26. Januar 2018

#instakwer #27

Die Wandelbarkeit von Zufall und vermeintlichem Makel zu Schönheit und Erstaunen – oder wie auch immer man diese Auswahl Eurer Einreichungen unter unserem Hashtag #instakwer nennen könnte, die ich mir hier wieder zusammengesammelt habe. Wie sehr es ein Bild verändern kann, wenn vor dem Himmel wohlplatzierte Vögel kreisen, wie magisch ungeplante, fotografische Unfälle in Form von Lichtmalereien sein können oder auch, wie sehr wir Fotoschaffenden auf das Licht am rechten Fleck zur rechten Zeit angewiesen sind. Und unsere sehenden Augen.

Es ist erstaunlich, dass häufig die Bilder, die am wenigsten explizit direkt zeigen, was sie abbilden (sollen), sich auf der Netzhaut so sehr einbrennen können. Oder geht es nur mir so? Mal sind es gerade die vielleicht gewollt, vielleicht ungewollt unscharfen Fotografien, das Fragmentarische oder das Bild, das versehentlich oder gewollt auf dem Kopf steht, die besonders begeistern. Etwas Zerstörtes im Bild festzuhalten, entwickelt Spannungen, man kann fast nicht anders, als abgebrochene oder dekonstruierte Gegenstände gedanklich im Bruchteil einer Sekunde beim Betrachten des Bildes wieder „an ihren Platz“ zu rücken.

Der Zufall ist – neben aller möglichen technischen Planbarkeit – zumindest, wenn man außerhalb des Studios fotografiert, mal bester Freund und mal ärgster Feind. Die Sonne, die immer genau dann verschwindet, wenn man das Licht gerade gemessen hat oder die vermaledeite Wolke, die sich am Landschaftshimmel nicht zeigt, wenn man doch eigentlich noch ein zusätzliches Element am Horizont bräuchte.

Die Fotografie kann uns Demut lehren. Denn auch durch noch so gute Kenntnis von Bildaufbau und Technik erfahren wir häufig, dass gerade durch schiefgegangene Experimente oder aus Versehen gemachte Schnappschüsse ein wahrer Boost weiterführender, kreativer Schaffenskraft entsteht. In diesem Sinne: frohes Fotografieren und Experimentieren!

Der Verschluss meiner alten Leica blieb in der geöffneten Position hängen, so wurde der Film unbeabsichtigt für eine lange Zeit Belichtet. Irgendwie mag ich das Ergebnis.

Die Aufnahme wurde mit einer Bierdose (als Lochkamera – Anm. d. Redaktion) gemacht. Ich habe Silbergelatinepapier und Rollei Silver verwendet. Die Belichtung dauerte 48 Tage.

Vielen Dank für Eure zahlreichen Einreichungen! Nutzt weiterhin fleißig unseren Hashtag #instakwer auf Instagram und vielleicht seht Ihr Eure Bilder bald an dieser Stelle! Die Anmerkungen an zwei Bildern habe ich von Instagram übernommen, da sie Einblick in den Entstehungsprozess geben. Für alle Interessierten hier ein Link zu einem Video, das beschreibt, wie man eine Solarfotografie (wie oben sichtbar) anfertigt.

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