21. Oktober 2016 Lesezeit: ~ 12 Minuten

Instagram für Fotograf*innen. Ein Interview.

Trajan Tosev ist Mitgründer von IG4BUSINESS, berät Unternehmen in Sachen Instagram und hält zusammen mit seiner Kollegin Michèle Lichte Vorträge und Workshops. Für kwerfeldein hat er uns einige Fragen zur beliebten Social-Media-Plattform beantwortet.

 

Hallo Trajan! Danke, dass Du Dir Zeit für ein Interview genommen hast. Verrate zu Beginn doch etwas über Dich und wie Du zu IG4Buissnes gekommen bist.

Ich habe meine Karriere als Journalist und Moderator gestartet und war von 2008 bis 2012 bei der Deutschen Welle in Bonn tätig. Darauf folgten vier Jahre bei Deutsche Post DHL, wo ich meine journalistische Erfahrung mit den Bereichen Content- und Social-Media-Management erweitern durfte. So richtig angekommen im großen Konzern bin ich allerdings nie.

2016 habe ich den sicheren Job an den Nagel gehängt und mich selbstständig gemacht. Ich nutze jetzt meine Erfahrungen und meine Leidenschaft für Ästhetik und Design, um Unternehmen und Einzelunternehmer dabei zu helfen, erfolgreiche Instagram-Accounts aufzubauen.

Um auf Instagram erfolgreich zu sein und Aufmerksamkeit zu erhalten, reichen gute Bilder allein schon lange nicht mehr aus. Zu unüberschaubar ist das Angebot und zu groß die Konkurrenz. Was kann man als Fotograf*in tun, um nicht unterzugehen?

Das Problem dürfte leider nicht nur Fotograf*innen bekannt sein. Die wichtigste Frage, die man sich hier stellen sollte, ist: Was macht mich aus? Wofür stehe ich und was unterscheidet mich von den anderen aus meiner Branche? Die Zeit, die wir mit der Analyse der Konkurrenz und mit Vergleichen verbringen, sollten wir lieber dazu investieren, echte Antworten auf diese Fragen zu finden. Plötzlich sind nicht mehr alle Fotograf*innen meine Konkurrenz, sondern vielleicht nur wenige, die in eine ähnliche Richtung gehen wie ich.

Außerdem ist Fotografie eine Kunstform und hier entscheidet letztendlich der Geschmack. Daher sind ein klares Profil und eine klare Ausrichtung die Voraussetzungen für den Erfolg, nicht nur bei Instagram.

Bringt es überhaupt etwas, jetzt noch mit Instagram zu starten, oder ist man zu spät dran? Wenn man Accounts wie @_foodstories_ oder @muenchmax mit diesen unglaublichen Zahlen sieht, zweifelt man ja schon daran, ob es lohnt, wenn man noch keinen Account hat oder seit Langem bei 1.000 Follower*innen festhängt.

Ist man jetzt zu spät dran, eine Pizzeria aufzumachen? Natürlich hatte man es vor einem oder zwei Jahren einfacher, bei Instagram herauszustechen. Damals hatte die Plattform aber auch nicht so viele Nutzer*innen. Heute sind es nur in Deutschland neun Millionen, weltweit eine halbe Milliarde. Es liegt also in der Natur der Sache, dass es jetzt eben etwas schwieriger und die Konkurrenz größer ist.

Accounts wie die oben genannten haben die Messlatte ziemlich hoch gehängt und die User*innen erwarten hochwertige Inhalte. Andererseits ist auch die Belohnung groß: Mehr als 60 % geben an, bei Instagram neue Produkte oder Dienstleistungen entdeckt zu haben. 75 % gehen sogar einen Schritt weiter und werden aktiv, nachdem sie etwas Tolles entdeckt haben – besuchen die Seite des Anbieters, googlen nach mehr Informationen und werden sogar zu Kund*innen. Also, um es zusammenzufassen: Ja, es bringt etwas, mit Instagram zu starten!

