30. April 2014 Lesezeit: ~3 Minuten

Es werde Farbe

Ich habe Kolorierungen für mich entdeckt. Alten Schwarzweiß-Aufnahmen neues Leben einzuhauchen, sie etwas mehr ins Jetzt zu holen und mit Farbe zu versehen, macht unglaublichen Spaß. Und auch, wenn ich die Technik noch nicht perfekt beherrsche, bin ich völlig fasziniert von dem Möglichkeiten und Ergebnissen.

Alte kolorierte Fotos haben mich schon lange beeindruckt. Im Netz findet man einige großartige Beispiele. Und diese Bilder waren es auch, die mir gesagt haben: Sowas schaffst Du bestimmt nicht.

© Toni Frissell, Kolorierung: Katja Kemnitz

Als ich vor einigen Tagen in Photoshop das Farbe-Ersetzen-Werkzeug entdeckte, merkte ich jedoch, wie wunderbar man damit im Modus „Farbe“ Farben verändern kann, ohne Tonwerte zu verändern. Ich öffnete eines meiner Lieblingsbilder von Toni Frissell, eine Unterwasseraufnahme, und begann, das Werkzeug auszuprobieren. Nach drei Stunden, einigen Sackgassen und neuen Versuchen war ich fertig mit meinem Bild und zu meiner Überraschung sehr zufrieden.

Hat man erst einmal einige Grundtechniken entwickelt, ist das Kolorieren gar nicht so schwierig, braucht aber Geduld. Ich dubliziere für jede neue Farbe, die ich anbringen möchte, die Ebene und teste einige Farben durch. Ich passe die Größe und Härte des Werkzeugs an und male vorsichtig über die grauen Töne. Bin ich unzufrieden, kann ich im Protokoll zurück oder nutze das Radieren-Werkzeug. Ist die Farbe zu kräftig, verändere ich die Deckkraft der Ebene.

Ein wenig Wissen über Licht und Farben ist von Vorteil. Farben beeinflussen sich gegenseitig, reflektieren. Besonders Hautfarben finde ich sehr schwierig. Haut ist nicht gleichmäßig, hier und da mal gelblich, mal rötlich. Gerade hier muss ich noch viel üben.

Anne Frank, Kolorierung: Katja Kemnitz

Oft musste ich auch einfach raten. Ob der Mantel im Original nun blau, rot oder braun war, weiß ich nicht und kann es auch nicht mehr herausfinden. Ich wähle also die Farbe intuitiv und schaue, wie sie mit dem Rest des Bildes harmoniert.

Einige Fotos funktionieren auch viel besser als andere. Eine gute Ausgangsqualität ist super, aber bei alten Bildern nicht immer gegeben. Rauschen macht die Bearbeitung zum Beispiel schnell schwierig und oft wirkt die Kolorierung darauf nicht mehr wie ein Foto, sondern eher wie ein Gemälde. Einige Versuche habe ich so aufgegeben, weil ich beim Bearbeiten merkte, dass es mit dem Bild für mich nicht funktioniert.

© Toni Frissell, Kolorierung: Katja Kemnitz

Vor allem benötigen Kolorierungen viel Geduld, die mir leider all zu oft fehlt. Ich bin niemand, der gern mehrere Stunden an der Bearbeitung eines Fotos sitzt. Lieber stürme ich hinaus und mache ein neues Bild. Dabei tut es sehr gut, sich einmal mehr Zeit zu nehmen und wenn ich mich darauf einlasse, ist es beinahe eine meditative Arbeit. Zumal ich kein Tablet besitze und jeden Schritt vorsichtig mit der Maus gehen muss.

Bis ich es so perfekt beherrsche, wie man es in den tollen Beispielen der Profis sieht, dauert es sicher noch, aber es macht Spaß und ich lerne mit jedem Bild wieder etwas.

Habt Ihr schon einmal koloriert? Welche Technik nutzt Ihr und habt Ihr noch Tipps für mich?

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