08. Juli 2013 Lesezeit: ~2 Minuten

Bestien

Verstörend und beängstigend wirken die Bilder des italienischen Fotografen Francesco Sambio. Menschen mit Tierköpfen in animalischen Posen. Die Bearbeitung tut ihr übriges, um diese Wirkung noch zu intensivieren.

Francesco faszinieren die menschliche Natur, die Gefühle, Ängste und vor allem die Widersprüche, die häufig mit ihr einhergehen. In der Serie „Bestiaro“ wollte er das Tier in uns darstellen. Mit Hilfe von Fotomanipulationen ersetzt er die menschlichen durch tierische Köpfe. Dabei steht für ihn jedes Tier für eine bestimmte Eigenschaft. Der Elefant für Weisheit, die Eule für Eitelkeit, das Schwein für Trägheit und so weiter.

Bestiario © Francesco Sambo

Als Fancesco mir seine Assoziationen zwischen den Tieren und ihren Eigenschaften beschrieb, merkte ich schnell, dass dies ein kulturelles Phänomen ist. Ich selbst weise den Tieren nicht dieselben Eigenschaften zu, so steht für mich die Eule eher für Weisheit, das Schwein für einen Moslem eher für Unreinheit. Ein spannender Nebeneffekt des Projektes, wie ich finde.

Aber der Grundgedanke hinter diesem Projekt bleibt: Es zeigt das Tier in uns, das Instinktive, das rational nicht Erfassbare. Es wirkt abschreckend, aber gleichzeitig fazinierend.

Die verarbeiteten Portraits und Selbstportraits werden zu einer Art Oberfläche, auf der sich der Betrachter spiegeln und vielleicht auch selbst erkennen kann. Die Serie erhebt nicht den Anspruch, konkrete Antworten auf die Fragen unserer Existenz zu geben. Vielmehr ist sie so etwas wie ein persönliches Reisetagebuch, aus dem jeder vielleicht etwas für sich mitnehmen kann.

Bestiario © Francesco Sambo Bestiario © Francesco Sambo

Francesco ist bei der Bearbeitung seiner Bilder nicht zimperlich. Er montiert und nutzt starke Texturen. Hier und da brennen die Lichter aus. Die harte Bearbeitung passt für mich aber zur Serie. Die Bilder wirken surreal und ein wenig schmutzig.

Wem der Stil der Serie zusagt, dem werden auch Francescos andere Serien und Bilder gefallen. Finden kann man seine Arbeiten auf Behance, Flickr und Facebook. Zudem bietet er ein Buch mit seinen Arbeiten bei Blurb an.

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3 Kommentare

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  1. Tolle, ungewöhnliche Bilder. Originalität der Motive und deren bildhafte Umsetzung passen für mich prima zusammen. Das macht mir Lust, so etwas mal selbst zu probieren. Danke für’s Zeigen und die Inspiration!

  2. Blogartikel dazu: Elektronischer Verweis: Heute mit einem vorausschauenden Kettenraucher, Bestien, zwei toten Hunden und anderem › Schallgrenzen