Wasser, Land und Himmel darüber
12. August 2014 Lesezeit: ~11 Minuten

Das Paradies am Ende der Welt

Neuseeland! Heureka! Der heilige Gral der Landschaftsfotografie! Das Land, in dem man an der Westküste in Richtung Osten starten kann und durch Berge, Wälder, Felder, Seen, Klippen, vorbei an riesigen Farmen, Hobbit-Höhlen und versteckten Wasserfällen fährt und etwa drei Stunden später an einem verlassenen Strand an der Ostküste Fish & Chips genießt.

Es ist tatsächlich für jeden etwas dabei. Gerade für uns Europäer dürfte die kontrastreiche Landschaft, das Überqueren von Bergpässen und der typisch neuseeländische Urwald ein Wow-Erlebnis sein. Ja, das ist Neuseeland. Ganz Neuseeland? Nein, nicht ganz! Dem aufmerksamen Beobachter wird beim Bereisen dieses Landes nicht entgehen, dass man immer wieder mal auf rar gesäte Ansammlungen von Häusern trifft.

Für uns wohl zu groß, um sie „Dörfer“ zu nennen, aber doch noch irgendwie zu klein, um den Titel „Stadt“ zu verdienen. Und gerade diese Orte haben mich überrascht, weil ich sie so gar nicht auf dem Schirm hatte und sie mich durch den besonderen Charme und das ruhige Gemüt in ihren Bann zogen.

Mädchen auf einem Steg im Wasser

Steg im Wasser

Mädchen auf einem Steg im Wasser

Mädchen auf einem Steg im Wasser

Noch bei den Vorbereitungen hatte ich ganz andere Dinge im Sinn: Ich wollte Natur fotografieren, also musste zu meiner Kamera und den geliebten Festbrennweiten auf jeden Fall auch ein Weitwinkel mit in den Rucksack.

Dass mein Handgepäck sich durch die ganze Technik so anfühlt, als würde ich Ziegelsteine schmuggeln und das komplette Equipment während der Hin- und Rückreise zirka fünf Mal für Sicherheitschecks ausgepackt werden muss, daran hatte ich natürlich vorher nicht gedacht.

Aber irgendwie fehlte mir zu diesem Zeitpunkt noch die Erfahrung der Reisefotografie und ich hatte keine Ahnung, welche Ausrüstung mich in Neuseeland ans Ziel bringen würde.

Straße vor einer BerglandschaftSteg im Wasser

Mädchen vor einer Wand mit Aushängen

Frau sitzt an einem Kaffeetisch in einer Sofaecke

Frau sitzt an einem Kaffeetisch in einer Sofaecke

Eine wichtige Etappe meines Aufenthalts war der Besuch der Südinsel. Dort, so versprach mir meine Freundin, die selbst gebürtige Neuseeländerin ist, werde ich die Kamera angesichts der Landschaft überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Und sie hatte recht!

Das war Mittelerde, wie es mir Peter Jackson immer gezeigt hat, aber uns sollte eine kleine Überraschung erwarten, die das Highlight unserer Reise dargestellt hat. Man muss sich das so vorstellen: Man fährt von Queenstown aus zum nördlichen Ende des Lake Wakatipu.

Laut einschlägigem Reiseführer eine der sehenswertesten Strecken der Welt und tatsächlich muss ich sagen, dass ich in meinem Leben bisher noch keine 50 km zurückgelegt hatte, die schöner waren. Doch am Ende dieser Straße, wo man laut Reiseführer eigentlich umkehren und wieder zurück fahren soll, ist es für mich erst richtig interessant geworden.

Mitten im Nirgendwo taucht plötzlich ein Ortsschild mit der Aufschrift „Glenorchy“ auf und man wundert sich ein bisschen, wo man hier gelandet ist, weil man erst einmal nur ein paar Reiter auf ihrem Pferd überholt und zu seiner rechten zwei, drei riesige Farmen erspähen kann, die direkt am Fuße eines Berges liegen.

Ein paar Meter weiter fängt dann ein kleines Wohngebiet mit einladenden Holzhäusern an. Dunkler Asphalt ohne große Straßenmarkierungen, in jedem Garten ein kleines Boot und alles irgendwie rustikal.

