12. Mai 2012 Lesezeit: ~ 6 Minuten

Warten auf das analoge Glück

Ich wollte schon lange eine Lomography Kamera haben. Also habe immer wieder auf der Webseite gestöbert und mir Bilder angeschaut. Diese faszinieren mich bis heute und ich gucke mir immer wieder gern die Galerien an.

Die gebende Stimmung, die diese Fotos erzeugen, ist einfach klasse. Irgendwann habe ich mich endlich dazu entschlossen, mir eine solche Kamera zuzulegen, was auch für mich einen der ersten Schritte in Richtung analoger Fotografie bedeuten sollte.

Natürlich kommt man nicht drum herum, sich zu fragen, für welche der vielen unterschiedlichen Kameras man sich entscheiden soll. Es gibt so viele verschiede Möglichkeiten: Weitwinkel, Fisheye, Panorama, Mittelformat oder gar Kameras mit Multilinsen, geschweige denn von den vielen verschiedenen verrückten Modellen.

Schlussendlich habe ich mich für die Diana Mini White entschieden. Schlicht in weiß gehalten und mit ein paar coolen Extras ausgestattet, habe ich mir gedacht, dass sie eine gute Gefährtin neben meiner Spiegelreflexkamera wäre.

Die Diana Mini White wird mit 35mm-Filmen gefüttert, die 36 quadratische Bilder ergeben. Man kann aber auch noch ein zweites Format auswählen. Nämlich das Halbformat, mit dem man dann 72 Aufnahmen auf einen 35mm-Film bekommt.

Dazu gibt es noch die Möglichkeit, Langzeitbelichtungen zu erstellen, Mehrfachbelichtungen zu zaubern oder überlappende Panorama-Aufnahmen zu machen. Noch dazu verfügt das kleine Teil über ein Stativgewinde und einen Kabelanschluss, damit die Langzeitbelichtungen auch wirklich nicht verwackeln.

Als ich beim Durchlesen meiner Mails die Bestätigung sah, dass meine Kamera losgeschickt wurde, konnte ich es kaum erwarten. Unmittelbar ein paar Sekunden danach klingelte es an der Tür. Ich dachte mir nur kurz, das das ja jetzt nicht sein kann und war auch schon auf dem Weg zur Haustür. Tatsächlich war es meine heiß ersehnte Diana Mini.

Ein dickes Lächeln machte sich auf meinem Gesicht breit. Die Verpackung fühlte sich an wie eingefroren von der Kälte, kein Wunder bei diesen Temperaturen, die momentan in Deutschland herrschten, denn es war im Januar. Natürlich temperierte ich erst einmal mein neues kleines Schmuckstück, ich wollte ja nicht, dass irgendetwas zu Bruch geht. Da ich leider an diesem Tag zur Arbeit musste, habe ich mich bis zum Abend mit dem ersehnten Auspacken geduldet.

Also angezogen, rausgegangen und alles im Zeitraffer durchlebt, in Gedanken immer zu Hause bei meinem kleinen Päckchen. Am Abend zu Hause angekommen, konnte ich dann endlich ran, an mein gutes Stück. Vorsichtig die Folie abgezogen, alles auseinander genommen und festgestellt, dass das Ding nicht umsonst „Mini“ heißt. Aber ich muss schon sagen, dass sie mir gleich sympathisch war.

So klein und handlich, gut in der Hand liegend. Nach dem Auspacken und Begutachten habe ich mich daran gemacht, den Film einzulegen, was überhaupt mein erstes Mal war. Das erste Mal, dass ich eine analoge Kamera befülle. Ihr Leben einhauche. Natürlich wollte ich gleich loslegen und Fotos schießen. Alle Features der Kamera austesten und an ihre Grenzen bringen.

Vor dem Fotografieren gibt es kleine Einstellungen zu beachten. Die Blendeneinstellung muss zwischen sonnig und wolkig gewählt werden, was kein Problem darstellen sollte, da ich einfach nur Richtung Himmel schauen musste.

Des Weiteren muss die Fokuseinstellung gewählt werden, indem am Fokusring der Linse gedreht wird. Es gibt vier Einstellungen; 0.6m, 1-2m, 2-4m und 4m – unendlich.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang, in den ersten Tagen, bemerkt habe, dass ich mehr darauf geachtet habe, was ich fotografiere. Ich habe mir vorher überlegt, was ich fotografieren will und etwas länger die Situation und Gelegenheit beobachtet, bevor ich abgedrückt habe. Ich habe darauf geachtet, denn ich hatte ja nicht so viele „Schüsse“ zur Verfügung wie mit meiner digitalen Spiegelreflex-Kamera. Durch die begrenzten Mittel hatte ich das Gefühl, meine Augen weiter zu öffnen und genauer hinzuschauen, was ich denn eigentlich fotografieren will.

