07. Oktober 2016 Lesezeit: ~ 18 Minuten

Red Bull Illume – Die Gewinner

Wenn 5.646 Fotograf*innen aus 120 Ländern bei einem Wettbewerb 34.624 Bilder einreichen, ist das ganz klar eine riesige Angelegenheit. Und wenn die Jury dann noch herausragende Arbeit leistet, kann man beim Anblick der Finalist*innen nur noch staunen. So geschehen beim 5. Red Bull Illume Image Quest.

Der Wettbewerb von Red Bull sucht alle drei Jahre die herausragendsten Action- und Sportaufnahmen. Wir dürfen Euch die ersten Plätze der verschiedenen Kategorien vorstellen. Zu jedem Bild gibt es die Entstehungsgeschichte, erzählt von den Fotograf*innen selbst.

Overall Winner

Gesamtsieger ist der deutsche Fotograf Lorenz Holder, der bereits 2013 diesen Preis abräumen konnte. Eine starke Leistung, bedenkt man die Vielzahl der Einreichungen, aber sieht man sich das prämierte Foto an, absolut verdient. Herzlichen Glückwunsch!

Ein Fahrradfahrer auf einer märchenhaften Brücke im Herbst

Senad und ich waren auf dem Weg zu einem anderen Aufnahmeort am frühen Morgen, als wir an diesen malerischen Ort vorbei kamen. Wir sahen ein Schild am Straßenrand und ich hatte bereits einige Aufnahmen dieser Brücke im Internet gesehen. Als wir dort ankamen, stand die Sonne gerade über den Bäumen und beleuchtete das volle Farbspektrum der Herbstblätter in einer sehr weichen Art und Weise.

Eine Sache, die mich etwas störte, war, dass der See mit Blättern übersät war, weshalb die Reflexion der Brücke einfach nicht zu sehen war. Aber manchmal braucht man nur ein kleines bisschen Glück – ich war wenige Tage zuvor auf einem Angelausflug und hatte immer noch meine Angelstiefel und ein Netz im Auto. So reinigte ich den See per Hand. Es dauerte eine Weile, bis es fast perfekt sauber war – zumindest, wo es für das Bild relevant war. Zum Glück war die Sonne noch sehr weich, so hatten wir immer noch gutes Licht für das Bild.

Ich wählte eine sehr niedrige Kameraposition, um eine nahezu perfekt gespiegelten Szene auf der Wasseroberfläche zu bekommen. Die Brücke sah aus wie ein perfekter Kreis und das Licht war immer noch sehr gut. Als Senad auf der Brücke war, dauerte es zwei oder drei Versuche. Es gab auch keine Zeit mehr für einen weiteren Versuch, denn der Wind kam auf und die perfekte Reflexion auf dem Wasser war wieder weg.

Wir liefen zurück zum Auto und fuhren weiter zum eigentlich geplanten Ort. Es war ein tolles Gefühl, dieses Foto mit purem Glück gemacht zu haben. Ohne das Zeichen an der Straße wären wir an einem der schönsten Fotomotive vorbei gefahren.

 

Close Up

In der Kategorie „Close Up“ konnte sich der russische Fotograf Denis Klero durchsetzen. Er portraitierte den Kletterer Rustam Gelmanov mit einer Nahaufnahme seiner geschundenen Hände.

Chalk an den Händen

2014 bekam ich den Auftrag, das Profil von Rustam Gelmanov zu aktualisieren. Wir entschieden uns, das Foto in Fontainebleau in Frankreich zu machen, einem sehr bekannten Ort zum Bouldern. Ich hatte bereits die Idee des Fotos in meinem Kopf und es wurde genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Die wichtigsten Instrumente zum Klettern sind die Hände und Arme. So kamen wir überein, dass wir eine Nahaufnahme von den Händen machen würden. Mit Hilfe von zwei Medium Softboxen auf beiden Seiten fokussierte ich auf die Hände und Finger, während ihr Besitzer im Schatten verschwand. Ich wollte dem Betrachter mehr als nur die Hände des Athleten zu sehen geben.

