11. März 2017 Lesezeit: ~ 4 Minuten

Über Nora, Lea, Jürgen und das Magazin AJ

Andreas Jorns liebt die Schwarzweiß-Fotografie und möchte seine Bilder nicht nur digital zeigen. In seinem Magazin AJ veröffentlicht er deshalb zwei bis drei Mal pro Jahr aktuelle Arbeiten. Viel Bild wenig Text ist dabei die Devise.

Die erste Ausgabe ist 72 Seiten stark und sehr wertig gedruckt. So fühlt es sich fast wie ein kleiner Bildband an und weniger wie ein Magazin. Die Serien im Heft sind alle exklusiv dafür aufgenommen und nur etwa 10 % des Inhalts wurde bisher veröffentlicht. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir heute einen Einblick aus dem Heft mit einigen Worten des Fotografen zeigen dürfen.

Eine nackte Frau lehnt an einer Wand

Nora hat mich im letzten Jahr in meinem Fotoatelier besucht und mich mit ihrer Geschichte schwer beeindruckt. Mit ihren gerade einmal 21 Jahren trägt sie bereits einen Herzschrittmacher. Das größte Problem, das sie mit dem Schrittmacher hat, ist, dass man ihn sehen kann, da er direkt unter der Haut eingesetzt ist.

Bei ihren bisherigen Aktaufnahmen hat sie die Fotograf*innen gebeten, den Schrittmacher zu retuschieren (da sie ihn „entstellend“ findet), aber ich konnte sie dazu überreden, ihn bei unseren Aufnahmen zu belassen. Schließlich gehört er jetzt zu ihr und nimmt einen nicht unwichtigen Teil in ihrem Leben ein. Digital fotografiert mit der Leica M Monochrom.

Eine Frau duscht angezogenFrauenportrait

Melinda war im April des letzten Jahres als Modell auf meiner Fotoreise nach Mallorca mit dabei. Sie musste während der zweiwöchigen Reise einmal für zwei Tage zurück nach Berlin, da sie dort für einen Job gebucht war. Zurück kam sie mit anderer Haarfarbe, weshalb es aussieht, als hätte ich für meine Strecke mit ihr zwei verschiedene Frauen fotografiert. Digital fotografiert mit der Leica M Monochrom.

Frauenportrait

Mit Lani war ich in Paris. Am Abreisetag hatten wir noch etwas Zeit. Die Koffer waren gepackt, noch eine halbe Stunde bis zur Abfahrt. Lani in bequemem Reiseoutfit – die Haare nicht mehr in „Reih und Glied“. Mir gefiel es, wie sie da am Wohnzimmertisch unseres Appartements saß und ich bat sie, noch einen letzten Film verschießen zu dürfen. Genau ein Film war übrig geblieben und die letzten 36 Aufnahmen wollte ich für besonders schlichte und simple Bilder verwenden.

Was bleibt, sind 38 (!) Aufnahmen, die völlig untypisch sind für das, was in den drei Tagen in Paris ansonsten entstanden ist. 38 Aufnahmen, die es jede für sich verdient hätten, abgedruckt zu werden. Fünf von ihnen habe ich für dieses Magazin ausgewählt (den Rest gibt es in Form des Kontaktbogens zu sehen). Wie ich finde, eine tolle Charakterstudie einer wirklich interessanten Frau. Und eines meiner Lieblinge aus der Serie schmückt das Cover der ersten Ausgabe. Fotografiert mit der Leica M6 auf Fuji Acros bei ISO 100.

Männerportrait

Jürgen habe ich für „just12“, mein analoges Langzeitprojekt, fotografiert, für das ich interessante Menschen (in der Regel Nicht-Modelle) in mein Fotoatelier einlade, mit ihnen ein bis drei Tassen Kaffee trinke, quatsche und anschließend zehn Minuten Fotos mache – und zwar genau einen Rollfilm mit 12 Aufnahmen. Jürgen ist übrigens Bankkaufmann und leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Für Interessierte: Fotografiert habe ich mit der Hasselblad 503cw auf Ilforf HP5+ bei ISO 400.

Eine lächelnde Frau schaut zur Seite

Eine Frau zieht ihr Hemd posierend aus

Lea habe ich für meine Bildstrecke vier Mal in einem Zeitraum von etwa einem halben Jahr vor der Kamera gehabt und es ist sehr interessant zu sehen, wie sehr sie sich in der kurzen Zeit entwickelt hat. Als Modell (beim ersten Mal war sie noch völlig unerfahren), aber auch als Persönlichkeit. Wir (Matthes Zimmermann, der für das Layout verantwortlich ist, und ich) haben uns dazu entschlossen, die Bilder der Strecke nicht chronologisch anzuordnen, was der Geschichte noch einmal einen besonderen Reiz gibt. Fotografiert mit der Hasselblad 503cw.

Eine Frau läuft am Strand

Die Aufnahme von Kasia ist im September letztes Jahres auf Usedom entstanden. Ich pflege immer zu scherzen, dass Kasia quasi nur aus (irre langen) Beinen und (unfassbar langen) Haaren besteht. Beide Markenzeichen haben wir für diese Bildstrecke quasi kaschiert – und der androgyne Look steht ihr wirklich ganz ausgezeichnet, wie ich finde. Fotografiert mit der Hasselblad 503cw auf Kodak Tri-X bei ISO 400.

Wer jetzt neugierig geworden ist und sich die gesamten Strecken im Magazin ansehen möchte, sollte einen Blick auf die Webseite von Andreas wagen. Das Magazin AJ kostet 25 € inklusive Versandkosten und kann hier erworben werden.

Unterstütze kwerfeldein

Wenn Dir dieser Artikel oder das ganze Magazin gefällt, kannst Du die weitere Arbeit von kwerfeldein gern via Paypal, Überweisung oder Dauerauftrag mit dem, was es Dir wert ist, unterstützen. Vielen Dank!

kwerfeldein finanziert sich neben Werbeeinnahmen auch durch Provision von Verkäufen auf Amazon und freiwillige Beiträge der Leser*innen, um unabhängig zu bleiben.

Paypal


Überweisung

kwerfeldein
IBAN: DE0837050198 1933436766
BIC: COLSDE33XXX

Amazon
kwerfeldein @ Spreadshirt


2 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Blogartikel dazu: Bühne für Fotografie-Blogs 2017 – VoThoGrafie.de