23. September 2014

Astronomie-Fotograf des Jahres 2014

Der Wettbewerb „Astronomie-Fotograf des Jahres“ wird vom Royal Observatory Greenwich und vom BBC Sky at Night Magazine organisiert und läuft bereits das sechste Jahr in Folge. Im Jahr 2014 mit einer Rekordzahl von Teilnehmern: Es gab 2500 Einreichungen aus 51 Ländern.

Die Zahlen zeigen auch, wie spannend und beliebt das Feld der Astrofotografie ist und wie es durch immer bessere Technik für mehr Menschen möglich ist, unglaubliche Ergebnisse zu erzielen.

Die Gewinnerbilder, Zweitplatzierte und Nominierte werden im Royal Observatory Astronomiezentrum in Greenwich noch bis zum 22. Februar 2015 ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Ich denke, das sind Fotos, die erst im großen Format richtig wirken. Also, solltet Ihr eine Reise nach London geplant haben, schließt unbedingt auch das Astronomiezentrum in Eure Pläne mit ein. Für alle die es nicht nach London schaffen, gibt es auch das Buch „Astronomy Photographer of the Year: Collection 3“* mit den Fotos des Wettbewerbs.

Im Folgenden präsentieren wir Euch die Erstplatzierten jeder Kategorie. Um auch die Zweitplazierten und Nominierten zu sehen, schaut doch auf des Webseite des Royal Observatory vorbei. Und wenn Ihr selbst Astrofotografie betreibt: Auch im nächsten Jahr wird ein neuer Wettbewerb starten.

Polarlichter über einer Gletscherlagune

Polarlichter über einer Gletscherlagune © James Woodend (Großbritannien) – Gewinner der Kategorie „Erde und Weltall“ und Gesamtsieger.

Leuchtend grüne Polarlichter, aufgenommen in Islands Nationalpark Vatnajökull, werden fast symmetrisch im Gletschersee Jökulsárlón reflektiert. Das Fehlen von Wind und Strömung erzeugt auf dieser geschützten Lagunenszene einen fesselnden Spiegeleffekt und gibt das Gefühl von völliger Stille. Trotzdem zeigt es überraschend viel Bewegung, da die Kurven der Polarlichter von den veränderlichen Kräften des Erdmagnetfeldes geformt werden.

Über einer felsigen Landschaft ein Meer aus Sternen.

Coastal Stairways © Chris Murphy (Neuseeland) – Sir-Patrick-Moore-Preis für den besten Newcomer.

Felsformationen im Bezirk Wairarapa in Neuseeland schaffen einen krassen Vordergrund und Kontrast zu den scheinbar tanzenden staubigen Wolken der Milchstraße. Keine Lichtverschmutzung und eine klare, frische Nacht boten dem Fotografen eine fantastische Gelegenheit für dieses schöne Bild.

Pferdekopfnebel

Pferdekopfnebel (IC 434) © Bill Snyder (USA) – Gewinner der Kategorie „Tiefe des Weltalls“.

Der Pferdekopfnebel ist eines der am meisten fotografierten Objekte am Nachthimmel, aber dieses Bild zeigt ihn in einem ganz neuen Licht. Der Fotograf lenkt das Auge hinunter zu der aufsteigenden und gefalteten Landschaft aus Gas und Staub an seiner Basis, anstatt sich ausschließlich auf die Silhouette des Pferdekopfes zu konzentrieren. Snyder bezieht auch den blauen, hohlraumartigen Bereich an der unteren linken Seite des Pferdekopfs mit ein, in dessen Mitte einen heller Stern steht.

Ein Mensch auf einem Felsen, umringt von einer Sonnenfinsternis.

Hybrid Solar Eclipse © Eugen Kamenew (Deutschland). Gewinner der Kategorie „Mensch und Weltall“.

Sonne und Mond versinken zusammen hinter dem Horizont der kenianischen Savanne, wo ein Mann auf einem Felsen von der Verfinsterung, in der die Silhouette des Mondes vor der grellen Sonnenscheibe zu sehen ist, umrahmt wird. Dieses seltene Beispiel einer hybriden Sonnenfinsternis fand im November 2013 statt und begann als ringförmige Sonnenfinsternis, bei der der Mond nicht vollständig die Sonne blockierte, sodass ein heller Ring unbedeckt blieb.

Im Verlauf wurde die Sonnenfinsternis total und bedeckte die Sonne völlig. Zum Ende der Finsternis trat die Sonne wieder hinter dem Mond hervor und es entstand diese atemberaubende Sichelform. Das Foto ist auch Kamenews Hommage an seinen Freund Geoffrey Lowa, der als Reiseleiter und Fotomodell für diese Aufnahme geplant war, aber leider einige Tage zuvor getötet wurde.

Galaxie NGC 3718

NGC 3718 © Mark Hanson (USA). Gewinner der Kategorie „Roboter-Teleskop“.

Aufgenommen von der Ranch Hidalgo in Animas, New Mexiko. NGC 3718 liegt im Sternbild Großer Bär und ist als eine besondere Balkenspiralgalaxie bekannt. Gravitative Wechselwirkung mit seinen Nachbarn in der Nähe von NGC 3729 (die Spiralgalaxie unten links) sind der wahrscheinlichste Grund für die verzogenen Spiralarme der Galaxie, während eine dunkle Staubsträhne sich um das Zentrum wickelt.

Die Oberfläche Sonne in Großaufnahme.

Ripples in a Pond © Alexandra Hart (Großbritannien) – Gewinner der Kategorie „Unser Sonnensystem“.

Die brodelnde Oberfläche der Sonne spannt sich in dieser bewegenden Aufnahme unter uns auf, die den Umfang und die Gewalt unseres Sterns vermittelt. Die Region der Sonnenaktivität auf der linken Seite würde in ihrer Größe die Erde mehrfach einschließen. Die äußeren Schichten der Sonne verhalten sich optisch wie eine Flüssigkeit, wie der Bildtitel bereits andeutet, und werden ständig gedreht und durch intensive Magnetkräfte verzogen.

Pferdekopfnebel

Pferdekopfnebel (IC 434) The Horsehead Nebula (IC 434) © Shishir & Shashank Dholakia (USA) – Gewinner der Kategorie „Junger Astronomie Fotograf des Jahres“.

Dieses Bild stellt deutlich das bekannte rote Glühen hinter dem Pferdekopfnebel dar, produziert von Wasserstoffgas, das sich durch benachbarte Sterne ionisiert. Das Foto stellt die Wolke aus hochkonzentriertem Staub innerhalb des Pferdekopfs ins Zentrum, der eine Silhouette gegen das rote Glühen wirft und viel von dem dahinterliegenden Licht blockt.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr und die neuen, beeindruckenden Fotos aus einer Welt, die uns durch Lichtverschmutzung gerade in Großstädten so sehr verschlossen bleibt. Bis dahin schaut in Greenwich vorbei, persönlich oder zumindest virtuell.

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