24. Februar 2015

Shanghai bei Nacht

In der Nacht verwandelt sich jede Stadt zu etwas Neuem. Lichter und Schatten verändern sie, andere Menschen laufen mit anderen Zielen durch die Straßen. Nachts verändert sich nicht nur die Stimmung einer Stadt, man kann in der Dunkelheit den sonst so bekannten Ort auch völlig neu entdecken.

Der französische Filmregisseur und Artdirektor Nicolas Jandrain hat das nächtliche Shanghai aufgenommen, das ihn tagsüber kaum interessierte und nachts dann überraschte.

Ich bin fasziniert von Licht, besonders von Kunstlicht, wie in meiner Serie „Shanghai Night“. Die Stadt erlangte bei Tag nicht wirklich meine Aufmerksamkeit, aber in der Nacht wurde sie eine faszinierende Umgebung für Fotos. Die Stadt bietet einen erstaunlichen Kontrast zwischen diesen neuen, sehr hellen Einkaufsstraßen und den alten, dunklen, verlassenen Wegen. Alles schmolz zusammen in diesem Nebel, der inspirierend und sehr filmisch war.

Dabei war sein eigentliches Ziel bei diesen Aufnahmen gar nicht, eine Fotoserie als solche zu schaffen. Nicolas reist durch seine Arbeit sehr viel und hat es sich zur Angewohnheit gemacht, immer eine Kamera dabei zu haben.

Mein erstes Ziel war es, Schnappschüsse zu machen, Momentaufnahmen, Lichter, Ideen, ein Auge dafür zu bekommen und eine persönliche Ästhetik zu entdecken, um diese Bilder dann für meine Arbeit als Artdirektor zu nutzen. Allein, nur mit meiner 5D, ohne Filmcrew. Die meisten meiner Bilder sind deshalb auch im Querformat.

Ich habe eine Vielzahl an Fotos gemacht, die ich nur zur Vorbereitung von Filmen genutzt habe. Zu Beginn des letzten Jahres haben mich ein paar Leute, die diese Bilder kannten, davon überzeugt, diese Forschungsarbeiten als eigene fotografische Serien zu teilen.

Ein guter Rat, denn diese wunderbar filmischen Aufnahmen haben es verdient, nicht einfach auf einem Datenträger zu verstauben.

Ein dunkler Zaun, im Hintergrund Hochhäuser.

Eine dunkle Straße mit Tee-Schild.

Häuser bei Nacht.

Einfache Häuser vor Hochhäusern im Hintergrund.

Ein Mann mit Zeitung.

Häuser bei Nacht.

Nächtliche Straße.

Mann mit dampfenden Wok.

Nächtliche Straße.

Nächtliche Straße.

Nächtliche Straßenszene.

Nächtliche Mauer mit Baum.

Halbes Haus.

Hochhäuser in der Nacht.

Fluss mit Hochhäusern in der Nacht.

Doch auch, wenn Shanghai eine großartige Kulisse ist, hängt Nicolas’ Herz vor allem an Kalifornien, wo auch die meisten seiner anderen Fotoserien bisher entstanden sind.

Venice Beach, Josua-Palmlilien, Sonnenauf- und -untergänge in Palm-Spring. Die Qualität des Lichts, die Palette der Farben und Farbverläufe ist jeden Tag anders, absolut einzigartig und sehr filmisch.

Seht Euch deshalb unbedingt auch seine anderen Aufnahmen auf seiner Webseite an. Nicolas ist ein wahrer Zauberer des Lichts und nutzt Reflexionen und anderen Techniken, um Verzerrungen und seltsame Stimmungen in seinen Bildern zu erzeugen.

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17 Kommentare

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  1. Ich war wie hypnotisiert von den Farben, als ich mich gerade durch gescrollt hatte. Ich find’s absolut genial, wie er die Lichtsituationen in den Griff bekommen hat und wie plastisch alles aussieht. Ich glaub da geh ich hier in Stuttgart im Frühling auch mal öfter Nachts raus!

  2. Shanghai bei Nacht scheint beliebt zu sein.
    Hätte im ersten Moment schwören können, dass die Bilder von Arnd Dewald wären, der sehr eindrucksvolle Shanghai-Nachtbilder auf 4×5 gemacht hat: https://flic.kr/p/dYCNhc
    Sehen sich auf jeden Fall sehr ähnlich. Beide beeindruckend

  3. Schöne Bilder von interessanten Ecken.

    Als ich noch in Shanghai lebte hab ich mich nachts auch viel in den alten Vierteln, die kurz vor dem Abriß stehen, rumgetrieben. Ich muß sagen, daß ich mich in China niemals irgendwo unsicher gefühlt habe. Auch wenn man nachts (mit Stativ und Kamera) in einem vermeintlichen Slum unterwegs ist und über Berge von Müll und Schutt steigt trifft man stets auf freundliche, wenigstens auf interessierte Anwohner.

    Bialobrzeski ist im Zusammenhang durchaus empfehlenswert, besonders auch seine „Neon Tigers“ und „Nail Houses“.
    Und definitiv auch Greg Girard mit „Phantom Shanghai“, der als einer der ersten den Kontrast zwischen Abriß und Neonhochhauswelt in Shanghai dargestellt hat.