20. Oktober 2014 Lesezeit: ~3 Minuten

Fotografieren, surfen, Kindern helfen

In Peru verdienen sozial benachteiligte Jugendliche Geld mit Hilfe der Fotografie – und Du kannst sie dabei unterstützen.

Im August hatte ich das Glück, in der Stadt Huanchaco in Nordperu FairMail kennenzulernen. Das Unternehmen produziert gemeinsam mit benachteiligten Jugendlichen Fotopostkarten: Die jungen Fotografinnen und Fotografen, die in einem nahe gelegenen Kinderheim oder Armenviertel leben, erhalten 50% des Gewinns, den der Verkauf ihrer Karten einbringt.

Dieses Geld investieren die 13- bis 19-Jährigen in medizinische Versorgung, schulische und berufliche Bildung sowie in Renovierungsarbeiten an den Hütten ihrer Familien. FairMail, gegründet und geleitet von Peter den Hond und Janneke Smeulders aus den Niederlanden, bietet den Jugendlichen außerdem Fotokurse und hilft ihnen bei der Zukunftsplanung.

Ich habe das FairMail-Büro in Huanchaco besucht, in dem die Workshops mit den Jugendlichen stattfinden. Außerdem bin ich mit fünf von ihnen (Juan Gabriel, Diana, Kzanier, Anidela und Angeles – mehr zu ihnen hier) auf eine zehntägige Fotoreise zu den Kaffeebauern im nordperuanischen Wolkenwald gegangen. Dieses Video gibt Euch einen kleinen Eindruck von unserer Reise:

Auf der Reise konnten die Jugendlichen reportageartig und dokumentarisch arbeiten. Denn eine niederländische Bank hatte FairMail beauftragt, die Kaffeeproduktion im Wolkenwald zu fotografieren, um mit den Aufnahmen ihren Jahresbericht zu bebildern.

Die meisten Fotos schießen die FairMail-Kids aber für Gruß- und Glückwunschkarten. Einfache Arrangements, zum Beispiel mit Plüschbären oder Keramikeulen, werden später auf den Postkarten oft zu den größten Verkaufsschlagern. Auch auf der Reise haben wir viel an solchen Motiven gearbeitet, etwa für Weihnachtskarten.

Dabei habe ich erlebt, wie talentiert einige der Jugendlichen bereits sind. Oft war ich nur noch ein Assistent, der Reflektoren hielt und kleine Tipps in Sachen Bildaufbau gab. Eines der Fotos, an denen ich mitarbeiten durfte, geht gerade als Weihnachtskarte in den Druck – was mich für den Fotografen Kzanier wahnsinnig freut und auch ein bisschen stolz macht.

Vier Kinder liegen auf der Wiese, das größte mit Kamera um den Hals macht ein Peace-Zeichen.

FairMail-Fotografin Angeles mit Kindern im Kaffeebauern-Dorf Sicches.

Freiwillige vor

Wenn die Idee von FairMail Dich nun genauso begeistert wie mich, kannst Du als Freiwillige oder Freiwilliger in Peru helfen – zum Beispiel als Fotografie- und Kreativitätstrainer, der den Jugendlichen das Fotografieren beibringt oder sie in ihren Fähigkeiten voranbringt.

Mitbringen solltest Du mindestens sechs Wochen Zeit sowie Englisch- und zumindest grundlegende Spanisch-Kenntnisse. Im Gegenzug bekommst Du einiges: Einen Einblick in die Arbeit mit Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen; einen Aufenthalt in Peru, der intensiver ist als eine touristische Reise; die Chance, mit jungen, kreativen Menschen zu arbeiten, die aus wenig viel machen und schließlich: Die Möglichkeit, etwas Gutes zu tun und zugleich das Strand- und Surferleben in Huanchaco zu genießen.

Ein Surfer auf dem Meer

Surfdorf Huanchaco

Huanchaco ist ein entspanntes Fischer- und Surferdorf mit sehr konstanten Wellen, für Anfänger genauso geeignet wie für Profis. Zweimal am Tag surfen, Pelikane beobachten und abends im netten Veggie-Cafe essen – so sahen nicht wenige meiner Tage in Huanchaco aus.

Keine zwei Stunden entfernt bricht in Chicama sogar eine der längsten Wellen der Welt. Der Anblick ist beeindruckend – selbst, wenn man nur zum Zuschauen und Fotografien dorthin kommt.

Mehr zu Huanchaco, FairMail, den Anforderungen an Freiwillige und den Fotoreisen erfährst Du auf fairmail.info. Wenn Du Fragen hast, schreib an FairMail oder, wenn Dir das lieber ist, gern auch erst einmal an mich.

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