23. Juli 2016 Lesezeit: ~6 Minuten

Mit dem Aktmodell 2000 km durch Rumänien

Dieses Jahr habe ich mich zum zweiten Mal auf den Weg nach Rumänien gemacht. Nach meiner Reise nach Bukarest im letzten Jahr wollte ich dieses Mal das Landesinnere abseits der Großstädte erkunden. Begleiten sollte mich dabei meine Partnerin Cate, die glücklicherweise auch ein sehr talentiertes Aktmodell ist. Was kann mir als Portrait- und Aktfotograf Besseres passieren, als immer ein Modell mit dabei zu haben?

Wir buchten von Deutschland aus nur den Flug und einen Mietwagen für 15 Tage. Alles andere war noch offen. Die Route steckten wir zwar grob ab, aber wo wir schlafen und was wir essen würden, war noch absolut unklar. Reinweg das Dorf Viscri der Siebenbürger Sachsen stand auf unserer Liste. Nicht nur, dass ich hier beruflich einige Kontakte knüpfen wollte – hier gab es auch spannende Unterkünfte, die uns als Kulisse für ein paar Fotos dienen sollten.

Mein Kameraequipment, das ich bei mir hatte, war wie immer sehr überschaubar. Eine Nikon-Vollformatkamera, eine Festbrennweite mit 85 mm und ein 28–70-mm-Standardzoom, einen Reflektor und ein Stativ. Mehr brauche ich in den meisten Fällen nicht. Also auf nach Viscri.

Auf dem Weg in das kleine Dorf, das auch den Namen Deutsch-Weißkirch trägt, fuhren wir „Straßen“ entlang, die uns oftmals nicht schneller als 20 bis 25 km/h fahren ließen, obwohl sie laut Google als offizielle Verbindungsstraßen gekennzeichnet waren. Es sind Straßen, die man bei uns eher als Feldwege bezeichnen würde. Es ging durch große Schlaglöcher, gigantische Schlammpfützen und über umgestürzte Bäume. Es war sehr abenteuerlich.

Eine nackte Frau im Baum

An einem dieser Feldwege fanden wir einen interessanten Baum, also hielt ich an. Sein Stamm war zu großen Teilen ausgehöhlt. Das Spannende an ihm aber war, dass er dennoch in voller Pracht blühte und grüne Blätter trug. Dieser Spalt im Baum schrie förmlich danach, dass sich Cate in ihn hineinstellte, um so eins mit unserem Freund Baum zu werden. Gesagt, getan. Wir hatten unser erstes Aktfoto im Kasten, gleich am zweiten Tag. Das ging ja gut los.

Angekommen in Viscri waren wir sofort fasziniert vom Flair des Dorfes. Viscri ist ein sehr farbenfrohes Dorf, das vorwiegend vom Tourismus lebt. Das Schöne daran ist, dass es nicht touristisch wirkt. Auch unsere Unterkunft überraschte uns sehr. Alte Bauernhäuser wurden zu diesem Zweck liebevoll renoviert, repariert und mit alten Möbeln ausgestattet.

Wir hatten annähernd ein Gefühl dafür, wie die Menschen früher hier gewohnt haben. Es gab ein ausziehbares Bett, in dem sich wirklich nicht gut schlafen ließ. Der untere Teil maß nur 1,60 m und der obere Teil 1,80 m. Wir passten gerade so hinein und waren froh, dass wir am nächsten Tag eine andere Unterkunft bezogen. Aber fotografisch gesehen war es ein Genuss.

Eine Frau liegt nackt in einem altertümlichen Bett.

Eine nackte Frau an einem BettEine Frau lehnt nackt an einem Bett

Angekommen in der nächsten Unterkunft fanden wir ein bequemes Doppelbett. Ein Hoch auf den guten Schlaf! Das ausziehbare historische Bett diente in diesem Falle nur als Dekoration. Fotografisch gesehen war es auch hier sehr interessant. Vor allem, weil alle Unterkünfte sehr kleine Fenster haben und ich dadurch ein sehr gerichtetes Licht vorfand.

