02. April 2014 Lesezeit: ~3 Minuten

90 von 365 Tagen

Noch immer mache ich mein 365-Tage-Projekt. Der März hat es mir jedoch nicht leicht gemacht. Teilweise kam ich ganz schön ins Straucheln und die entstandenen Bilder waren manchmal banaler als mir lieb ist.

Der März hat mir gezeigt, wie einfach es ist, aus dem Takt zu kommen, welch kleine Dinge die Motivation senken und wie schwer es ist, sich wieder aufzuraffen. Alles begann mit einem kaputten Selbstauslöser. Da ich bis dahin meist Selbstportraits gemacht hatte, warf mich das ganz schön zurück.

Ich wurde gezwungen, meine Pläne umzuwerfen und andere Dinge zu fotografieren. Denn so ein Selbstauslöser verwöhnt ganz schön und dann auf einmal ohne zu arbeiten, schien mir zunächst unglaublich schwer, ja sogar unmöglich.

© Katja Kemnitz

Zum Glück entdeckte ich die Nahlinsenempfehlung von Jennifer. Kurzerhand bestellte ich mir vier Nahlinsen für knapp 20 € und begann, mich an Makroaufnahmen zu versuchen. Es folgten dadurch einige banale Bilder von Blüten und Bienen. Aber es macht unglaublichen Spaß!

Auch mich selbst fotografierte ich mit den Nahlinsen und kann sagen: Nach einer Nahaufnahme des Gesichtes mit vier Dioptrien möchte man sich erst einmal unter der Bettdecke verstecken und weinen. Aber Dank moderner Bildbearbeitung ist dabei sogar eines meiner Lieblingsbilder des Monats entstanden.

© Katja Kemnitz

Ein weiter Rückschlag war, dass andere Fotografen, die ich verfolge, ihre Tage- und Wochenprojekte aufgaben. Jedes Mal ein ganz schöner Schlag auf die Motivation. Was mich wieder aufbaute, waren großartige Fotografen, die mit ihren Projekten bereits fertig sind oder in den letzten Zügen liegen.

Allen voran Logan Zillmer, der sich jeden Tag selbst in unglaublichen, konzeptuellen Bildern inszeniert und genau heute sein Projekt abschließen müsste. Ich bewundere ihn sehr und kann mir nur vage vorstellen, was ihn das für Nerven und Zeit gekostet haben muss. Denn während ich an manchen Tagen auch einfach nur meine Tochter beim Spielen aufnehme, erstellte er jeden Tag aufwändige, großartig bearbeitete Kunstwerke.

© Katja Kemnitz

Ein „positiver Rückschlag“ in meinem Projekt ist meine erste Einzelausstellung in Köln, die mich doch stark einspannt und mir die Zeit für die Umsetzung großer Bildideen nimmt. Aber das nehme ich dann doch gern in Kauf.

Generell merke ich, dass es mir immer einfacher fällt, auch simple Bilder zu zeigen, besonders, wenn ich selbst damit etwas verbinde. Zum Beispiel die Beerdingung eines kleinen Vogels, den meine Kinder im Gebüsch fanden. Oder der erste Gänseblümchenstrauß des Jahres in der Vase auf der sonnenbeschienenen Kommode.

© Katja Kemnitz

Dennoch hoffe ich, dass der April wieder etwas aufregender wird und ich Dank repariertem Selbstauslöser weiter an meiner Waldserie arbeiten kann. Auf meinem Tumblr könnt Ihr mitverfolgen, wie es wird.

Ähnliche Artikel