In diesem Bild ist nicht die Farbe wichtig, sondern der Kontrast. Aus diesem Grund habe ich mich für schwarzweiß entschieden. Lustigerweise wurde das Bild in der Lobby unseres Hotels aufgenommen, in dem wir untergebracht waren.

 

Enhance

In dieser Kategorie geht es um Bilder, die digital oder in der Dunkelkammer nachbearbeitet wurden. Gewonnen hat der Neuseeländer Dean Treml mit einem sehr grafischen Bild.

Grafisches Sportfoto

Jonathan Paredes aus Mexiko stürzt sich von der 28 m hohen Plattform des Opernhauses in Kopenhagen während des Trainings für die Red Bull Cliff Diving World Series.

Ich erinnere mich noch, wie ich dachte, dass das Bild unglaublich surreal aussehen könnte, wenn nur die kleine Form des Turmspringers zu sehen wäre, dieses riesige Dach das Bild dominieren würde und diskutierte mit meiner Frau Romina Amato darüber, die ebenfalls als Fotografin vor Ort war.

Da ich mich auf redaktionelle Arbeiten fokussiere, hat die Integrität eines Bildes obere Priorität, so blieb die Plattform, wo sie war. Aber als ich die Kategorien des Red Bull Ilume las, erinnerte ich mich wieder an dieses Bild und beschloss, dass eine kleine „Verbesserung“ einem meiner Bilder nicht schaden könne. Und so kam diese Version des Bildes dank der Kategorie „Enhance“ zustande.

 

Energy

Fotos voller Energie, die die Kraft des jeweiligen Sports repräsentieren, wurden für diese Kategorie gesucht. Gewonnen hat Luke Shadbolt mit seinem Bild des Bodyboarders Renan Faccini.

Eine Welle brandet

Ich reiste mit einer Gruppe von brasilianischen Bodyboardern, um ein Feature für das Magazin „Le Boogie Bodyboarding“ zu fotografieren und gleichzeitig Fotos für mein Buchprojekt aufzunehmen. Ihre lokalen Kenntnisse waren von unschätzbarem Wert. Bei minimalem Seegang und chaotischem Verkehr in Rio hatten wir wirklich nur die Chance für ein oder zwei verschiedene Optionen, um Wellen zu finden, bevor die Winde kamen.

Jaotinga wurde unsere favorisierte Option. Mit nur einer Handvoll anderer Boarder hatten wir den Ort nahzu für uns allein. An jedem Ende des Strandes waren steile Klippen, die die Gegenströmung brechen würden, sodass überkreuzte Wellenberge entstehen. Ideal für Bodyboarding.

Die Dünung traf genau in den kleinen Spalt in den südlichen Kliffs und Fontänen aus sprühendem Wasser katapultierten in verschiedensten Winkeln daraus hervor. Als ich vom Strand aus fotografierte, um eine dieser abstrakten Formen einzufangen, habe ich Renan nicht einmal wahrgenommen, erst im Nachhinein. Es ist eine Art Dualität in der Bedeutung: Es könnte als Gruß an die Macht und die Zufälligkeit des Ozeans gesehen werden oder es könnte den lächerlichen Versuch des Menschen, seit Unendlichkeiten die Natur zu beherrschen, zeigen.

 

Lifestyle

Eine Kategorie für Bilder, die den Lebensstil, die Kultur oder Musik, die mit der Actionfotografie verbunden sind, präsentieren, aber vor oder nach der eigentlichen Aktion entstanden. Gewonnen hat die Aufnahme von Jody Macdonald.

Ein Mann auf einem Güterzug

Als ich jung war, schaute ich mich durch die National-Geographic-Magazine und träumte von Abenteuern wie diesem. Train Hopping durch die Sahara auf einem der weltweit längsten Züge. Ich hatte von den Ozeanen aus Sand, den lauten Geräuschen der Züge, der Kälte, dem Wind, der glühenden Sonne, den unbekannten Gerüchen und Geräuschen der Wüste und den damit einhergehenden Beschwerden geträumt. Als ich gefragt wurde, eine Reise unter harten Bedingungen zu fotografieren, kam mir eine 700 km lange Reise durch die Sahara in Mauretanien in den Sinn.

