16 Kommentare

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  1. Vielleicht bin ich ja spiessig, zu alt, hab keine Ahnung, oder alles zusammen….
    aber diese Pseudo-Runenschrift empfinde ich in der aktuellen politischen Situation, in der ein krasser Rechtsruck durch halb Europa geht, als ziemlich daneben.
    Und wenn dann auch noch ein an die SS Runen angelehntes Zeichen mittendrin prangt, dann empfinde ich das als völlig daneben!
    Bitte die Shirts einstampfen!

    • Puh, wenn wir damit verbunden auch alle AC/DC Platten und Merch-Artikel einstampfen sollen, wäre das eine ganz schöne Herausforderung. Und der Blitz… Muss Harry Potter jetzt auch aufpassen?
      Spaß beiseite. Das sind ja nicht irgendwelche Runen. Wir gehen nicht davon aus, dass Jemand die Anlehnung an eine der größten Kult-Rockbands mit NS-Symbolik verwechseln könnte.
      Was die Aneignung von Symbolik durch die rechte Szene angeht, gibt es ja auch die Möglichkeit, ihnen diese zu entreißen. Marken wie Londsdale oder New Balance waren früher bei Neonazis beliebt wegen der NS Assoziation, heute sind sie bei vielen beliebt. Auch die Swastika gibt es in diversen anderen Kontexten. Aber zugegeben, die wird in Deutschland nie anders konnotiert sein.

    • Was Chris sagt. Und noch ein PS: Der Font „Squealer“, den wir (und AC/DC) benutzen, ist meines Wissens eher eine Fraktur- als Runenschrift. (Man korrigiere mich, falls ich da falsch liege.) Und Frakturschriften, nunja, wurden etwa vier Jahrhunderte lang benutzt und sind definitiv älter als Nazis. Was man da dann noch so alles einstampfen müsste… (Mehr in der Wikipedia)

      • Das mag ja alles ‚echt‘ ACDC sein. Für mich sieht es trotzdem fascho aus. Wie würde Martin das finden?

        Sachlich (in Teilen) Recht zu haben ändert dabei leider nichts an (gesellschaftlicher) Wahrnehmung.

        Im übrigen ist das mit der Deutungshoheit immer so eine Sache. Es gibt durchaus Quellen, die das anders sehen als ihr:
        Gerade der Wikipediaartikel über Fraktur berichtet doch davon, wie die Schrift von den Nationalsozialisten vereinnahmt wurde.

        Ich muss sagen, ich finde hier geht Euch mal jedes Gespür ab. Tut mir leid.

    • Ja, dann kotz halt!

      Oder du versachlichst dein Gefühl, dann könnte man auch sachlich antworten. Wenn’s darum geht, dass hier über Befindlichkeiten und Wahrnehmungen in Zeiten der zunehmenden Akzeptanz von rechtem, undemokratischem und fremdenfeindlichem Gedankengut diskutiert wird, dann freut es mich. Wenn Dich das zum Kotzen bringt, dann bedeutet das aber für Dich – aus meiner Sicht – nichts Gutes.

      Aber vielleicht verstehe ich Dich ja ganz falsch und Dich nervt nur, dass hier ein aus Deiner Sicht guter Joke zerredet wird? Dann tut mir das leid. Ich mag’s mir trotzdem nicht verkneifen weil ich hoffe, dass es in der Redaktion doch noch zum Nachdenken auffordert.

      • Danke!
        Gerade das, was Du oben über den Wiki Artikel gesagt hast, war auch bei mir im Kopf.
        Ich will hier niemandem „böse Absicht“ unterstellen, ganz bestimmt nicht! Aber ich finde es leider etwas naiv, in der heutigen Zeit bei diesen Dingen einfach nur k…. zu wollen, statt mal darüber – unvoreingenommen – nachzudenken.
        Etwas Fingerspitzengefühl ist sicher nicht verkehrt.

      • Hallo Stefan, wir denken da sicher drüber nach und das ist auch der Grund, warum ich im Folgenden einfach mal verschiedenen Gedanken zum Thema aus meinem Kopf mit Dir teile. Nicht, weil ich denke, dass so eine Diskussion tatsächlich irgendwohin führt, sondern weil Du/Ihr Schweigen sonst als Gleichgültigkeit auslegen könntet:

        Ich kann im wörtlichen Sinn des Wortes nachvollziehen, warum jemand eine/diese negative Assoziation zu Frakturschrift haben kann. Aber ich kann mich dieser Empfindung nicht weiter annähern, weil bei das bei mir ganz anders verbunden ist: Zum einen habe ich schon im Grundschulalter Bücher gelesen, die in Fraktur gesetzt waren. Die waren halt alt und deswegen in dieser Schrift. Soweit ich mich erinnern kann, war darunter nichts, was man in einen faschistischen Kontext hätte bringen können, aber ich kann auch nochmal im Bücherregal nachsehen, ein paar der Bücher sollten immer noch hier sein… zum anderen habe ich als Gestalterin zumindest ein Grundverständnis und -wissen über Schrift und ihre Entwicklung, auch wenn ich weder Expertin dafür noch Typo-Nerd bin. Aber auch aus dieser Richtung ist mir Fraktur erst einmal als unbelastet in Erfahrung geblieben.