Rote Hütte mit Beschriftung „Glenorchy“

Holzhütten

Tankstelle vor Berglandschaft

Tankstelle vor Berglandschaft

Der Nase nach fährt man an der einzigen Kreuzung nach links und landet auf einem Campingplatz direkt am Lake Wakatipu, der durch einen Holzsteg mit eigenen Straßenlampen begehbar ist. Auch, wenn dort so ein starker Wind ging, dass mich die herumfliegenden Wassertropfen in nur wenigen Sekunden durchnässten, erinnere ich mich vor allem daran, wie ich über den See blickte und das dahinterliegende Bergmassiv bewunderte.

In der Ferne ließen sich kleine Inseln im Nebel erahnen und ich versuchte, meine Kameratasche vor dem tobenden Wasser zu schützen, während ich Objektive tauschte. Der altbekannte Balance-Akt: In der linken Hand ein Objektiv, in der rechten Hand die Kamera. Jetzt ganz vorsichtig aufschrauben und bloß nichts fallen lassen. Beim Wechseln noch darauf achten, dass der Wind kein Wasser in die offene Kamera spritzt – geschafft!

Der Steg schrie förmlich danach, fotografiert zu werden. Es war wie ein roter Teppich, der die Fotografen auf den See führt, ihnen unterwegs ein wunderschönes Bergpanorama bietet und an dessen Ende man sich umdreht und auf die spärlich verstreuten Holzhäuser von Glenorchy blickt, die an einer Straße liegen, die ihrerseits wiederum nahtlos in einem Berg zu enden scheint.

Gleich neben diesem Steg hält Glenorchy eine winzige, hölzerne Halle für die Besucher bereit, in der man Informationen über die Geschichte der Stadt und des Sees erhält und die sich nicht so ganz zwischen „Scheune“ und „Sehenswürdigkeit“ entscheiden kann.

Uferlandschaft

Roter, alter Pick-up vor Berglandschaft

Roter, alter Pick-up vor einer Stadtkulisse

Finger zeigt auf eine Landkarte

Etwas weiter stadteinwärts gelangt man zum offensichtlich einzige Café der Stadt, in dem man sich aufwärmen und trocknen kann. Wobei das „The trading post“ irgendwie mehr als nur ein Café ist. Eine nette alte Dame verkauft hier neben Getränken in Blümchen-Kannen auch Bildbände und Romane aus Neuseeland, die sich wild in teils improvisierten Bücherregalen stapeln.

Wieder draußen auf den übersichtlichen Straßen verfluchte ich wie schon so oft zuvor mein Equipment. Ich schleppte gefühlte 20 kg auf meinem Rücken mit, wollte damit die Stadt erkunden und eigentlich gemütlich durch die Gassen streifen. Stattdessen fühlte ich mich wie ein Packesel und die meisten Objektive blieben sowieso im Rucksack.

Ich versuchte es kurz mit 50 mm, aber es war wie befürchtet irgendwie zu nah dran für diesen Zweck und meinen Bildern fehlten immer wichtige Elemente, die ich zeigen wollte. Jetzt hätte ich natürlich mein 17 – 40 mm aufschrauben können, aber wenn ich die Wahl zwischen Festbrennweite und Zoomobjektiv habe, dann entscheide ich mich ausnahmslos für Festbrennweiten.

Bleibt also ein weiteres Mal das 35 mm übrig und es stellte sich als das perfektes Werkzeug heraus, um Glenorchy so zu portraitieren, wie ich es wollte. Man sagt ja immer, bevor man fotografiert, sollte man die Kamera weglegen, seine Umgebung beobachten und unvoreingenommen sein Motiv finden (mit den Augen fotografieren).

Erst dann hält man sich die Kamera vor’s Gesicht und macht ein Bild. Und irgendwie scheinen 35 mm für mich die perfekte Brennweite zu sein, um das, was ich sehe, optimal auf ein Foto zu übertragen. Zudem hatte ich Glück, dass es ein bewölkter Tag mit vereinzelt durchdringenden Sonnenstrahlen war, der mir Glenorchy in einem wundervoll weichen Licht präsentierte. Ich hätte es mir nicht besser wünschen können.