Es hat recht lange gedauert, bis ich den ersten Film voll hatte. Die Kamera war fast immer in meiner Jackentasche und doch habe ich sie aus den genannten Gründen nur selten benutzt. Außerdem wollte ich sie zu verschiedenen Bedingungen testen. Tagsüber, nachts und in geschlossenen Räumen.

Als der erste Film nun belichtet war, habe ich mich gleich daran gemacht, ihn zum Entwickeln zu bringen. Das habe ich bei einem hiesigen Drogeriemarkt machen lassen. Voller Hoffnung (ob denn die Fotos etwas geworden sind) und Vorstellungen darüber, wie die Bilder denn aussehen würden, vergingen die Tage.

Als ich sie dann endlich in meinen Händen hielt, muss ich zugeben, war ich anfangs etwas von der Qualität der Ergebnisse enttäuscht. Was sich aber legte, denn nach mehrmaligem Betrachten der Bilder hatte sich ihre Wirkung auf mich übertragen.

Schlechte Bilder bedeuten ja nur, dass ich mehr üben und experimentieren muss mit meiner Diana Mini.

Der zweite Film war ein Schwarzweißfilm mit ISO 400, der gefühlt doppelt so lange in der Kamera verweilte wie der vorherige. Entwickelt wurde dieser von unserer Redakteurin Aileen. Kurzerhand schickte ich ihn ihr zu und saß mal wieder auf heißen Kohlen.

Ich muss sagen, irgendwie macht dieses Warten auch Spaß. Das Warten darauf, dass der Film entwickelt wird. Ob die Bilder etwas geworden sind oder nicht, erzeugte eine Spannung in mir, die ich zuvor nicht kannte, da bei digitalen Aufnahmen das Ergebnis ja immer sofort zu sehen ist.

Von den entwickelten Bildern war ich sofort begeistert. Schwarzweiß ist definitiv mein Ding. Innenaufnahmen sind zwar zum größten Teil zu stark unterbelichtet, aber man darf auch nicht zu viel erwarten von dieser kleinen Kamera.

Im Großen und Ganzen bin ich jedenfalls zufrieden, muss ich sagen und ich werde auch weiterhin die Diana Mini benutzen, allerdings in Zukunft nur noch mit Schwarzweiß-Filmen und wohl eher auch nur noch draußen.

Lust habe ich auch bekommen, mehr analoge Fotografie zu betreiben. Ich will mehr ausprobieren und auch mit anderen Kameras dieses Gebiet erkunden. Danke dir, Diana.

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28 Kommentare

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  1. Leider sehe ich ehrlich gesagt nicht, was an analoger Fotografie der Vorteil sein soll. Der Trend scheint angesichts perfekter Digitaltechnik dahin zu gehen, wieder technisch schlechte Fotos zu machen, die dann über ein uninteressantes Motiv hinwegtäuschen sollen.

    Während man jahrelang technische Perfektion hinsichtlich Belichtung, Schärfe etc. anstrebte, geht’s nun in genau die andere Richtung, weil man sich damit wohl auch in einer Nische bewegt und damit per se schon besonders und weniger vergleichbar ist.

    Das liegt aber wohl auch daran, dass ich vor 30 Jahren analog fotografieren und meine S/W Fotos selbst entwickeln musste und jetzt die Vorteile der Digitalfotografie genießen darf.

    • Hi Markus!
      Ich denke Du darfst nicht zu stark ins Gericht mit den Bildern gehen. Es geht hier ja um Lomografie, worüber bei Wikipedia zu lesen ist:

      “Die Lomografie bzw. Lomographie ist eine „lässige“ Stilrichtung innerhalb der Schnappschussfotografie. Mit professioneller Fotografie hat sie nichts zu tun.”

      Ich interpretiere das so, dass es dabei nur um den Spaß bei der Sache geht. Diesen Eindruck hatte ich auch, als ich den Artikel las. Ich denke Christof hat sich nur sekundär mit den Motiven auseinandergesetzt. Vor allem der Spaß bei der Sache hat ihn angetrieben.

      Außerdem finde ich die Bilder von Christof nicht schlecht. Klar nicht jedes ist mein Fall, nur bei einigen habe ich schon länger hingesehen. Die Farben, die Kratzer auf den Aufnahmen, alles hat eine unglaublich schöne Wirkung auf mich. Aber das ist Geschmackssache!

