08. Januar 2015

Die kälteste Stadt der Welt

Der deutsche Winter nervt Euch? Nach dem Betrachten dieser Bilder von Amos Chapple wird er Euch sehr angenehm vorkommen, denn Amos besuchte für seine Fotoserie den kältesten bewohnten Landstrich der Welt: Jakutien. Temperaturen von -50 °C sind in der Hauptstadt Jakutsk für die über 250.000 Einwohner im Winter völlig normal.

Unter diesen extremen Bedingungen ist es nicht einfach, zu leben. Automotoren dürfen nicht kurz ausgeschaltet werden, denn sie springen bei der Kälte nicht einfach wieder an. Im 500-Seelen-Dorf Oimjakon, das Amos bei seiner Reise besuchte, wurde 1926 ein Kälterekord von −71,2 °C gemessen. Das Graben im dauergefrorenen Boden ist so schwierig, dass es Sanitäranlagen meist nur im Freien gibt.

Auch für Amos gab es durch die Kälte einige Herausforderungen zu meistern:

Grundsätzlich bestand die Herausforderung darin, die Kamera warm zu halten. Von dem Moment an, in dem ich das Hotel verließ, verlor sie nach und nach ihre Temperatur und wenn sie einfror, war das Fotografieren erst einmal nicht mehr möglich.

Ich schloss den Reißverschluss meiner Jacke nur halb und verbarg die Kamera darin. Ich holte sie nur heraus, wenn ich ein gutes Bild sah. Bei jeder Aufnahme musste ich den Atem anhalten, denn der Nebel des Atems wirbelt um einen herum wie Zigarettenrauch und wenn er vor das Objektiv gerät, ist das Bild ruiniert.

Wenn man ein Gebäude betritt, gibt es jedes Mal einen Temperaturunterschied von etwa 70 °C, wodurch die Kamera für Stunden beschlägt. Ich trug immer eine Plastiktüte mit einem sauberen Baumwoll-Shirt mit mir herum und bevor ich ein Gebäude betrat, legte ich die Kamera dort hinein, um die Feuchtigkeit aufzusaugen, drückte so viel Luft wie möglich aus der Tüte und drehte sie so eng wie möglich zu.

Selbst nach diesem Prozess zur Verbesserung der Situation dauerte es jedes Mal noch etwa drei Stunden, bis die Kamera warm genug war, um sie sicher aus der Tüte nehmen zu können, ohne dass sie beschlagen würde.

Vereistes Haus.

Eine Frau betritt ein Gebäude. Nebel dringt von außen mit ein.

Mit Eis Bedeckte Statuen

Bushaltestelle in Eis und Schnee

Eine kleine Hütte im Schnee.

Ein Hund schläft im Schnee, ein anderer steht im Hintergrund.

Ein Mann wärmt sich am Feuer aus einer Tonne.

ein Verkaufsstand auf dem markt mit gefrorenen Fischen. Die Marktfrau hält einen Hasen in der Hand.

Eine Frau läuft über eine vereiste Brücke.

Eine Tankstation mit Weihnachtsbaum

Ein Toilettenhäuschen im Schnee.

Ein Dorf im Schnee.

Ein Mann schließt die Türe eines Häuschens im Schnee.

Ein Haus im dunkeln mit beleuchteten Fenstern.

Ein Bagger mit Scheinwerfern im Schnee.

Ein Ortsschild.

Ein Mann steht am Zaun. Sein Atem gefriert in der Luft.

Ein auto parkt vor einem Haus.

Ein Foto aus einem Auto heraus auf die verschneite Straße.

Eine Frau geht über die Straße.

Straßenszene an der Busstation.

Mehr Fotos von Amos Chapple findet Ihr auf seiner Webseite. Ihr könnt ihm auch auf Facebook folgen.

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19 Kommentare

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  1. Großartige Aufnahmen! Durch die widrigen Bedingungen auch mit viel Aufwand realisiert, lassen sie einen die Kälte wirklich spüren. Es fröstelt mich beim Anschauen. Die Bilder erinnern an die Katastrophenfilme aus dem Fernsehen, in denen die Welt komplett gefriert, wirken wie Ausschnitte von ihnen. Nur das hier die Menschen noch lächeln, was dem ganzen trotz allem Eis und Schnee einen warmen Ton gibt. Klasse.
    Mich wundert es immer wieder, wieviel Aufwand Menschen betreiben und was sie auf sich nehmen um unter so widrigen Lebensbedingungen zu leben, obwohl es gerade auf diesem Kontinent nicht wirklich an Platz mangelt. Einerseits bemerkenswert, andererseits auch Wahnsinn und jenseits jeder Vernunft.