hahnemühle drucke. Dadurch sind Qualität und Farbstabilität garantiert. Der Drucker akzeptiert alle Spezialpapiere incl. beschichteter Leinwand, dank zweier separater Einzüge, einer davon manuell.
    Selbstverständlich nutze ich den Canon nur für den Fotodruck, für den Alltagsdruck werkelt hier ein Farblaser von Samsung.

  3. Ich nutze einen Pixma 8250 und die Druckqualität ist für meine Zwecke ganz in Ordnung, heißt kann man nicht meckern. Allerdings verwende ich ihn überwiegend zum Bedrucken von DVDs und den schnellen Testdruck nebenbei, der „scharfe“ Druck geht immer an eine Druckerei.

    Ich finde aber die Druckkosten und Anschaffungskosten für die Tinte extrem hoch gegenüber den Anschaffungskosten des Druckers selbst. Zusätzlich werden beim einschalten die Farbpatronen durch diverse Selbstreinigungsprogramme zusätzlich „verbrannt“, weshalb sich die Patronen ständig leeren obwohl man sie gar nicht braucht. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Grundsätzlich gehört auch Canon zu den vielen Herstellern die den Drucker selbst günstig anbieten und die Gewinne dann über das Verbrauchsmaterial um ein vielfaches machen. Empfinde ich persönlich für ein unseriöses Geschäftsmodel.

  4. Genau wegen dem Grünstich bei Canon, oder einem Rotton bei HP in SW Bildern hab ich das mit dem selbst Drucken mal eben schön wieder sein lassen, und habe mir statt dessen dafür eine Druckerei gesucht. Das kostet zwar etwas mehr, dauert auch mal 3 Tage, allerdings ohne Farbstich, auch mal größer als A3+, und dann kann so ein Bild auch gern an die Wand!!! Ausgewählte Druckereien haben Hannemühle Fine Art Papiere durchaus mit in der Auswahl!

    • Wenn man Schwarzweißbilder druckt, muss man im Grunde „nur“ darauf achten, dass die Ausgangsdaten wirklich in Graustufen und nicht in RGB/CMYK vorliegen, dann mischt der Drucker sich die Grautöne auch nicht mit den Farben zusammen, sondern verwendet nur schwarz. So gibt es garantiert keinen Farbstich. Dieser Farbstich, der bei Mischung der Farben zu Grautönen entsteht, ist nämlich oft genug dann auch nur ein Lichteffekt – soll heißen, die Bilder erscheinen farbstichig je nach Umgebungslicht. Dafür kann der Drucker dann gar nichts, das ist Physik.

      Es gibt natürlich auch echte Farbstiche, die insbesondere bei Farbbildern sichtbar werden, das ist dann aber eine andere Baustelle, zum Beispiel Farbmanagement.

  5. Drucken ist das A und O der Amateurfotografie.

    Wer nicht Gefahr laufen will, sich in die Phalanx der unendlich vielen nichtssagenden, aber stest weltweit verfügbaren Fotos unseres (Online-)Zeitalters einzureihen, der muss die Kompfortzone verlassen und nach ausdrucksstarken Bildern trachten.
    Klischees bedienen oder Knipsen kann nämlich jeder.

    Um jedoch feststellen zu können, ob ein Bild auch entsprechend ausdrucksstark ist, ist das Drucken das wichtigste Instrument zur Qualitätskontrolle – beispielsweise in Form der Frage: Ist dieses Bild tatsächlich so gelungen, dass ich dafür jetzt (mind.) 8 Euro Tinte und Papier verballere?

    Für den guten FinArt-Druck kann man heutzutage freilich auch auf einige gute Dienstleister zurükgreifen. (Nein, die Fotodienste von Supermarktketten und Drogeriemärkten sind hier nicht das Mittel der Wahl, wenn es um richtige FineArt-Prints geht.)
    Noch sinnvoller ist es jedoch, sich mit dem Thema Drucken selbst zu beschäftigen.
    Allein das vorgestellte Druckmodell der Firma Canon ist für diesen Zweck im Grunde ungeeignet. Das lässt sich allein schon an der Kategorie feststellen, in die er einzuordnen ist. Ein Produkt aus dem Bereich „Home- und kleine Bürodrucker“ ist weder mit der entsprechend hochwertigen bzw. haltbaren Tinte ausgestattet noch besitzt er die Möglichkeit (die Verfasserin hat es ja selbst aufgezeigt), entsprechende FinArt-Papiere zerstörungsfrei einzusetzen.
    Darüber hinaus bietet das Modell mit seinen drei Tinten (plus Schwarz) nicht ansatzweise die drucktechnischen Feinabstufungen, die ein FineArt-Modell mit acht, neun oder mehr unterschiedlichen Tinten liefern kann.
    Das sieht man dann leider auch am Ausdruck – auch wenn die Verfasserin die selbstgedruckten Bilder im Vergleich zur Dienstleister-Variante lobt: Ein Vergleich derselben Fotos, ausgedruckt an einem der FinArt-Modelle von Canon oder Epson würde hier deutliche Qualitätsunterschiede offenbaren. Da erübrigt sich dann jeglich Diskussion aber mal ganz schnell…

    Es wäre also ratsam, dem interessierten Hobbyfotografen nicht nur das Drucken als solches – quasi als ultimatives Kontrollinstrument – an die Hand zu legen, sondern ihm auch die geeigneten Hilfsmittel dazu zu empfehlen.
    Mit dem vorgestellten Modell (nicht mehr als ein besserer Büro-Tintenstrahler) kann er nicht glücklich werden. Zu wählen wäre Modelle aus dem Bereich FineArt-Druck (bei Epson z. B. die Produktreihen „Stylus“ und „Surecolor“, die auch schon für den A3+-Bereich bereits erschwinglich zur Verfügung – aber auch bei Canon gibts es die entsprechenden FineArt-Modelle). Alles Andere ist Augenwischerei und vergebene Liebesmüh‘.

    (Nur der Vollständigkeit halber will ich es nicht unerwähnt lassen: Dass das Drucken gelingen kann, gehören dann neben dem richtigen Druckermodell auch noch gute FineArt-Medien, das Verwenden von ICC-Profilen und ein kalibrierter Bildschirm unabdingbar zum Procedere.)