Nach Wochen der Planungen begann unsere Reise in der Hauptstadt Nouakchott, von wo aus mein Bruder und ich nach Norden an Bord der Mauritania Railway gelangten. Unsere riskante Bahnfahrt begann am Eisenbergbau-Zentrum von Zouérat in der Sahara und schlängelte sich durch die karge Wüste in Richtung des Hafens von Nouadhibou zum Atlantik. Wir wollten an die Küste, um zu versuchen, einige unerforschte Orte zum Surfen zu finden und den Geist des Abenteuers in dieser unglaublichen Landschaft einzufangen. Wir hatten mitten in der Nacht nur wenige Minuten, um auf den Zug zu springen und verbrachten 15 lange Stunden auf dem drei Kilometer langen Zug durch die Wüste, der 84 Tonnen Eisenerz durch das von Terrorismus, Sklaverei und Armut gelähmte Land trug.

 

Mobile

Die Qualität von Handy- und Tabletkameras wird immer besser und besonders nach der Bearbeitung sieht man keinen Unterschied mehr zu Aufnahmen aus der DSLR-Kamera. Ein guter Grund für eine eigene Kategorie für diese Fotos, die der Norweger Vegard Aasen gewonnen hat.

Wanderer im Schneesturm

Diesen Winter gingen meine Freunde und ich nach Hakuba in Japan, um Powderski und auf großen Bergen zu fahren. Am Tag des Fotos war es sehr windig, aber der Schnee war sehr gut und wir gingen ins Hinterland. Einer meiner Freunde hatte seine DSLR-Kamera dabei, also entschied ich mich, meine Kamera nicht mitzunehmen, denn ich wollte lieber Ski fahren, anstatt Bilder zu machen.

Wir waren eine Weile unterwegs, als wir eine Gruppe über uns über den Grat wandern sahen. Der Wind und die Wolken sahen super aus, sodass mein Freund seine Kamera herausholte und begann, Fotos zu machen. Ich hasste mich selbst dafür, meine Kamera nicht dabei zu haben. Zum Glück hatte ich aber mein Handy in der Tasche. Ich konnte nichts auf dem Bildschirm sehen, schaffte es aber offensichtlich ziemlich gut, zu zielen.

Eine Woche später scrollte ich durch mein Handy, während ich in einem Restaurant auf mein Sushi wartete. Ich hatte das Bild völlig vergessen und war deshalb ziemlich begeistert, als ich es fand. Ich bearbeitete es in Photoshop Express auf meinem Handy in schwarzweiß und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

 

New Creativity

Neue Perspektiven, alternative Ideen – diese Kategorie wird sogar umschrieben mit der Suche nach etwas, das man so noch nie gesehen hat. Ale Di Lullo hat sie mit einem tatsächlich sehr ungewöhnlichen und vor allem guten Bild gewonnen.

Aussicht aus einem Auto auf dessen Front ein BMX-Fahrer fährt

Ich arbeite an Fotos, aufgenommen durch transparente Oberflächen, schon seit einigen Jahren, aber bei meiner Reise durch Europa hatte ich diese Idee. Ich zwang mich selbst, in neuen Blickwinkeln zu denken, aber nichts kam mir zunächst in den Sinn. Und dann erinnerte ich mich daran, dass die besten Ideen oft die einfachsten sind und die Antwort meist direkt vor einem liegt. Ich merkte, dass mein Foto eigentlich direkt vor mir lag. Es war genau da, wo die meisten Menschen viel Zeit verbringen: Im Auto!

Niemand hatte vorher eine Extremsportart aus dem Auto heraus fotografiert, während der Fahrer auf der Windschutzscheibe fahren muss. Ich wusste, dass ein Foto wie dieses an einem kultigen Ort gemacht werden musste und so war es klar, dass New York City mit all seinen Brücken der Platz war. Und was könnte besser sein, als das Ganze aus einem NYC-Taxi heraus zu fotografieren?

