28. August 2013 Lesezeit: ~1 Minute

Blickfang: Revenge

Der heutige Blickfang ist aus dem Band „Revenge“ von Ellen von Unwerth* und zeigt eindrucksvoll, warum die deutsche Fotografin insbesondere für ihre außergewöhnlichen, erotischen Aufnahmen bekannt ist.

Drei junge, sehr schöne Frauen sitzen auf einer Bank und essen Obst. Sie tragen Sommerkleider und schwarze Strümpfe. Was bis hierhin auch aus einem Rosamunde-Pilcher-Roman sein könnte, wird beim Betrachten der gespreizten Beine und lasziven Blicke in Frage gestellt. Diese Szene ist nicht romantisch. Sie zeigt Sex, ohne zu viel zu zeigen, denn bis auf die Slips sieht man nichts. So mancher Vollakt ist weniger erotisch als dieses Schwarzweißbild.

Revenge © Ellen von Unwerth

Das Bild bricht mit den gängigen Regeln aller Fotostandardwerke. Die Bank, auf der die Mädchen sitzen, kippt nach links und ihre Beine, Füße, sowie eine Hand sind angeschnitten. Und dennoch wirkt das Bild. Ich erinnere mich an einen Fotografen, der mir erklären wollte, dass man Menschen nicht beim Essen fotografieren darf. Dem würde ich jetzt gern dieses wunderbare Bild zeigen.

Das Foto ist Teil einer Bildergeschichte, die sich durch den gesamten Fotoband „Revenge“ zieht. Eine Bildergeschichte für Erwachsene, komplett schwarzweiß gehalten, in schwarzes Leinen eingebunden. Erotik, ohne Porno oder Gewalt.

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12 Kommentare

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  1. Großartiges Foto. Hocherotisch, ohne Würde zu opfern. Es gibt nichts, was prinzipiell „nicht fotografiert werden darf“. Aktuell veröffentlicht „muffart“ in der FC gerade seine „Private Nude“-Serie – passend zum Thema und tabulos. Empfehlenswert.
    Danke für den Tipp..!!

  2. Das Bild bricht mit den gängigen Regeln aller Fotostandardwerke. Die Bank, auf der die Mädchen sitzen, kippt nach links und ihre Beine, Füße, sowie eine Hand sind angeschnitten.

    Nun gut, wer will schon Beine, Füße und Hände sehen, wenn er scharfe Luder im Trümmerfrauen-Retro-Look betrachten darf, die Nylon-Strümpfe plus Schlüpfer vorzeigen und sich allerlei ins krass getuschte Mundwerk schieben? Und wen jucken hinter diesem Vordergrund kippende Bänke?

  3. > Ich erinnere mich an einen Fotografen, der mir erklären wollte, dass man Menschen nicht beim > Essen fotografieren darf.

    Ja, Fotografen der ganz alten Schule haben oft ihre 0815 Regeln, nach denen sie Leben und Arbeiten und die sind für sie Gesetz. Ich mußte mir auch schon einige male anhöhren „was an einem Foto umbedingt scharf zu sein hat und warum“ und warum man manche Motive so und nicht anders aufnehmen Muss!
    Das hat für mich dann weniger mit Kunst und mehr mit Gruppenzwang zu tun.

    Der Bildband wirkt interessant. Ich mag es wenn gekonnt und bewußt gegen Kompositorische Normen verstoßen wird.

  4. Schlüpper blitzen lassen, breitbeinig frontal in Richung des Betrachters, … sich in eine „was-auch-immer“-Frucht in den Mund schieben und dabei lüsternd in die Kamera schauend … soll erotische sein?

    Nee, sorry … wundervoll erotisch is anders, m. E. nach.

  5. Na ja…der Eingangstext scheint mir doch etwas überbewertend.

    Sooo auserordentlich finde ich die Bilder nun nicht. Abgesehen davon, dass mir diese erotische Masche nicht gefällt.

    antonio

    • 98% aller Fotos im Internet wären deutlich besser wenn sich die Fotografen an die alten 0815-Regeln gehalten hätten. Natürlich gilt das nicht für uns hier. Schließlich sind hier nur mindestens Halbprofis am Werk, haben längst alle 0815-Regeln so sehr transzendiert, daß wir sich in einer kreativen Eruption völlig beabsichtigt brechen. Denn im Zweifelsfall kann man so hässlich, unästhetisch und durchschnittlich fotografieren wie man will – so lange man es als „eigenen, revolutionären Stil“ verkaufen kann.

  6. Ich habe schon zu viele Bilder durch zu viele Regeln betrachtet um mich jetzt noch
    von deren Werteskale beeinflussen zu lassen.
    Dieses regelgestützte antikreative Zölibat begünstigt doch nur Reproduktionen und
    keine Erweiterung der sich selbst entwickelnden Wahrnehmung des jeweiligen
    Schöpfers und ebenso des Betrachters der Bilder.

    Ein Bild kann nicht nur eine Wirkung haben und auch der Betrachter spiegelt
    sich darin mit seiner Werteskala und emotionalen Überzeugungen.

    Ich sehe in diesem Foto mehr Erotik als in einem Bündel diversen Herrenmagazine.

  7. Blogartikel dazu: Ellen von Unwerth, Revenge! |