Berlin 140° © Frank Silberbach
14. Oktober 2013 Lesezeit: ~3 Minuten

Blickfang: Tierpark Berlin

Einige von Euch erinnern sich vielleicht noch an die Schwarzweißbilder von Frank Silberbach, den wir im vergangenen Jahr hier im Interview hatten.

Seine Schwinglinsenkamera immer bei der Hand, sammelt er unentwegt Momente im Panoramaformat von den Berliner Straßen. Kürzlich nun ist sein erster Bildband mit dem Titel „Berlin 140°“* erschienen.

Begonnen hatte er sein Projekt im Jahr 2004 im Auftrag der Berliner Zeitung, der er vier Jahre lang jede Woche eines seiner Bilder lieferte. Nach Auslaufen des Vertrages legte er jedoch nicht etwa die Kamera nieder, sondern führte sein Projekt fort, das, wie er sagt, schon zu einem Teil seines Lebens geworden ist.

Jedes von Silberbachs Fotos erzählt eine oder gar mehrere kleine Geschichten gleichzeitig. Und oft verbirgt sich Skurrilität in den Details. Schön und immer wieder augenscheinlich ist, dass er mit seinen Bildern niemanden zu kategorisieren versucht. Vielmehr beweist er mit ihnen stets aufs Neue seine Neugier für die Menschen der Stadt.

Seine Fotos transportieren eine gehörige Portion Lebensfreude und haben stets einen gewissen Humor. Dieses Siberbachsche Augenzwinkern zieht sich durch alle Bilder des Bandes, doch spiegelt es sich ganz besonders in einem bestimmten Bild wieder.

Berlin 140° © Frank Silberbach

2012 im Tierpark in Berlin aufgenommen, schauen wir hier einer Menge Besuchern beim vermutlich sonn- oder feiertäglichen Zeitvertreib zu. Vergnügte Familien bevölkern den Hintergrund rund um das Schloss Friedrichsfelde.

Weiter vorn links fotografiert einer eine Dogge, die gewissenhaft für ihn zu posieren scheint. Ein anderer vorn rechts studiert Pelikane, die sich für ihn geduldig (und ein wenig eitel) zur Schau zu stellen scheinen.

Das Ganze mutet beinahe wie ein Bühnenstück an. Alle Akteure sind wohl in den Raum hineinsortiert. In diesem Garten, wo sich Pelikan, Hund und Mensch an diesem Tag neugierig aufeinander fröhlich miteinander vermischen, ist auf den zweiten Blick auch gar nicht mehr ganz klar, wer hier eigentlich mit wem oder für wen spielt. Alle scheinen gleichgestellt zu sein und doch erhält jeder, wonach ihm ist, getreu dem Motto „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“.

Übrigens haben alle, die bis Anfang November in Berlin sind, gleich zwei Mal die Gelegenheit, die Vorstellung des neuen Bildbandes „Berlin 140°“ zu besuchen: Schon diesen Mittwoch, am 16. Oktober im Hotel Bogota oder am 1. November bei den Fotopionieren in der Karl-Marx-Allee. Die Veranstaltungen sind kostenlos!

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