Der Konzeptkünstler Constant Dullaart verteilte 2014 2,5 Millionen Follower*innen auf für ihn wichtige Künstler*innen. Jeder bekam 100.000 Follower*innen, um sie auf Instagram gleichwertig zu machen. Eine Aktion, die leider kaum jemanden zum Nachdenken brachte und wir können uns sicher darauf einigen, dass die Anzahl der Likes nicht viel über die Wichtigkeit von Künstler*innen aussagt. Aber wie wichtig sind Follower- und Likezahlen für Berufsfotograf*innen? Wie ernst sollte man sie nehmen?

Es kommt ganz darauf an, mit welchem Ziel ich bei Instagram unterwegs bin. Oder ganz einfach: Womit verdiene ich mein Geld? Aus meiner Wahrnehmung gibt es Fotograf*innen, die eher im Dienstleistungsbereich tätig sind (zum Beispiel Hochzeits- oder Portraitfotograf*innen) und Fotograf*innen, die allein oder jedenfalls vor allem die künstlerische Schiene fahren. Einigen ist es wichtig, neue Aufträge zu generieren, andere wollen ohne (primär) kommerzielle Absichten ihre Werke präsentieren.

Den ersten bringen Tausende Follower*innen und Likes sehr wenig, wenn dabei keine Aufträge herausspringen. Hier sollte man die Follower*innen viel stärker als Interessent*innen sehen, die eines Tages Leistungen in Anspruch nehmen könnten. Unser eigener Instagram-Account hat zum Beispiel nur um die 5.000 Abonnent*innen und natürlich hätte ich gern mehr davon. Aber uns schreiben fast wöchentlich Unternehmen an, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind – und das ist es, was für uns zählt.

Hier dem Größenwahn zu verfallen und allein auf bloße Follower- und Likezahlen zu schauen, ist nicht ausreichend. Letztlich ist es entscheidend, ob ich aus dem Kreis der Follower*innen auch Aufträge generieren kann. Das müssen Berufsfotograf*innen, die sich eher als Dienstleister*innen verstehen, ernst nehmen und aktiv darauf hinwirken.

Bei den primär künstlerisch arbeitenden Fotograf*innen wird die Anzahl der Follower*innen viel mehr als Anzeichen dafür gesehen, wie beliebt ihre Kunst ist. Im Marketing-Jargon würde man das „Social Proof“ nennen. Aber ehrlich gesagt – seit wann ist das Künstler*innen wichtig?

Was ich damit sagen will: Natürlich will bzw. müssen auch Künstler*innen Geld verdienen, aber sie werden ihr „Produkt“ in viel geringerem Maße davon abhängig machen wollen, ob es auf Instagram Follower*innen und Likes bekommt. Hier kann Instagram zwar auch eine Einnahmequelle sein und ich möchte gerade auch Künstler*innen ermutigen, ihre Profile dort entsprechend zu gestalten. Aber das findet natürlich dort seine Grenze, wo es um Belange geht, die allein die Kunst an sich betreffen.

Es gibt immer noch, wie Dullaart es tat, viele Möglichkeiten, auch sich selbst Follower*innen zu kaufen. Rätst Du davon ab oder kann man damit seinen Account doch pushen? Wie legal sind diese Möglichkeiten?

Finger weg davon! Legal hin oder her – es ist ein völliger Quatsch, Follower*innen zu kaufen. Und das sage ich aus eigener Erfahrung. Wenn man in dem Bereich tätig ist, möchte man alles testen, auch die „unorthodoxen“ Methoden. Ich habe das für einen meiner Accounts vor längerer Zeit einmal ausprobiert und es war eine Katastrophe. Wie ich oben schon sagte: Das Instagram-Profil sollte meinen unternehmerischen Zielen untergeordnet sein.

Wenn ich versuche, neue Kund*innen zu finden, bringen mir Follower*innen aus Bangladesch rein gar nichts. Ich kann wirklich jedem nur davon abraten. Das ist rausgeschmissenes Geld und kostet am Ende auch noch viel Zeit. Ich habe selbst tagelang damit verbracht, meinen Account wieder von den „toten Follower*innen“ zu säubern. Ein Albtraum.

