23. August 2013 Lesezeit: ~3 Minuten

Zerliebtes

Hattet Ihr als Kind auch ein Kuscheltier, das Euch überallhin begleiten musste, ohne das Ihr nicht einschlafen konntet und das irgendwann furchtbar verschlissen aussah? „Zerliebtes“ ist eine Serie, die genau solche Kuscheltiere sammelt. Plüschgefährten, denen man ansieht, wie sehr sie geliebt wurden.

Und um dies zu verdeutlichen, zeigt die Serie auch die weniger oder gar nicht geliebten Doppelgänger und stellt die Bilder gegenüber.

Wauwau © Katja Kemnitz

Alles begann mit dem Plüschhund meiner großen Tochter. „Wauwau“ hat ein Knopfauge, wurde schon mehrmals genäht und wird dennoch, oder vielleicht auch gerade deshalb, noch sehr geliebt. Auf dem Flohmarkt entdeckte ich seinen Doppelgänger und wollte meine Tochter damit überraschen. Doch die Überraschung ging schief. Der neue Hund wurde abgelehnt: „Wauwau ist unersetzbar.“ Nach einer Weile wurde er dann als Wuffi, der Bruder von Wauwau, angenommen.

Sieht man die beiden Hunde nebeneinander, muss man unweigerlich lächeln. Der Unterschied ist so erheiternd, dass ich einfach irgendwann zur Kamera greifen musste, um ihn zu dokumentieren. Daraus entstand meine Serienidee „Zerliebtes“.

Affi © Katja Kemnitz

Ich fragte zunächst Freunde, ob sie nicht auch so ein Kuscheltier haben, später auch öffentlich auf Facebook. Es gab viele begeisterte Zusagen, nur leider fand ich selten einen Doppelgänger im Internet oder auf Flohmärkten, außer es war ein Markentierchen etwa von Käthe Kruse oder Monchichi.

Aber hin und wieder kamen auch Angebote von stolzen Besitzern, die beides zur Verfügung stellen konnten: Zerliebte Schmusetiere und deren Doppelgänger. Und mit ihnen kamen auch ihre Geschichten zu mir. So ging ein kleiner, innig geliebter Hase bei einem Waldspaziergang verloren und wurde zum Glück bei der darauffolgenden Suchaktion nachts im Taschenlampenschein wiedergefunden. Sein Doppelgänger wurde später gegen Prämienpunkte aus einer Apotheke freigekauft.

Schmuse © Katja Kemnitz

Bei anderen Plüschfreunden lässt sich nur erahnen, was sie bereits erlebt haben. Einige sehen aus, als hätten sie Kämpfe mit echten Tieren überlebt, andere waren anscheinend schon sehr oft im Trockner und haben so einiges an Körpergröße eingebüßt.

Ich fotografiere die Tiere alle vor schwarzem Tonkarton, denn ich möchte den Fokus auf die Tiere und ihre Veränderungen im Vergleich zu ihren Doppelgängern legen. Durch die Reduktion lenkt nichts von ihren Blessuren ab.

Noch bis Jahresende möchte ich die Serie weiterführen. So viele Kuscheltiere, wie ich bin dahin noch finde, werden fotografiert. Ich bin gespannt, wen ich nach Hase, Hund, Affe, Eisbär und Püppchen noch vor meine Kamera locken kann und freue mich auf die nächsten Geschichten. Ihr könnt mir dabei helfen? Schreibt mir.


7 Kommentare

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  1. Hallo Katja,

    mein Sohn (heute 19 Jahre alt) hatte auch eine Plüsch-Ende ohne die gar nichts ging. Allerdings gab es diese in diversen Duplikaten: eine zuhause, eine bei Oma, eine bei Uroma – alle in sehr abgenutzem Zustand :-)

    Eine dieser Enten habe ich aufgehoben und sie sieht wirklich ramponiert aus: Zahnabdrücke im Schnabel, Flicken am Hals etc.

    Mein Enkelchen (10 Wochen alt) hat sie nun geerbt. Ich habe mal gegoogelt, aber „Neu-Fotos“ gibt es heute leider nicht mehr, sonst hätte ich Ihnen gerne Fotos geschickt und gemailt :-)

    Tolle Idee! Viel Erfolg weiterhin!

    LG

    Heike Hohmann

  2. Blogartikel dazu: Woanders – diesmal mit Hubschrauberpiloten, der Wahl, Mr. Christian und anderem | Herzdamengeschichten