Aaron Chase als Fahrer war für mich selbstverständlich. Er ist seit langer Zeit ein Freund und ein Pionier im Straßenfahren und zudem heimisch in New York. Es hat uns ein Jahr der Vorbereitung gekostet und einen vollen Tag Arbeit, mit einigen Leuten und etwas Geld. Ich fotografierte und hatte die ganze Zeit Angst, die Windschutzscheibe könnte brechen. Nach zwölf Versuchen hatte ich dieses Foto.

 

Playground

Der Name des Gewinners sollte Euch bekannt sein, denn es ist wieder Lorenz Holder, der bereits als Gesamtsieger mit einer anderen beeindruckenden Aufnahme vorgestellt wurde. In der Kategorie „Playground“ geht es um Landschaften, Plattformen und Architekturen, die den Athlet*innen im wahrsten Sinne des Wortes als Spielplätze dienen.

Ein radfahrer in einem surrealen Gebilde

Ich fotografierte diesen einzigartigen Ort bereits einige Monate zuvor als Landschaftsaufnahme, denn ich mochte die Strukturen und wie alles in der Landschaft eingebunden ist. Es ist eine Aussichtsplattform aus Stahl, die im Laufe der Jahre verrostete. Man kann zu Fuß die Treppe hinauf, um den Blick auf die Seen und das umgebende Gebiet zu genießen.

Ich wusste irgendwie, dass es Potenzial für ein Actionfoto hat. Meine erste Idee war, Snowboarding darin zu fotografieren, aber es war aufgrund des geringen Platzes unmöglich. Ich gab meine Idee fast auf, als ich Senad Grosic in Berlin traf und wir etwas über gute Aufnahmeorte sprachen. Ich zeigte ihm meine Landschaftsaufnahme und er meinte, wir sollten zusammen dort hingehen und sehen, was möglich ist.

Also fuhren Senad und ich den ganzen Weg nach Senftenberg. Wir diskutierten und verfeinerten den Plan, was gut auf dem Foto aussehen könnte. Senad hatte die Idee, sich komplett weiß zu kleiden, um dem Ganzen mehr Kontrast zu geben, denn ich wollte keine Blitze verwenden, um die Strukturen so gleichmäßig wie möglich zu halten. Der Winkel ist nahezu derselbe wie auf meinem Landschaftsbild. Im Grunde ist es ein Architekturfoto mit der Würze des Actionsports in ihm.

 

Sequence by Sony

Sequenzaufnahmen sind ein sehr beliebtes Mittel in der Action- und Sportfotografie, weshalb es natürlich auch dafür eine eigene Kategorie gibt. Gewonnen hat sie Daniel Vojtěch.

Sequenzaufnahme eines Flugzeuges aus einem Flugzeug heraus

Red Bull fragte mich, ob ich einige Portraits und Actionfotos der Flying Bulls machen könnte. Wir hatten eine Fotosession in der Luft und ich wusste, dass es großartig für eine Sequenzaufnahme sein würde. Ein Flugzeug ist der einzige Ort, an dem man so etwas wie das sehen kann. Ich machte einen schnellen Versuch. Nachdem ich die Sequenzen zusammengesetzt hatte, war es schon gut, aber ich wollte noch ein Stück näher heran.

Wir hatten noch eine andere Fotosession an einem weiteren Tag, versuchten es erneut und ich kam viel näher an die Flugzeuge vor mir heran. Es war wolkig, weshalb das fertige Bild sehr dramatisch wirkt. Der Pilot machte den Rauch an, weshalb man die Spur hinter dem Flugzeug sehen kann.

Die Kamera, die ich für dieses Foto verwendete, war die Nikon D5 mit einem Nikkor 16 mm f/2.8 Fisheye, weil fast keinen Platz war und ich den inneren Teil des Flugzeugs, in dem ich mit dem Piloten saß, zeigen wollte.

 

Spirit

Bei all der Action geht leider nicht immer alles wie geplant und je spektakulärer die Aufnahmen sind, desto gefährlicher ist oft auch das, was die Athlet*innen leisten. Dean Treml hat mit seinem Bild eines verletzten Athleten in der Kategorie „Spirit“ gewonnen.

