17. November 2016 Lesezeit: ~ 3 Minuten

Rezension: Lost Places fotografieren

Peter Untermaierhofer ist ein deutscher Lost-Places-Fotograf und teilt in seinem ersten Buch „Lost Places fotografieren“ ausführlich seine Erfahrungen. Eine Empfehlung für alle, die ebenfalls fasziniert von der Schönheit verlassener Orte sind.

Die Texte sind aus der Ich-Perspektive geschrieben und man liest die Leidenschaft des Fotografen heraus. Das erste Kapitel beginnt mit dem Warum. Hier erklärt der Fotograf, was verlassende Orte so besonders macht und wie er selbst zu diesem Fotogenre kam.

Dann kommt er schnell zu einem der eher umstrittenen Themen: HDR-Fotografie. Peter Untermaierhofer hat meiner Meinung nach eine gute Einstellung zu dieser beliebten Technik. Er verteufelt sie nicht und erklärt die Vorteile, zeigt aber auch auf, dass man damit viel verkehrt machen kann. Diesem Thema widmet er ganze 20 Seiten mit vielen Beispielbildern und ausführlichen Erklärungen.

aufgeschlagenes Buch

Im zweiten Kapitel geht es um die Vorbereitung einer Fotosession, in der die Kameratechnik, Planung und zusätzliches Equipment vorgestellt werden. Wer hier darauf hofft, Anleitungen zur Suche der Orte zu finden oder gar solche konkret vorgestellt zu bekommen, wird umsonst suchen. Das Buch enthält keine Hinweise, wo man verlassene Orte findet. Die Suche überlässt der Fotograf jedem selbst. Er geht nur kurz auf die Möglichkeiten von Onlinekartendiensten ein.

Warum er das Thema ausspart, wird den meisten mit etwas Erfahrung in der Lost-Places-Fotografie sofort klar sein: Bekannte verlassene Orte werden leider immer wieder Opfer von Verwüstungen und bald bedecken Graffiti die Wände oder die Sicherheitsmaßnahmen werden verstärkt. Dass es keine Auflistung von Orten gibt, dient dem Schutz eben dieser. Das ist sicher gerade für Anfänger in dem Bereich etwas frustrierend, aber in jeder Stadt gibt es diese verlassenen Orte zu entdecken, wenn man nur die Augen offen hält.

aufgeschlagene Buchseiten

Das Buch hilft dabei, diese gefundenen Orte auch richtig in Szene zu setzen. So geht es im dritten Kapitel dann auch um das Fotografieren vor Ort. Hier findet man Tipps zur Bildgestaltung, Kameraeinstellungen und Hinweise, wie man störende Elemente wie zum Beispiel stürzende Linien oder Blendenflecke vermeidet.

Das letzte Kapitel handelt von der Nachbearbeitung. Der Fotograf nutzt selbst Photoshop und so spielt dieses Bildbearbeitungsprogramm eine wichtige Rolle in den Erklärungen, die aber sicher auch auf andere Programme übertragen werden können. Es gibt sehr viele Vorher-Nachher-Bilder, die leider teilweise recht klein gedruckt wurden, so dass es bei einigen wenigen etwas wie die Suche nach den typischen „fünf Fehlern“ anmutet.

Ein Buch liegt aufgeschlagen auf dem Boden

Untermaierhofer erklärt sehr ausführlich verschiedene Bearbeitungstechniken, bei denen sicher auch der eine oder andere Profi noch etwas dazulernen kann. Insgesamt richtet sich das Buch jedoch an Anfänger*innen und Fortgeschrittene.

Das Buch ist eine tolle Anleitung, um Lost Places frei von den typischen Klischees zu dokumentieren, gibt viele Tipps und Tricks und lässt dennoch genug Raum, einen eigenen Stil in diesem Genre für sich zu finden. Dazu kommen die guten Aufnahmen des Fotografen, die zeigen, dass Lost-Places-Fotografie weit mehr ist als nur kaputte Räume zu fotografieren, sondern eine ganz eigene Kunstform.

Ein offenes Buch

Erschienen ist der Band beim dpunk.Verlag und kostet 34,90 € . Ein guter Preis für ein informatives Hardcoverbuch mit über 200 Seiten, das ich sehr gern empfehle.

Unterstütze kwerfeldein

Wenn Dir dieser Artikel oder das ganze Magazin gefällt, kannst Du die weitere Arbeit von kwerfeldein gern via Paypal, Überweisung oder Dauerauftrag mit dem, was es Dir wert ist, unterstützen. Vielen Dank!

kwerfeldein finanziert sich neben Werbeeinnahmen auch durch Provision von Verkäufen auf Amazon und freiwillige Beiträge der Leser*innen, um unabhängig zu bleiben.

Paypal


Überweisung

kwerfeldein
IBAN: DE0837050198 1933436766
BIC: COLSDE33XXX

Amazon
kwerfeldein @ Spreadshirt


  • Merken

3 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.