Kind auf einer blauen Hüpfburg
09. Mai 2015 Lesezeit: ~3 Minuten

Kinderfotos mit dem Handy

Knipsen nennt man es ja gern, wenn man mit dem Handy schnell ein paar Momente festhält. Aber damit tut man den Bildern völlig unrecht, denn sie sind oft sogar wertvoller als die Fotos vom Fotografen. Und das schreibt hier gerade tatsächlich eine Person, die als Kinderfotografin Geld verdient.

Mir geht es genau so wie Hobbyfotografen oder Menschen, die vielleicht gar keine andere Kamera als die Handykamera zur Verfügung haben. Auf Spaziergängen habe ich meist nur mein Handy dabei, denn die DSLR ist sehr schwer und oft habe ich auch keine Lust, eine große Fotosession aus einem Ausflug zu machen. Mit dem Handy ist das alles wesentlich einfacher.

Kleinkind steht in der Tür eines Stalls

Natürlich ist die Qualität einer Handykamera nicht unbedingt mit einer DSLR zu vergleichen, aber um die Bilder ins Fotoalbum zu kleben, der Oma zu schicken oder auch als A4-Druck aufzuhängen, reichen die neuen Smartphone-Kameras vollkommen aus.

Ich selbst nutze ein Samsung Galaxy S3 und bin damit zufrieden. Noch nie stand jemand fünf Minuten vor einem meiner Kinderfotos und erzählte mir dann etwas von schlechten Schärfeverläufen oder unsauberen Tonwerten. Denn genau darum geht es bei diesen Bildern eben nicht. Es sind keine Kunstwerke, sondern Erinnerungen. Und die meisten wären ohne Handy verloren gegangen.

© Katja Kemnitz

Ich habe das lange nicht verstanden, denn es ist eine neue Art von Familienfotografie. Meine Eltern haben Erinnerungen noch stark inszeniert, mich mit meinem Bruder nebeneinander aufgestellt und bei drei sollten wir lächeln. Natürlich vor fein ausgewähltem Hintergrund. Das werfe ich ihnen nicht vor, denn es war damals einfach teurer, Bilder zu machen und dadurch auch wichtiger, dass das Bild perfekt wird.

Das Handy gibt mir mehr Möglichkeiten und lässt mich ungezwungener sein. Bildausschnitte werden gewagter und Momente echter. Das Handy ist für unsere Kinder heute auch etwas so Vertrautes, dass sie nicht direkt anfangen, in die Kamera zu lächeln oder Posen einzunehmen.

© Katja Kemnitz

Zur Aufnahme und Bearbeitung meiner Bilder nutze ich die App „VSCO Cam“, die einige gute Voreinstellungen hat, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit bietet, die Bilder selbst anzupassen. Ich mag diese App vor allem, weil die vorgefertigten Effekte sehr natürlich sind und nicht wie bei Instagram schnell künstlich wirken.

Ich verstehe die Kritik an Handyaufnahmen nicht. Der Wert der Fotos wird dadurch nicht weniger, vielleicht geschieht sogar das Gegenteil. Die Fotografie verändert sich immer weiter und dass es nun fast jedem möglich ist, schnell gute Aufnahmen von den eigenen Kindern zu machen, ist für mein Empfinden ein unendlich großer Gewinn.

© Katja Kemnitz

Wichtig dabei ist nur, dass diese Bilder nicht auf dem Handy bleiben. Sie müssen gesichert werden wie Schätze, die sie nun einmal sind. Nicht zu vergessen das Ausdrucken und Aufhängen der schönsten Momentaufnahmen.

Dazu gibt es einige schöne Möglichkeiten, wie zum Beispiel die an Polaroids angelehnten Prints von Photolove Prints oder Magnete von Sticky9. Natürlich tun es aber auch völlig normale Drucke und das gute alte Fotoalbum.

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