Retter bei einem Verletzten

In diesem Bild sieht man Josh Neilson aus Neuseeland, wie er von seinen Kollegen Barnaby Prees, Sam Sutton, Tim Pickering, Ben Brown, Jamie Sutton und Jared Seiler unterstützt wird, während sie nach einer schlechten Landung in Matze’s Drop in Norwegen am 7. Juli 2014 auf den Rettungshelikopter warten. Es brachte ihm einen gebrochenen L1-Wirbel ein.

Ich reiste zum Kajak-Mekka nach Norwegen ein paar Tage vor dem Foto und hing mit meinem neuseeländischen Kumpel Ben Brown rum, einem der weltweit erstaunlichsten Kajak-Abenteurer. Wie das Schicksal so spielt, verrenkte er sich an meinem Ankunftstag die Schulter, aber zum Glück reiste er mit einigen anderen brillanten Paddlern und ich konnte dennoch fotografieren.

Am letzten Tag fanden wir uns bei diesem spektakulären Wasserfall ein. Nachdem fünf andere bereits runtergefahren waren, kam Josh an die Reihe. Nach einem guten Eintauchen stieß sich die Nase des Kajaks ab und er landete flach auf dem Rücken, die Kraft brach ihm den Rücken. Seine Kollegen waren sofort zur Stelle und unterstützen und stabilisierten Josh. Ben, der zuvor eine ähnliche Verletzung erlitten hatte, konnte Josh beruhigen, während ein Hubschrauber gerufen wurde.

Josh wurde nach Lillehammer ins Krankenhaus geflogen und dann weiter nach Elverum für eine erfolgreiche Operation. Nach der Rehabilitation in Neuseeland war er ein Jahr später wieder in einem Kajak und reiste anschließend nach Norwegen zurück, um erneut durch die Flüsse zu paddeln.

 

Wings

Micky Wiswedel aus Südafrika hat in der Kategorie „Wings“ mit seinem Foto des Bergsteigers Jamie Smith gewonnen.

Ein Bergsteiger im Fall

Mein Kumpel Jimbo hatte in einem Gebiet einige neue schwere Routen eröffnet, wir wollten sie ausprobieren und dabei fotografieren. Beim Fotografieren von Kletterern ist es selten, dass man beim Herumlaufen einen guten Winkel bekommt. Die meisten Bilder benötigen irgendeine Form von Hängung. Der Winkel dieser Aufnahme geschah durch Zufall. Wir waren an der Einstellung für ein weiteres Bild, aber als ich zurückblickte, wusste ich, dass wir unsere Pläne ändern mussten und das Foto mit dem Meer und Horizont im Hintergrund machen sollten, die von diesem riesigen Felsendach umrahmt wurden.

Die Beleuchtung ist auch schwierig, da Kletterer lieber im Schatten klettern, da kühlere Temperaturen mehr Reibung zwischen Haut und Fels bieten. Dies bedeutet oft überbelichtete Hintergründe und unterbelichtete Vordergründe. Das Beste, was ich in dieser Situation tun konnte, war, irgendwo die Mitte zu erwischen.

Die Route ist eine der schwierigsten auf dem Tafelberg. Der letzte „Knackpunkt“ ist in der Nähe der Spitze – es gibt ein paar Punkte unterhalb, die Schutz geben, aber es gibt einen letzten Sprung oder dynamischen Zug für den letzten Halt. Das Bild zeigt, was passiert, wenn man es nicht schafft, Halt zu finden!

Es gab immer eine Chance, dass Jimbo fallen könnte, also war ich dafür bereit. Für die paar Sekunden bis zum großen Zug hielt ich meinen Atem an und war bereit, zu fotografieren. Ich konnte auf jeden Fall das Adrenalin fühlen! Es war ein ziemlich großer und beeindruckender Fall, aber zum Glück weit vom Boden weg – was es nicht minder erschreckend macht.

Wir hatten ein paar coole Kletterfotos geplant, aber am Ende war es dieses Bild von Jimbo mitten in der Luft, das gefühlt die Intensität des Kletterns zeigt. Jimbo hat die Route an dem Tag noch geschafft – nach einigen anderen Stürzen.