      Ich finde es eher schlecht, wenn man mit einer super modernen Kamera ein perfektes Foto macht um dann hinterher da irgendwie einen analogen Look reinzuretuschieren. Das ist dann auch kein Vorteil der digitalen Fotografie mehr, man hat dadurch ja schließlich mehr Aufwand!

      • Fotografie, bei der man sich nur “sekundär mit den Motiven auseinandersetzt”? So wie Musik bei der man nicht so auf die Töne achtet? :)

    • Ich werde zwar nicht Analog fotografieren, dagegen wehre ich mich strickt weil für mich sonst die Technik nie ein ende hat, aber:
      Ein technisch Perfektes Bild ist noch lange kein perfektes Foto. Was bei der Lomography, oder wie bei jeder anderen Abhandlung dieser Art von “Kunst”, geht es das Auge von technischen Abzulenken und der Fotograf versucht sich dann mehr auf das Sujet, das Objekt, zu konzentrieren.
      Die daraus gewonnenen Fertigkeiten lassen sich dann gut auf die digitale Fotografie übertragen. Und wie viele wissen, hat auch Henri-Cartier Bresson nicht immer die technisch perfekten Bilder auf Film gebracht, aber die Aussage seiner Bilder war eindeutig, oder sie ließ Raum für die eigene Gedankenwelt.
      Wer es natürlich schafft, in dem durcheinander von ISO, Blende, Belichtungszeit, Zoom, Blidkomposition (Bildschnitt, Linienführung, etc.) dann auch noch ein technisch perfektes Bild abzulichten, der ist in meine Augen ein Meister. Aber abgesehen von einer Studio Umgebung wo dann fast alles gestellt ist (was nicht das Ziel wäre in diesem Fall), glaube ich nicht das es hier viele gibt die dies auch so Meistern können.

      Im übrigen gehen die Meisten die mit Digital begonnen haben, zur Analogfotografie deshalb zurück, weil sie etwas suchen das sie in der digitalen Fotografie vermissen.
      Eine alte DSLR (Crop), eine kleine Speicherkarte und ggf. ein Holga Plastik Objektiv tun es auch. Dazu habe ich mal einen kleinen Beitrag auf meinem Blog verfasst:
      http://www.gweepography.com/blog/?p=269

      Weil ich aber meine D700 nicht unbedingt dafür verwenden möchte, habe ich mir vor einigen Tagen eine D70 dafür gebraucht ergattert.

    • MUSSTEST?? Gibt nix Schöneres als in der Dunkelkammer stundenlang für vielleicht einen perfekten Abzug zu verbringen. :) Aber ist eben alles Geschmackssache. Manche geniessen es in unserer immer schneller werdenden Welt wieder ein Schritt langsamer zu gehen.

  2. meine meinung kann ich mir nicht verkneifen: langweilige motive bleiben langweilige motive, ob analog oder digital. da hilft auch keine gefühlte “stimmung” der bilder.

    ich finde den aktuellen retro-hype meistens problematisch (es gibt natürlich auch ausnahmen). hier werden häufig mangels guter ideen 0815-motive fotografiert und dann wird versucht, durch die behauptung von “atmosphäre” diese bilder aufzuwerten.

    und wie ich neulich irgendwo (sinngemäß) gelesen habe: wenn im jahre 2012 leute in ihren wohnungen im 70er-style sitzen, 80er-musik hören und fotos wie aus den 60ern machen, stimmt etwas nicht.

    • Erinnert mich an einen Satz von Oliviero Toscani:
      “Die meisten Fotografen verlieren irgendwann den Überblick und machen Dinge die nur sie alleine verstehen.”

      Ich glaube das trifft es was du sagen möchtest und da stimme ich dir natürlich zu. Das Bild ist ohne Aussage nichts Wert. In den oben gezeigten Bilder sehe ich eher ein Beispiel wie es aussehen könnte, als ein ernsthaftes Bild sehe ich es auch nicht. Allerdings bleibt immer der Satz: “Fotografie ist Subjektiv” im Raum stehen und das kann man jetzt verschieden auffassen :)

  3. Wiedereinmal ein “Die Analogfotografie ist so mysteriös und spaßig und retro”.

    Sicher kein schlechter Artikel, aber dieses Themengebiet häuft und häuft und häuft sich in der “amateur Fotocommunity” und wird umkreist wie ein Aas irgendwo in der Wüste.