Mädchen zieht sich vor einer Berglandschaft die Kapuze über den Kopf

Berglandschaft mit Palmen

Zwei Reiter auf einer Straße

Holzhütten vor einer Berglandschaft

So wanderte ich also durch die Straßen, fühlte mich irgendwie geborgen und weit weg von jedem Stress. Das Leben hier erscheint lebenswert, einfach und ein Stück weit unberührt von allem Negativen. Ich könnte schwören, die meisten Einwohner von Glenorchy verbringen ihre Tage damit, in Karo-Hemden Brennholz zu hacken und abends mit ihrem Boot auf den See zu fahren, Gemüse aus ihrem Gärten zu kochen oder eine Grillfeier auf den Straßen abzuhalten, auf denen sowieso praktisch keine Autos fahren.

Es ist eine kleine Zivilisation direkt an einem Bergsee in Neuseeland, die sich so gar nicht für die Probleme der Welt interessiert. Das Fotografieren in Deutschland bescherte mir im Laufe der Zeit die ständige Paranoia, dass ich jederzeit darauf gefasst sein muss, den Satz „Hallo?? Was fotografieren Sie da? Dürfen Sie das?“ zu hören.

Aber in Glenorchy sowie eigentlich in ganz Neuseeland blieben solche Dinge unausgesprochen. Im Gegenteil: Selbst, als ich meine Kamera in die Gärten oder auf die Häuser der Anwohner richtete, schenkte mir jeder, der mich bemerkte, ein warmes Lächeln. Man war wohl irgendwie stolz darauf, dass sich doch mal ein Tourist hierher verirrt und es ihm dann so gut gefällt, dass er die Straßen sogar auf Bildern festhält.

Hütten vor einer Berglandschaft

Feld vor einigen Hütten vor einer Berglandschaft

Mädchen unscharf vor einer Farm vor einer Berglandschaft

Einsame Hütte vor einer Berglandschaft

Auch die überdimensionierte Tankstelle mit Truck-Stop war stolz und präsentierte mir ihr filmreifes, quietschendes „Open“-Schild. Eine alte Katze überquerte schwerfällig die Straße, ohne überhaupt einen Gedanken daran zu verlieren, dass sie überfahren werden könnte und lenkt meinen Blick auf eine Touristeninformation, die wie ein Lucky-Luke-Set aussieht.

Gefühlt bin ich hier am Ende der Welt angekommen und es ist wider Erwarten wunderschön und friedlich. Es wirkt wie ein kleines Paradies, das sich die Dorfbewohner hier geschaffen haben. Was lustig ist, denn einige Kilometer die Straße runter kommt man tatsächlich an einen Ort namens „Paradise“ (kein Witz!).

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der typische Glenorchy-ianer hier sein Sonntags-Picknick abhält, im Diamond Lake schwimmen geht oder im Wald von Mittelerde (auch kein Witz!) seinen Hund frei laufen lässt.

Straße mit Schild „Glenorchy“

Mädchen unscharf vor einigen Hütten vor einer Berglandschaft

Ein einsamer Hof mit einer Holzhütte

Ein einsamer Hof mit einer Holzhütte

Das war’s aber dann wirklich. Mehr ist in Paradise nicht geboten. Die zwei Häuser, aus dem das Dorf besteht, übersieht man fast, während man sich auf die Schotter-Straße konzentriert und die Pferde beobachtet, die am Fuße der Berge ihren Auslauf genießen. Ein paar Meter weiter ist dann wirklich Schluss. Ende.

Maschendrahtzaun, der über einen Bach verläuft. Dahinter noch ein paar Hügel mit grasenden Schafen, die überhaupt noch nie irgendwas von einer Stadt oder Industrienationen gehört haben. Ein Bild, das man auf sich wirken lassen sollte, bevor man umdreht und sich wieder dem hektischen Leben widmet.

Die Welt hat ihr Bestes gegeben und ich habe tosend applaudiert. Ein besonderes Dankeschön an die Natur, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.

Mädchen vor einer Landschaft mit See und Bergen

Steinküste eines Sees vor einer Berglandschaft

Waldrand mit toten Bäumen vor einem See mit Berglandschaft

Hütten vor einer BerglandschaftMädchen balanciert auf einem Stamm vor einer Kulisse toter Bäume

Diese Reise hat mir eine wichtige Lektion über das Fotografieren beigebracht: Es ist schon wirklich cool, wenn man viel Equipment und gute Objektive hat, damit kann man super Jobs durchziehen und ist schön flexibel bei allem, was man so fotografisch ausprobieren möchte.