        Was mir damit verbunden auch aufstößt, weil mir diese Assoziation deshalb immer noch als irgendwo zwischen beliebig und alles andere, was es dazu gibt, ausblendend vorkommt: Wenn man das gleiche Prinzip (soweit eben möglich) auf andere Dinge anwendet, die die Nazis für sich eingenommen haben, was geht dann noch alles nicht? Wenn man etwas darüber nachdenkt, fallen zumindest mir einige Sachen ein, die deshalb ebenso negativ konnotiert sein könnten und vermieden werden müssten. Es ist ja schon übel genug, dass die Nazis es geschafft haben, die Swastika so für sich einzunehmen, dass ihre Darstellung heute in Deutschland so gut wie verboten ist. Auch hier gilt wieder: Ich kann nachvollziehen, warum man sich für diese extreme Maßnahme entschieden hat, aber bei weiterem Nachdenken darüber macht mir das Bauchschmerzen. Also auch: Möchte man solche Zugeständnisse an die Nazis machen? Ihnen all das überlassen, zugestehen?

        Im Fall des Shirt-Motivs hängt man sich an einer einzigen Eigenschaft auf, interpretiert sie auf eine Weise und lässt alles andere daran unberücksichtigt. Also nicht nur die Tatsache, dass die Schriftart, die hier der Aufhänger ist, gerade kein eindeutiges Symbol für irgendwas ist, sondern es wird auch außer Acht gelassen, dass die eigentliche und viel größere Anspielung die auf eine Band ist. Manchmal versteht man einen Witz nicht, weil man den Bezug nicht kennt, geht mir auch öfter so. Es findet sich aber einfach nichts anderes in diesem Motiv wieder, was die eine Assoziation unterstützt. Und auch außerhalb des Motivs: kwerfeldein, Fotografie-Magazin, politisch irgendwo links-grün und definitiv für offene Grenzen und für Geflüchtete so willkommen heißen wie es nur geht. Es passt also einfach in keinen der Kontexte, die es ringsherum gibt.
        Ich habe in meinem Alltag auch eine Menge Assoziationen, die subjektiv, verschoben oder durch Unwissenheit falsch sind und vielleicht kann ich das dumme Gefühl, das etwas auch nach dem Kennenlernen von Bezügen für mich hat, nicht loswerden, aber ich kann mir dann trotzdem zumindest überlegen, wo etwa auf der Skala von absolut subjektiv zu unanfechtbar objektiv meine Assoziation zu verorten ist.

        Wie würde Martin das finden? Keine Ahnung, man kann ihn ja fragen, wenn man es unbedingt wissen möchte. Aber was tut das zur Sache? Wir führen kwerfeldein ja in unserem Sinne weiter und haben nicht geschworen, es in jeder Sekunde in absolut seinem Sinne zu tun. Ist auch unpraktikabel, dann müssten wir ihn ja wegen allem fragen, denn man weiß ja nie, wann man unterschiedliche Meinungen hat. (Spoiler: Überhaupt, lustige T-Shirts verkaufen!)

        Es ist auf kwerfeldein in den letzten Jahren immer wieder passiert und wird auch immer wieder passieren, dass mehrere Leute, vielleicht sogar alle Redaktuere etwas gesehen und für unproblematisch befunden haben, was dann doch einen kleinen oder größeren Sturm der Entrüstung auslöst. Das lässt sich gar nicht verhindern, weil wir nur eine Handvoll Leute mit einer Handvoll Sichten sind, da kann sich gar nicht alles wiederfinden, was jedem Einzelnen in der Leserschaft dazu einfallen mag.

        Wir reagieren aber dann darauf, indem wir das zur Kenntnis nehmen, uns oft genug in solchen Diskussionen verstricken und auch einen Fehltritt eingestehen, wenn etwas überzeugend oder einleuchtend ist. Es wird aber nie so sein, dass wir reflexartig einen Rückzieher machen, sobald jemandem etwas nicht passt, was wir machen. Weder ist das nach den Gesetzen der Logik möglich, weil sich die Meinungen oft genug widersprechen, noch ist es das, was wir hier machen wollen. kwerfeldein soll das sein, was wir selbst gut finden. (Auch, wenn wir ohnehin immer wieder den Balanceakt zwischen dem, was wir selbst gut finden und dem, was das Publikum gut findet, machen müssen, wenn das nicht deckungsgleich ist.)

  2. Leider bin ich auch schon auf den ersten Blick erschrocken, diese Schrift erinnert nun mal – ob Runen- oder Frakturschrift – an SS-Runen und die unrühmliche Nazizeit. Nehmt das Ding doch bitte wieder aus dem Verkehr – auch wenn ihr euch im Recht glaubt.

