28. Oktober 2013 Lesezeit: ~2 Minuten

Blickfang: Tankstellen

Tankstellen haben ja oft etwas Schäbiges an sich und wenn man nachts noch schnell Chips oder Schokolade braucht, dann hält man sich dort nicht länger als nötig auf. Die Architektur dieser Orte habe ich bis zum Bildband „Experimentelle Wege zum Bild“* von Tim Hölscher noch nie beachtet.

Tim fotografierte historische Tankstellen und bearbeitete sie digital zurück in ihren Originalzustand. Zusätzlich löste er sie aus dem urbanen Kontext und retuschierte Hintergründe und störende Elemente weg. Zurück blieb meist ein kleines Häuschen mit eigentümlichem Dach und der Beweis, dass Tankstellenarchitektur durchaus spannend sein kann.

„So soll die bauliche Vision des Architekten, die heute durch die Umnutzung in den meisten Fällen nur noch zu erahnen ist, wieder in den Mittelpunkt gestellt werden“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Tankstelle Hannover aus Tim Hölschers Buch "Experimentelle Wege zum Bild"

Diese Tankstelle zum Beispiel steht in Hannover. Auf dem grauem Beton und mit dem geschwungenen Dach sieht sie surreal und unwirklich aus. Die weißen und dunkelgrünen Fliesen am Haus erinnern jedoch wieder an die 60er Jahre und das wahre Alter der Tankstelle.

Unter dem Bild ist vermerkt: Lambdaprint, 125 cm x 75 cm, 2008. In dieser Größe ist es sicher noch beeindruckender. Neben diesem Foto gibt es fünf weitere aus der Serie „Tankstellen“. Sie entstanden zwischen 2008 und 2011.

Der Bildband „Experimentelle Wege zum Bild“* zeigt auch die bei uns bereits vorgestellte Serie „Albanische Landschaften – Lochkamerafotografie mit Bunkern“ sowie weitere Projekte des Fotografen. Auch ein Blick auf seine Webseite ist sehr lohnenswert.

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1 Kommentar

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  1. Ich hab die Bilder in der Ausstellung bei der Galerie imago fotokunst (www.imago-fotokunst.de) gesehen… eine gute fotografische Arbeit. Und meine Vermutung hat sich bestätigt. Die Bilder sind extreme retouchiert geworden. Aber das war gut, dadurch haben sie einen eigenen Stil erhalten. Toll.