Aber geht man auf Reisen und möchte eigentlich eher dokumentarisch festhalten, was da so passiert, dann sollte man das Zeug lieber Zuhause lassen. Zurück in Deutschland habe ich mir nach einiger Recherche die Fujifilm X100s* gekauft. Eine spiegellose Kamera, deren festes Objektiv etwa meiner 35-mm-Festbrennweite entspricht.

Die Kamera ist klein und bietet eine absolut nicht zu erwartende, überragende Bildqualität. Auf meiner nächsten größeren Reise wird sie mir erlauben, mein Gepäck viel leichter zu halten. Zudem ist sie so unauffällig, dass man damit auch mal an Orten fotografieren kann, an denen man mit Spiegelreflexkameras grundsätzlich gar nicht reinkommt.

Straße in einer Berglandschaft mit Schild „Paradise“

Straße in einer Berglandschaft mit einer Pferdeweide

Pferdeweide vor einer Berglandschaft

Bachlauf in den Bergen

Ob mir aufgrund der nicht vorhanden Möglichkeit, Objektive zu wechseln etwas fehlen wird, weiß ich jetzt noch nicht. Aber man hätte mir in Neuseeland theoretisch auch einfach das 35-mm-Objektiv auf meine Kamera festschweißen können und es hätte mich wenig gestört, deshalb bin ich zuversichtlich, dass sich meine kleine Fujifilm als perfekter Reisebegleiter herausstellen wird.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.

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39 Kommentare

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  1. Es ist wirklich witzig, denn kennt man deinen Stil nicht und ließt die Einleitung, erwartet man HDR Superlangzeitlandschaftsfotografien wie man sie zum Ersticken z.B. aus Island oder Schottland kennt.
    Kennt man deinen Stil und ließt die Einleitung, ist man etwas verwirrt, weil man HDR- Superlangzeitlandschaftsfotografien erwartet, die aber so gar nicht zu deinem Stil passen. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob das vielleicht auch deine ursprüngliche Intention war, solche Bilder zu machen.
    Liest man dann weiter, erfährt man etwas über die Ruhe der Zivilisation die Einfachheit und auch irgendwie die, ich nenne es mal Verlassenheit und diese hast du perfekt eingefangen. Du erzähst uns etwas über deinen inneren Konflikt den du geführt hast, zwischen ich möchte gerne solche Bilder machen und das ist einfach nicht mein fotografisches Ich.

    Sehr aufrichtiger Artikel

    LG Alex

    • Danke Alex!
      Ja, es soll natürlich schon widerspiegeln, dass ich vor allem Anfangs im Kopf hatte, diese typischen langzeit-Belichtungs Landschaftsfotos zu machen aber das ist ja wie du schon gesagt hast überhaupt nicht mein Stil. Und ich hab dann ohne viel zu überlegen einfach so fotografiert, wie ich es normalerweise auch tue und da geht’s mir ja oft viel um Stimmung statt um Bilder, für die man ein Stativ braucht und so weiter. Dabei sind dann eben diese Bilder entstanden.

  2. Sehr schöner Artikel, wunderbare Bilder. Immer wieder schön auch andere Erfahrungen zum Thema Reisen und Fotografie zu lesen, die oftmals im selben Ergebnis münden dass wenige gute Festbrennweiten oder auch nur ein Objektiv der Weg zum Glück sein können und die Bilder für sich sprechen lassen. Interessant hätte ich in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch ein paar Bilder von den erwähnten Menschen gefunden. Mit 35mm kann man nämlich auch ganz tolle Portraits machen die ein bisschen die Umgebung mit einbeziehen. Zur Fujifilm gibt es ja noch die beiden „Konverter“ deren Qualität aber eher für zwei vollwertige Objektive spricht und die das Set um 28mm und 50mm erweitern, bei kleinem Gewicht und Packmaß. Gerade die 28mm sind manchmal gar nicht so schlecht auch wenn es kein riesiger Brennweitensprung zu sein scheint. Weiter so! Hat mir sehr gefallen!

