03. April 2015 Lesezeit: ~ 4 Minuten

Buchrezension: Sport

Olymiasieger im Freudentaumel und fußballspielende Kinder zwischen Trümmern. Das Buch „Sport“ von Emanuel Eckardt* aus dem Verlag Becker Joest Volk zeigt, wie unglaublich vielseitig Sport ist und wie die Leidenschaft dafür Menschen auf der ganzen Welt bewegt. Ich gehe soweit, zu behaupten: Es gibt kaum eine Sportart, die nicht im Buch gezeigt wird.

Bekannte Sportarten wie Fußball, Skispringen und Synchronschwimmen, aber auch sehr eigentümliche wie Ohrenziehen und Fingerhaken haben im Buch ebenso ihren Platz wie neuere, etwa Parkour und BMX Freestyle. Zu jedem Foto gibt Eckardt eine kurze Information zur Geschichte des Sports, der Entstehung des Bildes oder besonderen Eigenheiten der abgebildeten Sportart.

aufgeschlagene Seite, auf der ein Eiskletterer abgebildet ist.

Die begleitenden Texte waren für mich sehr wichtig, denn ich bin kein großer Sportfan. Das Zusammenspiel aus sehr guten Fotografien verschiedener bekannter Sportfotografen und den kleinen Einführungen von Eckardt haben mich aber dann doch so fasziniert, dass ich im Laufe der letzten Tage jedes Bild auf den 240 Seiten angesehen habe.

Zudem weiß ich jetzt, wie Skispringer in Turnhallen trainieren, dass Synchronschwimmen früher ausschließlich Männern vorbehalten war, heute in diesem Sport bei Weltmeisterschaften jedoch nur Frauen antreten dürfen, die dafür auch noch ihre Haare mit gekochter Gelantine verkleben.

Kajakfahrer über einem Wasserfall

Skispringer beim Training in einer Turnhalle

Die Bilder im Buch sind nicht kategorisiert und ein Inhaltsverzeichnis gibt es nicht, weshalb das gezielte Suchen nach bestimmten Sportarten nicht möglich ist. Aber das hat den Vorteil, dass man eben nicht nur nach den eigenen Vorlieben auswählt, sondern auch einfach bei Polo hängen bleibt und liest.

Die Auswahl der Fotos ist sehr abwechslungsreich. Von fotografisch einfach unglaublich guten Aufnahmen bis zu Aufnahmen sportlich prägnanter Ereignisse, bei denen die Bildqualität zunächst auch einfach zweitrangig ist: Die jamaikanische Bobmannschaft oder Fotos, die Momente hinter den Kulissen wie eine jubelnde Kanzlerin beim Fußball oder den Arzt, der die Urinprobe überwacht, zeigen.

Das acht Seiten lange Vorwort „Was die Welt bewegt“ erzählt die Geschichte des Sports von den olympischen Spielen der Antike über Turnvater Jahn bis zur heutigen Industrialisierung und Kommerzialisierung. Diese Kritik kommt nicht zu kurz und man liest die Leidenschaft Eckards zwischen den Zeilen deutlich heraus.

aufgeschlagene Seite auf der Ohrenzieher zu sehen sind.

Das Buch weckt Interesse und wahre Sportfans werden es wohl zwischendurch aus der Hand legen müssen, weil es einfach Lust macht, sich zu bewegen und sich auszuprobieren. Für alle, die sich nur hinter der Kamera mit Sport befassen, ist es aber auch eine Empfehlung, denn die ausgewählten Fotos sind qualitativ sehr gut. Dank des Abbildungsnachweises am Ende des Buches hat man direkt eine Liste von Fotografen zur Hand, deren Portfolio man sich näher anschauen sollte.

Das Hardcover wirkt durch den Leineneinband sehr edel und die Größe von 28 x 32 cm gibt den Bildern genügend Platz. Mit deutlich mehr als 2 kg Gewicht ist es kein Buch, das man sich auf eine Reise für die Zugfahrt mitnimmt oder in Ruhe in seinem Lieblingscafe liest. Es liegt auf dem Sofatisch, um immer mal wieder zum darin Stöbern aufgeschlagen zu werden.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass fast jedes Bild, das nicht hochkant aufgenommen wurde, über den Buchfalz hinausgeht. Das funktioniert bei einigen Bildern gut, bei anderen nimmt es den Motiven aber auch die Kraft.

Informationen zum Buch

„Sport“ von Emanuel Eckardt*
Sprache: Deutsch
Einband: Gebunden
Seiten: 240
Maße: 28 x 32 cm
Verlag: Becker Joest Volk
Preis: 49,95 €

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2 Kommentare

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  1. Was ist denn heute hier nicht los? Alles bemalt Ostereier oder macht schon Aufwärmtraining für’s Suchen. Danke für die Buchempfehlung. Das liest sich vielversprechend und macht neugierig. Auch wenn der Preis nicht ohne ist, werde ich wohl schwach werden.