Wie kann man überhaupt als Fotograf*in Geld mit Instagram verdienen? Suchen Kund*innen tatsächlich auf Instagram nach geeigneten Hochzeitsfotograf*innen? Oder sind es die Kooperationen mit Firmen, von denen man immer liest, die einem ein zweites Standbein bieten? Und was gibt es sonst für Aussichten?

Auch auf die Gefahr hin, jetzt alle zu enttäuschen: Man kann allein mit Instagram kein Geld verdienen. Genauso wie man mit einer gedruckten Anzeige oder einem TV-Spot allein kein Geld verdienen kann (es sei denn, man ist die Zeitschrift oder der TV-Sender selbst). Geld kann ich nur mit einem tollen Angebot verdienen, das auf meine Wunschkund*innen zugeschnitten ist. Und ja – hier kann Instagram mir helfen, diese Kund*innen zu finden. Womit wir wieder beim Thema Positionierung und Ausrichtung wären.

Kooperationen mit Unternehmen sind auf jeden Fall eine weitere denkbare Geldquelle. Allerdings bedarf es Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der Kooperationspartner*innen und der Ausführung des Auftrags.

Es gibt außerdem auch andere Verdienstmöglichkeiten wie zum Beispiel Affiliate-Programme oder man erstellt ein eBook und bewirbt es bei Instagram. Das alles funktioniert aber nur dann, wenn ich mir ein echtes Publikum aufgebaut habe und ein Umfeld des Vertrauens geschaffen wurde.

Wonach wählen Unternehmen Instagram-Profile für eine Zusammenarbeit aus?

Natürlich spielt die Followerzahl (leider) immer noch eine große Rolle. Nicht jede*r Marketing-Manager*in ist in die „schmutzigen Tricks“ der selbsternannten Influencer*innen eingeweiht, aber langsam trennt sich auch hier die Spreu vom Weizen. Es gibt mittlerweile Werkzeuge wie zum Beispiel influencerdb.net, die die Followerentwicklung eines Accounts grafisch darstellen und die Interaktionsrate (also die Relation zwischen der Followerzahl und den Likes und Kommentaren) berechnen. Solche Instrumente werden immer häufiger von Unternehmen eingesetzt und spätestens dann fliegen die „Influencer*innen“, die keine Influencer*innen sind, auf.

Um zurück zur eigentlichen Frage zu kommen: Die Followerzahl ist immer noch wichtig, aber es wird mittlerweile auch immer mehr darauf geachtet, ob unter den einzelnen Postings auch eine echte Diskussion entsteht.

Sollten Berufsfotograf*innen neben den fertigen Bildern auch Making-Ofs oder gar Selfies aus dem Urlaub zeigen? Was rätst Du Fotograf*innen bei der Bilderauswahl?

Die Überlegungen kenne ich aus der eigenen Erfahrung und auch aus der Zusammenarbeit mit Kund*innen. Wie viel privat ist zu privat? Hier gibt es wirklich keine Regeln. Grundsätzlich wird die Bindung gestärkt, wenn wir auch mal die persönliche Seite zeigen. Hier muss aber jede*r für sich entscheiden, wie weit er*sie gehen will. Ob das unbedingt ein Selfie aus dem Urlaub sein muss… Warum nicht ein Bild von mir, wie ich gerade voll in meinem Element bin und den atemberaubenden Sonnenuntergang mit meiner Kamera einfangen will? Ich würde trotzdem versuchen, beim Thema zu bleiben.

Man hört überall Ratschläge zur optimalen Zeit zum Posten. Gibt es die tatsächlich?

Zum Glück muss man seit der Einführung der Instagram Business-Profile nicht mehr rätseln, sondern kann in die Statistiken schauen. Bei uns zum Beispiel ist zwischen 20 und 21 Uhr Primetime. Das wird aber von Account zu Account unterschiedlich sein. Ich kann jedem*r Unternehmer*in nur empfehlen, auf ein Business-Profil umzustellen.