  4. … eine schöne Liebeserklärung und wenn es Spass macht, ist doch okay. Über Sinn und Unsinn und über die fotografische Qualität möchte ich mich nicht auslassen. So hat eben jeder sein Lieblingsspielzeug und so soll es auch sein.

  5. Ich gönne den Liebhabern der Analogfotografie ihren Spaß. Hier vermisse ich aber die inhaltliche Qualität, die ich bei Artikeln auf kwerfeldein.de so schätze.

    Jeder kann die Vorfreude und die Ungeduld beim Warten auf eine neue Kamera nachvollziehen. Das “Unboxing” ist mir aber in diesem Beitrag zu ausführlich.

    Der anschließende Erfahrungsbericht zählt all die hier viel diskutierten Gründe für den aktuellen Analog-Hype mal wieder auf (bewusster Fotografieren, …). Das einzig neue ist, dass jetzt sogar auf das Warten auf den entwickelten Film Spaß macht.

    Auf die Bilder wird nicht näher eingegangen, vielleicht hätte mir das geholfen, sie zu verstehen. So dahingestellt finde ich keinen Zugang.

    Ich werde versuchen, mir diesen bewundernswerten Enthusiasmus zu eigen zu machen, wenn ich Montag früh wieder mit meinem Uraltauto zur Arbeit fahre. Keine Klimaanlage -> man spürt das Wetter viel besser, kein ABS -> ich muss vorausschauender fahren, … ;o)

  6. Christof hat seinen Artikel mit „Warten auf das analoge Glück“ überschrieben. Es geht ihm um die Vorfreude bis er das Bild in den Händen halten kann. Diese Vorfreude habe ich in knapp 10 Jahren Digitalfotografie noch nicht empfunden, kenne sie aber noch aus den alten, analogen Tagen.

    Weder Analog-Hype noch Digital-Hybris halte ich für erstrebenswert. Hingegen finde ich es gut, hin und wieder mal etwas neues auszuprobieren, und sei es eine alte Technik.

  7. Mir geht es teilweise ähnlich, seit ich die alte analoge SLR meiner Eltern mal wieder ausgepackt habe. Die Bilder sind begrenzt und Filme und Entwicklung kosten, dadurch mache ich mir auch viel mehr Gedanken über das Motiv.
    Mit der DSLR könnte ich das zwar auch, aber irgendwie mache ich das viel weniger, sondern knipse oft einfach drauf los wenn ich unterwegs bin. Kann man ja später am PC noch grade rücken/zuschneiden/usw. Was eigentlich schade ist, weil ich dadurch bestimmt auch interessante Motive verpasse. Hat mich dazu gebracht, dass ich wieder mehr drüber nachdenke, was ich wie fotografiere.
    Und ich finde es auch irgendwie toll die Bilder dann direkt schon in Papierform in der Hand zu halten.

  8. ich denke, alles was einen nach draußen bringt und einen dazu veranlasst fotos zu schießen hat eine unbedingte daseinsberechtigung.

    und christof: probier mal einen diafilm aus uns lass ihn gepusht entwickeln. das bringt farben, die bei lomo so spaß machen.

  9. Ich habe mir erst diese Woche eine LaSardina von Lomo gekauft. Ich hab zwar DSLR, Micro 4/3 und div. analoge Mittelformatkameras, aber mich reizt es Bilder mit einer Kamera zu machen, bei der ich von vornherein weiss, dass das Resultat qualitativ unterlegen sein wird. Meiner Meinung nach befreit einen das einfach mal abzudrücken ohne gross darüber nachzudenken, ob man jetzt ein Bild von Relevanz erzeugt. Es geht dabei um einen subjektiven Eindruck seiner Umwelt, der ganz nebenbei wie ein Wimpernschlag auf Film gebannt wird. Mit etwas Glück kommt dabei ein magisches Bild heraus, das man sonst nie gemacht hätte.

    Das ist ganz ähnlich wie alle die mit Instagram oder Hipsta durch die Gegend ballern und technisch schlechte Bilder machen und dann einen Analogfilter drüberknallen. Ich mache das auch und finde es spassig, aber es wird mühsam, wenn man anfängt zu erkennen wer welchen Filter benützt hat, da geht die Magie des Moments wieder flöten… Genau da kommt Lomography ins Spiel. Tatsächlich ist es sogar so, dass die Firma Lomography seit es Insta und Hipsta gibt einen riesen Zulauf, vor allem von jungen Menschen hat, die offenbar einen Realismus in der Imperfektion suchen.

