23. März 2017 Lesezeit: ~ 3 Minuten

Rezension: Sagenhaftes Deutschland

Die Fotos von Kilian Schönberger verfolge ich schon länger und insbesondere seine düsteren Landschaftsbilder haben es mir angetan. Als mir sein Bildband „Sagenhaftes Deutschland“ als Rezensionsexemplar angeboten wurde, musste ich nicht lange überlegen.

Das war im Mai 2016 und der Grund, warum die Buchvorstellung erst heute, fast ein Jahr später erscheint, ist einfach zu erklären: Ich war enttäuscht. Heute, um es mit Abstand zu betrachten, habe ich das Buch nochmals zur Hand genommen und mir wurde bewusst, dass meine Enttäuschung vor allem aus falschen Vorstellungen resultierte und das Buch viele positive Seiten hat.

Augeschlagenes Buch

Ich hatte ein Fotobuch erwartet, in dem Kilians Arbeiten versammelt sind. Der Fokus liegt jedoch nicht auf den Bildern und die Zielgruppe sind nicht nur Fotograf*innen, sondern einfach Menschen, die sich für Deutschlands Landschaften begeistern, gern wandern oder eine Schwäche für Sagen haben. Also eher für eine breitere Masse.

Das merkt man besonders am Druck der Fotos. Die Qualität ist nicht die von Kunstbüchern gewohnte und das Papier recht dünn. Die einzelnen Bilder haben keinen Platz zum Atmen, sondern werden neben viel Text und meistens nebeneinander gezeigt, sodass sie sich gegenseitig die Show stehlen.

Bild eines Flusslaufes in einem Buch

Auch wurden die meisten Aufnahmen über den Buchfalz gedruckt. Bei einigen Aufnahmen ist das kein Problem, andere macht es meiner Meinung nach kaputt. Aber nun genug von der Kritik und hin zu den Gründen, aus denen ich das Buch dennoch empfehlen möchte:

Die Idee, zu zeigen, wie schön die Landschaften vor der eigenen Haustür sind, mag ich und Kilian macht kein Geheimnis aus seinen Aufnahmeorten. Im Buch findet sich sogar eine Deutschlandkarte mit einer Übersicht aller Positionen der enthaltenen Aufnahmen. Diese liegen überall in Deutschland verteilt.

Deutschlandkarte in einem Buch

Kilian hat für das Buch 70.000 km mit dem Auto zurückgelegt, ganz zu schweigen von den Hunderten Kilometern zu Fuß. Er zeigt sehr bekannte Orte wie die Burg Eltz oder die Rakotzbrücke in der Oberlausitz, aber auch einige Geheimtipps. Für den Bildband war er ein Jahr lang unterwegs, weshalb die Aufnahmen auch alle Jahreszeiten abdecken.

Er versichert, das jeder Ort gut zu erreichen ist und der Band macht tatsächlich viel Lust darauf, rauszugehen, um die Schönheit der Natur und die Geschichten der Ruinen, Seen und Wälder zu entdecken. Das Thema Geschichten zieht sich auch durch das gesamte Buch. Zu jeder Aufnahme gibt es einen kurzen Text über die Geschichte des Ortes und den damit verbundenen Sagen und Märchen.

Aufgeschlagenes Buch

Das Buch hat ein schön großes Format von knapp 30 x 30 cm und ist 240 Seiten stark. Es ist mit einem Schutzumschlag versehen, darunter verbirgt sich nochmals dasselbe Bild auf dem Hardcover. Verlegt wurde der Band durch Frederking & Thaler und ist bereits in der dritten Auflage erschienen, was für einen großen Erfolg spricht. Der Neupreis beträgt 49,99 €.

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7 Kommentare

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  1. Dass du erst beim zweiten Mal überzeugt wurdest und durchaus auch die “negativen” Seiten aufzeigst, finde ich sehr gut! Wie auch in der Belletristik gibt es einfach Bücher, für die man mehrere Anläufe braucht, um schließlich Zugang zu ihnen zu finden. Ich werde bestimmt mal einen Blick reinwerfen :)