Das Stativ GorillaPod im Test auf unebenen Waldboden
20. Mai 2014 Lesezeit: ~4 Minuten

GorillaPod Focus

Nachdem mir ein befreundeter Fotograf seinen nicht ungefährlichen Stativaufbau für ein Selbstportrait zeigte, erinnerte ich mich an den Gorillapod: Ein kleines Stativ mit flexiblen Beinen, die man um Geländer, Äste und Ähnliches klammern kann.

Da ich selbst viel im Wald fotografiere und auch gern einmal aus ungewöhnlichen Perspektiven, schrieb ich kurzerhand die Firma Joby an, ob sie mir den Gorillapod kurze Zeit zum Testen zur Verfügung stellen würden.

Wenige Tage später konnte ich den GorillaPod Focus mit Kugelkopf* in Händen halten. Laut Hersteller trägt er ein Gewicht von bis zu 5 kg.

Etwas unsicher begutachtete ich das Stativ und bog die kleinen Beinchen in alle erdenklichen Richtungen. Das Verbiegen benötigte ein klein wenig mehr Kraft als ich dachte, was mich aber auch beruhigte, denn so kann es sich definitiv nicht einfach lösen, wenn es irgendwo hängt. Die helle Gummiumrandung an jedem Kugelsegment gibt dem Stativ zusätzlich noch etwas mehr Halt.

Also wagte ich meinen ersten Versuch: Ich klemmte das kleine Äffchen zunächst in der Wohnung um eine Leiter. Für ein Selbstportrait benötigte ich die Perspektive von oben. Ein idealer erster Versuch. Meine Kamera wiegt mit Objektiv etwa 1,5 kg. Es hätte für meine Testzwecke also auch locker der GorillaPod SLR-Zoom* ausgereicht, der nur bis zu 3 kg hält.

Aber ich war schon ziemlich froh, dass ich den großen Bruder nutzen durfte. Das Vertrauen zu so einem Stativ baut sich doch nur sehr langsam auf.

GorillaPod im Test auf einer LeiterPortrait, entstanden mit dem GorillaPod

Ich verdrehte also die Stativbeine um die Leiter. Das dauerte eine kleine Weile, da ich ein paar Positionen ausprobieren wollte, um die meiner Meinung nach sicherste zu nehmen. Als es dann endlich hing, war ich auch enorm froh über den Kugelkopf. Denn damit lässt sich die Kamera noch in jede Richtung schwenken und man kann die ideale Position suchen, ohne die Beine lösen und neu justieren zu müssen. Die Nutzung des Stativs ohne Kugelkopf kann ich mir nur schwer vorstellen.

Kurzum: Mein Experiment funktionierte hervorragend. Das Stativ hing bombenfest und ich fasste so viel Vertrauen, dass ich es am nächsten Tag mit in den Wald nahm. Hier nutzte ich es vor allem für unebenes Gelände, denn dafür eignet sich das Stativ auch bestens. Es muss nicht immer um etwas geklammert werden, sondern steht auch selbstständig auf seinen drei Beinen.

Allerdings ist es nur knapp 30 cm hoch und daher kein kompletter Ersatz für ein normales Stativ. Mit seinem geringen Gewicht von nur 0,5 kg ist es aber ein leichter zweiter Begleiter für unterwegs.

Mit meiner leichten Kamera konnte mich das Stativ überzeugen. Ich habe jedoch auch noch einige Rezensionen gelesen. Negativ wurde hier oft die Tragkraft angesprochen, die von einigen Testern als überschätzt bewertet wird.

Das konnte ich leider nicht voll ausreizen und so testen, da das Gewicht meiner Kamera weit unter dem Möglichen liegt. Im Zweifel würde ich mich jedoch wieder für das Modell Focus mit der größten Tragkraft entscheiden. Einfach, um sicher zu gehen.

Der GorillaPod Focus* kostet mit Kugelkopf 123 €. Mehr über das Stativ findet Ihr auf der Webseite der Firma Joby.

* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhält kwerfeldein eine kleine Provision, Ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.

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