Wie können Fotograf*innen die neue Funktion der Instagram Storys am besten nutzen? Und kann man damit auch etwas falsch machen?

Ja, man kann damit nerven. Die Storys sind ein noch relativ neues Feature und mit ein bisschen Mühe kann man sich hier wirklich etwas aufbauen. Auf unserem Blog haben wir das Thema schon mehrmals beleuchtet, unter anderem haben wir vier Strategien vorgestellt, die Unternehmen (und auch Fotograf*innen) einsetzen können.

Unterm Strich ist es wichtig, die Story als eine Erweiterung der bisherigen Strategie bei Instagram zu sehen. Gerade Making-Ofs und Einblicke hinter die Kulissen eignen sich ganz gut als Inhalt. Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, findet hier unsere PDF-Anleitung mit den drei wichtigsten Elementen, die jede Instagram Story beinhalten sollte.

Wie siehst Du die Entwicklung von Instagram, was erwartet uns noch in der Zukunft? Reichweitenbeschränkungen klingen ja eher negativ. Gibt es auch positive Veränderungen?

Das Thema Video wird uns in den nächsten Jahren weiter begleiten und noch prominenter werden. Betrachtet man die mittel- bis langfristigen Pläne des Mutterkonzerns Facebook, bekommt man eine Ahnung davon, wohin die Reise geht. Wir sprechen hier von 360°-Videos und Virtual Reality. Erst neulich hat Chef Mark Zuckerberg bei einem Live-Event gezeigt, was uns in nicht allzu ferner Zukunft erwartet.

Ähnlich wie Facebook gibt es auch bei Instagram immer wieder Formate, die von der Plattform selbst aus strategischen Gründen besonders hervorgehoben werden. Und das ist im Moment ganz klar das (Live-) Video. Wer also seine organische Reichweite steigern möchte, muss immer darauf achten, worauf Facebook & Co. gerade den Fokus legen und entsprechend reagieren. Unterm Strich: Wir werden mit den ständigen Veränderungen leben müssen. Aber genau das macht den Reiz ja aus. Denn Stillstand ist Rückschritt – und das trifft nicht nur für die Anbieter*innen, sondern auch auf uns User*innen zu.

Vielen Dank für das Interview, Trajan!

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11 Kommentare

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  1. Hallo,

    nennt mich altmodisch oder sehe ich als Mann die Sache nur verkehrt, aber mir geht dieses ganze…*innen ziemlich auf den Keks. Es stört mich beim Lesen doch nachhaltig. Oder muss ich mich einfach daran gewöhnen? Wie seht ihr das?
    Sorry, das ich nichts inhaltlich beitragen konnte, aber ich musste das einmal loswerden.

    Viele Grüße

    Oliver

    • Absolut deiner Meinung Oliver!

      Zudem betrachte ich jegliche Form von Social Media als äußerst kritisch und bedenklich und das obwohl ich für solche Ansichten noch recht jung bin. Dieses ganze Liken, Faven, Folgen oder Abonieren empfinde ich in den allermeisten Fällen als pure Heuchelei. Was viele Klicks auf solchen Plattformen bekommt hat noch lange keinen Gehalt. Die Auflagenstärkste Zeitung in Deutschland verdeutlicht das!

    • Ich find’s beim Lesen auch eher störend. Keine Ahnung, ob es an mangelnder Gewohnheit liegt oder schlicht daran, dass Wörter mit Sonderzeichen den Lesefluss unterbrechen.

      So oder so: Angenehm finde ich es nicht, sondern ziemlich anstrengend.

    • Man kann sich daran gewöhnen. Skimming (überfliegendes lesen) hilft. Inzwischen freu ich mich jedes mal wenn ich Texte mit * lese, da es immer wieder bewusst macht das es mehr als nur zwei (soziale) Geschlechter gibt.

