01. März 2014 Lesezeit: ~3 Minuten

59 von 365 Tagen

Der Februar zog sich teilweise wie Kaugummi und es gab Tage, an denen mir reichlich spät einfiel, dass ich doch noch ein Bild machen muss. Dann machte ich mir Vorwürfe und stellte alles in Frage. Ende Februar kann ich jedoch sagen, dass auch in diesen Momenten neben ganz banalen Bildern ein paar schöne Fotos entstanden. Fotos, die ich ohne das 365-Tage-Projekt nie gemacht hätte.

Es gibt ja Dinge, die man immer vor sich her schiebt. So wollte ich schon immer einmal Scanart machen und mit digitalen Doppelbelichtungen experimentieren. Das alles setze ich nun nach und nach um. Und so haben auch die Tage, an denen ich nicht genau weiß, was ich machen möchte, einen schönen Lerneffekt.

© Katja Kemnitz

© Katja Kemnitz

Zudem stellt mir das Projekt eine wichtige Frage: Wohin will ich eigentlich mit meiner Fotografie? Mein Problem ist, dass ich fast jedes Fotogenre spannend finde.

Neben Portraits, Fine Art und Kindern entdecke ich auch immer mehr Reiz an Stillleben oder einfachen Momentaufnahmen. Auch vor Landschaft, Reportage und Street habe ich höchsten Respekt und wenn ich ein schönes Gebäude sehe, denke ich mal an Architektur.

Als ich vor ein paar Tagen spät abends nach Hause lief und im sternenklaren Himmel Orion erkannte, da überlegte ich sogar, ob ich in der hellen Stadt mit einfacher Kamera und Langzeitbelichtung das schöne Sternbild festhalten könnte. Und dank des Projektes werde ich es wohl auch bald ausprobieren.

© Katja Kemnitz

Dieses Überangebot an Dingen, die ich so gern einmal machen möchte – natürlich nicht nur so nebenbei, sondern ich will sie wirklich ergründen und für meine Ansprüche gute Bilder machen – lähmt aber auch.

I can never read all the books I want; I can never be all the people I want and live all the lives I want. I can never train myself in all the skills I want. And why do I want? I want to live and feel all the shades, tones and variations of mental and physical experience possible in life. And I am horribly limited.

So hat es Sylvia Plath in ihrem Tagebuch* sehr treffend beschrieben.

© Katja Kemnitz

Vielleicht wird das die größte Herausforderung: Grenzen ziehen oder sagen wir: Erste Ziele stecken. Am Ende des Projektes möchte ich auf die Frage, wohin ich mit meiner Fotografie möchte, eine passable Antwort liefern können.

Bis dahin fotografiere ich jeden Tag mein Bild. Mal Blümchen und mal ein Selbstportrait und lasse die Frage im Hintergrund langsam rattern. Meinen ersten Bericht über den Januar im 365-Tage-Projekt findet Ihr hier. Meine täglichen Bilder könnt Ihr auf Tumblr verfolgen.

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