14. August 2013 Lesezeit: ~2 Minuten

Blickfang: 7 Novembre, Paris

Durch das Bild „7 Novembre, Paris“ aus der Serie „Chambre Close“ wurde ich auf die französische Fotografin Bettina Rheims aufmerksam. Ich mag provozierende Bilder, die nicht an der Würde der Abgebildeten rütteln, sondern sie eher stärken. Dieses Bild ist für mich ein wunderbares Beispiel dafür.

Die Frau stellt sich dar, sie ist nackt bis auf einen halbgeöffneten Mantel, doch sie schämt sich nicht. Ihre Nacktheit ist scheinbar das Natürlichste der Welt, denn ihr Gesichtsausdruck ist entspannt, freundlich und schön.

© Bettina Rheims, 7 Novembre, Paris, Juin 1991 Paris

Sie zeigt eine ihrer Brüste, hält sie mit beiden Händen, als würde sie sie der Kamera präsentieren. Die andere Brust ist durch den Mantel verdeckt. Die scheinbar fehlende Brust gibt dem Bild etwas Rätselhaftes, Unperfektes. Das Sexuelle tritt zurück und das Bild zeigt mehr als nur eine schöne, halbnackte Frau.

Ich muss beim Anblick der mittig plazierten Brust an eine Amazone denken und die Frau wird zu einer mythischen Figur in meinem Kopf. Eine Kriegerin, die sich die Brust abschlug, um ihren Bogen besser halten zu können. Eine stolze Frau, die sich nicht zu schämen braucht. Für nichts.

Das Bild stammt aus dem Bildband „Can you find Happiness“* von Bettina Rheims.

 

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