  10. Es ist ja nun nicht so das es beim “Lomo Effekt” nicht durchaus beachtenswerte gestalterische Elemente gibt. Nur sind sich die Nutzer dessen nicht all zu oft bewusst. Zum Beispiel ist die Vignette ein super Stilmittel um den blick zu führen, etwas hervor zu heben, und so eben vermeintlich uninteressante Motive interessanter zu machen.

    Für mich ist ein guter Schnappschuss auch gute Arbeit. Ich denke man sollte sich und anderen ruhig die Freiheit gönnen alle Wege so professionell oder casual anzugehen wie möglich. Wer auf hört zu spielen und nur noch regeln und Anspruch sieht wird schnell aufhören sich wirklich weiter zu entwickeln.

    Wenn Fotograf X mit seiner Hasselblad und Belichtungsmesser durch die Stadt läuft und sich ganz toll fühlt könnte muss dann der Studiofotograf zu ihm kommen und erzählen das Arbeiten mit einer Fachkamera noch besser wäre weil der Anspruch der Technischen Einstellungen vor dem Foto höher ist? Das ist doch elitärer festgefahrener bockmist… die Welt dreht sich weiter, bleibt nicht stehen. :)

  11. ich finde den artikel ganz gut…
    aber ich mag es nicht, wenn wie hier bei den leuten die kommentieren behauptet wird “digitale technik ist perfekt und analoge bilder haben eine schlechte qualität”. das mag vielleicht bei lomo bildern so sein, aber
    gut belichtete hasselblad negative die mit hochwertigen scannern gescannt werden stehen digitalem vollformat in sachen schärfe und bildqualität nichts nach. zum beispiel: http://www.flickr.com/photos/manyfires/sets/72157619114060649/

    ich finde digitale fotografie für alle sachen die schnell gehen müssen super, aber für den rest ist es mir einfach zu langweilig.
    jeder idiot kann mit einem 3000€ body im automatik modus “technisch” gute bilder machen, im ps noch bei den kurven rummurksen und fertig ist das bild.

    das ist für mich aber nicht fotografie!

    grüße

  12. Schöner Bericht übers Warten auf ein Stück Technik.

    Irgendwo haben die Lomobilder was Eigenes. Sieht ähnlich “bescheuert” aus wie vieles was instagramisiert wird und aufs Web geschleudert wird. Demnach “cool” und wie entstanden ist hat eigentlich keinen zu jucken.

    Da zählt doch im Endeffekt doch nur die Bildaussage. Obs nun auf Film oder digital entsteht, mag doch jedem inzwischen seine ureigene Entscheidung sein.

    Redet man besser über das Ergebnis :-)

  13. Blogartikel dazu: Warten auf das analoge Glück. | maikinet.org

  14. Ein schöner Beitrag, der das analoge Feeling gut rüberbringt. Ich fotografiere seit einiger Zeit auch wieder verstärkt analog und meine neuest Kamera ist eine Diana F+. Sie nutze ich mit einem 120er Mittelformat-Film und bin von der schlichten Plastik-Kamera echt begeistert. Die Fotos haben einen ganz eigenen Charme, auch wenn man keinen speziellen Lomografie-Film verwendet. Meine ersten Versuche mit der Diana gibt es auch meiner Website unter http://www.pretot-fotografie.de/2012/04/lomografie-der-erster-film-mit-meiner-diana-f/ zu sehen.

    Viele Grüße
    Roman

  15. Die farbigen Scans schauen sehr komisch aus… ?! Fast wie Handyfotos, oder? Lag das vielleicht am Scanner, der selbsttätig nachbearbeitet hat. Die S/W-Bilder sind dagegen sehr schön geworden.

  16. Hallo Christoph,

    Du kannst mir bestimmt weiterhelfen …
    Ich habe von meinen Freunden eine Diana mni bekommen und bin total begeistert von dem kleinen Ding. Nun wollte ich den ersten Film zum entwickeln bringen. Im Fotogeschäft (nicht beim Drogeriemarkt) wurde mir gesagt, dass wegen der Abwechslung zwischen quadratischem und rechteckigem Format jedes einzelne Bild händisch belichtet werden muss. Jedes Bild würde dann 1,80 Euro kosten. Kann das sein? Wie hat es dein drogeriemarkt gemacht? Konnten dort rechteckige und quadratische Bilder automatisch zugeschnitten werden?

  17. Schön das immer mehr die analoge Fotografie für sich enddecken. Back to the Roots und die Erfahrung das es mehr als nur den Auslöser drücken ist… Willkommen in der Welt der analogen Welt.