    • Danke Martin!
      Das mit den Menschen dachte ich mir beim schreiben auch! Bei mir war aber trotzdem noch so eine Hemmschwelle da, die ich aus Deutschland einfach mitgebracht habe. Hierzulande wird man ja oft schief angeschaut und stößt auf Unverständnis, wenn man es wagt, seine Kamera auch noch auf Fremde Menschen zu richten. Aber vermutlich würde die Überwindung dieser Schwelle meine Fotos gut tun, da ich ja eigentlich hauptsächlich People-Fotograf bin.

      Ich werd’s beherzigen ;-)

  3. Sehr schöne Bilder, und ein interessanter Bericht.
    So ähnlich ging es mir auch, als ich mit einem voll bepacktem großen Rucksack mit DSLR und Objektiven, als ich (im Sommer) die Weltcup Abfahrtstrecke in Wengen (Schweiz) hoch lief. Habe tolle Bilder gemacht, aber das Gewicht und die Größe machten einfach keinen Spaß.

    Fotografie ist mein Hobby, ich muss nicht davon leben. Auf Reisen muss ich keine Bilder liefern, die auf irgendwelchen riesigen Plakaten aufgezogen werden sollen.
    Auf Reisen will ich etwas erleben, neue Erfahrungen sammeln, Menschen und Land kennen lernen. Da ist, zumindest für mich, großes Equipment eher hinderlich.

    Ich war vor der letzten Photokina drauf und dran mir eine Vollformat-DSLR zu kaufen. Ich bin aber noch mal in mich gegangen und habe überlegt, ob das nur so ein Haben-Will-Gefühl ist, oder ob ich so was wirklich brauche. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich für private Zwecke etwas Leichteres und Kompakteres brauche. Ich wollte aber möglichst wenig Kompromisse bezüglich Bildqualität machen. Ich habe mich ein wenig bei den Systemkameras umgeschaut, und mich letztendlich für das Fuji-System entschieden. Mag sein, dass Olympus die besseren Allround-Kameras macht, aber ich mag die hochwertigen und schnellen Festbrennweiten von Fuji, die Kameras lassen sich einfach und intuitiv bedienen und liefern eine hervorragende Bildqualität.

    Mittlerweile habe ich die X-E1 fürs Arbeiten mit Wechselobjektiven und die X100s für zum Spaß. Die X100s hat ja ein fest verbautes 23mm (35mm @KB) Objektiv, welches die klassische Reportage-Brennweite ist. DIe Kamera ist leicht, handlich und lässt sich trotzdem sehr einfach und schnell bedienen. Hinzu kommt, dass sie dank Zentrallverschluss fast geräuschlos ist. Menschen reagieren meist sehr eigenartig, wenn man ihnen eine Bazooka von DSLR vor die Nase hält. Bei der Kamera aber schärt sich kaum jemand, dass man fotografiert.

    In meinem Blog sieht man, ich war schon unter anderem in Amsterdam, Hamburg, Wien und Lüttich damit. Und dieses Jahr nehme ich sie mit für eine Backpacking-Tour nach Vietnam mit. Für mich die ideale Reisekamera.

    • Meine Erfahrungen waren ganz ähnlich! Das hat ja wie gesagt bei mir auch zum kauf der „kleinen“ Fuji x100s geführt. Vor allem weil ich ebenfalls einfach von der Bildqualität dieses Fuji-Sensors begeistert bin.

      Ich habe damit noch keinen großen Trip gemacht aber geplant ist es auf alle Fälle und es ist einfach eine Kamera, die man jederzeit mit sich herumtragen kann und man bemerkt sie gar nicht. Wenn ich da an die Zeit denke, in der permanent ich eine DSLR mit Objektiv in der Tasche hatte… mein armer Rücken ;-)

  4. Neuseeland .. ja, ein Land zum Träumen. Als ich das erste Mal dieses Stück Erde Anfang der 90er Jahre betrat, nahm es mich gleich gefangen und lässt mich bis heute nicht mehr los. Wenngleich meine Besuche eher seltener geworden sind.

    Die hier beschriebenen Eindrücke kann ich nur teilen und ich gestehe, dass sie mich bis heute, mehr als 20 Jahre später, stets begleiten.