Die Unterkünfte werden meist privat von den Besitzern der Häuser vermietet. Es gibt strenge Vorgaben, wie diese Häuser vor allem von außen gestaltet werden müssen, um das Stadtbild zu erhalten. Das hat den Vorteil, dass zum einen jede Unterkunft völlig anders aussieht und man dabei aber eher das Gefühl hat, man wohne bei und mit den Menschen des Dorfes und nicht wie ein Tourist in irgendeinem schick hergerichteten Apartment.

Eine Frau sitzt nackt auf einem Bett

Eine Frau nackt auf einem StulEine Frau nackt auf einem Sofa

Für einen Fotografen wie mich, der das Ursprüngliche, Rustikale und Morbide liebt, ist das natürlich ein absolutes Paradies. Und unserer Idee, in Rumänien spannende Fotolocations zu finden, half das natürlich auch sehr.

Später auf unserer Reise, als wir aus den Maramureş zurück nach Muntenia fuhren, fanden wir eine weitere urige Unterkunft in Moroeni, die für die nächsten Tage unser zu Hause sein sollte. Es war eine Art Blockhaus aus Holz, wir hatten das Zimmer in der obersten Etage mit einer großen Veranda und Blick auf einen dicht bewaldeten Berg.

Als uns abends das wundervoll schmeichelnde Licht der blauen Stunde aufsuchte, ließ ich Cate auf unserer Veranda umherwandeln und ich hielt aus dem Zimmer heraus ein paar Momente fest. Für das letzte Motiv ließ ich sie sich dann im Hof auf dem Schotter legen und fotografierte direkt von oben aus der Vogelperspektive. Das Licht der Laterne auf dem Grundstück gab mir hierfür alles, was ich brauchte.

Eine Frau liegt nackt auf der Straße

Eine Frau hockt nackt auf dem BodenEine Frau liegt nackt auf einer Treppe

So fanden wir auf unserer Reise viele spannende Kulissen für unsere Fotosessions. Nicht in allen fotografierten wir Akte, da ich oft auch Portraits von den Menschen des Landes aufnahm. Doch wenn man ganz gezielt sucht, findet man in Rumänien noch viele verborgene Schätze. Wir haben sehr oft über Tripadvisor gebucht und uns gezielt Unterkünfte herausgesucht, die sich auch als Fotokulisse eignen. Eine App, die für uns Gold wert war. Vor allem, weil wir ja jeden Tag schauen mussten, wo wir übernachten können.

Landschaftlich hat Rumänien natürlich auch eine Menge zu bieten, aber ich fotografiere meist lieber drinnen als draußen. Vor allem bringen Aktsessions draußen meistens mit sich, dass man noch vor Sonnenaufgang aufstehen muss, um das wundervolle Licht der morgendlichen Sonne genießen zu dürfen. Das frühe Aufstehen liegt mir allerdings nicht sehr.

Da wir auch über 2000 km mit dem Auto durch Rumänien fuhren und uns meist in Dörfern oder Kleinstädten aufhielten, blieb es bei unserem Motiv mit dem Baum, das wir in der Natur aufnahmen. Doch wir werden auf alle Fälle auch 2017 wieder nach Rumänien reisen und wer weiß, vielleicht werden wir dann mehr Zeit in der Natur verbringen.

In meinem kompletten Reisebericht aus Rumänien findet Ihr übrigens noch zahlreiche weitere Fotos und die ganze Geschichte unserer Reise.

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3 Kommentare

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  1. Sehr stilvoll finde ich, insbesondere die Farbgebung der Bilder in Viscri. Ich weiß nicht genau warum, aber dieser bräunliche Farbton transportiert für mich irgendwie genau Rumänien/Ungarn, Film, 50er