16. September 2016 Lesezeit: ~4 Minuten

Filmentwicklung leicht gemacht – Eine Umfrage

Die Heimentwicklung von Filmen ist zeitintensiv, aufwändig und bringt oft unvorhersehbare Ergebnisse mit sich – insbesondere, wenn es sich um Farbfilme handelt. Trotz allem liegt ein unvergleichlicher Reiz darin, selbst mit den Chemikalien zu hantieren und als Ergebnis ein entwickeltes Negativ in den Händen zu halten.

Bisher musste die Chemie in der Spüle oder auf dem Herd erhitzt werden, der Film in kompletter Dunkelheit in den Tank gelangen und anschließend ständig in Bewegung gehalten werden. „Genug davon!“, dachte ich mir vor rund einem halben Jahr und machte mich auf die Suche nach einer Lösung, um künftig Farbfilme ganz unabhängig vom Postweg zu professionellen Laboren schnell und zuverlässig selbst zu entwickeln.

Entwicklungsdosen bei RotlichtEntwicklungbehälter in der Spüle

Und so begann ich, mich mit Tauchsiedern, Babykostwärmern und Induktionsplatten zu beschäftigen, erprobte durch Papier- und Schaummodelle den optimalen Ablauf, die Anordnung der Bestandteile und befasste mich schließlich damit, die passenden Ästhetik zu finden – ein Zwischenspiel aus Labor und Wohnzimmer, eine Verschmelzung von analog und digital.

Modell eines EntwicklungstanksSkizzen

Das Ergebnis ist eine Komplettlösung, die für Farb- und Schwarzweißfilme in 35 und 120 mm verwendet werden kann. Alle Chemikalien sowie der Tank werden präzise und ganz ohne Kabelgewirr oder nasse Flaschen erhitzt. Für Kleinbildfilme ermöglicht ein integrierter Tageslichttank die Entwicklung auch in hellen Umgebungen, fernab jeder Dunkelkammer. Die Filmbewegung innerhalb des Tanks wird durch einen Motor übernommen, der von einem Mikroprozessor gesteuerten ist. Diese Kombination sorgt für eine verlässliche Negativentwicklung in Laborqualität.

Geröt mit drei braunen Flaschen

Ein Film wird eingelegtEine Flüssigkeit wird eingefüllt

Zu Beginn des Vorgangs wird die Spule auf den Filmtyp angepasst, der Film eingelegt, befestigt und aus der Datenbank eine Zeitvorwahl getroffen. Anschließend wird der Film automatisch aufgespult und durch einen Schnitt von der Dose abgetrennt – nach etwa 15 Minuten erreichen die Chemikalien die Prozesstemperatur. Durch das Interface wird man durch alle notwendigen Schritte geleitet, wie zum Beispiel das Ein- und Ausgießen in den Tank oder das abschließende Wässern. Zum Schluss wird der Film mit den in der Station integrierten Klammern zum Trocknen aufgehängt.

Gerät mit DisplayWasser wird von einem Tank zurück geschüttet
Klammern für NegativeWässern eines Negativs

Die Erwärmung der Chemie erfolgt durch Kupferelemente, die durch mehrere in die Station integrierte Heizplatten erhitzt werden. Ein Magnetrührer unterstützt die exakte Temperaturmessung des Sensors. Die Datenübertragung aus den Flaschen sowie die Stromversorgung des im Tank verbauten Motors erfolgt über Federstifte.

Flasche zur ErwärmungGerät mit Kupferplatte

Die Weiterverarbeitung des perfekt entwickelten Negativs übernimmt ein kleiner Scanner, er liefert die erforderliche Qualität für Online Postings oder kleine Ausdrucke im Format 10 x 15 cm. Ein integriertes Messer schneidet den Film softwaregesteuert akkurat zwischen den belichteten Bereichen, um ihn danach sicher und unkompliziert aufbewahren zu können.

Gerät zum Schneiden von Negativen

Ich würde mich freuen, wenn ich durch meine Arbeit zum Fortbestand der analogen Fotografie beitragen und mehr Menschen zur Heimentwicklung motivieren könnte. Da die Weiterentwicklung jedoch mit großem Aufwand verbunden ist, würde ich mich sehr über Gedanken von Euch freuen, um den richtigen Weg einzuschlagen.

Was hat Euch bisher davon abgehalten, selbst zu entwickeln und wären diese Hindernisse durch die Anschaffung eines solchen Gerätes überwunden? Was müsste zusätzlich passieren, damit ihr mehr analog fotografiert und selbst entwickelt? Käme die Anschaffung eines solchen Gerätes generell in Frage und wie viel wäret Ihr bereit, dafür auszugeben?

Mehr Details zum Projekt und einen Newsletter gibt es auf der Projektwebseite oder auf Behance zu finden.

Ähnliche Artikel