15. Oktober 2014 Lesezeit: ~2 Minuten

Die Verwandlung von Realität

Ich widmete mich mit ganzem Herzen dem kreativen Medium der Fotografie, als ich zu meiner Überraschung bemerkte, dass mir meine Kamera es ermöglichte, Geschichten zu erzählen. Ich kann damit meine Gefühle und Fantasien beschreiben, real oder irreal.

Ich suche ständig nach neuem Material, suche mein Motiv in allem, was um mich herum geschieht, in meiner Nachbarschaft und Stadt, auch weiter entfernt, wo auch immer Menschen leben. Mein primäres Ziel ist es, jeden Tag ein unbedeutendes, reales Ereignis aufzunehmen und es in etwas Magisches zu verwandeln, das in erster Linie mich und hoffentlich auch einige weitere Menschen bewegt.

Ein Mensch, Schatten und Licht.

Ein Auto und Schatten zweier Kinder.

Ein ins Wasser springender Junge und ein Schatten, der nicht dazu gehört.

Menschen, Blicke, Mimik und Gestik sind Dinge, die ich beobachte, wie auch alles andere, das ein neues Dasein bekommt, wenn es durch Fotografie dargestellt wird. Seit zwanzig Jahren versuche ich beharrlich, die absolute Kontrolle über Licht und Komposition zu gewinnen.

Licht ist ein Schlüsselelement in der Fotografie, das empfindliche Gleichgewicht zwischen Licht und Schatten kann verklären, etwas Graues und Langweiliges kann verträumt wirken, ein einfacher Gesichtsausdruck oder eine Körperbewegung können in etwas Geheimnisvolles und Vieldeutiges getaucht werden.

Andererseits werden die Komposition der Elemente eines Fotos und ihre harmonische Koexistenz benötigt, um deren Einbeziehung im Bild zu rechtfertigen.

Ein Mann beim Billard spielen.

Jungs in einem Zugabteil schauen zur Fotografin.

Eine Frau mit einem leuchtenden Schirm.

Täglich zu fotografieren ist für mich eine Quelle der Freude und ein Erlebnis, das mir hilft, meine Grenzen zu erkennen und aus meinen Fehlern zu lernen.

Trotzdem behalte und präsentiere ich nur eine Handvoll Fotos, allesamt sorgfältig ausgewählt, nach den Grundsätzen, die die wichtigen klassischen Fotografen uns zu schätzen gelehrt haben: Einfache Formen ohne überladene Komposition, resultierend in kristallklarem fotografischen Ausdruck.

Ich mag einige der modernen Techniken und ihren übermäßigen Einsatz von Technologie nicht. Für mich ruiniert es das essentielle Element eines guten Fotos: Die Einfachheit.

Demgegenüber geben mir die Fotografien, die ich liebe ein Gefühl von Harmonie und Vollständigkeit, das in dieser Welt rar ist, aber so nützlich darin ist, mir zu helfen, mit der Realität zurechtzukommen.

Dieser Artikel wurde von Marit Beer für Euch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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9 Kommentare

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  1. „… und fotografiert jeden Tag ihre Umgebung. Dabei versucht sie seit zwanzig Jahren, Herr über Licht und Komposition zu werden und tägliche Ereignisse in etwas Magisches zu verwandeln.“

    und das sieht und spürt „man“.