  3. Auf jeden Fall Danke für die konstruktiven Gedanken und Anregungen. Es ist spannend, da verschiedene Seiten zu hören. Was die Designfragen und die Assoziationen angeht, ist es wohl ein schmaler Grat.

    Völlig nachvollziehen kann ich die Kritik beispielsweise beim „KISS“ Logo, dass ja ganz klassische „SS“-Runen im Logo trägt. Da wurde das Logo für den deutschen Markt geändert (http://www.feelnumb.com/2011/09/14/kiss-changed-their-logo-for-german-market/).
    Dann fällt mir noch Boy London ein, die tatsächlich einen abgewandelten Reichsadler als Logo führen, was ich als abstoßend empfinde (http://1uy3cq2n2f9g3qnq4h2b79im.wpengine.netdna-cdn.com/wp-content/uploads/2014/05/boy3.jpg).

    Auf der anderen Seite denke ich eben an Lonsdale und die Frage, wie viel man denn Neonazis überlassen darf, die sich ja jüngst auch diverse Elemente linker Szene aneignen. Lonsdale ist energisch dagegen vorgegangen und hat einen Image-Wechsel vollzogen (http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/lonsdale). Zu der Fashion Sache noch etwas aus der Taz: http://www.taz.de/!5053544/

    Anders herum gedacht fällt mir das Totenkopf-Logo der Waffen-SS ein. Ich bin ganz froh, dass Totenköpfe nicht durchweg mit dem Nationalsozialismus assoziiert werden.

    Aber zurück zu der AC/DC Anlehnung, die es ja wirklich sehr oft gibt. (http://media.virginradio.fr/article-2954817-ajust_930-f1450345814/ac-dc-made-in-star-wars.jpg)

    Damit ich das richtig verstehe: Worin genau wird das Problem gesehen, dass etwas für manche, wie Stefan sagt, „fascho“ aussieht? Geht es darum, dass das Shirt in der Öffentlichkeit von Leuten als rechts eingestuft werden kann, Träger*innen quasi als rechts eingestuft werden, so wie es bei einer Bomberjacke und New Balance Schuhen der Fall sein kann?

    • Du, ichmiss das von meiner Seite nicht mehr groß vertiefen. Hier wollten 3 Leute ihre Assoziationen und ihr Gefühl mitteilen (während ein vierter mit der Übelkeit ringt). Das könnt ihr jetzt wahrnehmen oder ihr lasst es sein.

      Ich kann die Argumente durchaus nachvollziehen, darum geht es gar nicht. Ich nehme das Shirt aber nun spontan so wahr, wie ich es geschrieben habe. Das ich damit (offenbar) nicht alleine bin, entnehme ich den sonstigen Wortmeldungen. Für mich ist das Thema damit erledigt. Was ihr draus macht, ist eure Sache.

    • Ja es geht darum, dass Leute, die das Shirt tragen, in die Gefahr kommen könnten als rechts eingestuft zu werden und dass das natürlich auf euch zurückfallen könnte. Eure Shirts wollen ja witzig und spritzig sein, aber dieses Shirt ist eindeutig ein Fehlgriff.

  4. Einfache Sache eigentlich. Geschätzte 95% werden auf den Schriftzug spontan so anspringen wie oben beschrieben – ich auch. Überraschend dürfte das für niemanden sein, weil die fucking Nazis diese Symbole nachhaltig bis heute und sicherlich noch weit in die Zukunft besetzt haben. Die Erklärungen zu den Ursprüngen und eigentlichen Bedeutungen sind im Kontext der unmittelbaren Wirkung überflüssig. Sie wirken unabhängig jeder Theorie. Da niemand hier den Redakteuren Böses unterstellt, werden sie sich der Provokation (gewollt oder nicht) bewusst gewesen sein und drauf geschissen haben. Und an der Stelle wird´s interessant. Beuge ich mich dieser Vereinnahmung und diesem Missbrauch um niemandem vor den Kopf zu stossen und selbst nicht braunen Verdächtigungen ausgesetzt zu werden? Oder ist mir der Verkauf genau dieses Schriftzuges ebenso wichtig, wie meine unbeugsame Haltung?
    Doch nicht so einfach, oder?

  5. Dann gehöre ich wohl zu den restlichen 5 %, die so auf den Schriftzug angesprungen sind, wie er wohl gemeint ist: ach nö, nicht schon wieder so ’ne AC/DC Schriftzug-Adaption.
    Von Fascho hab ich erst in den Kommentaren gelesen, da wäre ich im Traum von allein nicht drauf gekommen.

    • dito. und als freund sowohl des schwermetalls als auch des silbers find ich diese beiden themen auch gar nicht so verbindbar. die blendenwertreihe ist viel cooler. meine 2ct. die umsatzzahlen werdens zeigen :)

      wie wärs mal mit blendenzahlen im stil der zahlen von LOST?