      • Ich muss ich da Anouk anschließen: störend finde ich die *innen-Form nicht, sondern eher positiv – da hat sich wer die Mühe gemacht den Text so zu schreiben, dass ich *nicht* nur immer an Männer bei all den Nennungen denken muss.

        Bei häufigerem Lesen solcher so formulierten Texte ließt sich das sehr flüssig.

        Danke sehr!

  2. Ich bin dem Thema social media sehr aufgeschlossen gegenüber und habe selbst bei Facebook sehr gute Erfahrungen gemacht. Daher möchte ich es nicht missen. Aber man darf es auch nicht überbewerten und sich von Likes und Klickzahlen abhängig machen. Ich habe lieber einen den ich inspiriere, als 100 nichts-sagende Likes.

  3. Interessantes Thema und Interview. Mich würde auch noch interessieren wie man Instagram vom PC aus benutzt. Ist doch sehr umständlich die Fotos vom PC ans Handy zu senden nur um damit Instagram zu speisen. Ich habe einige Emulatoren für den PC ausprobiert, keiner war zufriedenstellend. Hat jemand einen Tipp?

  4. social media ist sehr sehr schwierig. Früher war es noch einfach: Bild posten und fertig. Aber Social Media ist ein eigenen Business für sich – daher gibt es ja auch die ganzen Firmen die da supporten. Es ist echt nicht einfach – aber wichtig. Ich persönlich bekomme kaum Kunden über Social Media – aber ich binde meine Kunden. d.H. Die Kunden die ich bereits habe, folgen mir aktiv, und binden sich.

    Guter Artikel!

  5. Ich stehe aus Gründen des Selbstschutzes (Datenschutzes) solchen Social-Media-Märchen ziemlich skeptisch gegenüber. Instagram gehört zu Facebook, genau wie andere große Plattformen, welche sich über Kurz oder Lang enger mit Facebook und den von diesem Firmengeflecht aggregierten Daten verbinden werden.
    Der Blick in die Privacy-Policy von Instagram verrät, dass Inhalte, Kontakte, eindeutige Geräte-Kennnummern, aufgerufene Seiten, Cookies, Web Beacons, Tracking-Pixel etc. eingesetzt werden, um „ein besseres Erlebnis“ der Seiten zu bieten und Drittanbieter_innen wie Werbe-Netzwerken Anschluss bieten zu können.

    Nicht alle mit Drittanbieter_innen geteilten Daten sind dabei so uneindeutig wie behauptet – eindeutige Gerätekennnummern etwa, die ziemlich eindeutig auf eine_n Benutzer_in hinweisen, wenn über mehrere Plattformen, Cookies, Werbe-Anbieter_in verfolgt.

    Das. Stört. Mich. Denn ich werde bei diesem „Service“ verkauft.

    Der Treibstoff dieser Firmengeflechte ist nicht mir „einfach“ und „nur“ bei etwas zu helfen – eine kostenlose Gefälligkeit unter Freunden. Meine Bewegungen, Kontakte, Vorlieben, Entscheidungsstrategien und den „sozialen Staub“, den ich aufwirble, soll möglichst in allen Details erfasst und verkauft werden.

    Dass ich anderen Menschen meine Bilder zeigen kann und sich daraus neue Kontakte ergeben, ginge auch deutlich _Datensparsamer_.

    Und noch was:
    Bei Sätzen wie „Wer also sein[e] … steigern möchte, muss immer darauf achten, worauf Facebook & Co. gerade den Fokus legen und entsprechend reagieren.“ kräuseln sich mir die Fußnägel und „Wir werden mit den ständigen Veränderungen leben müssen.“ ist auch irgendwie so fatalistisch, dass klar wird, dass Nutzer_innen dieser Portale das Produkt sind: Immer schauen wo man sich befindet, immer nur reagieren auf die anderen, alles messen und letztlich fremdbestimmt „damit leben müssen“ wies halt so läuft ohne Kontrolle darüber.

    Prima „Service“!

    Diesen Reiz von Fremdbestimmung und Ausverkauf meiner Person kann ich schwerlich nachvollziehen.