 

Beim Anblick solcher Bilder bin ich schon voller Respekt vor der Leistung der Athlet*innen und Fotograf*innen. Nach den Geschichten steigt dieser gleich noch einmal ordentlich. Diese Geschichten gibt es zu allen 275 Finalist*innen, Ihr findet sie auf Englisch im Bildband von Red Bull. Er kostet 59 USD, ist limitiert auf 5.000 Stück und kommt mit einem Druck des Gesamtsiegers.

Die Zitate wurden für Euch von Katja Kemnitz aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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17 Kommentare

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  1. Das Bild von Hr. Holder ist wirklich sehr schön, doch soweit ich weiß ist die Brücke unter Denkmalschutz und darf garnicht betreten werden. Deshalb stört es mich, dass dieses Bild gewonnen hat, aber woher sollte die Jury wohl wissen, dass dieses Bild im Grunde so hätte nie entstehen dürfen. Ich bin gespannt, ob sich jemand bei Hr. Holder melden wird und wegen des Eigen-Beweis-Fotos zur Rede stellen wird…

      • Ich glaube Du verwechselt da etwas, mal ein anderes Beispiel; wenn Du ein Graffiti irgendwo anbringst, ist das nicht das Verlassen der Komfortzone, sondern eine rechtswidrige Tätigkeit!

    • Und woher wollen wir wissen, ob da nicht mit Photoshop “nachgeholfen” wurde? Werden denn evt. Bildmanipulationen bei solchen Wettbewerben geprüft? Es wäre ja nicht das erste mal, dass ein Wettbewerbsbild wegen Bilmanipulation disqualifiziert wurde (z.B. beim World Press Photo).

      Aber, so lange nicht geklärt ist, ob die denkmalgeschützte Brücke tatsächlich oder nur mit Hilfe von Photoshop betreten wurde, heisst es nunmal: In dubio pro reo!

    • Fotografie ist eine Kunst und dafür muss man manchmal verbotene Dinge tun. Manche der besten Fotografien der Welt sind “verbotene Fotos”. Ich finde das Bild Fotografisch super und er ist nicht der erste der dort mit dem Bike drüber ist ;)

  2. Es ist Red Bull. Die sponsoren Leute die von Häusern oder Bergen springen. Da tut so ein Mountainbike auf einer Brücke niemandem weh. Was mich an dem Bild mehr stört ist das ich schwören könnte es schon von 10 Fotografen gesehn zu haben. Nur halt ohne Rad. ^^

  3. Und wie immer wird auf unserem Wahrzeichen herum geturnt, jetzt schon mit Fahrrad. Das sich noch niemand die Mühe gemacht, wie Joerg wahrscheinlich meint, und das zur Anzeige bringt. Ich denke ich werde der Gemeinde hier mal einen Wink geben müssen.

    • Du gehörst wahrscheinlich noch zu denen die Sonntags mit der Kamera durch die Stadt laufen und Fotos knipsen von Autos die im Halteverbot stehen… LÄCHERLICH. Gönnt dem Fotografen sein Erfolg oder machts besser. Ich habe schon hunderte Bilder gesehen von dieser Brücke und es nicht das erste mal das jemand darauf läuft oder sonstiges. Fast alle nur am meckern hier. Macht euch mal nicht ins Hemd

  4. Wow, da sind echt tolle Arbeiten dabei. Ich habe diese Brücke auch schon oft auf Bildern gesehen und muss mich jetzt mal outen: wo steht die denn? Scheint ja irgendwie ein musthave für das eigene Fotoarchiv zu sein.

  5. Könnte es sein, dass diese extreme Spiegelung auf dem Gewinnerbild nicht die echte Wasseroberfläche ist? Mein perspektivischer Blick bleibt unzufrieden mit dem was ich da sehe. Dort wo der Brückenbogen links den Horizont kreuzt sehe ich oben eine markante braune Form aus Laub. Die gleiche Stelle unten sieht genau so aus, der Blick kommt dort aber von weiter unten, von der Wasseroberfläche eben und dürfte nicht die gleiche Perspektive zeigen. Könnte es sein?