    Ja, ja .. die Fotoausrüstung. Es ist ein großes Thema in der Reisefotografie. Es hat einiges an Zeit gedauert, bis ich meinen Weg fand. Ein Verzicht auf meine Spielreflex, meine Stative, Panoramaausrüstung usw. kommt für mich nicht in Frage, auch wenn ich oft und intensiv jammere oder fluche. Doch meine fotografischen Ziele erfordern halt das ein oder andere Equipment. Doch jeder muss seinen Weg finden und seine Erfahrungen gewinnen.

    Meine Ausrüstung habe ich mittlerweile so weit wie möglich optimiert und verringert und trotzdem sind es noch immer 15-20 Kg (ok, ich zähle das Netbook, Festplatten, Akkus, Ladegeräte, GPS … alles zu meiner Fotoausrüstung).

    Danke für die Bilder, Gedanken und Eindrücke . Es hat mir Freude gemacht den Artikel zu lesen.

    • Vielen Dank!
      Es kommt natürlich immer sehr stark drauf an, was man eigentlich fotografieren will. Ich muss gestehen, dass mir das vor der Neuseelandreise selbst überhaupt nicht klar war. Ich war nie Reisefotograf und habe selten so lange Trips gemacht, deshalb hab ich einfach alles eingepackt, was ging um für mich dann zu dem Schluss zu kommen „Ja, gut… 35mm hätten alleine jetzt auch gereicht“. Aber hinterher ist man eben immer schlauer und darum geht’s ja in dem Artikel auch.

      • Hallo Christopher … Du hast völlig recht.
        Ich habe etliche Jahre und viele Reisen gebraucht, bis ich mit meiner Ausrüstung zufrieden war .. ok, zufrieden bin ich am Ende doch nie, denn immer möchte ich andere Felder der Fotografie erkunden – aktuell die 360 Grad Fotografie, was ich als eine Prima Ergänzung für meine Reiseberichte empfinde, um die Umgebung vorzustellen.

        Ich freue mich schon mehr von Dir zu lesen und zu sehen. Weiter so.

  5. Guter Reisebericht mit sehr unaufgeregten Bildern, entfernt von den üblichen Postkartenklischees.
    Aber ganz schön viele, bei denen du dich nicht so entscheiden konntest, welches du für den Bericht nimmst, was ;-) Oder ich sehe die feinen Unterschiede nicht, die den Bildern eine ganz andere Ebene geben: Beim Steg, der Tasse Kaffee, der Tankstelle, dem Van, dem roten Haus oder den Pferden.
    Hat mich leider zum schneller Scrollen verleitet.
    Aber wie gesagt, angenehm dezente Serie für dieses monumentale Land!

    • Vielen Dank! Ja, mir war es wichtig, etwas entschleunigtes zu zeigen.

      Die Masse an Bildern liegt natürlich auch daran, dass mir die emotionale Distanz zu dem Thema total fehlt und mich jedes Bilder wie in die Situation zurück versetzt. Das jetzt nicht für alle Betrachter jedes Bild spannend ist, ist für mich absolut nachvollziehbar ;-)

  6. *lach, du hast mir aus der Seele geschrieben. Auch mir ergeht es immer und immer wieder mit meinem Rucksackequipment und die Geschichte mit dem Objektivwechsel, das hätte auch von mir sein können…
    Schöner Bericht und tolle Bilder !

    LG

    • Danke! Und sehr gute Frage…. das ist leider schon so lange her, dass ich mich nicht mehr wirklich so gut daran erinnern kann. Ich weiß aber noch, dass ich auf jeden Fall das Finish mit „Alien Skin Exposure“ gemacht habe. Wenn du mir eine E-mail schreibst, dann kann ich dir gerne mal eine PSD durchschicken, dann siehst du die Steps davor :)

  7. Hallo Christopher,

    wunderschöne Fotos und ein Reisebericht, wie ihn das Herz erzählt.
    Es ist so wunderschön anzusehen und zu lesen, dass ich eine kleine Traene nicht verdrücken kann.
    Geh deinen Weg einfach weiter.

  8. Großartige Reportage! Die Bilde haben einfach jeder Wort untermalt und die Stimmung, die du beschrieben hast wunderbar wiedergespiegelt. Dieser Teil Neuseelands wird auf jeden Fall in die „Reisekiste“ wandern. Danke dafür!

  9. Blogartikel dazu: Lovely Links August | Ohne Musik | Personal Blog

  10. Blogartikel dazu: #354: London, neunter Tag [230/365] | Gedanken-Notizblog