Grüne kaputte Schreibmaschine
06. September 2015 Lesezeit: ~4 Minuten

Die 5 Artikel des Monats

Wir von kwerfeldein fühlen uns nicht nur dem Bild verpflichtet, sondern auch dem Text zum Bild. Und das hat seine Gründe, denn Fotos werfen bei Betrachtern – und das sind wir auch – unterschwellig Fragen auf, die geklärt werden müssen.

So machen wir uns Tag für Tag auf die Suche nicht nur nach eindrücklichen und merkwürdigen Fotostrecken, sondern insbesondere nach gelungenen Kombinationen aus Bild und Text. Da wir dieser Suche schon seit Jahren (manche erinnern sich an die browserFruits) nachkommen, haben wir mittlerweile auch ein gutes Gespür für lohnenswerte Artikel bekommen.

Und so präsentieren wir jede Woche von Montag bis Freitag drei Fotolinks zum Bild des Tages – für die neuen Leser: Stets um 18 Uhr und auf der Startseite etwas weiter unten zu finden. Das ganze Unterfangen nennt sich „Ausblick“ und wer Lust hat, kann sich gern einmal kwer durchs Archiv lesen.

Für alle anderen, die sich diese Mühe nicht machen wollen, ist die monatliche Auswahl der (unserer Meinung nach) wichtigsten Artikel vorgesehen. Diese folgt nun und wir wünschen Euch viel Spaß beim Betrachten und Lesen.

 

Den Fotofälschern auf der Spur

Der hier verlinkte Artikel ist diesen Monat wohl der längste, aber auch der wichtigste. Die ZEIT hat sich an eines der großen Mysterien der Fotografie gewagt: Bildmanipulation im Fotojournalismus. Dabei stießen die Autoren nicht nur auf die alte Frage, wie weit Bildbearbeitung heute gehen darf, sondern trafen auch bemerkenswerte Persönlichkeiten wie beispielsweise Hany Farid, der den Beruf des Foto-Forensikers ausübt und (anhand von Zahlen) innerhalb einer Stunde herausfindet, ob ein Foto gefälscht wurde oder nicht.

 

Fotos gefunden, Fotograf*in gesucht

Nicht weniger spannend: Die Fotografin Meagan Abell kaufte in einem Laden Mittelformat-Dias, entwickelte diese und … war überrascht von der Qualität der Aufnahmen. Kurz darauf veröffentlichte sie die Ergebnisse auf Facebook, um herauszufinden, wer denn in den 1950er oder 1960er Jahren den Auslöser gedrückt hatte. Ihr Post wurde inzwischen mehr als 21.000 Mal geteilt. Tipp: Ein Blick in die Kommentare auf Petapixel zeigt auch, dass ein Fake gar nicht so abwegig erscheint. Ob ein Fotoforensiker dies herausfinden würde?

 

Kindliche Ansichten einer Katastrophe

Die Perspektiven von Kindern sind von Natur aus andere als die der Erwachsenen. Dies tritt vor allem dann zutage, wenn es sich um geflüchtete Kinder handelt, die in Zeltstädten des UNHCR verweilen, die jeweils bis zu 10.000 Menschen beherbergen. Anstatt selbst zu fotografieren, gab der „National Geographic“-Fotojournalist Reza Nomade syrischen Kindern Kameras, mit denen sie ihren Alltag dokumentierten. Die Ergebnisse inkl. Portraits der jungen Fotograf*innen wurden von Mail Online in groß vorstellt.

 

Ist die Straßenfotografie tot?

Die Straßenfotografie hat ein Problem. Und zwar ein ganz dickes, sie steckt nämlich in einer Identitätskrise. Das meinen nicht wir, sondern der (nicht zu verachtende) Michael Earnest Sweet, der auch bei uns schon zu Wort kam. Sweet holt jedoch nicht zum emotional-geladenen Rant aus, sondern führt stichhaltige Argumente für seine These an, die über seine eigene Unzufriedenheit weit hinausgehen. Wichtiger Artikel für alle, die sich dem Genre in Zukunft nähern und nicht die hundertste Kopie von Bruce Gilden werden wollen.

 

Die Geflohenen

Das Thema Flucht beherrscht derzeit die Medien – und somit ist die Dokumentation derselben von erheblicher Signifikanz. Auch wir wollen in dieser Ausgabe der wichtigsten Artikel des Monats nicht davor zurückschrecken, Euch gleich zwei Aritkel dazu zu empfehlen. Der Fotojournalist Ivor Prickett besuchte und begleitete syrische Flüchtlinge sowohl auf ihrem Weg in die (zumindest vorzeitliche) Freiheit als auch in den Flüchtlingslagern im Irak oder in der Türkei. Seine Bilder sprechen dabei „mehr als 1000 Worte“.

 
Wie jeden Monat hoffen wir, dass für jede*n etwas dabei war. Und falls Euch einer oder mehrere Artikel gefallen haben, freuen wir uns über ein Like oder eine Empfehlung auf Twitter. Danke!

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